Gesammeltes Gedankengut

 

Sie finden auf dieser Seite eine Textsammlung. Es handelt sich um Beiträge, welche ursprünglich auf unserer Facebook-Seite (Start ins – neue – Leben) erschienen sind, die es seit 2015 gibt. Texte, die uns am Herzen liegen und die wir Ihnen daher nicht vorenthalten möchten:


Immer wieder einmal taucht die Frage auf: Wie kann es dazu kommen, dass ein Hund beißt? Gerne auch, wenn es um einen Rassehund geht, begleitet von Aussagen wie: Ein „soundso“ mit Maulkorb, wie kann das sein!

Es ist noch sehr in den Köpfen verankert, dass vorher irgendetwas ganz Schlimmes passiert sein muss. Und es ist Meinung vieler Menschen, dass ein Hund vielleicht vorher misshandelt wurde oder Ähnliches.

Tatsächlich ist es so, dass das selten der Fall ist.

Was steckt dann dahinter?
Häufig sind es Missverständnisse zwischen Mensch und Hund. Es fehlt ganz einfach daran, die hündische Körpersprache lesen zu können und hündische Bedürfnisse zu verstehen.

So stehen immer wieder Hunde bei Begegnungen zwischen ihrem Menschen und den sich annähernden „Objekten“ oder werden bewusst in die erste Reihe verfrachtet und vor dem Menschen gehalten, um einen Jogger oder einen anderen Hund vorbeizulassen (was in einigen Fällen gewiss kein Problem ist – aber für Hunde, die zum „Pöbeln“ neigen oder die Aggressionen zeigen).
Es wird Spannung an der Leine aufgebaut, sodass der Hund irgendwann fast nicht anders kann, als sich um Begegnungssituationen zu kümmern. Meist stört es den Hundehalter erst dann, wenn sich der Hund bereits zu einem ordentlichen Pöbler entwickelt hat, bzw. wenn er es eines Tages richtig ernst meint. Allerdings ist das Verhalten dann oft schon ausgesprochen gefestigt.

Es werden im täglichen Leben Signale übersehen und vor allem übergangen, mit denen Hunde ihr Unwohlsein ausdrücken, wenn sie voller Liebe umarmt, geherzt und gedrückt werden oder wenn Kinder auf ihnen herumturnen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Auf der anderen Seite fehlt es vielen Hunden an Strukturen und Regeln. Bedingt durch den Wunsch, viele Freiheiten zu geben, ist manch ein Vierbeiner einfach nur „allein im All“ und grenzenlos. Doch das macht nicht unbedingt glücklicher und zufriedener. Es hilft vor allem der Mensch-Hund-Beziehung herzlich wenig, wenn man einen auf Kumpel mit dem Hund machen will.

Hunde lernen immer, nicht nur, wenn wir uns vornehmen, „Sitz“ und „Platz“ zu trainieren. Sie lernen sogar sehr schnell, wenn es zum Beispiel darum geht, zu verhindern, gebürstet zu werden. Erst ist es ein Zappeln und sich herauswinden, beim nächsten Mal vielleicht schon ein Schnappen, was zum Erfolg führt.

Sie sammeln auch Erfahrungen, wenn ein Besucher mal erschrocken zurückweicht, sobald der Hund sich stramm macht und in den Weg stellt. Das gibt ruckzuck Erfolgserlebnisse auch ohne, dass Leckerlis im Spiel sind. Manches ist ganz einfach selbstbelohnend oder bringt eine oftmals gewünschte Distanz.

Es gibt eine Menge mehr an Beispielen, was im Alltag quasi wie „nebenbei“ passiert und kann dafür sorgen, dass es sich kritisch entwickelt. Die Betonung liegt auf „kann“ Natürlich wird nicht jeder Hund zwangsläufig aufgrund der genannten Gegebenheiten die Zähne einsetzen. Es spielt außerdem die genetische Veranlagung eine Rolle.

Und Hunde verändern sich mit dem Erwachsen- und mit dem Älterwerden. Auch das sollte man nicht vergessen. Was im Welpenalter unproblematisch war, das sieht eventuell ganz anders aus, wenn der Hund mal zwei, drei oder vier ist.

29.07.2021


Wie oft heißt es: Ich würde mir ja gern einen Hund aus dem Tierheim nehmen, aber… da weiß ich nichts über seine Vergangenheit (oder Ähnliches). Deshalb soll es ein Welpe sein.

Keine Ahnung, wie es bei Melgarve war, jedenfalls zog er damals als Welpe in seine Familie. Es war sicherlich der Wunsch da, „alles richtig“ zu machen. Leider hat es am Ende doch nicht gepasst bzw. wurde es gefährlich. Melgarve beißt. Wenn es um Futter geht, dann kennt er keine Freunde.

So wartet nun dieser tolle, gut erzogene Labrador schon eine ganze Weile im Tierheim Viernheim (www.tierheim-viernheim.de). Ein Hund, der einst ein Zuhause hatte. Ein Hund mit so viel Potential – und doch scheint Melgarve nirgendwo hinzupassen wegen seines Verhaltens.

Ich würde ja, wenn… Wenn ich könnte, wie ich wollte… All dies hilft den Hunden nicht. Was helfen kann: Vorher genau hinschauen, wenn man sich einen Hund zulegt und zu guter Letzt bedeutet Hundehaltung bzw. – erziehung vor allem, an sich selbst zu arbeiten, sich damit auseinanderzusetzen, wie Hunde ticken (Wunsch und Wirklichkeit liegen oft ziemlich weit auseinander), es braucht Durchhaltevermögen und vieles mehr.

04.07.2021


Bitte nicht alles nachmachen

Wir zeigen hier zahlreiche Videos von unseren Hunden. Mal Bestandsaufnahmen, mal Trainingsschritte, mal probieren wir etwas aus, was wir im nächsten Moment wieder verwerfen, weil es einfach unpassend war (was wir meist auch dazuschreiben).

Wir möchten Euch an unserem Alltag teilhaben lassen, damit unsere Hunde gesehen werden – wie hier Ku Famba, die wilde Hummel, die immernoch ein Zuhause sucht. Nein, sie ist kein SinL, aber sie kann sich schon mal im Hinterherrennen verlieren und dann bekäme ohne Maulkorb ihr Gegenüber (oder heißt es dann „Vorneweg“) ein Loch. Das wollen wir nicht.
Wir möchten Euch aber nicht nur unsere Hunde zeigen, sondern auch ein bissl in unseren Alltag hineinschnuppern lassen. Natürlich zeigen wir Euch meist die Dinge, die auffallen, nicht, wie unsere Hunde mit uns im großen Auslauf entspannt kuscheln oder wie sie ohne Maulkorb von uns gekrault werden – könnten wir auch mal wieder machen …

Immer mal lesen wir, dass es super (manchmal auch gar nicht) geklappt hat, eine gewisse Herangehensweise nachgemacht zu haben. Bitte, Ihr Lieben, das kann schiefgehen.
Lalapanzie machste mit einem, der kein großer Kontrolletti ist recht easy, aber nicht mit Bututsa am ersten Tag. Oder das Wegschicken eines fremden Hundes – das kann fies ins Auge gehen, sowohl vom anderen Hund, als auch vom Hundehalter aus.

Wir zeigen hier Miniausschnitte aus unserem Alltag – selbst bei Seminaren erhält man nur kurze, grobe Einblicke, um unsere verschiedenen Herangehensweisen zu zeigen – das ist ja alles soooo individuell und deshalb nicht nachhause gehen und mal flott probieren – dazu braucht es einen kompetenten Coach an Eurer Seite. Jedenfalls dann, wenn Euer Hund ein paar „Begleiterscheinungen“ hat.

Pauschal könnte man meinen, dass wir WIRs zwar wohlwollende, dennoch Wegschicker sind, die das Halsband dem Geschirr vorziehen. Wenns sooo einfach wär, würds Fußball heißen – das wisst Ihr doch aber, oder?

Anhand eines Fotos oder einer 30 Sekunden-Sequenz zu be/urteilen oder nachzumachen, das ist anmaßend und ich sags, wie ich es meine, manchmal auch etwas dumm und kann massiv in die Hose gehen.

Ku Famba hat nichts am linken Vorderbein, sie steht einfach nur grad dusselig da. Weshalb sie (scheinbar) so ganz allein im Auslauf einen Maulkorb trägt? Weil wir sie gerade vergesellschaften. Weshalb diese Maulkörbe, die für viele viel zu klein wirken? Weil sich da so wenig Ohren durchzuzeln lassen.
Deshalb ist es uns wichtig, dass auch darauf geachtet wird, dass, wenn die von uns fürs Training favorisierten Maulkörbe genutzt werden, diese nicht lange getragen werden, denn sie sind in der Tat manchmal knapp.
Das ist wichtig und deshalb betonen wir es heute nochmals, denn die Konstruktiv-Kritiker haben nicht ganz unrecht. Stundenlang können und sollen sie damit nicht rumlaufen – aber das ist doch klar wie Kloßbrühe oder?

Da wir davon ausgehen, dass jeder, der hier mitliest den aufrechten Gang kann, ist diese Info womöglich völlig unnötig, dann ist dieser Text zu vernachlässigen und Ihr seht die schöne Ku Famba, die jetzt nach Hause möchte.

Sollte doch jemand mal ausprobieren, dann seid bitte klug und sichert bei nicht 100%iger Sicherheit durch Maulkorb ab, damit die Ohren ganz bleiben.

22.07.2021


Und täglich grüßt das Murmeltier …

So, Ihr Lieben, heute haben mindestens vier Personen eine Chance, zu retten – und zwar Gerettete oder womöglich auch ungünstig Eingekaufte über iiibäi.
Hier haben ein paar Hunde ihre Menschen zerlegt und die Tierheime vor Ort nehmen diese Hunde, ich kanns auch irgendwie verstehen (obwohl …), nicht auf.

Nun warten diese Hunde entweder darauf, eingeschläfert oder angebunden zu werden, denn die Iiiiibäi-Verkäufer sind längst verschollen, die vermittelnden Vereine fühlen sich leider nicht verantwortlich. Was nu?

Einer hats geschafft, für den wurde gerade eine Pflegestelle gefunden, nachdem er herzhaft zugebissen hat. Drücken wir die Daumen, dass er dort nicht beißt, aber am Ende macht ja auch ein bissl der Mensch den Hund und wenn die Pflegestelle kompetent ist, dann kann das gut gehen. Welch Glück für diesen einen und danke an den Verantwortung zeigenden Verein.

Und dann war da noch das gerissene Reh heute. Man gut, dass mich mehrere Herrschaften zurückhielten, denn sonst hätte ich womöglich meine recht gute Kinderstube verloren – aber das ist ein anderes Thema …

Und wieder die Frage nach einer/ DER Lösung? Ich könnte jetzt vegane Ernährung, Chappi, Qualzuchten, Welpenhandel, Auslandstierschutz oder Negativeinwirkungen beim Hundetraining aufs Trapez bringen – das würde sicher genau zu dem führen, was jetzt kommt: Massenkommentare.

Die Frage nach der Lösung?
Ein Hundeführerschein? Wirklich? Den mache ich nachts um 3 h mit verbundenen Augen – auch mein großer Bruder, der in seinem Leben wohl noch keinen Hund in der Hand gehalten hat.
Oder ein Wesenstest für alle Hunde und Leinen- und Maulkorbbefreiung nach Bestehen? 

Hach, was für ein im Grunde toller Tag. Danke an alle, die mir heute begegnet sind – schee wars und nass.

Eure Perdita – für womöglich einige Wirs, denen die zahlreichen Mails und PM und Whatsapp nach Unterstützung an die Nieren gehen. Danke, Doc Nemec für die Diagnose bezüglich meiner Nieren, wie solls auch anders sein.

27.05.2021


Hallo, Ihr Lieben,

Unsere Hunde sind keine Hunde, die im Dunkeln stehen.
Sie sind Hunde, die, wenn sie gesehen und erkannt werden, großartige Begleiter sind.
Man muss womöglich mehr auf ihre Bedürfnisse eingehen, als bei Hunden, die ihre Ziele (ob hin zu … oder weg von …) weniger vehement/ aggressionsfreier, verfolgen.
Womöglich ist das sogar klug, weil man an ihnen nicht nach Gutdünken rummanipulieren und sie benutzen kann.

Wir haben es mit einem Lebewesen zu tun, dass niemals unsere Sprache sprechen wird und wir werden nie zu 100% wissen, wo ihr Schuh drückt.
Wir können versuchen, sie zu verstehen und zu lesen, was sie uns mitzuteilen versuchen. Braucht es Nähe, braucht es Distanz, hat er Bauchweh, ist es ihm zu laut, zu viel? Wir können es nur erahnen und reinfühlen. Da sind wir wieder beim Glanz in den Augen …

Wir geben ihnen unser Vertrauen, das haben sie verdient, ohne dabei dusselig zu sein und ohne Maulkorb zu agieren. Wir mögen sie vorbehaltslos und eines Tages zahlt es sich bei jedem einzelnen aus.
Sie lassen los und vertrauen ebenso. Das ist nicht wichtig für unser Ego, sondern für sie, unsere Hunde. Sie dürfen wissen, dass wir für sie da sind, komme, was wolle.

In diesem Sinne, gute Nacht …

08.05.2021


Heute hatten wir nochmals eine Begutachtung. Das Faszinierende daran ist, dass keine der anderen gleicht. Hundeverhalten ist sooo individuell und so interessant. Es macht so eine Freude und bringt den Hund nach vorne,

… aber es wird – gerade für Tierheim-Mitarbeiter – immer schwieriger in der heutigen Zeit (hätte ich gedacht, dass ich das mal sage? Klingt ja nach Ömchen, ohweh ohweh). Aber isso.

Früher, ja früher, hat man mal von 10 Hunden den einen gehabt, der tackerte. Heute sinds fast 7 von 10 (um es mal pauschal zu sagen), die tackern können/ oder schon massiv verletzt haben und an kompetente Menschen vermittelt werden sollten, aber im Tierheim auch gehändelt werden müssen.

Wer händelt diese Hunde? Richtig: Tierpfleger. So nennen sie sich. Jene Personen, die hier auf dem Foto im Hintergrund stehen und in Kürze ihre Prüfung machen.
Diese Menschen sind aber (sollten es jedenfalls nicht sein) keine ausschließlichen Scheißeschipper – das Thema hatte ich gerade schon einmal, sondern auch Fachkräfte, die mit Hunden umgehen müssen, die einem manchmal an der Tür entgegengeflogen kommen, die bei Futter explodieren, die, wenn Du ihnen ein Halsband anziehen willst, um sich beißen, die auf dem Tierarzttisch aus der Jacke springen. Hunde, die zwar unglaublich liebenswert sind, wenn man in ihre Seele schaut, aber Dir auch zu einem Liegendtransport ins Krankenhaus verhelfen können, wo Du dann eine längere Auszeit haben kannst.

Diese Hunde sind gefährlich. Hunde, an die sich kaum ein Trainer herantraut, an die müssen die Fachkräfte und auch Lehrlinge im Tierheim. Und wenn sie das nicht tun, dann haben sie ein Problem mit der Prüfung, denn Prüfung bedeutet, dass sie anschließend eigenständig ein Tierheim eröffnen dürften.

Hut ab vor denen, die sich für diesen Beruf entscheiden, die tagtäglich die Knochen hinhalten – zum Wohle des Tieres.

Danke für Euer Vertrauen und Euer Interesse (wir sind gerne für Euch da) und Euren Einsatz für die Hunde, die es da draußen nicht leicht haben. Ihr müsst besser sein als manch Hundetrainer, der abgeben kann, wenn er nicht weiterweiß – Ihr nicht.

29.04.2021


„Wo ein Hund lebt, da kann auch ein zweiter sein.“ Manch ein Hundehalter macht sich mit diesem Gedanken auf die Suche nach einem Zweithund. Nicht jedem ist bewusst, dass sich dadurch einiges verändert. Wie die Hunde miteinander klarkommen, dass zeigt sich so richtig erst über die Zeit hinweg im Zusammenleben und hängt natürlich auch vom Händling des Menschen ab. Sich mal beim Spazierengehen mit einem anderen Hund zu treffen und miteinander Spaß zu haben, das ist das eine. Nicht immer ist der Ersthund begeistert, wenn ein zweiter Hund dann für immer bleibt und Streicheleinheiten und Spielsachen geteilt werden müssen.
Beim Spazierengehen heißt es für den Halter, dass er noch konzentrierter sein muss, als das mit einem Hund der Fall ist.
Bekanntlich gucken sich Hunde nicht nur das Positive voneinander ab, sondern animieren sich auch gegenseitig zu Verhaltensweisen, die wir als unerwünscht ansehen.

15.04.2021


SITZ! „Juchu, mein Hund kann SITZ“. Das erste, was er lernen muss, wenn er einzieht, scheint SITZ zu sein. Echt jetzt?

Na gut. Es ist schön, wenn ich meinen Hund beim Losrennen stoppen kann – da kann ein Sitz/Platz/sonstwas-Pfiff/Ruf echt sowas von lebensrettend sein – so das Signal dann auch ausgeführt wird, versteht sich.

Aber was ist so klasse daran, einem Hund so ziemlich als erstes SITZ beizubringen? SITZ vorm Futter. SITZ, wenn ich meine Schuhe fürs Gassi anziehe, SITZ hier und SITZ da.

Hier-Pfiff, Hund kommt, SITZ. Juchu, das macht Freude. Man kommt im Affenzahn angerast, um dann direkt sitzen zu müssen.

Bei der Begrüßung: SITZ. Klar, klappt. Zwei Hunde sitzen sich artig gegenüber und die Menschen unterhalten sich. Sensationell. Weshalb auch nicht.

So ganz erschließt es sich mir noch nicht – oder nicht mehr.

Hangeln/mogeln wir uns nicht ein bissl mit unseren Kommandos durchs (Hunde)Leben?

Wo denkt er hin – der Fiffy? Hält er das neben-mir-Sitzen bei Begegnungen aus, weil er im Signal ist oder „denkt er weg“ vom Objekt der Begierde – dem anderen Hund, dem Mann mit der Wurst in der Hand, dem Reh?
Wenn er weg-/nach oben (zu mir) denkt, dann komme ich idR auch ganz gut durchs Leben – auch an anderen Hunden vorbei. Habe ich einen, der gerne mal die Arschbombe vom Dreier macht, dann kann es mit Manipulationen jedweder Art irgendwann kompliziert werden, denn nur mit Dressur klappts auf die Dauer nur bedingt – oder liege ich da falsch?

Mmmmh, ich denke noch ein wenig drüber nach … und nein, ich verteufel das „Sitz“ nicht, ganz und gar nicht. Denke nun drauf rum, obs soooooo einen hohen Stellenwert haben muss.

Eure Perdita

06.04.2021


Sie legen ihr Leben vertrauensvoll in unsere Hände – das sollten wir immer im Herzen und im Sinn haben.

Sie vertrauen uns und sie versuchen uns tagtäglich zu dekodieren.

Das Verhalten des Hundes persönlich zu nehmen, können wir uns sparen – denn sie meinen es nicht persönlich.

Niemals machen sie etwas gegen uns, sondern maximal für sich, weils gerade Spaß macht, weils ihrem Charakter entspricht, weils in ihnen steckt.

Von (diesen) Tieren können wir so viel lernen – man muss nur hinsehen, hinhören und hinfühlen.

Sie verdienen unseren Respekt, unsere Liebe, unser Wohlwollen, aber auch faire Vorgaben, an die sie sich zu halten haben, damit sie nicht grenzenlos allein im All rumschwimmen.

Jeder Tag ist ein Geschenk.

Danke, dass es Euch gibt!

24.03.2021


Während manche Menschen quasi gar nicht groß hinschauen, wie sich ihr Hund verhält, und insofern auch an entsprechenden Stellen keinen Einfluss auf ihren Hund nehmen (beispielsweise, wenn er einen anderen Hund fixiert), schenken wiederum andere jeder Regung Beachtung und untersagen ihrem Hund so Einiges. Lass dies, lass jenes, kein Stöckchen kauen, kein Gras zupfen etc.
Markierverhalten ist auch immer wieder mal ein Thema. Klar, an der Hauswand vom Nachbarn muss das gewiss nicht sein. Doch was ist in anderen Situationen?
Ist es provokant, ist es dominantes Verhalten, ist der danebenstehende Mensch gemeint?
Es gibt die Hundetypen, die sich aufblasen, das Bein weit hochreißen und einen anderen Hund dabei ganz genau im Visier haben. Das kann dem Gegenüber ganz schön Druck machen und unangenehm sein. Daher kann das eine Situation sein, in der der Halter Einfluss nehmen sollte.

In anderen Momenten kann das Markieren genauso gut beispielsweise auch mal dem Stressabbau dienen. In Tierheimen sind Unmengen an Hundegerüche. Da wächst die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund markiert.
Es wäre gut fürs Miteinander, wenn Menschen mehr hinschauen und sich nicht gleich provoziert fühlen durch simples Beinheben.
Zumal es ja so ist, dass ein starkes Kontrollverhalten des Menschen zum Lücken suchen seitens des Hundes führt. Er nutzt also mehr Gelegenheiten, das Verbotene hinter dem Rücken zu tun, wenn wir mal nicht aufpassen. Lieber wenige Regeln, aber diese dann auch ordentlich ausgeführt. Es wäre quatsch, wenn wir Markierverhalten im Auslauf bei Hundezusammenführungen unterbinden würden, wie es manchmal hier bei Posts kommentiert wird. Wir sind ja nicht permanent dabei und ohne uns passiert es doch.
Unabhängig davon sehen wir keinen großen Sinn drin, denn es gehört zur Interaktion. Hunde holen sich zahlreiche Infos über das Gegenüber, ohne direkt am anderen schnüffeln zu müssen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Letztendlich wäre es erfreulich, wenn Menschen genauer hinschauen, was welcher Hund braucht. Der eine braucht sicherlich einen engeren Rahmen, der nächste hingegen kann mehr Freiheiten haben.

23.02.2021


Wir berichten immer mal davon, dass wir zu Beginn, wenn ein Hund einzieht bzw. nach ein paar Tagen, eine Einschätzung vornehmen, um mehr über ihn zu erfahren.

Diese Einschätzung gibt uns zahlreiche Informationen über die Charaktereigenschaften von Hunden, über das, was ihnen wichtig ist, darüber, was Glanz in die Augen bringt und vieles mehr.
Diese Beobachtungen geben uns auch Informationen für das weitere Training. Ist ein Hund beispielsweise sehr außenorientiert, dann ist es unerlässlich, die Orientierung am Menschen zu verbessern.
Fühlt sich der Hund in der Zuständigkeit und steht viel vorne, dann vermitteln wir ihm zukünftig mittels Körpersprache, dass wir das übernehmen und uns kümmern.
Hat ein Hund eine große Individualdistanz, wie das bei Ghost der Fall ist, dann üben wir (in Maßen) das Anfassen. Allerdings ist beim Umgang mit Hunden zu bedenken, dass der Charakter bleibt. Das vergisst manch ein Hundehalter. Wer einen eher gemütlichen Hund hat, der macht auch durch viel Bewegung nicht unbedingt eine Sportskanone aus ihm.

Der Akita Ghost wird kein Schmusehund, der sich von jedem knuddeln lässt. Entscheidend ist, dass er Vertrauen zu seinen Bezugspersonen hat und sich von ihnen anfassen und bürsten usw. lässt. Das hat sich super entwickelt. Und wenn es um Tierarztbesuche geht, dann lässt er sich durch eine Bezugsperson halten und die Untersuchung kann durchgeführt werden.
Nicht alles ist trainierbar bzw. ist es nicht in jedem Falle sinnvoll.

14.02.2021


Wenn wir Hunde einschätzen, dann sehen wir sie sozusagen als „ein weißes Blatt“. Nicht als Labrador, Rottweiler, Hovawart, Mischling etc., sondern zunächst „neutral“ als Hund.
Wir beobachten den jeweiligen Hund in verschiedenen Situationen und sammeln Informationen.
Es kann hinterher so sein, dass wir zum Beispiel bei einem Malinois sagen: Er ist sehr aktiv, das ist für die Rasse nicht ungewöhnlich. Bei einem Hovawart stellt sich vielleicht heraus, dass er wachsam und territorial ist – also wäre das ebenfalls nicht „untypisch“. Doch genauso gut kommt manchmal das Gegenteil zutage: Labradore, die sich bei der Einschätzung als nicht sehr menschenbezogen zeigen oder Terrier, die sensibel sind, wo sie doch gemeinhin als ausgesprochen kernig gelten.
Daher unsere Devise: Erst einmal ein Bild machen und dann kann man weiterschauen.
Das tut unter Menschen ja auch manches Mal gut, bevor jemand in eine Schublade gesteckt wird, in die er nicht passt.

09.02.2021


Innerlich zu wachsen ist vor allem dann möglich, wenn man seine Komfortzone verlässt – das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde.
Die Hündin Endla ist mit Menschen und gegenüber Umweltreizen sehr schnell besorgt. Nun könnten wir solch einen Hundetyp in Watte packen und mit ihr nur auf dem Tierheim-Gelände unterwegs sein, damit sie sich in der Welt draußen bloß nicht erschreckt.
Bei unsicheren Hunden handhaben wir es tatsächlich so, dass sie die ersten Tage zunächst einmal vor allem die Abläufe im Tierheim kennenlernen. Die ersten Tage wohlgemerkt. Dann jedoch geht es hinaus ins Leben. Mit einem Menschen an der Seite, der Halt gibt. Zu Beginn nehmen wir außerdem gern noch einen Hund mit, der bekannt ist und der möglichst gelassen und cool unterwegs ist.

Wer nichts Neues kennenlernt, der kann auch nicht feststellen, dass nichts passiert.
Also, raus aus der Komfortzone.

Eure Wirs

09.2.2021


Lebt Ihr schon oder dressiert Ihr noch?

Sensationell, was uns immer häufiger vor die Füße stolpert …

„Schau mich an“, „ich geh zuerst durch die Tür“, „Sitz, Platz, Fuß, Körbchen“ – all das beherrschen sie in Perfektion, aaaaber …

Wir haben ja nichts gegen Konditionierung – ganz im Gegenteil. Ist die Frage, wie lange ich konzentriert bei der Sache sein kann, um alles zu kontrollieren (s. Post von heute früh) und zu erkennen, was in der Zwischenzeit passiert.

Hund aus dem Auto raus: „Sitz“ – er sitzt und verfolgt mit den Augen die vorbeifliegenden Vögel. Er wird fürs Sitz gelobt und assoziiert manchmal „aha, Vögel gucken ist erwünscht“.

Er geht hinter mir durch die Tür, mit seinem Blick und körpersprachlich schon vorne bei dem Nachbarshund, dem wir gleich begegnen. Hauptsache hinten? Nein, Hauptsache „nach oben denken“.

Wir wechseln ihn in der Hundebegegnungen von links nach rechts, er fixiert den anderen, aber ist zumindest von ihm abgewandt.

Ist das zuende gedacht?

„Schau mich an“ sagt Alisa hier extra für Euch zu Seelefant. Natürlich tut er das – in Erwartung von Lob/einem Keks. Das ist Dressur. Schön und in neutraler Umgebung jederzeit problemlos abrufbar und ja, auch in reizvollerer Umgebung möglich.
Wie läufts ohne „Schau“ ohne „Keks“? Muss nicht? Stimmt, muss nicht. Frage ist nur, wie siehts aus, wenns wirklich, wirklich, wirklich draufankommt? Ist Hund dann noch gedanklich bei mir, akzeptiert er meine Ansage oder gibts Lücken im System?

Bei recht problemlosen Hunden wirds problemlos klappen. Beim hochkarätigen Jäger sehe ich da schon ein bissl dunkelgrau, beim Ressourcenaggressiven sogar schwarz.

Nein, nein, ich möchte nichts mies machen, nur zum Denken anregen, weil ich grad mal wieder ein paar „dieser“ Hunde vor mir hatte und es traurig finde, dass sie, wenn Mensch nicht in „Dressur“ denkt, selber entscheiden. „Schau“, alles tutti, weitergehen, der Hund schnüffelt am Boden, interessiert sich solange nicht für seinen Menschen, bis er wieder in die Ansprache geht und auch da wird das Signal vorbildlich ausgeführt. Am Erzfeind vorbei … kein Thema – es sieht so nachahmenswert aus. Ists auch reell? Vertraut er mir, wenns draufankommt? Stellt mich nicht in Frage?
Ich habe so tolle Videos dazu, die ich leider nicht einstellen darf. Vor dem Menschen stehende Hunde, die bei der Begrüßung eines Menschen die Begrüßung übernehmen, die ihre Menschen in der Bewegung einschränken, die körpersprachlich so vieles mitzuteilen haben – und wir sehen das nicht.

Für mich einer der Gründe, weshalb so viele Hunde in Tierheimen landen.
Womöglich liege ich falsch und vielleicht habe ich in der letzten Woche einfach zu viele auf einmal davon erlebt.

Dressur? Weshalb nicht – ein feines Sitz kann lebensrettend sein, ein schnelles Platz – juchu, ein Schau – meinetwegen,
aber bitte nicht ohne hinzusehen, wer, wenns drauf ankommt (in neuen, in schwierigen Situationen) entscheidet.

Eure Perdita

02.02.2021


Wie viele „Neins“ hört ein Hund wohl in seinem Leben? Oftmals sind es unzählige, stellen wir immer wieder fest.
Neins gehören zum Leben dazu, Grenzen gehören dazu.
Die Frage ist: Kommen sie beim Gegenüber an? Hat das Nein am Ende ein Fragezeichen und wird halbherzig ausgesprochen, dann nimmt es der Hund nicht ernst. Das tut er auch nicht, wenn er das Wort zigfach hintereinander hört. Kein Wunder, wenn die Ohren dann auf Durchzug schalten. Es steckt irgendwann hinter unseren Worten keine Bedeutung mehr, wenn sie hunderttausend Mal am Tag zu hören sind, ohne dass eine Konsequenz folgt.

Je mehr Verbote wir aufstellen, desto mehr müssen wir im Übrigen darauf achten, dass diese eingehalten werden. Dadurch wird man schnell zur Spaßbremse für den Hund und zudem zum Ober-Kontrolletti, denn wir müssen das, was wir begonnen haben, dann auch einhalten. Frage ist, ob wir das immer so können. Eben noch wurde der Hund ermahnt, der etwas vom Boden aufsammelt. Im nächsten Moment unterhalten wir uns mit einem Spaziergänger, während der Hund munter vom Boden frisst. Wir sind abgelenkt und er hat sein Erfolgserlebnis.

Weniger Neins, diese dann jedoch deutlich und konsequent durchgesetzt, sind wesentlich wirkungsvoller. Über manches Tun kann man wiederum hinwegsehen. Gut ist es, man überlegt für sich, was einem ganz besonders wichtig ist. Manch ein Hundehalter wird feststellen, wie wenig das am Ende ist. Über manch anderes kann man souverän hinwegsehen, wenn das Verhalten niemandem schadet. Das ist ungemein entspannend fürs Miteinander.

Eure Wirs

02.02.2021


Was Hunden guttut? Das ist sicherlich eine Menge.

Wenn es um gemeinsame Beschäftigung geht, dann braucht es gar nicht unbedingt so viel. Und es braucht nicht zwangsläufig eine besondere Ausrüstung und Übungsmaterial. Vor allem macht es Freude mit jemandem zusammen zu sein, der voll und ganz dabei ist und nicht immer wieder aufs Handy schaut oder in Gedanken irgendwo ganz anders ist.

Eine große Rolle spielt hauptsächlich die Stimmung. Da sind wir Menschen gefragt. Bin ich lustlos, merkt es der Hund. Bin ich fröhlich, guter Dinge und motivierend, dann nimmt er das ebenfalls wahr. Traut man dem Gegenüber etwas zu, dann spürt der andere das.
Wird einem Hund Anerkennung gezollt, wenn er es schafft, über etwas zu springen oder unter etwas durchzukriechen, dann macht das stolz. Das ist nicht nur für Menschen, sondern auch für Hunde toll, wenn sie feststellen, dass sie etwas können und dass das wahrgenommen wird. Gerade für Hunde, die in sich gekehrt sind oder die sich nicht so viel trauen und zurückhaltend sind, ist das ganz viel wert.

Eure Wirs

30.01.2021


„Konzentriere dich auf das Wesentliche“
Ein kurzer und doch prägnanter Satz.

Viele Hundehalter werden es kennen, die zahlreichen Meinungen und Tipps anderer.
Eine Frage kann zehn (eher mehr Antworten ergeben), die teilweise auch noch konträr sind. Der eine meint, der Hund braucht mehr Ruhe, der nächste meint, mehr Bewegung sei nötig, der dritte ist überzeugt, dass viel Kopfarbeit das A und O ist. Das kann einen schon ganz schön durcheinanderbringen und verunsichern… und den eigenen Hund irritiert das natürlich. Vor allem, wenn man dann auch noch anfängt, mal dies, mal das auszuprobieren und am Ende etwas Entscheidendes fehlt, nämlich Geradlinigkeit.

Was ist von Bedeutung, wie möchte man mit seinem Hund durchs Leben gehen, was möchte man nicht – das sind Fragen, die man am besten selbst für sich und seinen Hund beantwortet.
Und für Punkte, an denen es hakt und man sich noch unschlüssig ist, da kann man sich gezielt Unterstützung suchen.

Je mehr Klarheit wir haben, desto mehr gibt das unseren Hunden Sicherheit und Stabilität.

18.01.2021


Wir hatten kürzlich einen Text eingestellt, bei dem es darum ging, dass Tierschutzhunde nach dem Einzug oft gar nichts mit dem zur Verfügung gestellten Spielzeug anzufangen wissen.
Ein anderes Phänomen, wenn ein Hund frisch eingezogen ist, ist manchmal das Fressverhalten. Es ist nicht selten und nichts Ungewöhnliches, dass Hunde nur fressen, wenn sie allein sind und Ruhe haben.
Es ist sowieso schwierig für einige, wenn sie plötzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, wo sie vorher im Tierheim einer von vielen waren. Menschen, die beim Fressen zuschauen und beobachten oder gar den Hund zwischendurch anfassen, das kennen sie in der Regel nicht und es ist für sie meist nicht gerade angenehm.

Dann gibt es natürlich auch andere, die ganz schnell in sich reinschaufeln, bevor der Mensch, der dabei ist, vielleicht dran will.

Nicht gerade förderlich fürs Miteinander ist es natürlich vor allem, dem neuen Hund direkt Kausachen oder seine Futterschüssel wegzunehmen, „um mal zu sehen, ob das denn geht“. Glücklich sind die Unbedarften und es ist manchmal erstaunlich, wie gut sie aus der Nummer herauskommen. Allerdings kann es auch richtig schief gehen…

Viele denken möglicherweise beim Lesen, dass das alles ja logisch ist. Ist es unserer Erfahrung nach überhaupt nicht.

Das Beschriebene gilt vor allem für die ersten Wochen nach Einzug. Es kann sich natürlich verändern, wenn Mensch und Hund vertraut miteinander sind. Dann frisst der Hund womöglich ganz zufrieden, während der Halter in der Nähe ist.

Eure Wirs

14.01.2021


Wir hören oft von Hundehaltern, die einen Tierschutzhund übernommen haben: „Er spielt gar nicht“ nach dem Motto, wir haben schon alles probiert, er nimmt kein Spielzeug, kein Bällchen, kein Quietschie.
Das ist zwar nicht pauschal so, jedoch auch wiederum nichts Ungewöhnliches. Die Hunde kennen sowas häufig gar nicht.
Zum anderen wird ihnen große Aufmerksamkeit durch den Menschen schnell zu viel. Plötzlich im Vordergrund stehen, die Erwartungshaltung der Menschen spüren, ohne diese einschätzen zu können – das gruselt manch einen Hund, vor allem, wenn er aus ganz anderen Lebensumständen kommt.

Was hat sich Bongani anfangs häufig unter den Hochbetten verkrochen. Das hat gedauert, bis er lockerer und aufgeschlossener wurde.
Pfuka ist auch noch ziemlich zurückhaltend.
Oder Endla: Sie hat sich anfangs immer auf den Boden gedrückt, wenn man sich ihr zugewendet hat und macht das teilweise immer noch.

Wichtiger als Spielzeug ist da dann erst einmal der Kontakt zum Menschen und Aufbau von Nähe, um dann festzustellen, dass diese durchaus schön und angenehm ist. Wir setzen uns viel zu den Hunden, wenn sie neu da sind, holen sie auch immer wieder einmal heran zum Streicheln. Unserer Erfahrung nach werden sie dann Schritt für Schritt lockerer. Sie vermissen kein Spielzeug, gewinnen dafür jedoch Vertrauen zum Menschen.

12.01.2021


„Das weiß er doch“ oder: „Das muss er doch wissen!“

Von Hundehaltern hören wir immer mal solche Aussagen in Bezug auf ihren Hund. Empörung schwingt oftmals in der Stimme mit, wenn es nicht so läuft, wie gewünscht.

Gemeint ist, dass der Hund dies oder jenes tun oder unterlassen soll, nehmen wir das Beispiel hochspringen oder im Garten buddeln. Es ist die Frage, ob es denn dem Hund wirklich so klar ist, wie wir Menschen es uns vorstellen?
Vielleicht erhält er manchmal beim Hochspringen vom ein oder anderen Familienmitglied ein freundliches Lächeln oder wird gestreichelt, hat also ein Erfolgserlebnis.
Vielleicht wurde das Buddeln ab und an unterbunden, aber manchmal war der Hund allein im Garten und hat es dann, weil es ihm Spaß macht oder weil es nach Mäusen riecht, doch gemacht, ohne dass er davon abgehalten wurde. So ganz eindeutig ist es für ihn dann gewiss nicht.

Wenn mal wieder etwas nicht so läuft, wie geplant, dann hilft es wenig, sich zu ärgern. Es sei denn, man will sich ärgern und braucht das zum Dampf ablassen . Dann sollte man das am besten ohne den Hund tun, der sonst vermutlich nicht einschätzen kann, was los ist.
Stattdessen kann man sich allerdings auch überlegen, was zukünftig anders gehandhabt werden sollte.

Eins ist gewiss: Ein Hund handelt nicht berechnend und gegen uns, sondern für sich und für seine Interessen.

29.12.2020


Seit nunmehr 6 Jahren sind wir hier schon unterwegs. „Es“, SinL, fing ganz klein, mit zwei SinL-Hunden, an. Nun sinds round about 20 (plus die nicht-SinLer),die wir täglich begleiten und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

SinL-Hunde sind Hunde, die zumeist aus anderen Tierheimen kommen, die dort, oder schon vorher, massiv zugebissen haben und als gefährlich gelten.
Manchmal gibts auch Privathunde, wie seinerzeit Mbiri, die einen Hund getötet hatte und deswegen sterben sollte.

Die Welt können und wollen wir nicht retten, aber im Rahmen unserer Möglichkeiten (Zeit, Platz) machen wir das, was geht.

Wir haben bislang aller Abzüge, Hunde, die zurückkamen (inkl. morgen) 70 SinL-Hunde vermittelt. Das ist schon mal ganz o.k., wie ich finde. Danke an alle, die durchgehalten haben.

Und deshalb möchte ich an dieser Stelle danke sagen an mein unermüdliches Hunde-Akademie-Team, das täglich für die Hunde da ist, ans Viernheim-Team, das täglich für die Hunde da ist, an alle Ehrenamtlichen von „außen“, die täglich für unsere Hunde da sind – was schon ein Teil der WIRs ist, denn am Ende gehören wir alle zusammen.
Nein, nein, es sind nicht täglich alle zusammen vor Ort, aber so, dass jeder Hund jeden Tag seine Qualitätszeit erhält.
Danke an den besten Vorstand der Welt, der sich nicht machtgeierig reinhängt und rumrüsselt, sondern sich auf unsere Kompetenz verlässt und fürs Tier entscheidet.
Danke an Peter, der immer da ist und uns die “Arbeit“ so angenehm wie möglich macht und dafür sorgt, dass alle Fallstricke (kaputte Klappen, Loch im Boden, defekte Heizung etc.) schnellstmöglich beseitigt werden.

Danke, lieber Tierschutzverein Viernheim, dass wir mit dem Projekt bei Euch Unterschlupf gewährt bekamen und zu so etwas Tollem wachsen konnte.

Eure Perdita

20.12.2020


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…. für JETZT

Bongani ist ein schlaues Kerlchen. Er hat einen guten Tipp für uns Menschen: Guckt nach vorne, nicht zurück.
In der Regel helfen wir den Hunden eher, wenn wir die Vergangenheit ruhen lassen, anstatt zu grübeln, was wohl mal war.
Wie oft wird überlegt, was dieser oder jener Hund wohl erlebt haben mag. Oft ist jedoch sowieso nicht mehr herauszufinden, was früher passiert ist. Und dann ist ja auch die Frage, inwieweit es etwas ändern würde, wenn wir es wüssten? Die Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen, sie geht unaufhörlich vorwärts.
Das Nachdenken nimmt manchmal sehr viel Raum ein und verdeckt den Blick auf all die tollen Möglichkeiten und Gelegenheiten, die wir jetzt gerade haben.
Bongani möchte jedenfalls nichts verpassen. Auf los geht´s los.

04.12.2020


Ich hab mal – wieder – n Anliegen.

„Netter Maliopi sucht neuen Wirkungskreis. Majengelane ist schon etwas betagter, aber fidel. Er begleitet Dich gerne bei schönen Spaziergängen, schmust gerne und hat immer ein offenes Ohr (da hatte er in der Tat noch beide oben – auf dem Foto) für Dich. Er ist relativ gut verträglich mit anderen Hunden, vor allem mit jungen. Als Zweithund ist er gewiss geeignet.“

Das könnte meine Anzeige in den Super-Plattformen sein, wo man auch Geschirr, Fahrräder und sonstwas anbietet.

Und ja, genau aufgrund dieser Anzeigen kaufen Menschen ihren Hund. Mal klappts, oftmals nicht, weil der Neue nämlich im Grunde so hätte beschrieben werden können:

„Maliopi sucht neuen Wirkungskreis. Majengelane ist für seine 11 Jahre noch sehr fit. Wenn er jemanden mag, dann mag er jemanden, aber nicht bedingungslos, denn es gibt auslösende Reize, die ihn „aus der Jacke springen lassen“, beispielsweise, wenn jemand etwas in der Hand hält, bevorzugt etwas, in das man reinbeißen kann aus seiner Sicht (Leine, Handy, Spielzeug – das wir schon gar nicht in seiner Nähe in der Hand halten). Dann ist er schwer zu bremsen, verliert sich und würde ohne Maulkorb nicht nur in die Leine beißen. Majengelane wurde im Schutzdienst gearbeitet und kann sehr ernst sein, obwohl schmusen für ihn das Größte ist. Etc. pp.“

Damit würden zumindest einige Menschen gar nicht erst anrufen. Aber, wenn ich meinen Hund nicht im Tierheim abgeben mag oder noch Geld bekommen möchte, dann hilft E oder Q, denn jeden Morgen steht jemand auf, der das glaubt, was andere schön formulieren.

Da ist er nun, der hübsche Weimaraner. Hat nur 600 Euro gekostet – ein Schnäppchen. Leider hat sich der Hund schon am ersten Abend in der Ferse des Gatten verewigt, der jetzt eine kleine Auszeit im Krankenhaus nimmt und noch “leiderer“ ist der Verkäufer nicht mehr zu erreichen. Shit Prepaid-Handys aber auch. Das ist kein Einzelfall. Leider nein. Wenn wir Anrufe oder Mails bekommen wegen Abgabe-Hoffnungen, dann sinds mittlerweile geschätzt 70% über E oder Q angeschaffte Hunde, die dringend weg müssen – aus Gründen.

Wir werden es nicht ändern können – oder doch?

Welch Tragik.

Eure Perdita

27.11.2020


Manchmal wird über Hunde gesagt: „Der (oder die) ist doch nicht normal.“

Einige Menschen denken, es ist nicht „normal“,

… dass auch ein Labrador beißen kann.
… dass sich Luca beim Führen durch die Hundegruppe so unauffällig verhält – und dennoch einen Maulkorb braucht (denn, wenn er loslegt, dann gibt es kein Halten mehr)
… dass Majengelane so verschmust ist, aber beinahe von einer Sekunde auf die nächste umschaltet, völlig aus dem Häuschen ist und sich nicht mehr einkriegt.
… dass ein Tshuxa sich annähert, interessiert guckt, aber wenn man ihn anfasst, dann flippt er aus!

Was fremd ist, was anders ist, das kann irritierend sein. Vor allem, wenn es aufbrausend, laut und „auffällig“ ist.

Doch Hunde wissen nichts von einer Norm. Wie heißt es so schön: Normal ist nur eine Einstellung am Wäschetrockner. Da ist etwas dran!

23.11.2020


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…. dafür, Hunde zu sehen, die sich eher im Hintergrund aufhalten.

Wie oft heißt es: „Ich habe diesen oder jenen Hund, weil er als erstes auf mich zugelaufen kam. Er hat sich mich ausgesucht.“

Hunde, die auf jeden zugelaufen kommen, das sind teilweise sehr extrovertierte und forsche Typen, die sich einiges trauen und nicht immer so einfach zu händeln sind. Wir Menschen fahren oft darauf ab, wenn ein Hund offen ist und vorne mitmischt. Im Alltag hat man oft Mühe, sie auch mal zu bremsen.

Hier auf dem Bild ist der Rüde Bongani zu sehen. Er ist einer, der nicht auf dem Präsentierteller sein muss. Dennoch hat er was zu sagen. Guckt in seine Augen. Er hat jede Menge Lebenserfahrung mit seinen ca. elf Jahren und braucht es nicht, sich in den Vordergrund zu schieben.
Mit Menschen und Umweltreizen ist er erst einmal zurückhaltend. Im Umgang mit Hunden ist er sicher. Da kennt er sich aus.

Wenn Ihr auf der Suche nach einem Hund schaut, dann seid offen und nehmt auch die wahr, die leiser sind und die nicht in der ersten Reihe stehen.

04.11.2020


Wir haben einige, jaaa, auch den Labrador Melgarve, die Menschen mit „Substanzverlust“ gebissen hätten oder beißen würden, wenn es um für sie wichtige Belange geht.

Früher hätte man nicht lange gefackelt – da wären sie im Hundehimmel gelandet. Und gut ist. Oder auch nicht.

Ich kann es nicht mehr hören: „Der aggressive Hund“, „der Problemhund“ (hatten wir gerade einen tollen Gastbeitrag), „der Bissige“.
Aufgrund von was?

Und ja, ich nannte sie auch eine Zeitlang „Granaten“ – schon geändert. Denn das sind sie nicht, nicht pauschal, nur manchmal. Ich bins ja auch nicht pauschal, nur manchmal .

Jaaaa, sie können beißen und jaaaa, sie werden in gewissen Situationen beißen.

Erst einmal sind sie alle, ob Melgarve, Majengelane, Ghost, Dzedze und Co. HUNDE!
Hunde, die, wenn sie vertrauen, erst einmal ganz normal daherkommen.
Sie sind Hunde, die beim richtigen Menschen nicht auffallen werden, weil die Menschen erstens Hund können, zweitens absichern und Rücksicht nehmen.

Jeder unserer Hunde, die auch beißen können, ist zum Großteil unauffällig und in gewissen Situationen kommt der Auslöser, der sie gefährlich werden lässt. Sei es Futter/andere Ressourcen bei Melgarve, sei es Enge/Körperkontrolle bei Dzedze, seien es Berührungen durch Fremde bei Honey (und selbst Elmar, der mit ihm „dicke“ ist, könnte nicht jederzeit alles ohne Maulkorb mit ihm machen, denn da gibt es Momente in denen er Dinge nicht tragen kann und seine Zähne einsetzen muss, weil er (noch) nicht – vielleicht auch niemals – anders kann. Denn Genetik, Erfahrungen etc. spielen ja auch eine große Rolle.

Sie sind keine Problemhunde, sie sind keine Verbrecher, schon lange keine Krampen. Sie sind wunderbare Hunde, die durchaus manchmal richtig zubeißen (würden).

Nein, wir verharmlosen sie nicht, aber wir brechen eine Lanze für sie. Und wie unsere Teilnehmerin Helena (danke dafür) vom Aggressionslehrgang gestern so schön sagte: „Sie werden nicht auf ihre Baustellen reduziert“. Nein, das werden sie nicht.

„Wie groß das Herz eines Menschen ist, können wir daran erkennen, wie er mit Tieren umgeht (ich ergänze: „und über sie spricht“).

In diesem Sinne,

Eure Perdita – für alle WIRs

17.10.2020


Welttierschutztag – was bedeutet das? Dass wir HEUTE unsere Tiere besonders schätzen und ehren? Dass wir heute an die Nashörner in Afrika und an die Tiere auf den Schlachtviehtransportern denken?

NEIN, denn wir sollten aus meiner Sicht jeden Tag bewußt leben, an Mensch und Tier – in unserem Umfeld – denken. Geben, wenn wir zum Geben imstande sind.

Täglich unsere Brut schützen, Mensch und Tier Respekt zollen (und ja, ich weiß, manchmal ist das eine große Challenge, wahrlich – wenn er zum zigsten Mal dem Reh hinterher ist, wenn Mensch zum zigsten Mal „rumnervt“).
Bedürfnisse, nicht nur die eigenen, erfüllen. Was braucht mein – heute explizit – Hund? Möchte er „führen“? Zuständig sein in der Hundebegegnung? Dinge selber regeln? oder sollte ich mich auch ein bissl einbringen, damit er einen soliden Rahmen hat, an dem er sich orientieren kann?
Hat er genügend Vertrauen, dass, wenn es eng wird, weil draußen die Herbststürme losgehen, er sich zu mir ins Bett kuschelt und weiß „sie bringt mich durch die Nacht, sie bringt mich durch die rauhe See“ (R. Mey) oder „sie hält mich noch ein bisschen, bis ich (wieder) schlafen kann“ (H. Grönemeyer)? (und glaubt mir, es ist kein Spaß ab 4.30 h einen Angsthasen im Arm zu halten ).
Ich wünsche mir für den Welttierschutztag und alle weiteren Tage Verständnis, Fairness, Respekt, Bewußtsein – und ich verspreche, dass ich selber auch weiter dran arbeite.
Eure Perdita für gewiss viele, wenn nicht sogar alle, WIRs

04.10.2020


Manches Mal kommt es zu Missverständnissen:
Der Mensch denkt, der Hund macht etwas „mit Absicht“, um den Menschen „zu ärgern“.
Der Hund macht EXTRA rein, weil er markieren will. Vielleicht musste er tatsächlich dringend und keiner hat es bemerkt. Oder der Hund ist ganz neu eingezogen und kennt keine Stubenreinheit?
Der Hund weiß doch, dass er nicht an der Leine pöbeln oder Wildspuren nachgehen soll – und er macht es TROTZDEM. Er räumt den Mülleimer aus und zerkaut die Lieblingsschuhe. Alles mit Absicht.
Ja, Hunde machen solche Dinge. Aber gewiss nicht, weil sie uns eins auswischen wollen. Sie finden im Müll immer mal Essensreste, daher lohnt sich das. Sie sind Beutegreifer, daher reagieren sie selbstverständlich auf Gerüche und Bewegungsreize – der eine mehr, der andere weniger. Manches Verhalten zeigen sie, weil sie dafür Aufmerksamkeit erhalten. Das ist für Hunde teilweise wie eine Belohnung. Es verstärkt das Interesse, etwas zu tun, zum Beispiel beim Spazierengehen Dinge zu schnappen und mit der Beute wegzurennen, bevor der Mensch dran kommt.

Solange wir persönlich nehmen, was ein Hund tut, ist das vor allem für einen doof, nämlich für den Menschen. Vor allem, wenn man aus den Beschwerden über den Hund nicht herauskommt, dann macht man sich vor allem selbst das Leben schwer. Allerdings spürt der Hund natürlich die Stimmung.
Übrigens hat Ndzilo (der Catahoula Leopard Dog auf dem Foto) mit all dem nichts zu tun. Er wartet im Viernheimer Tierheim auf ein Zuhause. Eines, was um die Eigenheiten von Hunden im Allgemeinen weiß und Ndzilos individuelle Eigenheiten händeln kann und will, ohne etwas persönlich zu nehmen.

Eure Wirs

26.09.2020


In vielen Situationen kann man bei Hunden Alternativhandlungen beobachten. Nur nehmen wir diese oft nicht wahr oder erleben sie anders. Das ist schade, denn es führt immer wieder zu Missverständnissen.
Wie oft weichen Hunde beispielsweise in Hundebegegnungen aus, um mehr Raum zu haben, wie oft wollen sie lieber schnüffeln, anstatt sich mit dem Artgenossen auseinanderzusetzen, der fixiert. Manche fressen auch Gras oder kratzen sich, um eine Situation zu überspielen. Und was machen wir? Wir ziehen den Hund an der Leine wieder mitten ins Geschehen hinein. Erst einmal ist das zigfache Zupfen an der Leine natürlich anstrengend für Hunde, andererseits bringen wir sie dadurch teilweise auch noch in eine doofe Lage. Hat das Blick abwenden und schnüffeln gehen zunächst für Entspannung gesorgt, so führt ein Ziehen an der Leine womöglich dazu, dass sich die Hunde wieder Auge in Auge gegenüberstehen.
Es gibt aber auch die andere Variante: Da wird durch Hundehalter jedes Gras fressen, jedes Schütteln und Wälzen als Kompensation bezeichnet. Das Wälzen kann jedoch beispielsweise auch dazu dienen, sich zu präsentieren. Manchmal schinden Hunde damit auch Zeit, wenn sie nicht gleich auf Ansprache des Halters reagieren mögen, sondern sich erst noch am Boden wälzen.
Es wäre toll fürs Miteinander, wenn wir genauer hinschauen, genauer beobachten und hinterfragen. Hunde sind tolle Lehrmeister!

Eure Wirs

19.09.2020


„Sie waren alle mal kleine, niedliche Welpen.“
Wir schrieben es schon einmal so oder so ähnlich. Man kann es jedoch gar nicht oft genug anmerken. Sie kamen nicht mit dem Stempel „schwierig“ auf die Welt – kein Luca, Seelefant, kein Ndzilo, Melgarve, Xopela und wie sie alle heißen.

Oft ist es folgendermaßen: Menschen sagen, ich hole mir einen Welpen, dann kann ich von Anfang an alles richtig machen. Doch, was genau meint dieses „alles richtig“ machen eigentlich?
Die Ziele und vor allem die Worte sind im Vorfeld große. Die Taten lassen allerdings nach der ersten Euphorie meist schnell nach.
Die Frage ist auch, was aus dem „alles richtig machen“ wird, wenn der Hund älter wird? Der Alltag kehrt ein, der Hund läuft dann oft „nur so mit“.
Schließlich hält die Pubertät Einzug. Gerade in dieser Zeit brauchen Hunde so sehr Halt und Orientierung und gerade dann halten leider einige Hundehalter nicht durch und werfen das Handtuch. Dabei schweißt gerade das zusammen: Hürden und Klippen gemeinsam zu bewältigen.
Klar, es ist nicht immer leicht. Das hat vorher in der Regel auch niemand versprochen.
Manchmal darf es etwas weniger „alles richtig machen“ sein. Stattdessen darf man sich und dem Hund zugestehen, dass nicht immer alles glatt läuft. Es kostet Geduld, Nerven und noch viel mehr, damit es dafür am Ende „richtig, richtig gut“ wird.

Eure Wirs

14.09.2020


Wozu haben wir eigentlich einen Hund?

Was tut ein Hund dafür, dass er mit uns leben darf? Schönsein – ich weiß. Niedlich sein – ich weiß. Zuhören – ja, zumindest fühlt es sich so an. Nähe geben, das Gefühl von Alleinsein verhindern. Wachen, wenn wachen angebracht ist – wie schön …

Was macht ein Hund sonst so? Er stinkt fies nach einem Spaziergang im Regen – und wer würde ohne Hund alleine im kalten Regen zum wiederholten Male spazierengehen – mal ganz ehrlich? Er liegt faul rum und er kostet ansonsten Unsummen Geld. Hundesteuer, Hotelzuschlag, teuer Futter und Zusatzmittelchen, Spielsachen, Hundebettchen, Halsbänder, Leinen, vom Tierarzt ganz zu schweigen. Welcher Mensch lässt jährlich sein Blut checken? Ich lasse das meiner Hunde definitiv jährlich untersuchen. Sie fordern, manchmal, wenn sie gut erzogen sind, auch nicht. Sie suchen ihren Vorteil und liegen einfach nur rum. Wenn das Dein Partner täte – was würdest Du dann sagen? Sie bringen nicht den Müll raus, leeren ihn dafür manchmal aus. Sie zerkauen Gegenstände, räumen nicht das Geschirr in die Spülmaschine und haben zudem noch Parasiten, wenn man nicht genügend Gift auf sie sprüht oder in sie reinfüttert. Floh, Zecke, Wurm und Co. leben dicht an dicht mit uns. Sogar manchmal so dicht, dass wir am Morgen eine Zecke vom Laken sammeln. Hahaha, erzähl das mal einem afrikanischen Afrikaner (also nicht jenen, die sehr europäisch leben).
Wenn Dich die Grippe oder andere Sorgen plagen, dann müssen sie dennoch raus – egal, was ist.
Sie speuzeln in die Küche und wenn sie Durchfall haben, dann haben sie Durchfall – auch nachts um eins, drei und fünf – egal, wie früh Du morgens raus musst.

Wenn sie das tun, wofür sie einst “geschaffen/gezüchtet“ wurden, dann ist es falsch. Sie dürfen den Eindringling (oder wie wir sagen) Besucher nicht beißen oder sollen zumindest einen Unterschied zwischen Räuber und Freund machen. Sie sollen wachen, aber nur solange es den Nachbarn nicht nervt und nur, wenn wir es wollen. Sie sollen jagen, wenn wir es wollen, also der Frisbee und dem Ball hinterher – aber nicht dem Reh und Hasen nachgehen.

Was für eine verrückte Welt. Sie werden verehrt wie Götter – wir diskutieren über Halsband oder Geschirr, über Leinenruck oder Rumkekserei. Wenn sie Blinde führen, dann werden sie vom Menschen ausgenutzt, wenn sie dem Jäger dienen, dann ist das Ausbeutung. Wenn sie bei Wind und Wetter die Schafherde begleiten, dann ist das tierschutzrelevant.
Wo bleibt die Mitte?

Mich darf man gar nicht fragen. Neben mir liegen gerade zwei Hunde, die mich – ich bin im Urlaub – im übertragenen Sinne aus dem Bett befördert haben, weil sie gewiss zu frühstücken gedachten. Natürlich war ich dann auch direkt mit ihnen draußen, is ja klar. Nun schlafen sie den Schlaf der Gerechten und einer träumt – ich sehs ihm an – davon, wie er nachher den Hirsch zur Strecke bringt. Ich mag meine egoistischen Hausbewohner, die sich von oben bis unten bedienen lassen und dann noch maulig werden, wenns ans Krallenschneiden geht.
Und ich bin mir sicher, dass viele von Euch noch viel mehr Erfüllung im Leben mit einem Hund haben als ich. Da ist der Hundesport, der das Herz höher schlagen lässt, die gemeinsamen Aktivitäten mit Gleichgesinnten etc. Ja, so darf das sein.

Aber was ist mit den Menschen, die sich das große zusätzliche Glück versprachen mit einem Fellfreund? Einem Fellfreund, der jagen geht, der an der Leine zieht und pöbelt, der nicht alleine bleiben mag oder kann und vor allem jenem Fellfreund, der zum Fellfeind wird, weil er Dich nicht mehr aufs Sofa lässt, geschweige denn ans Futter. Da ist Schluß mit lustig und ich kanns auch ein Stückchen weit verstehen. Sie bekommen alles, leisten wenig und dann beißen sie auch noch ein Stück Unterarm aus Dir raus. Spaß und Glück sieht anders aus.

Hach, könnte ich darüber sinnieren, wenn ich nicht meinen würde, dass es an der Zeit ist, zwischen zwei Regenschauern mal kurz mit den beiden Jungs an die frische Luft zu gehen.

Eure Perdita

01.09.2020


Manchmal sind die Fronten verhärtet, heißt es, wenn es zwischen Menschen knirscht und ruckelt. Manchmal ist es zwischen Mensch und Hund ganz ähnlich. Gerade, wenn man einen „schwierigen“ Kandidaten übernommen hat, dann läuft es nicht immer rund und man geht auch mal durch einige Täler hindurch.
Wenn man mit einem unguten Gefühl in den Tag startet, dann sind Schwierigkeiten erst recht vorprogrammiert. Das ist für den Hund oft eine unangenehme Situation und auch für den Halter.
Im übertragenen Sinne jeden Tag die Hand neu zu reichen und das Alte hinter sich zu lassen, nimmt einem häufig eine schwere Last von den Schultern und bietet neue Chancen.

Eure Wirs

01.09.2020


Im Training der Hundeschule (Hunde-Akademie Perdita Lübbe) bitten wir immer wieder einmal darum, mit dem Hund zu spielen. Die meisten wissen gar nicht so recht, was sie machen können. Interessanter Weise begeben sich die meisten Menschen sofort auf die Suche nach einem Stock oder alternativ wird in der Tasche nach einem Ball (Spielzeug) gekramt.
Die wenigsten kommen auf die Idee, sich direkt eins zu eins mit dem Hund zu beschäftigen. Ja, auch Hunde nutzen „Objekte“ und binden diese mit ein, wenn sie miteinander toben. Meist geht es jedoch darum, die Beute zu präsentieren oder auch zu sichern. Das Miteinander ist dann oft nicht mehr so locker und entspannt, wie es für Spiel kennzeichnend ist.
Unserer Erfahrung nach rückt damit der Mensch in den Hintergrund, weil dann der Gegenstand unter Umständen viel wichtiger ist.
Dabei geht es ja gerade ums Team und darum, Glanz in die Augen des Hundes durch die Beschäftigung miteinander zu bringen. Aber am liebsten nicht dadurch, dass er in einen Tunnelblick gerät und anfängt, nach dem Gegenstand zu geiern.

Hundetraining beinhaltet nicht nur Leinenführigkeit, Rückruf und Co., sondern bestenfalls geht es ums Miteinander insgesamt, welches nicht nur auf Gehorsam aufgebaut ist.

Davon mal abgesehen haben wir ja in verschiedenen Posts in der Vergangenheit bereits davon berichtet, welche Folgen es haben kann, Hunde auf Bälle und andere Wurfobjekte zu fokussieren. Bei Byongo, der hier im Bild zu sehen ist, geht es darum, dass er sich zurückhält, während sich Nicole mit dem Ball beschäftigt.

Eure Wirs

04.08.2020


Ich wünsche mir Pfötchen, Knöchelchen oder sonstwas als Qualitätsmerkmal für „gute Hundehaltung im Tierheim“.

Heute hatte ich ein interessantes Telefonat und wäre es nicht ein Traum, man wüsste, wenn man in ein Tierheim/Tierschutzorga geht, dass dasunddas gewährleistet ist.

Bin gespannt auf Eure Ideen. Ich wünschte mir …

– jeder Hund jeden Tag (mind. 30-45 min) Qualitätszeit
– gute Eingangsuntersuchung (großes Blutbild, Zeckenprofil, SD und Skelett röntgen)
– regelmäßige Fellpflege
– tägliche, kopfmäßige Auslastung dem Hund entsprechend, ihn nach vorne bringen
– tierschutzgemäßes Training
– weitestgehend mind. paarweise Vergesellschaftung
– wohlwollender, respektvoller Umgang mit dem Hund
– ordentliche Ernährung
– Hygiene – saubere Zimmer und Ausläufe
– ehrliche Charaktereinschätzung
– Maulkorb drauf bei jenen mit Aggressionspotential
– Vor-, Nachkontrollen
– Rücknahme bei Rückgabe
– nach Vermittlung Erreichbarkeit bei Fragen


Das sind hehre Ziele, aber gewiss geht da doch was oder?
Was sagt Ihr dazu? Utopie oder schon Realität? Noch Ideen?

Eure Perdita

27.07.2020


… und weiter gehts mit den Gedanken …

Was bedeutet Tierschutz? Was bedeutet für uns Tierschutz – in Bezug auf Hunde

Bedeutet es jahrelanges Eingesperrtsein, bis dass der Tod uns scheidet?
Wie oft sage ich, dass jeder Herzschlag zählt – aber auf Biegen und Brechen? Eingepfercht unter Ängsten? Miterlebend, wie Artgenossen von Artgenossen umgebracht werden? Könnte ich der nächste sein?
Ein Hauen und Stechen um Futter, um Ressourcen ansich? Leben tagein tagaus im Großraumbüro oder in Einzelhaft? Was ist richtig? Was ist möglich? Wo fängt man an, wo hört man auf?

Gehts um Leben oder auch um Lebensqualität? Aus unserer Sicht um Letzteres!

Tierschutz bedeutet für uns ebenso, dass jeder unserer Schützlinge ordentlich beim Tierarzt vorgestellt wird. Unsere 13jährige Gogo (Foto) hat gestern die sehr schlechten Zähne saniert bekommen und sie wurde natürlich geröntgt. Sie hat Arthrosen im Iliosakralgelenk und bei der Hüfte wurde ein alter Beckenbruch festgestellt, der schief zusammengewachsen ist. Gogo hat eine alte Femurfraktur und dadurch auch eine veränderte Beinachse – das rechte Hinterbein ist kürzer als das linke. Sie läuft ganz o.k. damit, hat aber gewiss Schmerzen und so etwas MUSS unseres Erachtens gesehen und behandelt werden. Nur, weil der Hund alt ist, heißt es noch lange nicht, dass da nichts mehr gemacht werden braucht. Wann zeigt ein Hund schon Schmerzen? Das normale Blutbild ist o.k., aufs Zeckenprofil warten wir.

Ja, das sind Kosten – wirtschaftlich gedacht eine Katastrophe. Aber es ist Tierschutz – aus unserer Sicht!

Natürlich möchte ein Tierheim Hunde/Tiere vermitteln, wir aber nicht um jeden Preis. Vornean steht der Tierschutzgedanke, der da heißt: Wir kümmern uns um unsere Schutzbefohlenen. Es soll ihnen gut gehen, sie sollen schmerzfrei sein und Zuspruch erhalten, ebenso Sozialkontakte mit Artgenossen.

Nun stellt Ihr immer mal wieder die Frage, weshalb wir Hunde aus dem Ausland nehmen und diese Fragen sind oftmals: „weshalb nur so wenig, die vermitteln sich doch flott“, über „weshalb Alte und Kranke, die vermitteln sich doch kaum und sind teuer“, bis hin zu „weshalb überhaupt, Ihr unterstützt dort unten Tierleid“ und so weiter und so fort.

Wenn so etwas so einfach zu beantworten wäre …

Also, wir holen immer mal Hunde aus dem Ausland, um zu helfen, denn „jeder Herzschlag zählt“ (gut gemacht, nicht Halbtote am Leben erhalten und vor sich hinsiechen lassen) – seht unsere Gogo, N´wayitela, Dikida, Xiendlo und wie sie alle heißen. Das braucht aber System, sonst ists nicht klug. Sie müssen hier eine Chance auf eine gute Vermittlung haben, also mit Menschen schon ganz o.k. sein und vor allem mit Hunden.
Mit den Hunden, den dreieinhalb, die wir nehmen, helfen wir unseren schweren Jungs auch, denn wir wollen nicht, dass sie in Einzel“haft“ sitzen und „Verdünnermädels“ sind bei uns sehr willkommen. Ja, ein egoistischer Grund, wohl wahr.

Ihr wisst, dass wir i.d.R. nicht mehr als zwei bis drei (Ausnahmen in 2018, als wir selber in der Smeura waren, bestätigen die Regel) auf einmal aufnehmen, denn wir wollen die Qualität für die vorhandenen Hunde weiterhin gewährleisten und die neuen wollen ja auch gut betreut sein.

Wir nehmen selten einfach zu vermittelnde Hunde (natürlich auch keine Granaten), denn die Vermittlung wäre zwar ein schönes Einkommen, aber darum geht es aus unserer Tierschutzsicht nicht. Aus finanzieller Sicht wäre es optimal – Mensch, was wären wir glücklich über derartige Einnahmen – aber es verbindet sich nicht mit unserem Tierschutzgedanken.

Nach einem internen Gespräch gestern, ändern wir unser System:
Wir helfen nur noch dort, wo sich vor Ort im Ursprungsland auch etwas ändert. Denn, wenn dort Hunde monate/jahrelang leben, ohne dass so etwas festgestellt wird wie bei Gogo, dann unterstützen wir Leid vor Ort. Das wollen wir nicht.

Uns umtreibt dieses ganze Thema seit Tagen/Wochen. Ja, wir lernen täglich dazu und reflektieren. Was wir möchten: unterstützen – mit Sinn und Verstand.

Tierschutz im Tierheim hat m.E. die Pflicht, allen Tieren ein gutes Heim zu sein, bis sie ausziehen können und nicht nur zu vermitteln. Sie gehören zu uns, als seien es unsere eigenen. Klar brauchen Tierheime Geld und uns wird immer mal wieder Unwirtschaftlichkeit vorgeworfen. Ja, dann ist das so. Lieber so, als … anders.

Und zum Thema Tierschutz im Allgemeinen kann ich nur sagen, dass es wichtig ist, die Augen aufzuhalten. Gerade aus aktuellem Anlass sind im Nachhinein mal wieder viele klug, haben Dinge kommen sehen. Wie wäre es, im Vorfeld mal das Gespräch zu suchen, auf Missstände hinzuweisen? Das wäre nett und nicht jemanden (im Nachhinein) durchs Dorf treiben in den Medien. Ja, ein Hinweisen kann wehtun, es kann auch Freundschaften auf eine harte Probe stellen. Dann ist das so.

Es gibt soooo viel Tierleid hier in Deutschland – es ist unfassbar. Ich hätte es mir nicht träumen lassen, als ich 2015 intensiv in den Tierschutz??? einstieg. WAHNSINN.

Hinsehen, aber nicht hysterisch – das machts nicht besser. Gemeinsam reden, miteinander, nicht übereinander, was nicht immer einfach ist.

Und ja, auch wir reflektieren tagtäglich, hören auf Kritiker, was ich ganz wichtig finde – nicht auf die Deppen, auf jene, die mit Lösungen kommen. Das bringt voran, aber man muss es abkönnen.

Hach, ich könnte noch stundenlang … Denke, es reicht.

Danke fürs Dabeisein,

Eure Perdita für uns alle

17.07.2020


O.k., wir haben in 2015 das Projekt „Start ins – neue – Leben“ gegründet. Der Grund? Wir wollten verhaltensauffälligen Hunden, die woanders (vorwiegend in anderen Tierheimen) aus diversen Gründen nicht gehändelt werden können und somit häufig „nur“ geschiebert werden, unterstützen. Sie „resozialisieren“ – nein, nicht im Sinne von „heil machen“, das geht nicht, aber im Sinne von wieder „gesellschaftsfähiger“ machen: Vertrauen aufbauen, indem wir uns intensiv mit ihnen beschäftigen, sie trainieren, auslasten etc.
Angefangen hats mit zwei Hunden, nun sinds einige mehr und unser großes Glück ist, dass wir WIR sind und uns gegenseitig zusprechen, aber auch regulieren. Wenn einer mal nicht NEIN sagen könnte, kanns der andere. Die Vernunft siegt (meist) und wenn wir JA sagen, dann passts auch.
Was aus zuviel wird, das sehen wir gerade zu genüge draußen und es ist traurig. Nein, wir wollen uns nicht über die stellen, die nicht nein sagen können – könnte uns ja auch passieren, wären wir nicht wir.
Das geht nämlich ganz einfach. Du siehst in die Augen derer, die Hilfe benötigen, Du hörst die Stimme jener (auch Privatpersonen), die nicht mehr weiter wissen, weil „er“ das Kind gebissen hat. Du liest die Mails, dass Du die letzte Rettung bist, weil schon alle anderen abgesagt haben. Du fühlst die Schicksale dahinter … Schwierig, gaaaanz schwierig.

Aber es ist definitiv nicht des Rätsels Lösung immer wieder JA zu sagen. Zum einen, weil man irgendwann zu viele hat (ich hörte gerade, dass pro einer Betreuungsperson 10 Hunde max. erlaubt sind – ob das stimmt? Wir hören nach). Auch 10 Hunde am Tag gut zu händeln, ist ein großer Aufwand – füttern, Qualitätszeit, bürsten, reinfühlen, Auslauf … Wir kennen Menschen, die das wuppen – sehr gut sogar, aber sie leben auch für die Hunde.

Wir wollen uns jeden Tag mit jedem einzelnen Hund einmal ganz individuell beschäftigen (steht das nicht auch irgendwo, dass es so sein sollte – und wenn nicht, gehört es sich nicht für das Tier?) – Wir sind bei 30 Hunden zu sechst/siebt.

Oh ja, wir haben zwei Seelen in einer Brust. Wir würden gerne noch mehr unterstützen, aber wir sehen uns in der Pflicht und Verantwortung für die Hunde/Tiere, die wir hier vor Ort in unserer Obhut haben. SIE haben es verdient bis zu ihrer Vermittlung ein schönes, tiergerechtes Leben zu leben. Alles andere wäre aus unserer Sicht verkehrt, denn das, was nachkommt, können wir nicht auffangen und zu viel würde die gute Qualität massiv reduzieren.

In diesem Sinne – es nützt nichts, aktuell bei uns anzufragen, denn wir sind voll und haben eine Warteliste, die wir nach und nach abarbeiten.

Es muss sich etwas ändern – und ganz vornean gehört der Verkauf von Tieren über alle möglichen Plattformen, denn von dort kommen die meisten Anfragen zu uns: „bei XXX gekauft, leider nicht wie beschrieben, sondern bissig – nu ist Holland in Not“.
Spannend ist, dass schon von „hoher Stelle“ bei diversen Hunden, die Aggressivität zeigen, zur Euthanasie geraten wird.

Was ist, wenn jetzt DEIN Hund Dein Kind massiv beißt? Du rufst Dein Tierheim an, gell?
Das lehnt ab – überfüllt
O.k., Ebay … die Lösung – mit viel Glück steht ein Depp auf, der sich von Dir blenden lässt und nimmt den Hund – Du tauscht Deine Telefonnummer aus, übergeben haste ihn ja bei Mc Donalds, Thema durch. Mit viel Glück haste ihn damals auch nicht registrieren lassen, somit kommt Dir keiner auf die Schliche.
Ebay klappt nicht, also rufste so ziemlich alle Resozialisierungsstätten an, die Du so im www findest. Keiner nimmt ihn – voll
Aussetzen – ne Möglichkeit – damit haste ihn aus den Rippen
Tierrettung geht auch – die müssen auf jeden Fall handeln und damit haste ihn auch erst mal fort (klingt alles fies – wer lässt sich schon gerne selber beißen)
O.k., da bleibt doch nur noch der Tierarzt, der sich end-lich kümmert – wer will schon die Verantwortung tragen, dass er nochmals beißt – und dann ists nicht nur die Nase?
Krass!

Und was soll die Politik bitte tun? Bessere Möglichkeiten zur Resozialisation? Wer soll das bitte machen? Wer geht an diese Hunde dran?

Hach … Was für ein Thema am frühen Morgen.
Chaotisch? Ja, chaotisch!

Eure Perdita für gewiss alle Wirs

P.S. Und was machen die Tierheime, die nicht weiter wissen? So viele Unterkünfte für Granaten gibt es nicht. Sich weiterhin in Gefahr begeben (drei Fälle in drei Wochen – alles Liegendtransporte). Schnell weg mit ihm? Wohin?

17.07.2020


Gesichtswahrung …

Ich denke, eines ist wichtig: Gesichtswahrung! Nicht im Sinne von: das eigene Gesicht wahren, sondern im Sinne von: den anderen sein Gesicht wahren lassen.

Wir sind glücklich auf unserer kleinen Viernheim-Insel – unserer Stätte der Begegnungen von tollen Menschen und Tieren.

Hier achten wir tunlichst darauf, dass auch unsere Hunde ihr Gesicht wahren dürfen. Wer Nˋwayitela wegen ihres Vorbisses auslacht, ist draußen. Wer über unsere Hunde lacht, ist draußen – außer, unsere Hunde rufen danach. Aber Missgeschicke, die ihnen passieren, werden definitiv nicht verhöhnt. Mir geht ein Video eines Kollegen nicht aus dem Kopf, der einen Hund aus der Autobox herausholte und der im Auto noch so aufbrausende Hund war nun kleinlaut und man hörte das Lachen der Seminarteilnehmer. Nein, das wollen wir nicht und lassen wir nicht zu.

Das gilt auch für unseren Tagesauslauf. Natürlich lachen wir, wenn Dikida sich mal wieder auf dem Tisch breit macht oder Nˋwayitela auf dem Trampolin ihre Soloeinlage liefert, ebenso, wenn sie versucht, Nguluweˋs Leine habhaft zu werden und er sich nicht bremsen lässt. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass keiner vor anderen gemaßregelt wird, keiner unter die Räder kommt, wenns sich vermeiden lässt.

Weshalb der Post? Weil ich es leid bin, dass Hunde und Menschen vor uns Menschen die „Hose runterlassen“ müssen. Wozu? Für wen ist das schön? Für den, ders macht?
Und weils mir grad vor die Füße kam, gehts jetzt an Euch.

Eure Perdita

Das ist auch einer der Gründe, weshalb unsere Hundeübernehmer darauf hingewiesen werden, unsere/ihre Hunde bei Seminaren nicht vorzuführen, bzw. aus der Hand zu geben. Was macht das mit dem Hund?

12.06.2020

Werbung? Nee, schon wieder nicht – oder doch … für eine ordentliche Absicherung bei Selbständigkeit als Hundetrainer*in

42 blanke Weiße …
Eine Hundetrainer-Kollegin ist vor geraumer Zeit massiv von einem Kundenhund gebissen worden.

Die Kunden kamen zu ihr ins Training, weil der 2jährige Hund auf alles und jeden losging. Das Training wurde kleinschrittig aufgebaut. Die Halter sagten immer, dass sie üben (was sie nur sporatisch und halbherzig gemacht haben, wie sich im Nachhinein heraus gestellt hat).

Eines Tages stand die Trainerin im Unterricht in der Nähe des Hundes und der Maulkorb hat sich bei einem Sprung gegen sie aus unerfindlichen Gründen gelöst. Hund ist nach oben gesprungen hat sich in der Hand der Trainerin verbissen. Sie hat die Hand gegen den Reflex stehen gelassen, also nicht bewegt, sonst wäre die komplette Hand von der Mitte nach außen durchgerissen gewesen.
5 Tage Krankenhaus nach OP. 5 Monate arbeitsunfähig (als Selbständige), bzw. nach 2 Monaten absolut eingeschränkt arbeitsfähig.
Kein Lebenszeichen der Hundebesitzer – bis heute.
Klage von Seite der Geschädigten, da die Versicherung der Hundehalter nicht zahlte. Richter sagt, dass es ein bewusst eingegangenes Risiko ist, obwohl der Maulkorb drauf war.
Hier müsste der Beweis zu 100 % geführt werden, dass die Trainerin den Maulkorb richtig kontrolliert hat. Und auch dann wäre das Risiko bei ihr.
Fazit: sie hat alle Kosten selber tragen müssen.

Sie hat eine Betriebshaftpflicht, ist aber nicht BG versichert und hat keine Unfallversicherung.

Liebe Kolleginnen und Kollegen – eine Hundeschule anzumelden ist ein Spaziergang, aber bitte seid so klug und sichert Euch gut ab. Gute AGB können einiges abfangen und glaubt mir: der Teufel ist ein Eichhörnchen.
Menschen stolpern im Unterricht, Du bist schuld.
Ein Hund rennt jemandem in die Kniekehle, Du darfst löhnen (ohne Absicherung).
Der Hund hustet plötzlich. Deine Schuld
Er läuft in Deiner Unterrichtsstunde weg. Deine Schuld.
Der Hund bekommt ein Löchlein vom Toben. TA-Rechnung an Dich.
Er springt an Deinem Auto hoch. Deine Schuld.

Nein, nicht immer, aber immer mal. Wir haben seit mehr als 26 Jahren vorwiegend fantastische Kunden, aber ohne AGB etc. hätten wir auch schon manches Mal Federn gelassen. In diesem Sinne …

Eure Perdita und danke, YYY, dass ich das veröffentlichen darf – für alle, die so weit noch nicht gedacht haben

04.07.2020

N‘wayitela hat einiges mitzuteilen:

Hier, im Tierschutzverein Viernheim, gibt es auch Hunde, die keine Special Effects haben, jedenfalls nicht die unbeliebten mit „kräftig zubeißen“ und so. Gebt uns bitte keinen Stempel „Viernheim hat nur Granaten“. Stimmt nicht.

Dann freuen wir uns, wenn Ihr über Smile Amazon bestellt, wenn Ihr bei Amazon einkauft und gerne das Tierheim Viernheim oder animal rescue – Tierrettung ohne Grenzen e.V. (der Verein, wo SinL wohnt) Berücksichtigung findet.

Und dann haben wir zwar eine Amazon-Wunschliste fürs Tierheim, können Euch aber direkt sagen, was wir aktuell dringend benötigen, nämlich Happy Dog Afrika Futter, bekommt man hier: My Heimtierland. Ebenso Tjure.

So, dann wäre noch ein Fürimmerzuhause schön – für alle. Ich bin, wie ich finde, eine ausgesprochene Schönheit mit ganz viel Sonne im Herzen.
Jaja, die haben hier das Nadelöhr für Vermittlungen grad etwas eng, aber wenn Du normal tickst, dann ists gar nicht soooo schwer, hier einen Hund zu bekommen. Versprochen.

Eure Nˋwayitela und die Wirs

04.07.2020


Ich möchte noch einmal das Thema der letzten Tage aufgreifen: Welches?
Vor allem dass, was wohl in Zukunft mit den Hunden passiert, die auffällig geworden sind und nicht mehr bei Ihrem/n Menschen bleiben können/dürfen.
Ich wurde nach einer Lösung gefragt. Die habe ich nicht. Menschen werden nicht von sich aus vernünftig und einsichtig, dass es nicht unbedingt so klug ist, sich einen Hund anzuschaffen, nur weils gerade passt (Corona), er einem gut steht oder die Vereinsamung einen immer trauriger/depressiver etc. werden lässt.
Der Ruf nach dem Hundeführerschein wird laut und lauter. Tolle Idee – womöglich genauso klasse wie die des § 11, der aussieben sollte und am Ende doch so ziemlich jeder den 11er hat.
Warum nicht, einen Versuch ist es wert (was ist mit denen, die keinen machen, sich erwischen lassen? Hund ins Tierheim – haben wir ja genug, gerade aktuell einen, der „nur“ keine Unterlagen für einen „Listi“ abgegeben hat).

Nun, Tierheime und -orgas wissen, dass es kurz vor 12, achwas nach 12, ist. „Granaten“ werden abgelehnt und da gibt es nicht viele Möglichkeiten, nicht wahr … Was nun?

Wir haben schon ein bissl die Spitze des Eisbergs erreicht. 74 Hunde, die eine Vergangenheit mit „Biss“ haben, suchen aktuell eine Unterkunft. Wer nimmt sie auf? Wer kann diese Hunde händeln, ohne sich selber in Gefahr zu bringen?

Eine befreundete Tierschützerin hat gestern einen Hund, den sie seinerzeit an eine Resozialisierungsstätte abgab, wieder abgeholt. Sie sagt, dass sie damals froh war, dass er eine Chance habe, denn bei ihr im Tierheim wären nicht die Ressourcen vorhanden gewesen.
Sie habe bei der Abgabe nicht genau hingeschaut, den Erklärungen des Betreibers Glauben geschenkt, dass er momentan im Umbau sei und deshalb die Toiletten nicht zugänglich seien (ohne danach gefragt zu haben). Da muss man auch nicht hellhörig werden, wenn man nicht weiß, was dahinter stehen kann.
Von Außen sah alles erst einmal o.k. aus – Zwingeranlage zwar, aber das tägliche Training wurde zugesagt und offensichtlich auch durchgeführt, denn es wurden Videos geschickt.

Besagte Tierschützerin hat ihren Hund umgehend abgeholt, als herauskam, dass das Vetamt dort zugreifen will. Andere Tierheime hoffen auf anderweitige Unterbringung, weil sie mit dem Hund gar nicht zurechtkamen. Das vorgelegte Geld, wenn auch nur ziemlich „Kleines“ ist futsch.

Ich kann es verstehen, wenn Tierheime versuchen, ihre Hunde gut unterzubringen, um sie nach vorne zu bringen. Wir haben soooo viele Anfragen von Tierheimen und haben schon soooo viele Hunde genommen. Aber irgendwann ist auch mal gut und vor allem für 0 Euro. Nur, welches Tierheim kann monatliche Gebühren tragen? Kaum eines. Wir haben jetzt auch einen Cut gesetzt und nehmen aktuell nur zahlende (beißende) Kunden (naja, bis auf zugesagte, wie Xivoni und noch einen, der irgendwann kommt, wenn wir wieder ein wenig Platz haben).

Und ja, man lernt aus Erfahrungen – das ist das Leben. Die Tierschützerin, die nun „ihren“ Hund wieder holte, hatte bei Abgabe ein gutes Gefühl. Sie meint, dass sie dadurch, dass der Hund sich bei Aufnahme auch direkt anfassen lies, sie wohl auch etwas blind für das war, was sich im Hintergrund abspielte. Der Wunsch nach der zweiten Chance war so groß. Die geschickten Videos seien so viel besser gewesen, als das, was sie im Tierheim zu bieten habe.

Nun, am Tage der Abholung sei der Schock groß gewesen. Das schlechte Gewissen plagte – wir kennen das nur zu gut.
Sie ist mit ihm – nach laaaanger Fahrt – noch an den See gefahren, hat sich zu ihm gesetzt, für sich befunden, jetzt für ihn stark sein zu müssen. „Tränen haben jetzt keinen Raum, denn er braucht jetzt eine Schulter zum Anlehnen“ sagte sie.

Wißt Ihr … es ist schwierig, so etwas von außen zu beurteilen. Ich frage mich, wie Dinge passieren können und schon geschehen sie.

Nein, SIE wollte ihn nicht aus den Rippen haben. Sie wollte sein Bestes, wie viele andere Tierheime auch, die nicht so viele Möglichkeiten und geschulte Personen haben, wie wir. Die Sorge, dass ER verletzt, dass ER an Dich geht – die schwingt ganz oft mit. Man darf nicht vergessen, dass Tierpfleger keine ausgebildeten Trainer sind und welche Trainer können schon mit derartigen Hunden umgehen? Das sind nicht ganz so viele.

Wir haben das große Glück, dass wir nur an Endstellen vermitteln und keine Resozialisierungsunterstützung brauchen. Blöd ist es halt dann, wenn diese tollen Menschen immer mehr Hunde aufnehmen. Wir haben von außen keinen Einfluß darauf, außer, dass wir telefonieren und schreiben und fragen „wieviel Hund ist genug?“ Die einen können es offensichtlich noch entspannt wuppen, weil sie Helferchen um sich herum haben, einen Plan B und ein „Regulativ“ durch Freunde und Familie. Die anderen können es nicht.

Vorwürfe nützen da nichts. Meine Lösungsidee in dieser Hinsicht: direkt die betreffenden Personen ansprechen – wie wir es tun – wenn man den Eindruck hat, dass da etwas in Schieflage geraten könnte. Oder einfach nur mal nachhören. Dinge passieren …
Den Teufel an die Wand zu malen, hilft niemandem. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, zu meckern, auch nicht.

Wir werden die Welt nicht ändern – womöglich unsere Einstellung zu der einen oder anderen Sache und wenn die Möglichkeit besteht, dann heißt es „Hilfe anbieten“, mit anpacken und die Kuh vom Eis holen. Für den Hund/das Tier, vor allem aber auch für den Menschen.

Wir haben dort, wo wir es ahnten und wußten, angesprochen. Einmal wurden wir hervorragend hinters Licht geführt, was uns heute noch Leid tut. Wir haben versucht, es wieder gut zu machen.
Und nun versuchen wir weiterhin – auf unserer kleinen, grünen, bunten Insel das Beste zu geben – für unsere Tiere.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir jetzt nicht wieder in irgendwelche Diskussionen verfallen.
Ich musste mir das von der Seele schreiben, weil mich der Juli 2019 noch verfolgt …
Ich bin wieder da und ich möchte noch bleiben – auch für unsere Hunde, resp. Tiere.

Ich wünsche mir Empathie, Respekt für Mensch und Tier.

Eure Perdita – mit Dank fürs Verständnis

24.06.2020


Werbung oder glaub nicht alles, was Du liest, hörst oder denkst 

Wer weiß schon, wie es ist? Wichtig ist doch immer und immer und immer wieder das Bauchgefühl, nicht wahr? Und darauf verlassen wir uns weiterhin. Was nützt das beste theoretische Wissen (ob wahr oder nicht – was ist schon wahr?), wenn man draußen am und mit dem Hund rumstolpert?

Haben wir geschickt bekommen … Macht, was Ihr wollt damit 
Kuschelhormon Oxytocin hat ausgekuschelt
Es steigert die Lust beim Sex, leitet Wehen ein und galt bislang allgemein als das „Kuschelhormon“: Oxytocin. Forschende des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie haben sich die Wirkung von Oxytocin nochmal genauer angeschaut und sagen jetzt: Es kann auch in die genau entgegengesetzte Richtung wirken – und für Aggression und gesteigertes Konkurrenzverhalten sorgen (Anmerkung von uns: was wir 100%ig glauben können). Es steigert wohl generell die Wahrnehmung sozialer Signale. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass ein Hormon nicht unbedingt nur zu einer bestimmten Emotion oder Körperreaktion führt. Unser Körper ist da dann doch komplizierter. Quarks Reporter Felix Schledde berichtet aus der Welt der Emotionen …

Eure Wirs

19.06.2020


Shosho hat, wie viele anderen Hunde auch, Anaplasmose. Weshalb ich Euch das erzähle? Um Euch zu informieren und möglicherweise auch aufmerksam zu machen.

Das Thema Milz hatten wir ja gerade, nicht wahr, und daraufhin bekam ich eine Menge PM, dass der eigene Hund auch eine Umfangvergrößerung hat.
Danke im Namen Eurer Hunde, dass Ihr habt nachsehen lassen.
Blöderweise gibt es nur wenig Tierärzte, die es mit dem Schallen so richtig gut drauf haben – ich hab mal wieder Glück, denn “meine“ Birgit Hagen hat etliche Ultraschallkilometer drauf und erkennt kleinste Veränderungen. Ich würd selbst dann zu ihr fahren, wenn sie 400 km entfernt wäre.
Das aber nur am Rande.

Normalerweise lasse ich das Blut jährlich checken, aus gegebenem Anlass wars ein bissl früher. Gott sei Dank, denn der Titer ist fies hoch.

Häufig bleiben derartige Krankheiten lange unerkannt, weil man meist kein Zeckenprofil machen lässt, was fürs Tier sehr schade ist, denn: Anaplasmose beispielsweise „nimmt“ rote Blutkörperchen und somit Lebenselixier.
Mehr dazu, ab wann und wie behandeln, sagt der Tierarzt.

Fakt ist, dass wir bei Ankunft unserer Hunde – wir machen ja bei jedem Blutcheck – zu 80% einen Befund haben. Entweder Anaplasmose, Babesiose, Borrelliose, halt all son Zeckenkrams. Jo, sie sind aktiv da draußen, die kleinen Krabbler …

Eure Perdita

13.06.2020


Zum heutigen „Tag des Hundes“ noch etwas fürs Herz, denn genau das passt. Ja, wir wissen es: Der Hund kann nicht immer wählen und aussuchen. Nicht jeder achtet auf das, was im Sinne des Gegenübers ist und was der andere benötigt. Aber es kann ein Anreiz sein, es genau so zu handhaben und mit voller Verantwortung zu entscheiden. Auch wenn es vielleicht manchmal anders ausgehen mag, als man es sich wünscht, auch wenn es manchmal schmerzen mag.

Es ist zum Großteil viel Wahres dran an dem, was Picasso mal sagte:
„Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben.
Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.
Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.
Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.
Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.
Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines
Lebens. Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt
werden möchte. Er tut es einfach.
Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.“

Es ist so kostbar, wenn Hunde uns Vertrauen schenken und uns genau so, wie wir sind, mögen – mit all unseren Schwächen und Unzulänglichkeiten und mit all unseren guten Seiten. Wir sollten achtsam mit diesem Geschenk umgehen.

Eure Wirs

07.06.2020


Was passiert eigentlich, wenn man seinen Hund nicht anmeldet und hofft, dass die Ämter schlafen? Erst mal gar nichts – solange die Ämter nix mitbekommen.
Wenn ich mich jahrelang mit einem unangemeldeten Listenhund unterhalb des Radars aufhalten kann, dann ist das – womöglich – Glück. BIS WAS PASSIERT. Dann kann das zum Pech werden, denn hier in Hessen ist der Hund dann erst einmal weg. Das passiert immer mal, davon haben wir auch immer mal einige Kandidaten hier. Schad für den Hund, schad für den Menschen.
Deshalb: Bitte meldet Eure Listis an, auch, wenns unsinnig erscheinen mag, auch, wenns unsinnig ist. Tuts einfach, ehe Euch der Hund weggenommen wird und nur unter müßigen Auflagen – wenn überhaupt – wiederzuerlangen ist.
Versprochen? Versprochen! Prima.
Danke im Namen Eurer Vierbeiner,
Eure Wirs
03.06.2020

Hundebegegnungen – ein immerwährendes Thema …
Tagtäglich passiert es: Beim Gassigehen kommt ein anderer Hund entgegen. Der Countdown läuft – 3, 2, 1, los geht´s.
Die Hunde fixieren sich und dann wird gepöbelt, was das Zeug hält.
Ein Wort gibt das andere. Während der eine Hundehalter seinen Hund an strammer Leine einfach weiterzerrt, kämpft der andere mit aller Macht gegen das Verhalten seines Hundes an, welcher in dem Moment rot sieht und alle Maßnahmen des Besitzers verpuffen lässt.
Hundehalter sprechen in unseren Trainingsstunden häufig an, wie viel leichter es doch wäre, wenn der Hund „einfach nur“ vorbei gehen würde. Dem Hund „mal eben erklären, dass das unnötig ist“, funktioniert natürlich nicht.
Das ist menschliches Denken, aber so ticken Hunde ja nicht. Sie tun, was sie meinen, tun zu müssen. Sei es, dass sie sich vom Gegenüber und dessen Körpersprache provozieren lassen, dass sie in „ihrem“ Viertel unterwegs sind und das als erweitertes Territorium ansehen, was verteidigt wird oder aus eigener Unsicherheit heraus agieren bzw. die des Halters noch mittragen. Viele Hunde fühlen sich in der Zuständigkeit, sind damit jedoch teilweise völlig überfordert.
Wir Menschen sind gefragt, das eigene Auftreten zu reflektieren. Wir senden oft viel mehr Botschaften, als uns bewusst ist. Das kann zu Missverständnissen zwischen Mensch und Hund führen.
Es ist außerdem sinnvoll, sich damit auseinanderzusetzen, weshalb der Hund das jeweilige Verhalten zeigt. Dann kann man an den Wurzeln ansetzen, statt Symptom-Doktorei zu betreiben.
Je besser wir die hündische Körpersprache lesen und das Ausdrucksverhalten erkennen können, umso gezielter können wir Einfluss nehmen. Und das ist in der Regel bereits nötig, bevor das Pöbeln losgeht. Uns stört oft die Lautstärke am meisten bzw. dass wir damit dann auf der Straße auffallen, dabei geht´s schon viel früher los. Der Hund braucht unsere Unterstützung und Anleitung, dann können Begegnungen ruhig ablaufen.Eure Wirs
25.05.2020

Wir reden über Auslandstierschutz und über die armen Kreaturen, denen dringend geholfen werden muss – und das sollte es auch (außer Frage).
Allerdings dümpeln hier auch nicht gerade wenig Hunde vor sich hin.
Gestern bekam ich einen Anruf einer älteren Dame, die vor zig Jahren bei mir im Training war. Sie lebt allein mit Hund und hat jetzt festgestellt, dass die Krallen sich rollen und sie fragte was sie tun solle. Ich sagte, dass ich jemanden – sie wohnt weit weg – organisiere, der mit dem Hund zum Tierarzt geht. „Toll, dann kann der auch gleich mal nachschauen, was für eitrige Stellen sie zwischen den Zehen hat – da tue ich bislang Salbe drauf“. Oups.
Ziemlich zeitgleich bekomme ich ein Foto von einer befreundeten Trainerin geschickt, das einen völlig zugewachsenen Hund darstellt. Sie hat stundenlang an ihm rumgeschoren, damit er wieder aus den Augen schauen kann und das zusammengewachsene Fell am Körper nicht mehr in der Haut ziept.
Das sind jetzt zwei Beispiele von zig! Die Menschen meinen das nicht böse, sie machen es i.d.R. nicht gegen den Hund. Sie sind oftmals selber sehr krank oder überfordert. Viele bekommen gar nicht mit, was mit ihrem Hund geschieht. Unwissenheit ist auch so ein Thema. Wie wenig Menschen lassen ihre Hunde auf Zeckenkrankheiten checken und am Ende lässt sich die Anaplasmose nicht mehr behandeln, weil alles Lebenselixier schon verschwunden ist. Zähne – das hatten wir gerade – ein wichtiges Thema, das viele lapidar abtun, Milz und Co. Ach, ich verrenne mich … – und weiß selber auch so vieles nicht – das muss ja auch mal dazu gesagt werden.Oder denkt an Mweti, der misshandelt wurde und hätte jemand nicht ganz viel Courage gehabt und wäre dran geblieben, dann hätte sein Leid heute noch kein Ende, da die Behörden wegschauten. Mensch, bin ich froh, dass wir im Tierheim Viernheim gelandet sind. Hier wird jeder Spur nachgegangen, nicht weggehört, nicht von sich geschoben. Da sitzen menschliche Terrier, die sich an Meldungen festbeißen – fürs Tier! Danke dafür!!!Sind sie doch unsere Begleiter, Weggefährten, Seelentröster und so vieles mehr.Ich bleib noch ein bissl erschüttert ob des Anrufs gestern und wünsche Euch einen schönen Tag mit tollen Erlebnissen. Bleibt bitte gesund und haltet bitte die Augen offen …Eure Perdita
15.05.2020

Kaum zu glauben, aber wahr …

Ich verrate Euch jetzt mal was. Es scheint bislang für viele Menschen ein Geheimnis zu sein. Ich finde, es ist an der Zeit, dieses zu lüften: Wenn wir unterwegs einen anderen Hund treffen, dann wollen wir gar nicht immer spielen.
So, jetzt ist es raus!
Also, ich check den anderen schon auf die Ferne ganz genau ab und dann weiß ich, was Sache ist. Auf hundert Meter Entfernung ist schon klar, wer da kommt – ob das ein Kerl ist, den ich auf dem Schirm behalte und dem ich dann lieber schon frühzeitig die Meinung geige oder obs vielleicht ein Mädel ist, was mir gefällt .
Spielen – hahaha. Spielen war früher. Ihr hockt ja auch nicht mehr mit Förmchen im Sandkasten, oder?
Also, denkt mal drüber nach oder erzählt es weiter. Ist ja jetzt kein Geheimnis mehr .

Eure Willi

14.05.2020


Mbiri Mbiri Mbiri – für „Zwei“ – also, zweite Chance

… was eigentlich schon ihre dritte Chance ist, denn sie wurde von einer Familie aus dem Ausland „gerettetet“ und hatte damit ja schon ihre zweite, dritte, vierte Chance – wer weiß das schon.

Mbiri, gesprochen mBiri , ist 4 Jahre alt und ein SINL-HUND! Weshalb ist diese menschenbezogene Hündin denn ein SinL-Hund? Merkwürdig! Merkwürdig?
Nein, sie hat einen Hund getötet und SinL heißt nicht nur „gefährlich mit und für Menschen“, sondern SinL heißt auch gefährlich für Hunde (nein, wir weiten jetzt nicht aus auf Reh und Co., dann wäre so ziemlich jeder Hund SinL).

Sieht man sie mit ihrem Kumpel, dann denkt man: „wow, was für eine nette, sympathische Hündin – hundeverträglich“. Doch der Schein kann trügen. Nur, weil sie mit Einem können, können sie nicht mit allen. Denken wir mal an Taminchen zurück, der mit so ziemlich allem und jedem unverträglich war, nur seine Catch me hat er geliebt.

Das ist der Grund, weshalb wir vergesellschaften, immer wieder mit anderen/neuen zusammensetzen, immer wieder in Begegnungen auch mit fremden Hunden gehen, den Tagesauslauf haben – damit wir mehr und mehr über unsere Vierbeiner erfahren. UND: es kann passieren, dass sie wochenlang freundlich und fröhlich sind und dann „speziell“ werden – auch das gibt es. Meist zeichnet sich das im Vorfeld ab – schwer zu erkennen für den Laien, was manchmal zu Fragen wie: „Weshalb muss der nen Maulkorb tragen?“ etc. führt.
100% gibt es nie und es kann sein, dass wir einen vermitteln, der bei uns super mit Hunden war und nun aus der Jacke springt, weil irgend etwas im System verschoben ist: Mensch nicht klar führend, Hundegegenüber sowas von erzfeindig etc.

Natürlich gibt es auch die Umkehr: War schwierig, wird immer aufgeschlossener und gelassener.

Man weiß es nie …

Fakt ist, dass es für uns von großer Bedeutung ist, nicht nur darauf zu achten, wie unsere Schützlinge auf Menschen reagieren, sondern auch auf Artgenossen, denn denen werden sie in der Regel im Alltag des Fürimmerzuhauses regelmäßig begegnen.

Habt einen schönen Sonntag/Muttertag, bleibt gesund,

Eure WIRs

10.05.2020


Da immer wieder einmal interessiert nachgefragt wird: Ja, die SinL-Hunde werden vermittelt.
In jedem Falle wünschen wir uns für die Hunde ein Fürimmerzuhause. Insofern ist es unser Ziel, dass die schweren Jungs und Mädels für eine Vermittlung vorbereitet werden. Sie sollen gesehen werden, sie sollen wahrgenommen werden. Als Hunde, die ernst zunehmend sind und die ein ausgesprochen verantwortungsvolles Handling benötigen, aber nicht als Hunde, die nur auf ihre Bissigkeit und ihr Aggressionsverhalten reduziert werden. Das wäre nicht fair.
Sie wurden in früheren Zeiten zum Teil nur noch geschiebert, sie wurden missverstanden, es wurde teils versucht, durch harte Maßnahmen (nicht im Tierheim: bei ihren Vorbesitzern) ihrer „Herr zu werden“. Sie haben also oft schon einiges durch, das darf man nicht vergessen. Es braucht Zeit und Geduld, die alten Muster zu verlassen und offen für Neues zu sein. Das sollten Interessenten bedenken.

„Start ins – neue – Leben“ heißt, es wird den Hunden Vertrauen geschenkt, sie werden so gemocht, wie sie sind, sie werden ins alltägliche Geschehen integriert, sie erhalten Sozialkontakt zu Menschen und zu Artgenossen, der ihnen teilweise lange verwehrt blieb, sie werden gefordert und gefördert – und kommen teils in kleinen, teils in großen Schritten voran.
An diesen Neubeginn heißt es anzuknüpfen, wenn es um Vermittlung geht.
Es braucht auf jeden Fall eine Portion Glück, damit sich der passende Mensch findet, der das, was in Viernheim begonnen wurde, weiterführt. Der einem der SinL-Hunde eine Chance gibt, Vertrauen zu erleben und ein eigenes Zuhause zu haben. Jemand, der weiß, mit den Eigenheiten umzugehen und der eine gute Portion Souveränität mitbringt, um auch mal über Dinge hinwegzusehen.
Jemand, der sich dessen bewusst ist, dass es gefährliche Momente geben kann, die es gemeinsam durchzustehen gilt. Denn auch nach dem Aufenthalt in Viernheim werden die Hunde nicht frei von Aggressions- bzw. Beutefangverhalten sein. Es bleibt vorhanden, wird jedoch händelbar.
Wer sich für einen SinL-Hund interessiert, der sollte bereit sein, mehrfach zu kommen (gilt im übrigen für all unsere Hunde – wir geben nicht einfach mit), um sich in Ruhe kennenzulernen, der sollte viel Wissen um hündisches Verhalten mitbringen und offen dafür sein, sich anleiten zu lassen.
Unterstützung ist selbstverständlich gegeben, sei es in der Vermittlungsphase, sei es darüber hinaus. Natürlich stehen wir auch anschließend mit Rat und Tat zur Seite.
Was wir nicht wollen: Dass die Hunde von einem Seminar zum nächsten mitgenommen und dort vorgestellt oder gar „vorgeführt“ werden. Man sollte nie vergessen, dass diese Hunde meist bereits einiges erlebt haben, so dass nicht herumprobiert werden sollte.

10.05.2020


Wenn sich ein Hund einem Menschen annähert, dann heißt das nicht zwangsläufig, dass er gestreichelt werden möchte. Es wird zwar häufig so interpretiert und es ist in unseren Köpfen, doch der Hund will unter Umständen lediglich mal vorbeikommen und schnüffeln, in uns reinfühlen, die Lage peilen – es gibt verschiedene Gründe.
Einige Hunde nehmen das Streicheln dann hin oder genießen es vielleicht sogar, einige weichen zurück – das macht Ku´tumbela, die hier auf dem Foto zu sehen ist, wenn Fremde sie anfassen möchten), manche verschaffen sich Raum, indem sie beißen oder schnappen. Der Schrecken ist groß, wenn der Schuss nach hinten losgeht und eine abwehrende Reaktion folgt oder man sogar verletzt wird.

Wie oft heißt es dann: Der Hund wäre „hinterhältig“ (auch das ist eine Interpretation). Menschen mag das so vorkommen. Aus Hundesicht ist das Anfassen eine Schippe mehr – mehr Vertraulichkeit und Nähe. Das passt nicht für jeden Hund. Es ist so, als würde jemand, den wir gerade kennenlernen, plötzlich selbstverständlich bei uns ein- und ausgehen. Das ist bei uns Menschen auch nicht gang und gäbe, dies zu akzeptieren oder gar gut zu finden.
Manche Hunde können nur bedingt Nähe zulassen. Nicht immer ist ihre Reaktion so, wie wir sie uns vorstellen. Daher Vorsicht, wenn es heißt: „Lass den Hund herankommen, dann kannst du ihn anfassen“. In manchen Fällen stimmt das, aber man kann es nicht pauschal sagen.

Das bedeutet unter Umständen, nochmal die eigene Einstellung zu überdenken, am liebsten aber nicht jedoch den Hund abzustempeln. Er hat deshalb keine „Macke“, weil er sich nähert, aber nicht gestreichelt werden mag. Manchmal ist weniger mehr. Das heißt, dass wir auch mal die Hände weglassen können. Umgekehrt bedeutet es natürlich nicht, dass der Hund „alles“ darf, wenn er uns auf die Pelle rückt – das ist wieder ein anderes Thema.

Eure Wirs

05.05.2020


Wir gehen nochmal auf das Thema „Bewegungsreize“ und Beutefangverhalten ein (Post vom Montag).
Wir hören manches Mal: Der Hund war so toll mit: Kindern/ mit kleinen Hunden/ Katzen/ Pferden/ Hühnern oder oder oder …
Und dann eines Tages, da wollte er hinterher, quasi urplötzlich. Er hat vielleicht sogar ein Huhn oder einen kleinen Hund „erwischt“.
Das kann vor allem dann passieren, wenn Dynamik ins Spiel kommt. Wenn es um Bewegung geht, werden viele Hunde „wach“, es wird dann nämlich unter Umständen ein anderes Hirnareal aktiviert, die Motivationslage verändert sich und der Hund schaltet in einen „Jagd-Modus“. Dann geht es nicht um „Freund oder Feind“, es geht nicht um soziales Miteinander.

Um es an einem Beispiel festzumachen, welches leider gar nicht so selten vorkommt. Es betrifft die Reaktion auf kleine Hunde. Nehmen wir folgende Situation: Beim Ausführen seines Hundes (nennen wir ihn Hund A) trifft man auf einen anderen Hundehalter mit kleinem Hund (Hund B). Die Beiden beschnüffeln sich, die Lage ist ruhig und entspannt, jeder Hund geht dann wieder seinen Gerüchen und Gedanken nach.
Die Lage ändert sich, als Besitzer von Hund B diesen animiert und mit ihm Spaß macht. Hund B hüpft und springt fröhlich. Hund A scheint „mitspielen“ zu wollen. Er kommt in Wallungen, er kommt dazu, geht Hund B vielleicht ab und an mal in den Nacken (er „spielt“ halt etwas grob), der kleine Hund dreht größere Runden, um sich zu entziehen, der große rennt hinterher. Seine Bewegungen werden immer zielstrebiger, der Blick ernsthafter. Spätestens, wenn der kleine nun auch noch quietscht, kann es richtig kritisch werden.
Die Betonung liegt auf „kann“, nicht muss. Es gehen Euch vielleicht zahlreiche Beispiele durch den Kopf, in denen es anders verlief. Gott sei dank.

Dennoch: Je frühzeitiger man merkt, dass Hund A wach und immer aufmerksamer wird und er den anderen mit Blicken verfolgt, desto eher kann eingegriffen und Unfälle können vermieden werden.

Bei Lutando, der auf dem Foto zu sehen ist, kam es glücklicherweise in seinem früheren Zuhause „noch“ nicht zum Vorfall, weil seine damaligen Besitzer schnell geschaltet haben. Sein Interesse an Bewegungsreizen ist vorhanden, es lässt sich nicht verleugnen. Allerdings muss man dazu sagen: Es wurde wieder und wieder mittels „Reizangel-Training“ gefördert. Die Halter haben sich nichts dabei gedacht bzw. hatten eine andere Idee im Kopf: Es sollte der Auslastung dienen.
Was macht es mit dem Hund? Er übt sich im Beobachten, er übt sich im Starten, im Hetzen, unter Umständen im Packen – das sind Sequenzen des Jagdverhaltens. Er wird dadurch im Laufe der Zeit schneller, geübter, geschickter.
Für alle, die nun einen Hund im Kopf haben, der mit Reizangel trainiert wird und der völlig ok ist bzw. es bislang war: Das oben beschriebene KANN passieren, es muss nicht. Frage ist, ob man das Risiko tragen möchte.

Eure Wirs

22.04.2020


Im Tierheim Viernheim wartet Belele auf ein Zuhause. Sie ist ein Abgabehund und wird am 15. April ein Jahr alt.

Sie ist untersucht – wie jeder unserer Hunde, wenn er bei uns einzieht. Ein großes Blutbild ist obligatorisch und in der Regel (ich ergänze aus gegebenem Anlass: wenn wir eine Vermutung haben) röntgen wir zumindest die Hüfte und ebenso lateral, um zu sehen, ob alles o.k. ist. Zum einen, damit der zukünftige Besitzer nicht die „Katz im Sack kauft“, zum anderen ist es ja für den Hund unschön, wenn er irgendwelche organischen Leiden hat, die er leise hinnehmend mit sich rumschleppt.
Jeder, der sich mit Hunden auskennt, weiß, dass Hunde viel tragen, ehe sie sich zu Wort melden.

Wie sieht das bei Euch aus? Als Tierheim? Untersucht Ihr auch Eure Neuankömmlinge und wenn ja, auf was (jaja, ich hatte so einen Post schon einmal und weiß, dass Leonie Moser auf Blasensteine untersuchen lässt – welch toller Hinweis, danke nochmals).
Als zukünftiger Besitzer? Ists Euch egal, ob das Tierheim untersucht oder seid Ihr froh, wenn Ihr wißt, was Euer neues Familienmitglied so an Krankheiten mitbringt?

Wer sich von Krankheiten abschrecken lässt, wäre nun nicht unser „Kunde“ – darüber müssen wir nicht reden (hatten gerade eine Anfrage für einen unserer Hunde, der nur dann genommen werden würde, wenn er auch gesund sei. Einer raus  – der Hund ist im übrigen gesund). Es gibt immer Lösungen – auch für kleine Geldbeutel, falls das Tier eine besondere Diät etc. braucht.

Eure Wirs

11.04.2020


Ein Los für viele (Auslands)Hunde

„Rangekarrt“, kein ordentliches Kennenlernen (und das geht idR nur über mehrmaligen Besuch und nicht mit „passt, kannste mitnehmen“), schwupps, vermittelt.

Nach ein paar Tagen, manchmal auch Wochen, stellt sich heraus, dass man aus der falschen „Kollektion“ bestellt hat – es war nicht die Frühjahrsware, sondern jene für den Herbst. Mmmh, was macht man damit? Altkleidersammlung wäre es jetzt, wäre es nur das falsche Kostüm. O.k., die ex Orga anrufen, die in den meisten Fällen (so hoffe ich) anrückt, um den einst Geretteten nun nochmals zu retten. Wenn die aber abgetaucht sind, keine Pflegestellenplätze mehr frei haben, keine Lust auf Rücknahme (war ja ein schon heruntergesetzter Artikel ) haben, dann bleibt auch noch die Option des draußen Anbindens – aus Scham. Wer will den Fehlkauf denn jetzt noch in ein Tierheim bringen, wo man womöglich beschimpft wird? Na gut, draußen anbinden ist in der Tat ein bissl out – einfach Leine ab ginge aber auch (kennen wir ja schon von beispielsweise Twela). Dafür haben die Neubesitzer dann aber meist doch ein zu großes Herz  – man holt sich ja schließlich kein Tier, um es dann sich selber zu überlassen. Stimmt! Obwohl ich an dieser Stelle mal sagen möchte, dass einige Auslandshunde hier sicher weniger Probleme mit dem Freisein hätten, als mit der Gefangenschaft und goldenen Löffeln.
Gut, der Weg geht ins Tierheim. Super: Hergekarrt, um glücklich (???) zu leben, nun ist er aber Hund und hat gezeigt, dass er Hund ist und muss weg. Hinter Schloß und Riegel, um dann, wie jetzt unser ca. einjähriger Kambe, womöglich als schwieriger Hund gestempelt zu werden (nein, das tun wir nicht, obwohl er uns schon ordentlich durch den Maulkorb spüren lies, dass da einiges in ihm steckt).
Juchu – so wünschen sich Hunde ihr Leben.

Jaja, ich predige schon wieder Wasser, ich weiß, ich weiß. Auch wir haben immer mal Ausländer hier und ja, wir haben auch Herdenschutz(mixe) darunter und eben auch ganz normale, einst von der Straße „gefischte“. Einige werden sich super an das Leben hier gewöhnen, weil Hunde nun einmal sehr anpassungsfähig sind, und andere werden leben.
In der Hoffnung, dass wir weiterhin ein gutes Händchen bei der Vermittlung behalten, werden sie sogar gut leben und nicht 10 Jahre an Halsband, Geschirr und zig Leinen abgesichert ängstlich durch die Straßen manövriert werden.

Nun ist er da, der Kambe. Völlig verunsichert, schnappi, weil alles so neu und irritierend ist und wieder heißt es ankommen, erfahren, dass wir ihm nichts Böses wollen und vor allem, dass wir nicht unsere Bedürfnisse an ihm befriedigen (er will alles andere als geknutscht werden – s. Post von gestern). Jetzt heißt es, ihn ankommen lassen – und das geht in der Regel nochmals optimaler mit einem freundlichen Hundepartner, den wir ihm gleich zur Seite stellen. Er wird erleben, dass der vorhandene Hund uns vertraut und er wird sich an dem Hund orientieren. Selbstverständlich gehen wir auch 1:1 mit ihm, aber ein WG-Partner macht das Ankommen definitiv einfacher.

Mein Telefonjoker Gerd Leder meinte, dass es ein Karakachan(-Mischling) sein könne.
Am Ende ist es uns egal. Ihr wißt, uns interessiert der Typ, nicht die Rasse und dass Kambe HSH-mäßig unterwegs ist, ist außer Frage. Juchu, viel Spaß beim Vermitteln.

Gerd als Joker zu nutzen ist nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Er ist ein ganz besonderer Mensch – im ganz positiven Sinne – und ich danke Dir an dieser Stelle, dass ich Dich immer behelligen darf in Sachen Hunderasseneinschätzung. Ihr müsst – naja, keiner muss etwas, aber solltet – ihn persönlich kennenlernen. Gerd
ist der Burner und weiß unendlich viel über Hunde, deren Geschichte, Rassen … Aber kommt ihm nicht mit „wir haben den Straßenhund gerettet“ – das geht schief. Natürlich nicht pauschal. Auch er weiß, dass es Hunde gibt, die hier hervorragend leben können. Allerdings zieht er die Augenbraue hoch, wenn Hunde ihr Leben lang gegeiselt werden. Er ist Schafhalter (sagt er – für mich ist er Schäfer), lebt mit Hunden, aber anders, als gewiss 98% von uns hier. Und das ist gut so .
Ich mag seine trockene Art und höre gerne zu, wenn er meine Einstellung zum Tier wieder etwas in die Mitte rücken lässt. Schaut ihn Euch an, dann wißt Ihr, wovon ich rede.

Kambe ist nun hier und wir hoffen von ganzem Herzen, dass sich da draußen jemand findet, der genau diesen Hund sucht, der Erfahrung mit derartigen Hunden hat, der ihn Hund sein lässt, damit sein Leben noch lebenswert wird.

Habt einen schönen Tag, bleibt gesund, passt auf Euch auf,

Eure Perdita

09.04.2020


Weg mit dem Stempel!

Die Krampe, der Depp, der Beißer, der …

Wer möchte schon jeden Tag so betitelt werden? Ja, sie können beißen, unsere Hlulanis und Co´s – das gilt auch für Privathunde, die regelmäßig etwas machen (können), was uns nervt: an der Leine den anderen Hund anfeinden, jagen gehen, vom Tisch stehlen, im Auto bellen …

Dann änder es – oder zumindest die Einstellung dazu. Weshalb ist der Hund der Blödmann? O.k., er ist es gar nicht und ich kann mich nicht anders artikulieren. Dann verstehe ich es. Aaaah, er war mal schwierig, weil er die Benimmregeln noch nicht kennengelernt hatte, ists jetzt aber gar nicht mehr, nur ich habe den Stempel drauf gelassen. Verstehe. Er macht regelmäßig (aus meinen Augen) „Quatsch“ (drängelt, nervt, schnappt, bellt, läuft weg …) und deshalb ist er in meinen Augen der Blödmann. Verstehe nicht.

Wir haben hier einige Hunde, die eine kurze Zündschnur haben und explodieren, wenn Fremde sie anfassen wollen würden. Oder, wenn die eigene Bezugsperson zu lange an ihnen rumnesteln würde (bürsten, Füße zu genau ansehen etc.). Wir haben Hunde, die, wenn jemand Fremdes den Auslauf betritt, angeflogen kommen und der Person den Marsch blasen wollen. Dann gibt es noch die, die gewisse Hunde zum Fressen gern haben, jene, die Ressourcen beanspruchen, welche, die lieber meilenweit weglaufen, wenn Menschen nur zu sehen sind, die, die lautstark und anhaltend kläffen können, wenn sie etwas wollen und so weiter.
Wir haben quasi den Beißer, den Schisser, den Pöbler, den Kläffer, den … Oder wir haben – und darauf wollen wir hinaus – den, der super Vorteile hat. Wie beispielsweise unsere Kuna, die mit Menschen durchaus ihre Baustellen haben kann, uns aber super mit Hunden hilft. Wir haben Byongo, der mit Fremden seine Schwierigkeiten haben kann, aber Freude am Trailen hat, stundenlang mit seinen Bezugspersonen schmusen kann und tagtäglich „besser wird“ mit fremden Menschen, mit anderen Hunden. Wir haben Hlulani, der einem Menschen das Gesicht entstellt hat (weil es ihm beim Gute-Nacht-Bussi zu eng wurde) …

Verhalten entwickelt sich doch – es bleibt nie immer auf dem gleichen Stand stehen. Klar haben sie alle ihren Charakter, der fix ist. Dennoch haben sie uns, die wir das Verhalten ein Stückchen weit zum Positiven verändern können und sie lernen tagtäglich, wenn man nicht aufgibt.
Einmal schwierig mit Hunden gewesen (s. Luca und Seelefant) und nie wieder versuchen – das wäre nicht fair. Es wird den einen geben mit dem es klappt. Das kann dauern, das braucht Zeit, Geduld, genaues Hinsehen. Vielleicht klappt es nie, aber aufgeben (und einen Stempel drauftun) ist keine Option.

Ja, auch wir nennen sie „Granätchen“, wenn wir pauschal etwas über unsere SinLer schreiben. Immer wieder erklärt und in Gänsefüßchen und sehr, sehr wohlwollend. Würden wir sie lediglich als Schätze/Schützlinge/sonstwie bezeichnen, dann würden wir genau das tun, was wir nicht tun wollen. Euch vorspielen, dass wir hier harmlose Hunde haben. Nein, das haben wir nicht. Wir haben Hunde, die man verstehen und führen können muss. Wir haben Hunde mit massiven Nebenwirkungen, WENN sie zum Vorschein kommen.
Unsere „Granätchen“ sind Hunde, die sich wie Hunde verhalten (manchmal in den Reaktionen etwas überzogen): Die gesehen werden wollen, die spielen und raufen wollen, die ausgelastet werden wollen, die wunderbar sind – und nur manchmal, ganz manchmal fliegen sie einem auch um die Ohren. Nicht, weil sie böse sind, Deppen sind, Schwachmaten sind, sondern, sondern, weil sie nicht anders können!

Eure Wirs

08.04.2020


In einem Post wurde bei den Kommentaren gesagt, dass Hunde sicher unglücklich sind, wenn einer geht. Ja, das kann sein. Deshalb habe ich ja gepostet. Aber gewiss nicht immer.
Es gibt sicher auch welche, die froh sind, dass sie den einen oder anderen Kollegen los sind. Bei Ole und Yuma wäre es aus unserer Sicht eine Tragödie geworden, diese zu trennen. Sie mögen sich einfach sehr und deshalb wurden sie gemeinsam vermittelt, was wir sonst nicht tun.

Hunde, die in Tierheimen mit Einzelhaltung leben, haben es – zumindest in dieser Hinsicht – einfacher (denke ich). Bei Gruppenhaltungen in Tierheimen kann sich durch Wegfall eines Hundes die komplette Struktur ändern – häufig genug erlebt. Der „Underdog“ hat plötzlich seinen Aufpasser nicht mehr, der Großmogul ist weg und es herrscht buntes Treiben. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Für Tamino haben wir seinerzeit eine Hündin für ein paar Monate von der Vermittlung zurückgehalten, damit Tamino nicht wieder alleine zurückbleibt. Ist das nett? Gewiss nicht – oder doch? Die Hündin und er waren dicke Freunde. Haben wir ihr ein Stück Lebenszeit genommen, weil wir sie nicht vermittelt haben? Sie sah nicht danach aus. Tamino haben wir Lebensqualität geschenkt, denn er war mit vielen Hunden sehr unverträglich und diese Hündin passte einfach sehr gut – sie waren wie Topf und Deckel. Nun wussten wir aber, dass Taminos Aufenthalt bei uns endlich war, denn er hatte eine “Reservierung“, hakte nur noch an der Wohnung.

Was ist richtig, was ist falsch?

Fakt ist, dass jene, die länger bleiben als andere, definitiv weiterhin viel Zuspruch brauchen, gesehen werden müssen, auch, wenn Neulinge zeitintensiv sind.
Viele unserer Alteingesessenen haben hier im Tierheim sogar Jobs: Helfen beim Vergesellschaften, beim Erkennen von gewissen Hundetypen – der Mensch erkennt schon vieles, Munga und Kuna sind Experten und eine super Unterstützung, um den Ball richtig rund zu machen.

Wichtig ist, dass man (auch im Tierheim) die Karten immer mal wieder neu mischt. Seinen Hund mal aufs Neue anschaut. Hat er sich verändert? Wie hat er sich verändert? Ist er noch der, den wir einst im Profil beschrieben – der kleine Schüchterne? Nochmals: der Grundcharakter steht – da wird sich nichts ändern, aber ein Ankommen lässt den einst „leisen“ womöglich “lauter“ werden und der, der sich vier Wochen lang super mit seinem WG-Partner verstand, fängt gerade an in Hormone zu kommen und anzutesten.

Es gibt immer etwas zu tun. Und schon sind wir wieder beim Reinfühlen, beim Hinschauen – damit es unseren Hunden/Tieren gut geht.

Unser Seelefant wartet nun schon eine ganze Weile auf ein endgültiges Zuhause. Einfach wird das weiterhin nicht werden, auch, wenn er sich sehr zu seinem Vorteil entwickelt hat. Er ist viel feiner im Hinhören geworden. Allerdings ist und bleibt er ein Sturkopf mit einem schnellen Zünden auf Bewegungsreize und Kreischlaute. Er ist ein Hund, der draußen niemals ohne Maulkorb – Auflage von uns – geführt werden darf, weil er eben schnell auslösen kann. Seelefant ist ein Schmuser vor dem Herrn, kann albern, aber wird auch – mit seinen etwas mehr als 3 Jahren – erwachsen. Und Ihr wisst: Verhalten entsteht/entwickelt sich .

Eure Perdita

05.04.2020


Ist er verträglich mit Artgenossen? Keine Ahnung – hier meist
Kann er alleine bleiben? Keine Ahnung – bei uns ja
Kann er mit Katzen? Keine Ahnung – mit unseren ja
Kann er mit Kindern? Keine Ahnung – mit unseren ja (weil die auch echt normal ticken)
Kann er an der Leine gehen? Logo, sogar an der lockeren – bei uns
Kann er Autofahren? Nicht er selber, aber er fährt super mit
Ist er stubenrein? Keine Ahnung – können wir hier nicht testen – beim Vorbesitzer war er es
Kann er, kann er, kann er???

Wissen wir nicht.

Wir wissen, wie sie ticken, unsere Schützlinge. Wissen, dass sie beispielsweise Beutefangverhalten an den Tag legen und sich bewegenden Objekten hinterher rasen. Wir wissen, ob sie eine lange oder kurze Zündschnur haben. Wir wissen, wie wir sie zum “Hin/Hochhören“ bewegen. Wir wissen, ob sie temperamentvoll sind, begeisterungsfähig, ausdauernd und vieles mehr.
Wir erkennen Tendenzen und können ahnen, wie sie werden, wenn sie soundso gehändelt werden.

Der Mensch macht den Hund! Klingt sehr pauschal, nicht wahr? Naja, am Ende ists so. Natürlich machen wir als Menschen aus einem Hund, der andere zerlegen will, kein Lamm. Wir können ihn aber „händelbar/er“ machen. Wir machen aus einem hochpassionierten Jäger keinen Lappenduddel und nicht mehr jagen Woller. Nein, die Veranlagung ist ja da – wir machen sie händelbarer. Das ist alles.

Und ein Sparky, der massiv in Menschen gebissen hat und der jetzt bei Frauke wohnt, ist nicht plötzlich harmlos, aber eben unauffällig, weil sie weiß, wie es geht.
Das gilt für viele Hunde, die wir vermittelt haben. Gerade sprachen wir noch von Jiminy Cricket, der seinerzeit einer Frau im Vorgängertierheim einen Finger abgebissen hat. Er wird nie ein Lämmchen – für seine Besitzerin ist er absolut gut zu berechnen, weil sie weiß, was sie tut. Dennoch wird er draußen abgesichert.

Ja, nun nochmals zu der Frage „wie ist er mit Artgenossen“, die mir gerade für einen Hund, nein, nicht für den hier abgebildeten Lutando, gestellt wurde. So etwas können wir nicht pauschal beantworten – nur soweit, dass es bei uns eher klappt oder auch nicht (Seelefant und Luca sind nicht unbedingt gut verträglich mit Artgenossen und es gibt auch hier welche, mit denen es situativ, für ein gewisses Zeitfenster, gut geht).
So etwas hängt von vielen Faktoren ab. Shosholoza hat Hunde schwer verletzt – aus dem Beutefang heraus. Und sie würde es weiterhin tun, wenn man sie ließe. Sie lebt allerdings mittlerweile mit drei weiteren Hunden völlig problemlos zusammen. So ist das.
Wie gehe ich als Mensch mit dem Hund um? Wie alt ist er, entwickelt er sich noch (ein Zweijähriger tut das!!!)? Wie ist das Umfeld/das Gegenüber? Wie gut wird er ausgelastet …. und so weiter.
Wenn es so einfach wär, würds Fußball heißen, wie Sams (Silke) zu sagen pflegt.

Termin ausmachen, kommen, reinfühlen und dann schauen, wie und ob es eine Chance hat – so geht das aus unserer Sicht .

Lutando hat seinerzeit ein Kind fast gebissen (fast, weil die Mutter sich dazwischen „warf“). Nun ist er hier und wartet auf Menschen, die sich Zeit nehmen, klar sind, wissen, was Beutefangverhalten bedeutet, langmütig sind, Geduld haben, Spaß an der “Arbeit“ mit Hund haben, ihn, den lieben Lutando, auch mal vor sich selber bewahren, denn er ist schon sehr dynamisch, der Gute. Ja, sowas von dem – solche Menschen mag er bekommen. Na, wer hats drauf?

Helden bitte melden …

Perdita und die WIRs – mit vielen Grüßen an Euch da draußen

05.04.2020


Ich finds traurig … vielleicht auch nicht nach Fertigstellung des Textes

Bei aller Freude über die Auszüge der Pfleglinge und Vermittelten – es bleibt jeweils ein Partner zurück.
Wie viele Hundekollegen haben Willi Wiesel und viele seiner nicht ganz so einfachen Kumpels kommen und gehen sehen.

Wie oft blieb einer – mal wieder – zurück, musste sich mit einem neuen Artgenossen arrangieren …
Es klappt immer wieder, eben auch, weil Hunde so unglaublich anpassungsfähig sind.

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es etwas mit den Hunden macht, wenn sie zurückbleiben.
Ebenso merken sie, dass sie „dran“ sind. Man fühlt es ihnen an – das ist so unglaublich.
Mhaka beispielsweise, der immer völlig aus der Jacke sprang, wenn er mich sah, begrüßte mich am Tag der Abholung durch Dany fröhlich und nett, aber er war mental schon bei Dany. So darf das sein.

Einige werden sagen, dass ich spinne. Esoterischer Quatsch und so. Nein, ich fühle … und nicht nur ich. Wir haben Hunde in Erwartung gesehen, mit Glanz in den Augen, nachdem sie ein Übernahmeversprechen erhielten und nach Absage haben wir repariert, weil sie traurig waren. Mensch Leute, Hunde/Tiere haben Gefühle. Wer das heute noch nicht weiß, dem ist echt nicht zu helfen.

Viele unserer Schützlinge haben es in letzter Zeit „geschafft“, weil sie ohne große Baustellen unterwegs sind.
Viele sind noch da, weil sie Nebenwirkungen haben und manchmal ganz schön kräftig zubeißen können.
Für kompetente Menschen oftmals kein großes Problem, aber von denen gibt es nicht so viele. Man kanns werden, versprochen. Allerdings sollte sich niemand gemüßigt fühlen, nun hier anzurufen, um ein Granätchen zu übernehmen. Denn das braucht Know How, Mut, definitiv keinen Größenwahn, ein Dranbleiben, womöglich Coaching von außen, ein weites Herz und klaren Verstand (s. Post von meiner privaten Seite gestern ), indem man auch mal entspannt, aber auch gut absichert und nicht auf doof ignoriert, was wir mit auf den Weg geben.

Am Ende sind all jene, die nicht vermittelt werden, unsere Hunde, die wir lieben – so wie sie sind – und das wissen sie.

Und deshalb haben wir zur Schonung unserer Schützlinge an Öffnungstagen – schon vor Corona – die „Durchlauferei“ gestoppt.
Wir wollen nicht, dass sie angeschaut werden, man sie „misst und wiegt„ und für „gut oder nicht gut“ befindet (Film: Ritter aus Leidenschaft).
Wir haben keine Klamotten, die man mal ein bissl anprobiert, dran rumtatscht und schaut, obs zur restlichen Garderobe passen.
Wir vereinbaren gerne Termine noch und nöcher, nehmen uns Zeit, beraten, beantworten Fragen, stellen Fragen. Fast jederzeit .

Nein, sie fragen sich nicht, wann sie endlich dran sind – unsere Hunde.
Ich (sicherlich auch einige von uns oder auch von Euch) frage mich, wann sie dran sind. Dran mit dem glücklichen Gefühl komplett anzukommen, eine „Familie“ ganz für sich alleine zu haben. Menschen, die viel Zeit haben, ihn mit in den Urlaub nehmen, die Alleinzeit bieten mit langen Spaziergängen, auch Nachts in unmittelbarer Nähe sind, Menschen, die ihre Aufmerksamkeit (idR) nicht allzu sehr aufteilen …

Und solange es nicht um vieles besser wird, bleiben unsere Hunde bei uns. Für sie reißen wir uns jeden Tag 6 Beine aus, hegen und pflegen sie, geben ihnen Qualitätszeit, lasten sie aus und machen ihnen das Leben so schön es irgend geht.

Wir haben das ganz große Glück, dass wir uns Zeit nehmen können für unsere Lieben, weil wir ein super tolles Team sind, weil wir tolle Unterstützer haben, die, wenn wir piepen, trotz Krise an unserer Seite stehen.

Danke, dass es Euch gibt und wie schön, dass Ihr dabei wart, als sich ein eigentlich trauriger Gedanke in einen schönen wandelte.

Willi und seine Kumpels haben jetzt schon ein super Zuhause und womöglich bekommen sie noch ein besseres. Warten wir es ab.

Gute Nacht zusammen,

Eure Perdita mit Dank an Euch, aber auch besonders das Team vor Ort

04.04.2020


„Dankeschön, ich weiß das sehr zu schätzen“ – das ist etwas, was ich von einem Jogger als Hundebesitzer nicht hören möchte, wenn ich mit meinen Hunden den Weg frei mache.
Ist es nicht selbstverständlich, dass ich mit meinem Hund/meinen Hunden Rücksicht nehme, wenn mir Jogger, Radfahrer, Kinderwägen etc. UND andere Hunde entgegenkommen?

Mich hat das heute früh ein wenig besorgt gemacht und dennoch habe ich mich gefreut über einen gut gelaunten Jogger. Wir wünschten uns gegenseitig alles Gute und irgendwie kann man – wenn man nur will – auch in dieser Zeit zusammenrücken, wenn auch auf Distanz.

Passt gut auf Euch auf, bleibt gesund und genießt die Zeit,

Eure Perdita – gewiss für alle WIRs

20.03.2020


Kürzlich erschien ein Post zum Thema „es gibt keinen Unterschied zwischen Training und Alltag“. Im Grunde genommen kann das Ganze noch weitergesponnen werden, denn es ist ja so: Ein Hund lernt immer und jederzeit.
Wir Menschen konzentrieren uns auf die Momente, in denen wir den Rückruf und die Leinenführigkeit üben. Hunde sammeln jedoch permanent (Lern-)Erfahrungen.
Hier ein paar Beispiele dazu: Wir erleben es im Hundetraining regelmäßig, dass Hunde unruhig werden, wenn wir einen Moment zusammenstehen, weil etwas besprochen wird. Viele Hunde wollen mal rechts schnuppern, mal links gucken, sie winseln und jammern auch mal, sie springen vielleicht sogar am Besitzer hoch und sind ungeduldig. Was passiert: Die meisten Hundehalter reagieren darauf in irgendeiner Form. Bereits ein Blick zum Hund kann schon ausreichend sein, um ihm Aufmerksamkeit für sein Verhalten zu schenken. Darüber hinaus werden Hunde oft genug in solchen Momenten angesprochen und es gibt Kommentare, wie zum Beispiel: „Ja, ich weiß, dir ist langweilig. Wir gehen gleich weiter“ etc. Oder der Halter bewegt sich sogar umgehend weiter und, zack, war die Unruhe des Hundes erfolgreich.
Es gibt auch viele kleine aus unserer Sicht unscheinbare Momente. Nehmen wir Hundebegegnungen an der Leine: Wie oft schickt ein Hund dabei dem anderen einen deutlichen Blick. Und der andere lässt sich beeindrucken, senkt den Kopf, geht schnell weiter. Womöglich lernt der erste Hund, dass er den anderen „weggeguckt“ hat.
Auch in Freilauf-Situationen gibt es eine Menge zu lernen und das geht natürlich bereits im Welpen-Alter los. Kommt einer ins Rennen und ein anderer kommt ins Hinterherhetzen, so bereitet das Letztere womöglich so viel Freude, dass es sich um ein selbstbelohnendes Verhalten handelt, welches der Hund unter Umständen zukünftig häufiger zeigen wird. Manchmal wird es dem vorderen Hund irgendwann unangenehm, vielleicht lässt er sich verunsichern, vielleicht schaut er zu seinem Besitzer und hofft auf Unterstützung. Bekommen wir Menschen das immer mit? Falls nicht, dann passiert dies vor unseren Augen und das ist nicht unbedingt günstig für das Vertrauensverhältnis.
Ein anderes Beispiel aus dem Zusammenleben zwischen Mensch und Hund – diesmal betrifft es Welpen und das Thema Stubenreinheit: Oftmals hören wir in unserer Welpenstunde, dass sich der junge Hund ja noch gar nicht „meldet“, wenn er raus muss. Ja, sollte es denn das Ziel sein, dass er sich an die Terrassentür stellt und er uns anbellt und dazu auffordert, dass wir die Tür öffnen? Wir meinen: Eher nicht. Das Ende vom Lied ist häufig, dass der Hund bereits im jungen Alter lernt, dass wir super gelehrige Türöffner sind. Unserer Erfahrung nach haben Hunde es ruckzuck heraus, dass wir sie „bedienen“. Dem Hund geht es meist nach kurzer Zeit schon nicht mehr darum, dass er dringend muss, sondern dass er Beschäftigung und Abwechslung möchte. Besser ist es insofern, vorausschauend zu handeln und den Welpen regelmäßig raus zu lassen, statt abzuwarten, dass er sich meldet.

Fazit: Es lohnt sich sehr, auf die Zwischentöne zu achten. Je aufmerksamer wir durchs Leben gehen und unser Auge für das Hundeverhalten schulen, desto besser verstehen wir unsere Hunde und desto klarer können wir mit ihnen kommunizieren.

Eure Wirs

15.03.2020


Es kann jeden „treffen“ – nicht nur Rassen, die auf der Liste stehen

Vielen Menschen ist gar nicht so bewusst, wie schnell es dazu kommen kann, dass ein Wesenstest für einen Hund ansteht.
Heutzutage scheint es sogar deutlich schneller als noch vor zehn Jahren zu gehen, dass man sich damit als Hundehalter konfrontiert sieht – ganz gleich, welche Rasse oder welchen Mischling man hält. Viele gehen davon aus, dass die Gefährlichkeit dann überprüft wird, wenn ein Hund einen Artgenossen oder einen Menschen verletzt hat.

Allerdings kann es bereits problematisch werden, wenn ein Hund jemanden „in Gefahr drohender Weise“ anspringt. Oder auch, wenn ein Hund beim Jagen „erwischt“ wurde und dies gemeldet wurde. Es gibt zahlreiche Beispiele.

Letztendlich ist es immer strapaziös und nervenaufreibend, sich solcher Prozedur zu unterziehen, auch wenn es am Ende vielleicht reibungslos verläuft und der Hund den Wesenstest besteht.

Klar, es kann immer einmal „doof“ laufen und durch eine unglückliche Verkettung von Umständen wird ein Hund, von dem man es nie gedacht hätte, gemeldet.

Doch es gibt eben leider auch einige Hundehalter, die recht unbedarft unterwegs sind und ihrem Hund so viele Freiheiten lassen, dass dieser schalten und walten kann.
Dabei ist das Beste, was man machen kann – allein aus Gründen des gegenseitigen Respekts -, dass man seinen Hund vorausschauend führt, dass man sich rücksichtsvoll gegenüber anderen verhält und sich dafür einsetzt, dass es keinen Anlass für Beschwerden gibt.

Eure Wirs

27.02.2020


Wenn ein Hund einzieht, dann gibt es ein paar Dinge, die gerade in der Anfangszeit beachtet werden sollten:

„Ankommen lassen“ – was genau ist damit gemeint? Zwei Worte, die so viel Unterschiedliches beinhalten können.

Jeder Hund, der ein neues Zuhause bekommen hat, reagiert unterschiedlich auf die neue Situation. Der eine ist aufgeregt, der nächste zeigt sich verhalten bis hin zu mehr oder weniger verunsichert. Die meisten Hunde nehmen sich zunächst zurück und sind recht unauffällig nach dem Motto: Erst einmal beobachten und schauen, wo ich hier gelandet bin. Und genau das tun Hunde: Sie beobachten und haben schneller, als wir gucken können, heraus, wie Menschen ticken.
Unserer Erfahrung nach passiert meist Folgendes: Die Hundehalter unterschätzen die Anfangsphase und geben dem Hund viele Freiheiten. Der Hund ist ja schließlich (noch) zurückhaltend und soll sich wohl fühlen. Und irgendwie scheinen viele Menschen Freiheiten als Kriterium für Wohlfühlen zu sehen.

Typischerweise gibt es zwischen drei und sechs Monaten eine Umbruchphase und der anfangs zurückhaltende Hund kommt „plötzlich“ mehr und mehr aus sich heraus. Das ist nicht selten verbunden mit „störendem“ Verhalten (verstärktes Territorialverhalten, Anbellen von anderen Hunden am Gartenzaun oder beim Spazieren gehen, forderndes Verhalten usw.).

Ankommen lassen ist also definitiv NICHT gemeint als: „Du darfst erstmal tun und lassen, was du willst und dich hier ausbreiten“ und ist auch nicht gemeint als: „Du bist jetzt im Wellness-Bereich gelandet, was können wir für dich tun?“

Sondern wir halten folgende Punkte (insbesondere für die Anfangszeit) für wichtig:

– Ruhe geben
Der Hund hat nach seinem Einzug genug mit den neuen Eindrücken zu tun, da braucht er kein großes Programm (Ausflug auf die Hundewiese, dann gleich mal vom Tierarzt durchchecken lassen, anschließend gucken, wie er sich in der Stadt verhält und dann gehen wir noch ins Restaurant zum Ausklang). Er braucht keine Party, kein: Lern-Mal-die-ganze-Nachbarschaft-und-noch-den-Freundeskreis-kennen.

– Regelmäßigkeit
Eine gewisse Regelmäßigkeit tut gerade in der Anfangszeit gut. Nicht im Sinne von: um Punkt 8 Uhr ausführen und um Punkt 12 Uhr zu füttern. Es geht darum, für den Hund eine gewisse Struktur des Alltags zu schaffen, so dass er sich grob an einem Tagesablauf orientieren kann und die neue Situation für ihn dadurch einschätzbar wird.

– Regeln
Hilfreich für den Hund ist es, wenn es von Anbeginn gewisse Regeln und Strukturen gibt. Dann weiß er, woran er ist und was er darf und was nicht. Vor allem erlebt er den Menschen als Gegenüber, welches einen Plan hat und an dem der Hund sich demzufolge gut orientieren kann. Das gibt Sicherheit und das Vertrauen wächst.
Kommt der Hund in einen Haushalt mit mehreren Bezugspersonen, dann sollten diese sich im besten Falle diesbezüglich abgestimmt haben.

Zu guter Letzt ist vor allem eine große Entspanntheit und Gelassenheit des Menschen für den Hund von Vorteil. Wer unaufgeregt und geduldig mit den Neuerungen, den Eigenheiten und Besonderheiten umgeht, der hilft sich und dem Hund am Allermeisten durch die Zeit des Kennenlernens hindurch.

Eure Wirs

25.02.2020


Vielleicht kennt es der ein oder andere: Wenn Hunde einen Maulkorb tragen, dann wird manchmal nachgefragt, ob das denn „immer noch“ sein muss.
Im Grunde genommen ist es doch so: Zeigt ein Hund ein übersteigertes Aggressionsverhalten, dann gehört er in bestimmten Situationen abgesichert.
Zumal das Leben nicht immer planbar ist. Ungewollt, ungeahnt, plötzlich kann es zu Momenten kommen, in denen sich die Lage verändert und der Hund schnell (oft schneller als wir reagieren können) nach vorne geht. Sei es, dass der Hund etwas Fressbares findet und es ernsthaft verteidigt, dass er seine Bezugsperson abschirmt, wenn ein Pilzsammler auf einmal aus dem Gebüsch auftaucht oder dass er mit Hunden kritisch werden kann (und bekanntlich muss immer damit gerechnet werden, dass ein freilaufender auftaucht).

Es gibt sicherlich immer jemanden, der es anders sieht, der es anders einschätzt, der es anders machen würde. Dies gilt im übrigen nicht nur für den Umgang mit Hunden ….
Letztendlich ist der Halter (oder sind Tierheimmitarbeiter) in der Verantwortung. Das sollte man im Kopf haben, wenn man sich durch die Meinung anderer schon mal ins Wanken bringen lässt. Hört man auf die Stimmen von außen oder trifft man selbst die Entscheidung? Man sollte sich vor Augen halten, dass man selbst dafür geradestehen muss, wenn etwas passiert. Es sind ja eben gerade die nicht, die vorher kluge Sprüche geklopft haben.
Wie beim Autofahren: Vielleicht hat man manchmal einen Beifahrer an der Seite, der meint, dass es doch flotter gehen sollte. Oder der Hintermann hupt und man lässt sich antreiben oder dazu hinreißen, schnell bei gelb noch über die Ampel zu fahren oder ein riskantes Überholmanöver zu starten. Am Ende hat der Fahrer oder der Hundehalter die Konsequenzen zu tragen, wenn es zu einem Vorfall/Unfall kam. Die vorherigen Sprücheklopfer sind dann meist weg.

23.02.2020


Es gibt ein paar spannende Phänomene im Umgang mit Hunden. Um eines davon soll es heute morgen gehen. Im Hunde-Training erleben wir es häufig, dass Hundehalter sich über dies oder jenes Verhalten ihres Vierbeiners ärgern.

Nehmen wir folgende Beispiele:
Sobald der Hund im Garten ist, buddelt er, was das Zeug hält.
Oder: Jedes Mal, wenn ich da und da spazierengehe, dann läuft er zu der Stelle, wo es heruntergefallenes Obst gibt und frisst es.
Oder: wird er von der Leine abgemacht, dann reagiert er nicht mehr zuverlässig auf den Rückruf – wenn andere Hunde auftauchen, wenn er eine Wildspur hat, wenn Jogger kommen … etc.

Manchmal werden diese Themen wieder und wieder erzählt. Es ist zu merken, wie es den Halter beschäftigt. Dabei fehlt oftmals ein ganz entscheidender Punkt, nämlich der, etwas an der Situation zu verändern und nach Lösungen zu suchen. So, wie sich manche Hunde an Mauselöchern regelrecht „festbeißen“, so beißen wir Menschen uns manchmal an dem fest, was uns ärgert. Das ist schade, denn es begrenzt unseren Blick und schränkt uns ein. Die permanente Auseinandersetzung mit dem unerwünschten Verhalten des Hundes wirkt quasi wie ein Brett vor dem Kopf.

Was bedeutet das nun konkret? Es gilt, Lösungen zu finden. Lösungen finden, Entscheidungen treffen, Wege aufzeigen, Ideen haben, agieren, statt reagieren – das ist das, was Hunde überzeugt, was sie dazu bewegt, auf uns zu reagieren und sich an uns zu orientieren. Das zeigt Hunden, dass ein kluger Kopf dahintersteckt, der was kann und der was auf dem Kasten hat.

Möchte ich verhindern, dass mein Hund im Garten buddelt, dann gibt es die Variante, den Hund gar nicht erst in den Garten zu lassen, zumindest nicht allein. Wenn der Halter dabei ist, dann kann er Einfluss nehmen – ins Detail zu gehen, das sprengt hier den Rahmen.
Wenn ich weiß, dass mein Hund genau an einer Stelle auf der Runde etwas aufsammelt, dann kann es des Rätsels Lösung sein, ihn schon im Vorfeld an die Leine zu machen, bevor er frisst.
Wenn ich weiß, dass mein Hund nicht zuverlässig zurückkommt, dann kann eine Schleppleine helfen, den Rückruf zu festigen.

Übrigens: Vielleicht ist genau heute der richtige Tag dafür, loszulegen und Lösungen zu finden. Genau heute. Im Grunde genommen ist jeder Tag der richtige. Wir müssen es nur „tun“.

Viel Spaß dabei ,

Eure Wirs

22.02.2020


Wie Sie sehn, sehn Sie nix!

„Wenn es so einfach wär, würds Fußball heißen“ sagt Silke öfters.

Die Fragen nach „kann er mit Katzen“, „wie siehts mit Kindern aus“, „ist er verträglich mit Artgenossen?“ sind nicht so einfach zu beantworten, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Jeder Mensch und jeder Hund sind individuell zu betrachten. Katze X ist völlig gelassen den meisten Hunden gegenüber und deshalb hat Hund Felix mit dieser Katze auch kein Problem. Katze Y hingegen ist eher ein Duckmäuserich und rennt beim Anblick von Hunden davon. Das löst bei Felix womöglich ein Verhalten aus, das für Y unschön enden könnte.
Katzen sind nicht gleich Katzen und Kinder sind nicht gleich Kinder. Es gibt phänomenale Kinder, die sich zu benehmen und dem Hund gegenüber zu verhalten wissen und eben auch andere.
Natürlich gibt es Hunde – wie Mala – die Menschen ansich zum Knutschen toll finden und da ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie, sofern sie nicht massiv genervt werden, beißen.
Unser Ghost hingegen ist eher ein „Rührmichnichtan“ und braucht seine Zeit, bis er mit jemandem warm wird und dann auch nicht gleich so kumpelhaft auf Du und Du, sondern ganz piano. Natürlich würden wir ihn pauschal nicht an ein Paar mit Kindern vermitteln, deshalb steht erst einmal im Profil: „Nicht zu Kindern“. Käme jetzt allerdings jemand, der sich super auskennt und weiß, wie der Hase läuft, dann würden wir gewiss auch eine (der sehr seltenen) Ausnahme machen.

Ja, und so ist das mit allem: Bei einem ist der Hund noch der super Autobegleiter, beim anderen „quiekt“ er fortwährend.
Bislang hat er im Garten keine Löcher gebuddelt – neue Vorzeichen durch neue Besitzer und er buddelt.
Noch nie hat er bei seinen sieben Vorbesitzern auch nur einmal ins Haus gepieselt und nun doch.

Verlassen wir uns einfach nicht zu sehr auf das, was wir weitergegeben bekommen, sondern machen uns unser eigenes Bild. Schließlich sind wir für uns selber verantwortlich, oder?
Unsere Charaktereinschätzung hilft uns ein ganzes Stück nach vorn in Sachen “Hunde erkennen“, aber 100% gibt uns keiner, denn der (neue) Mensch “macht” den Hund!

Eure Perdita – mitten unter vier Hunden, von denen einer als Hunde unverträglich ins Tierheim abgegeben wurde (und ja, das ist wahr – ihr Beutefangverhalten ist nicht zu unterschätzen und daraus resultierten seinerzeit auch die Unfälle, die sie auf den Tierarzttisch zum Einschläfern fabrizierten).

16.02.2020


„Bauen“ wir uns unsere SinL-er selber?

Offensichtlich entsteht manchmal der Eindruck. Da kommt eine Hündin zu uns, die jahrelang ohne Maulkorb lebte und nun bekommt sie einen verpasst. Kann ja nur den Grund haben, dass wir uns wichtig machen wollen, oder? Naja, die Hündin hat einen Welpen getötet und in der Tagesgruppe (dort ist sie nur unter Aufsicht) zeigt sie sich situativ durchaus auffällig. Ohne Maulkorb könnte das zu unschönen Verletzungen führen, würden wir nicht ein Auge drauf haben. Denn da quiekt und rennt und tobt es manchmal ganz ordentlich rum.
Landzela, geb. 2013, haben wir seinerzeit von einem Wanderzirkus übernommen. Er war o.k., kein problematischer Hund und somit ging er nicht als SinL zu seinen neuen Besitzern. Wie er sich nun, nach zwei Jahren Verwöhnaroma zeigt, das werden wir in Kürze genauer betrachten (er kam wegen Todesfall zurück). Er ist soweit recht aufgeschlossen und freundlich, aber die Wahrheit liegt ja im Stress, also zum Beispiel auf dem Tierarzttisch, bei Futter, wenns eng wird etc. Würde er hier in verschiedenen Situationen massiv (beschädigend) zubeißen wollen (das Wollen wegen „kann nicht“, weil er ja mit Maulkorb abgesichert ist beim Test), dann würde er als SinL-Hund vermittelt werden.

Wir wollen eines nicht: Menschen da draußen ins Messer laufen lassen. Nur, weil die Hunde bei uns unauffällig sind, heißt es nicht, dass sie es nach Vermittlung auch bleiben. Der Mensch macht den Hund!
Ebenso sagen einige Personen, die SinL-Hunde übernommen haben, dass sie die harmlosesten Hündchen auf der ganzen Welt bekommen haben. Schön – dann haben wir alles richtig gemacht, denn wir wissen, wie sie sein können und waren und bei nicht kompetentem Handling werden könnten. Deshalb ein Loblied an unsere super „Adoptanten/onkels“, die sich unserer Jimnys, Marwins, Antons, Sammys, Balous, Rockys und Co. angenommen haben und sie glücklich mit ihren harmlosen Hausgenossen sind.
Hingegen haben wir unseren Nambu als nicht-SinL-Hund vermittelt und der hat ganz schön was auf dem Kasten, der Knilch – kann auch vorkommen. Vielleicht wußten wir einfach auch nur, dass er in super Händen landet und deshalb wird er (hoffentlich) niemals auffällig da draußen.
Fakt ist, dass wir keine Hunde abgeben wollen, von denen die neuen Besitzer überrascht werden. 100% können wir nicht vorhersagen , aber die grundsätzlichen Tendenzen wollen wir schon mit auf den Weg geben.

Wir hatten gerade Besuch von einer Kundin, die einen Hund aus einem Tierheim übernommen hat, der ziemlich viele Baustellen hinsichtlich beißen mit sich brachte. Das hat ihr keiner bei Vermittlung gesagt. Schön für den Hund, dass die Kunden ihn behalten haben, aber was wäre, wenn er richtig (also noch mehr, als er es tat) zugelangt hätte? Wie gesagt, kann immer passieren, denn man kann sich vertun, gewisse Dinge nicht getestet haben. Einige Menschen halten sich auch nicht unbedingt an das, was man bei Abgabe empfiehlt, aber … Ein Risiko bleibt immer – und das begleitet uns jeden Tag.

Ja, so ist das. Man kann mit Netz und doppeltem Boden vermitteln und es geht schief. Man kann blauäugig vermitteln, auch, wenn es eine „Granate“ ist und alles läuft rund. Man kann … Es gibt für nichts eine Garantie und somit bleiben wir auf der sicheren Seite, wenn wir bei der Bestandsaufnahme ein vorübergehendes „Prädikat SinL“ vergeben, was sich auch ändern kann. Allerdings geht das auch rückwärts. Bei Masu sind wir immer hin- und hergerissen. Sie ist im Grunde fantastisch mit Mensch und Hund und manchmal, ganz manchmal, bekommt sie dermaßene „Anfälle“, dass sie aktuell unter SinL läuft.

Wie machen das andere Vermittlungsstellen? Wir haben fast keinen Hund, der zu Kindern vermittelt werden wird. Nicht pauschal – es gibt immer Ausnahmen von der Regel.

Habt einen schönen Tag,

Eure Wirs

10.02.2020


Ist es nicht so, dass permanente Kontrolle das Lückensuchen forciert?
„Nimm nichts vom Boden auf“, „komm zurück, da kommt ein Jogger“, „ich sehe das Reh vor ihm“. Aas am Boden vor meinen Augen wird ignoriert, loben etc.
Oftmals ist es ja nötig, dass wir einwirken – logo. Es geht um die Menge und vor allem darum, aus welcher eigenen Kraft heraus man agiert (oder doch nur reagiert?).

Irgendwann bekommt man doch einen Klaps oder nicht? Was denkt wohl der Hund, wenn wir jeden Atemzug von ihm kommentieren, interpretieren, analysieren, reklamieren, belohnen …? (jaja, bei meinen Körpersprachenseminaren analysieren wir endlos – zum Lernen, aber doch nicht permanent im normalen Leben ).

Solange wir wachsam sind, kann das ja noch alles funktionieren, was aber, wenn nicht? Handy klingelt, Essen kocht über, Kind ruft (gilt auch für drinnen), unverhofft kommt ein fremder Hund angeschossen?

Viele Hunde wissen, ob wir präsent sind oder nicht – kennst Du, oder? 
Für die Hunde, die mitlaufen, eine super Beziehung/Basis haben, ist dies kein Thema, da quatschen wir Menschen dem Hund aber auch kein Gartenhäuschen ans Ohr.
Aber was ist mit den Kommentierern unter uns – jene, die sich nicht sicher sind. Ob es da etwas nützt, das Reh erst zu sehen? Womöglich, aber was, wenn Hund das Reh doch vorher sieht? Wenn ich mir nicht sicher bin, dann habe ich ein langes Leinchen an meinem Tierchen befestigt und bin somit (fast) auf der sicheren Seite.
Es muss doch wahnsinnig anstrengend sein, draußen immer auf der Hut zu sein oder?
Drinnen hingegen sind wir oftmals ganz entspannt – da hat „er“ ja auch nichts anderes vor. Draußen machen wir dann den Miesmacher: „Hör auf mit diesem, hör auf mit jenem“.

Das kleine Wort zum Sonntag empfiehlt – und ich bin mir fast sicher, dass es ganz viele von Euch schon tun – draußen mal eine Schmusesession mit dem Stubenwolf (super Wort) zu absolvieren. Ob er da Lust zu hat? Gewiss.

Eure Perdita, die weiß, wovon sie spricht . Kenne das nur zu gut, wenn man sich seiner Sache nicht ganz sicher ist

09.02.2020


„Ich lege für meinen Hund die Hand ins Feuer“ … Ja, dann mach das mal. Wir tun das auch. Wir legen die Hand ins Feuer dafür, dass Munga „auslöst“, wenn ein Fremder sein Zimmer betritt. Ebenso legen wir die Hand dafür ins Feuer, dass, wenn wir den Raum verlassen, das Brötchen vom Tisch verschwindet, wenn Seelefant alleine mit genau diesem zurückbliebe. Und wir legen die Hand dafür ins Feuer, dass, wenn Mbiri etwas weglaufendes/Schwäche zeigendes (Hase, Hund etc.) sieht, sie diesem folgen würde.
Weiter gehts mit Handschuhen, die wir ins Feuer lägen. Nämlich für viele unserer Hunde, dass sie bei Hundebegegnungen gut zu händeln sind, dass sie sich gut untersuchen lassen etc.
Wie kommt man darauf, die Hand für Gehorsam ins Feuer legen zu wollen? „Ich vertraue ihm so sehr, dass ich ihn bedenkenlos mit meiner dreijährigen Tochter alleine lasse“. „Er liegt zu 100%, wenn ich ihn ins Platz rufe“. „Die Kofferraumklappe kann jederzeit offen bleiben, er springt nicht raus“.
Wir sind begeistert, dass Menschen ihren Hunden vertrauen – so soll es sein. Andererseits begegnen uns viele „dashaternochniegemacht“ hier.

Und Ihr so?

Wir sind gespannt.

08.02.2020


Es gibt viele Diskussionen zum Thema Streicheln als Bestätigung. Gerade jüngst wurde dazu kommentiert.
Was ist richtig, was ist falsch?
Das ist ganz individuell zu sehen. Hunde sind einzigartig, wir Menschen auch. Nur, weil die Rute bei der weißen Hündin Masu nicht an der Nase wieder herauskommt, heißt es nicht, dass sie fröhlich ist (sie schaut besorgt ob der von oben kommenden Hand eines Fremden, sie steht sehr breitbeinig, ist in der Achse zurück uvm.) Mit „Landeklappenohren“ wäre ihre Unsicherheit für viele sicher noch einfacher zu erkennen. Nun ist es aber so, dass Hunde nicht immer Bücher lesen, wie sie sich zu verhalten haben, damit es der wehrte Betrachter draußen einfach/er hat.

Es ist mal wieder sehr individuell, was jeder einzelne Hund mag. Es gibt Hunde, die finden angefasst werden völlig unnötig, die loben wir mit Stimme oder Keks und üben dennoch das Anfassen, damit sie lernen, Berührungen auszuhalten, ja, meist genießen sie es dann sogar im Laufe der Zeit. Natürlich kommt es darauf an, wie. Will ich nun direkt loben, dann schaue ich, was Wohlbehagen auslöst, um passend zu agieren. Etliche Hunde mögen Öhrchen kraulen, Brust streicheln etc. Entscheidend ist, dass das Lob als Lob ankommt, also angenehm empfunden wird.

Wie viele Menschen nesteln teils unbeholfen an ihrem Hund herum, nachdem er auf Ruf freudig herangaloppiert kommt. Ob das ein Lob ist? Auch die mentale Einstellung zählt und wenn der Mensch sich freut, dann merkt der Hund das schon. Besser geht immer, gewiss, aber Hunde können uns schon sehr gut decodieren – es bleibt ihnen ja auch nicht viel übrig.

Und manchmal wird ein hochspringender Hund (bewusst oder unbewusst) gelobt durch streicheln. Kontraproduktiv? Für wen? Genau, für den, den es stört. Solange sie unterscheiden – und das können sie – ob es der Besitzer ist, der es wünscht/erwartet oder eine Fremdperson, ist doch alles tutti. Alles, was ich verbieten kann, kann ich auch erlauben.

Uns fehlt manchmal der Blick über den Tellerrand, denn es gibt kein richtig oder falsch aus unserer Sicht:
Hund rammt „distanzlos“ (für wen?) in den Mensch rein zur Begrüßung – wems gefällt. Wo ist da das Problem, wenn er vom Gegenüber, das überhaupt „keinen Schmerz“ damit hat, angefasst wird.
Hund wird von oben gestreichelt – vom Menschen gut gemeint. Für den einen schwierig auszuhalten, für den anderen ganz normal, geradezu klasse, weil er seinen Menschen kennt und es passt.

Die Bandbreite ist riesengroß und auch hier gilt es, die jeweilige Situation genau zu betrachten.

Eure Wirs

05.02.2020


Labrador Melgarve wartet und wartet auf sein Zuhause.

Schon eine ganze Weile ist er nun im Tierheim. Labradore sind zwar sehr beliebt, aber das sind die, die man gemeinhin als „Familienhunde“ bezeichnet. Die (angeblich) unkomplizierten, die verträglichen und leicht erziehbaren.
Nicht solche, wie Melgarve es ist, der aus dem Raster fällt, der nicht dem typischen Rassestandard entspricht. Es geht nicht um sein Aussehen. Er ist ein sehr hübscher Kerl.
Es verhält sich allerdings nicht jeder Labrador so, wie die meisten Menschen sich ihn vorstellen.

Der dreijährige Melgarve ist außergewöhnlich. Außergewöhnlich aufmerksam, hellwach, begeisterungsfähig, temperamentvoll. Er fährt super im Auto mit, kann eine ganze Menge an Gehorsamsübungen und trailt wie ein Weltmeister. Er ist mit Feuereifer bei der Sache.
Aber Melgarve ist auch ein Hund, der sich gegenüber Artgenossen schon mal aufbläst und wichtig macht und der – und genau das wurde ihm zum Verhängnis – Futter mit Zähnen verteidigt.
Beim Labrador können sich das viele Menschen kaum vorstellen. Er braucht einen Maulkorb? Kaum vorstellbar.
Wenn wir erklären, dass er sehr ernsthaft sein kann, wenn es ums Fressen geht, und dass er dann auch durchaus beißt, dann wird es im nächsten Satz heruntergespielt und als „schnappen“ bezeichnet.

Nun wartet Melgarve im Tierheim Viernheim auf den Tag, an dem jemand vorbeikommt und sagt, dass das nichts ausmacht, dass Melgarve doch ein prima Typ ist und sich das alles händeln lässt. Also, natürlich soll es nicht nur gesagt, sondern auch gekonnt werden. Wir helfen und unterstützen natürlich dabei, ist ja klar.

Eine Bitte haben wir in Melgarves Namen zum Abschluss noch:
Schubladen-Denken von wegen „der Labrador ist soundso, der Border Collie ist so und der Molosser so“ hilft keinem weiter.
Genau hinschauen hilft, auch mal über den Tellerrand gucken, jeden Hund individuell betrachten und sich vielleicht sogar auf Neues einlassen.

Eure Wirs

29.01.2020

O.k., ein dritter Versuch die WIRs zu erklären, weil wir oftmals danach gefragt werden, wie das denn so alles zusammenhängt. Tja, wenn ich das so genau wüßte.

Ich versuche mein Glück, ein wenig Licht ins Dunkel zu schicken:

Am Anfang war der Tierschutzverein Viernheim – für sich …

… und hin und wieder, in den letzten Jahren – vor dem Frühling 2016 als sich alles änderte – sogar ziemlich regelmäßig hielten wir Seminare in Viernheim ab und wir trainierten einmal wöchentlich mit den Granätchen.

Am Anfang war SinL – für sich …

… bzw. hatte zwei fixe Plätze im Tierheim Darmstadt, weil es für mich ein Katzensprung ist, weil die meisten Trainer es ziemlich nahe hatten, weil Darmstadt irgendwie auch „mein“ Tierheim war.

Im Frühling 2016 dann wurde das Verhältnis zu den Viernheimern immer enger und intensiver und toller und überhaupt und so fragten wir, ob wir mit 2 (zwei) Hunden dort mit unserem Projekt Unterschlupf bekommen könnten. Ein klares JA war die Antwort und so begann alles.

Anfangs wurden von einem Teil der Hunde-Akademie Trainer noch die SinL-Hunde gearbeitet und irgendwie mixte sich alles. Nicole übernahm nach und nach die SinL-Hunde (anfangs war ja auch noch Jorgo mit „im Spiel“), wir, die Hunde-Akademies „machten“ ebenso die nicht SinL-Hunde mit.

Das sind die eigentlichen WIRS. Das enge Tierheim-Team, jene, die mit den Hunden arbeiten plus Petra Nelle-Kettner, „unsere“ Kassenterrierin im Tierheim und die Hunde-Akademie-Trainer, die ständig vor Ort sind und mit den Hunden arbeiten.

Nach wie vor gibt es zwei Konten – einmal für das Tierheim direkt – hier habe ich heute für die Twela-OP gebettelt, dann SinL – unter animal rescue – Tierrettung ohne Grenzen e.V., wo auch „Rettet das Nashorn“ und „Tiersuchstaffel 24/7“ von Christiane Frey zuhause ist.

Soooo, und dann kamen Personen hinzu (in unsere große Whatsappgruppe der WIRs), die regelmäßig vorbeikommen und helfen, wie beispielsweise Christian SchindlerVanessa Haitz, Nicole Hildehelga, Daniela Adams, Elmar Biel etc.), damit alles flugs informiert sind, wenn etwas mit einem bestimmten Hund ist.

So einfach ist das .

Und glaubt mir, wie oft überlegen wir, wie wir was handhaben. Ist das jetzt Tierheim oder SinL oder einfach WIR alle? Einige Tierheim Damen hatten die Idee, einen Kalender für 2021 erstellen zu lassen. Super, nicht wahr?! Und nu? Tierschutzverein Viernheim alleine? Mit SinL? Klar, gerne. Neues Logo? Nein, niemals. Am Ende ist es doch egal, denn es geht um eines und zwar … Genau! Um unsere Hunde, um unsere Tiere und ich bin mir sicher, dass Ihr auch einen Tierschutzverein Viernheim Kalender in Kooperation mit SinL zum Wohle unserer Schützlinge kauft, oder?

Es ist eine riesen Win-Win Geschichte geworden und es macht viel Spaß und bringt viel positive Energie, die wir für unsere Schützlinge brauchen.

Ohoh, das war jetzt aber eine lange Story – hoffentlich halbwegs verständlich.

25.01.2020


Was sind SinL-Hunde?

Wir fingen ja mit SinL an – Ihr wisst – in 2015 (Ende 2014 ist die Idee geboren). SinL ist ein Projekt, mein Projekt, das schwierigen Hunden, Hunden ohne Chancen, einen Start in ein neues Leben ermöglichen soll. Es sind Hunde, die gebissen haben, massiv verletzt haben, andere Hunde getötet haben, Hunde, die aus anderen Tierheimen kommen, wo sie nur geschiebert werden, weil sie gefährlich für das Personal sind. Es sind aber auch Hunde wie Matsefu, der von privat kam, weil er gebissen hat. Oder unsere „Maus“, die am Montag kommt, weil sie einen Hund tötlich verletzt hat. Manchmal sind es auch Fundhunde oder oder oder. Auch Lutando ist ein SinL-Hund. Er hat noch nicht gebissen – geschnappt womöglich, aber er hätte, wäre seine Besitzerin nicht so beherzt dazwischengegangen, den Säugling erwischt. Beim Testen zeigte sich massives Beutefangverhalten und das ist nun mal gefährlich und gehört in kompetente Hände.

Was ist ein SinL-Hund. Hunde, die mit Netz und doppeltem Boden vermittelt werden. Hunde, die draußen – und das wird vertraglich festgehalten – mit Maulkorb geführt werden müssen, weil sie gefährlich sein können. Hunde, die super kompetente Menschen brauchen, weil sie ihnen sonst möglicherweise um die Ohren fliegen.

Wenn Ihr heute die Besitzer der von uns vermittelten SinL-Hunde fragt, dann werden einige milde lächeln und sagen: „was für ein Spaziergang“ – ja, für sie, weil sie „es“ können und dafür sind wir dankbar.

Schaut Euch beispielsweise Calimero an. Dieser Hund war bissig, hatte 7 Vorbesitzer und heute lässt er sich von Kindern schmusen. BEDINGT!!! Sein Doghandler weiß genau, wann es Cali zu viel wird und dann nimmt er ihn raus. So darf das sein.

Ja, und dann unterteilen wir für uns natürlich noch. Dzedze ist jetzt keine 10 auf einer Skala bis 10. Das war unser Sparky (bei Frauke), Marito (der angeblich silberne Labrador von Sams), Tim Tintenklecks (von Nic). Aber auch ein Dzedze ist dazu imstande Löcher zu beißen, womöglich ohne großen „Substanzverlust“, aber behandlungsbedürftig und deshalb ist auch er SinL-Hund.

Nein, nein, nicht jeder Hund ist SinL und klar, beißen können sie alle. Es geht um das Aggressionspotential und Beutefangverhalten, die Zündschnur und vieles mehr. Verzeihen sie Fehler, suchen sie sie?

ja, so in etwas ist das.


Eure Perdita für uns alle
25.01.2020

5 Jahre!!! SinL ist jetzt 5 Jahre alt. Happy birthday to us!

Mensch, wie die Zeit vergeht.

Makulu, ehemals Astor, zog gemeinsam mit Merlin, seinerzeit noch ins Tierheim Darmstadt, ein. Das waren die ersten beiden SinL-Hunde – durch unsere Fee unterstützt. Danke dafür!!!

Wir hätten niemals gedacht, dass das Vermitteln soooo schwierig ist. Makulu zog Ende 2015 zu Silke/Sams, bei der er bis heute lebt.
Am Ende haben wir bislang 56 SinL-Hunde, also Hunde mit ziemlichen Nebenwirkungen, erfolgreich vermittelt, worüber wir uns riesig freuen. All diese Hunde wissen, wie beißen geht. Die einen mehr, die anderen weniger heftig. Wir haben tolle Menschen für sie gefunden, bei denen sie heute – gut gehändelt, gemocht, Grenzen bekommend – ein tolles, lebenswertes Leben führen.

Wir haben Fehler gemacht, was uns sehr leid tut und das wird uns immer wieder passieren, was uns auch sehr leid tut. Wir geben immer wieder unser Bestes – für jeden einzelnen Hund!

Wir haben viel Positives erlebt und auch einigen Gegenwind abbekommen. Letztlich haben wir bisher viel mehr erreicht, als wir je zu träumen wagten. Wir haben vorwiegend wohlwollende Menschen um uns herum, die uns unter/stützen, die uns Energie geben, die uns motivieren, nämlich Ihr. DANKE dafür!!!

Nun hoffen wir auf die nächsten 5, 10, 15 Jahre – für unsere Schützlinge, denn eines ist klar: jeder Einzelne hat es verdient.

Wir sind und bleiben motiviert, denn wenn wir die Fotos und Videos der Vermittelten (und das gilt nicht nur für die SinL-Hunde) sehen, dann geht uns das Herz auf: Da meldet sich das Anton-Frauchen, wie er mit ihr schmust; da ist Jimny, wie er das Brötchen in Frauchens Händen hypnotisiert; der Pasa sagt fast jeden Abend „gute Nacht“; Purzel; Hook, Josh, Tamino und Co. … wir freuen uns für Euch und sind mega stolz auf Eure tollen BesitzerInnen, die sich ganz besondere Hunde heimgeholt haben – Diamanten nämlich.

Unser allergrößter Dank geht an den Tierschutzverein Viernheim, der uns bei sich zuhause sein lässt, damit dieses Projekt möglich ist.

Eure SinLs

25.01.2020

Zu dem Post von letzter Woche (https://www.facebook.com/StartInsNeueLeben/photos/a.667119866731334/2479693618807274/?type=3&theater).
Viele sprechen in den Kommentaren das Thema „Welpenschutz“ oder auch Mehrhundehaltung an. Allerdings galt das Vorkommnis hauptsächlich als ein Stellvertreter für zahlreiche Themen, die täglich rund um Hunde passieren. Es liegt uns sehr am Herzen, dies noch einmal zu verdeutlichen. Gerade erst lasen wir von einem erwachsenen Hund, der an Bissverletzungen eines fremden Hundes gestorben ist.

Wie häufig heißt es: Plötzlich hat der Hund dies oder jenes getan, ohne Vorwarnung hat er gebissen, aus heiterem Himmel ging er hinter Rehen her usw. usf.

Manches würde im Zusammenleben reibungsloser verlaufen, wenn wir Menschen mehr auf die hündischen Bedürfnisse und auf das Verhalten von Hunden eingehen und achten würden. Beim intensiveren Beschäftigen mit Körpersprache und Verhalten kommt man unter Umständen dann schon frühzeitig auf die Idee, dass das ein oder andere vielleicht nicht gut tut oder anders gehandhabt werden sollte. Prävention ist das Stichwort.

Hunde mögen nicht unbedingt von jedem (fremden) Menschen angefasst werden, Hunde brauchen gerade, wenn sie neu irgendwo eingezogen sind, viel Ruhe und nicht als nächstes eine große Familienparty.

Hunde machen häufig mit, wenn ihnen für Fotos Weihnachtsmützen aufgezogen werden – bis sie vielleicht eines Tages nicht mehr mitmachen und nach vorne gehen, weil es ihnen zu viel ist, weil sie sich bedrängt fühlen, weil ihre Individualdistanz unterschritten wird.

Menschen sind manchmal stolz darauf, dass Kinder „alles“ mit dem Hund machen dürfen, weil dieser alles zulässt. Toll wäre es, wenn man häufiger hören würde, dass Eltern stolz darauf sind, dass ihre Kinder respektvoll mit Hunden umgehen und wissen, dass man nicht „alles“ mit Hunden machen soll.

Hunde „freuen“ sich vielleicht so sehr über ihren Geburtstagsknochen, dass sie ihn direkt verteidigen, zur Not mit den Zähnen. Auch ein neues Hundekörbchen kann dazu führen, dass der Vierbeiner (wenn es ein entsprechender Typ ist) „plötzlich“ meint, es dürfe keiner mehr vorbeigehen, geschweige denn sich annähern.

Ja, es kann mit dem eigenen Hund alles auch gaaanz anders sein und Kopf an Kopf-Fotos sind kein Problem – bis die Zähne vielleicht eines Tages doch einmal im Gesicht landen, weil es der unbedarfte Freund mit einem ganz anderen Hundetyp nachmachen möchte …

Hunde sind nicht zwangsläufig mit jedem Artgenossen verträglich und wollen entsprechend nicht mit jedem „spielen“.

Vor allem verändern sich Hunde im Laufe der Zeit und werden manches Mal mit dem Erwachsenwerden „anders“.

Für den eigenen Hund die Hand ins Feuer zu legen, kann fatal enden.

Es geht uns darum, dass Hunde als Hunde ernst genommen werden und darum, dass Halter wissen, wozu Hunde im Stande sein können.
Die Betonung liegt auf „können“.

Bestimmt haben einige schon direkt zu Beginn, aufgehört zu lesen, weil sie sich nicht angesprochen fühlen.

Wenn am Ende zumindest ein paar Menschen nachdenklich werden, dann ist schon etwas gewonnen, wenn ein wenig mehr Achtsamkeit entsteht, ein bisschen mehr Respekt, ein bisschen mehr Verantwortungsgefühl.

Eure Wirs

21.01.2020


„Aaaah, das gibt´s doch gar nicht!“

Heute wurden wir (wie es inzwischen leider tagtäglich der Fall ist) von einem Tierheim kontaktiert mit der Frage, ob wir noch heute einen Hund aufnehmen oder spätestens morgen, denn wenn nicht, dann würde er eingeschläfert werden. Zwei Tierärzte haben die Euthanasie empfohlen.

Worum es geht?
Es handelt sich um einen ca. einjährigen Hund, der im Februar 2019 aus dem Auslandstierschutz von einer Privatperson übernommen worden war. Nachdem es zu Problemen kam und er abgegeben werden sollte, wollte oder konnte die Orga ihn nicht zurücknehmen.
So landete der Hund schließlich im Tierheim. Eine Woche lief dort alles gut. Nun sollte ihm ein Geschirr angezogen werden, woraufhin er allerdings die Mitarbeiterin schwer verletzt hat.
Aufgrund dieses Vorfalls soll nun eine Entscheidung getroffen werden, die da lautet: Entweder er kommt in ein Resozialisierungsprogramm oder er wird eingeschläfert.

Es ist absolut verständlich, dass Tierheime mal nicht weiterwissen. Nicht jeder hat die zeitlichen Möglichkeiten und teils fehlen auch die Kompetenzen, um mit schwierigen Hunden umzugehen. Es stellt sich allerdings die dringende Frage, weshalb dann irgendwer auf die Schnelle über Leben und Tod eines Hundes entscheidet.
Wer weiß, was mit dem Hund ist und was genau da los ist? Nur weil er eine Woche in Ordnung war, heißt das nicht, dass er unproblematisch ist. Er hatte immerhin die letzten Tage Zeit zu beobachten, wer wie tickt. Er konnte Informationen sammeln, konnte womöglich die ein oder andere Schwachstelle erkennen, hat eventuell mentale Schwächen erkannt.
Gerade beim Anziehen eines Geschirres muss man dem Hund zudem ganz schön auf die Pelle rücken, wofür es manchmal erst einmal ein gefestigtes Vertrauensverhältnis braucht.
Wenn ein Hund neu einzieht, ganz gleich, ob im Privathaushalt oder im Tierheim, dann ist es wichtig, dass man ihn im Auge behält und seine Körpersprache beobachtet, denn er entwickelt sich ja weiter und verändert sich. Er kommt an, er probiert vielleicht nach und nach mehr aus.

Wie ging es weiter?
Wie immer, wenn solche Anrufe kommen, haben wir abgelehnt, denn, wie Ihr wisst, ist das Viernheimer Tierheim voll.
Hui, sowas ist immer harter Tobak. Für den Hund sowieso. Es ist sehr, sehr traurig. Auch für uns ist das gewiss nicht einfach.
Es wurden zwar bereits Stimmen laut, dass wir ja weniger mit unseren vorhandenen Hunden machen könnten, so dass Kapazitäten für weitere Hunde frei werden. Das wollen wir nicht, denn das ist nicht fair für die Hunde, die bereits da sind. Sie haben unsere Zeit verdient.
Wir haben uns in den letzten zwei Jahren an die Grenzen des Machbaren gebracht und jetzt sind wir endlich in einem Rahmen, wo wir unseren Hunden richtig, richtig gerecht werden können, so wie wir es uns vorstellen und wie wir es für sinnvoll erachten. Das möchten wir beibehalten.
Wenn mal einer vermittelt wird, dann kann auch mal einer von der langen Warteliste nachrutschen.

Dieses Erlebnis von heute musste raus. Leider kein so schöner Abschluss des Tages, aber eben leider die Realität.

Eure Wirs

15.01.2020


Die Sache mit den Erwartungen, die Sache mit der Kommunikation, die Sache mit dem Menscheln, die Sache mit Facebook, die Sache …

Hallo zusammen!

Eines möchten wir Euch unbedingt wissen lassen: Transparente Kommunikation liegt uns sehr am Herzen und ist uns ein großes Anliegen. Aus diesem Grund wollen wir nicht nur Streichel- und Schmuse-Videos posten, was easy wäre, denn das würde uns das Leben sehr erleichtern. Nein, wir wollen Euch auch diverse Herangehensweisen aufzeigen! Natürlich drehen wir keine Lehrvideos, das wäre auch nicht der Sinn der Sache. Dennoch sollt Ihr sehen, wie ein Hund bei uns ankommt – und wie er sich entwickelt. Wir lassen Euch deshalb auch teilhaben an unseren Gedanken über die vierbeinigen Schützlinge, Freude und Sorgen inklusive.

Unsere Hunde sollen natürlich auch gesehen werden. Wir hoffen, dadurch die eine oder andere Spende zu generieren, denn ohne Unterstützung von außen lässt sich Tierschutz kaum ordentlich betreiben.

Immer wieder hören wir, unsere gute Arbeit wäre nur möglich, weil die Ursprungs-Tierheime die laufenden Kosten für die Unterbringung der SinL-Hunde übernehmen würden. Es wäre schön, wenn es immer so wäre! Tatsächlich sind wir (noch) weit davon entfernt.

Unsere offene Art der Kommunikation fällt uns nicht immer leicht, denn manchmal kommt wegen etwas Unmut auf und/oder es gibt heftigen, unsachlichen Gegenwind. Solche Posts löschen wir ab sofort, denn das Reagieren darauf zieht erfahrungsgemäß einen Rattenschwanz weiterer Kommentare nach sich.
Die Beschäftigung damit kostet uns einfach zu viel Zeit und Nerven. Sachliche, konstruktive Kritik und Nachfragen jeder Art sind und bleiben dagegen herzlich willkommen! Lob natürlich auch .
Für persönliche Gespräche steht Euch Silke Giesing zu den üblichen Bürozeiten unter 0171/4212969 gerne zur Verfügung.

Inzwischen werden vermehrt Wünsche per PM zu allen möglichen Themen an uns herangetragen, darunter Warnungen vor bestimmten Personen, zig Platzanfragen für „bissige“ Hunde und spezielle Bitten: Wir mögen doch öfter Pummel zeigen, dafür weniger Fiffy und sollen Filmausschnitte von Kollegen beurteilen.
Solche Statements geben wir aber grundsätzlich nicht ab. Warum nicht? Weil wir meistens nur kleine Ausschnitte einer Geschichte kennen und gar nicht im Detail wissen, was wirklich dahinter steckt. Auf so einer Basis über andere zu urteilen, lehnen wir ab.

Bitte entschuldigt also, wenn wir nicht auf alle Eure Anliegen ausführlich eingehen können und wollen. Uns rinnt andernfalls die Zeit durch die Finger!

Bitte macht Euch bewusst: Wir führen diese Facebook-Seite in unserer Freizeit. Wir sind uns selbst die größten Kritiker und diskutieren vieles im Team. Wir messen und wiegen und befinden für gut – oder auch nicht (und dann ändern wir nach Möglichkeit). Dabei stellen wir auch mal fest, dass ein Hund mehr Ruhe braucht, als wir ihm bei uns bieten können – wie Fokisi und Mowu. Für die beiden fand sich glücklicherweise eine ruhigere Unterbringungslösung, sodass wir bei uns im Tierheim keine faulen Kompromisse für sie schließen mussten.
Viele dünnhäutige Hunde leiden nämlich sehr im Tierheim. Fokisi und Mowu gehören zu solchen sensiblen Vierbeinern. Ihnen geht es auf ihren neuen Plätzen ganz ausgezeichnet. Wir bekommen täglich Infos und bald seht Ihr Videos von den beiden. Versprochen! 

Übrigens: Wer einen intensiveren Einblick in unsere Arbeit erhalten möchte, kann uns vor Ort gerne im Rahmen eines „Schulterblicks“ besuchen. Ihr seid herzlich willkommen!

08.12.2019


Bei vielen Tierheimhunden heißt es, es fragt nie jemand nach ihnen.
Es gibt auch die andere Seite: Nach Melgarve fragt immer wieder einmal jemand. Das sind Tierheim-Besucher, die den Labrador-Rüden sehen und die sich allein aufgrund seiner Rasse nicht vorstellen können, dass er seine Zähne zumindest situativ ernsthaft einsetzen kann. Bei Fressbarem hört der Spaß nämlich auf, das verteidigt er.

Melgarve ist ein sehr aktiver und temperamentvoller Hund. Er ist begeisterungsfähig, offen und steht ganz gut im Leben. Wenn irgendwo etwas los ist, dann möchte er dabei sein. Er tobt und rauft gern und ist körperlich. So bleibt es nicht aus, dass er immer mal in Menschen und Hunde reinrempelt.
Bemerkenswert ist seine Ausdauer im Verfolgen von Zielen. Wenn er etwas will, dann bleibt er hartnäckig dran und lässt sich nicht ohne weiteres davon abhalten.
Der Rüde hinterfragt insgesamt recht häufig Regeln, die der Mensch vorgibt. Ohne weiteres lässt er sich nicht überzeugen. Da muss man schon ausgesprochen konkret, konsequent und bestimmt im Auftreten sein, um sich durchsetzen zu können. Er ist immer mal in der Hundegruppe mit dabei und dann am liebsten mitten drin im Geschehen. Melgarve hinterfragt auch unter Artgenossen die Grenzen, die ihm andere aufzeigen. Er möchte ganz genau wissen, ob eine Ansage ernst gemeint ist. Heißt es „Nein“, sagt er schon einmal „doch“. Dabei unterstreicht er sich durch lautes Bellen. Frust kann er, man ahnt es schon, nicht so gut ertragen…

Melgarve hat einen sehr guten Grundgehorsam und er fährt super im Auto mit.
Sein Hobby ist das Mantrailing – er ist begeistert und engagiert bei der Sache.

In ein paar Tagen (am 09.12.2019) wird Melgarve drei Jahre alt. Er wartet im Tierheim Viernheim auf ein Zuhause.

03.12.2019


So bunt wie das Herbstlaub, das sich in allen Farbvarianten zeigt, so „bunt“ und so vielfältig sind die Charaktere von Hunden.

Zum Teil spielt die jeweilige genetische Veranlagung eine Rolle dabei, wie sich ein Hund entwickelt, zum anderen kommen die Erfahrungen und Erlebnisse des einzelnen Tieres hinzu.

Und dann ist es außerdem noch jeder einzelne Mensch, der etwas im Hund sieht. Wir bringen unsere eigene Geschichte mit rein, wir bringen unsere Sichtweise ein. Es gibt den Spruch: „Du siehst die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie du bist.“

So sieht der eine Mensch einen cleveren Hund, wenn dieser im Haus ruck zuck die Türen zu öffnen weiß, um an Leckerli zu kommen. Der nächste sieht einen frechen Hund, der einfach so von einem in den nächsten Raum spaziert.

Da ist der Hund, der seinem Menschen an den Lippen hängt und versucht, es ihm immer recht zu machen. „Toll, so viel ‚Will to please‘, meint der eine.
„So eine Klette“, findet der nächste.

Nimmt der eine Mensch einen Hund, der den meisten Teil des Tages verschläft, als „entspannt“ wahr, so bezeichnet ihn der nächste vielleicht als „langweilig“.

Es ist nicht ausschließlich der Hund, der „so oder so“ ist. Er ist es auch ein Stück weit durch uns.
Wo wir gehen und stehen – wir bringen uns mit ein.

02.12.2019


Wie oft schauen Hunde uns an – und wir merken es nicht.
Wie oft geht der Blick in unsere Richtung und wir sind gerade mit etwas anderem beschäftigt.
So oft sind wir ganz woanders mit unseren Gedanken.

Häufig nehmen wir zwar wahr, wenn sich der Hund nach außen orientiert und korrigieren dies, zum Beispiel, wenn er zu einem anderen Hund hinzieht oder einer Katze nachlaufen will. Viel weniger wird in der Regel bemerkt, wenn sich der Hund zum Menschen orientiert. Manchmal geschieht dies beiläufig, manchmal ist es auch „nur“ ein Ohr, welches Richtung Mensch geht.
Hunde bemühen sich viel stärker, uns zu verstehen, als es uns häufig bewusst ist.

Ein Lob an der richtigen Stelle hilft, dass der Hund auch weiterhin nach uns schaut. Manchmal reicht es auch, den Blick des Hundes mit einem freundlichen Anschauen zu erwidern. Es sind nicht immer die großen, aufwändigen Dinge, sondern oft die vermeintlichen Kleinigkeiten, die der Mensch-Hund-Beziehung gut tun.

28.11.2019


Tierschutz oft ein Wechselbad der Gefühle. So bunt schillernd wie dieser wunderbare Abendhimmel …

Mitgefühl für manch ein Tier-Schicksal gehört dazu.

Auch Hoffnung, denn ohne Hoffen geht es nicht. Die Hoffnung zum Beispiel, dass sich für die Hunde bald die passenden Interessenten finden.

Ein Bangen, dass Interessenten dranbleiben. Zwischen: „Ja, es wird was!“ – und (manchmal kurz vor dem Ziel): „Oh, schade, es hat nicht sollen sein“ …

Eine Riesenfreude, wenn es mal geklappt hat und ein Hund (oder ein anderes Tier) glücklich das Tierheim verlässt, weil sich jemand gefunden hat, der ihn, und zwar genau ihn, ins Herz geschlossen hat.

Nicht mehr einer von vielen sein – wir wünschen es jedem Einzelnen so sehr!

25.11.2019


Entscheidungen treffen

Hunde haben vor allem dann, wenn man auf einem Spaziergang unterwegs ist, viele Ideen und Interessen: In Mauselöchern schnüffeln, Hundegerüchen nachgehen, auf Bewegungsreize anspringen etc.
Während der Hund vieles unterwegs spannend findet und schnell agiert, sind wir Menschen oft einen Tick hinterher. In unseren Trainingsstunden steht häufig ein Thema im Vordergrund, die Frage danach, wer agiert, wer reagiert.
Oftmals ist ein Ungleichgewicht vorhanden. Der Hund macht, der Mensch reagiert. Der Hund buddelt, wir versuchen, ihn daran zu hindern, der Hund bellt Artgenossen an, wir ziehen ihn an der Leine zurück, der Hund rennt zu Spaziergängern, wir rufen „der tut nix“ und laufen hinterher, um ihn abzupflücken.
Wenn wir denn überhaupt reagieren. Manchmal braucht es eine Weile vom Realisieren einer Situation hin zum Nachdenken über das, was nun zu tun ist. In der Zwischenzeit hat der Hund schon lääängst wieder etwas anderes zu tun.

Was sich immer wieder und wieder im Umgang mit Hunden zeigt: Es ist von immenser Bedeutung, Entscheidungen treffen zu können und zu wollen, um Führung geben zu können.
Faszinierend ist, dass Hunde meist sehr gut Entscheidungen treffen können. Gut im Sinne von schnell. Da können wir uns echt was von ihnen abgucken. Was ihnen wichtig ist, da bleiben sie dran. Sie machen sich dabei vor allem nicht so viele Gedanken darüber wie wir.
Das, was so einfach klingt, ist in der Umsetzung für uns oft verdammt schwer.
Es hängt zum Beispiel davon ab, welches Wissen rund um den Hund vorhanden ist und wie man das Verhalten einschätzen kann.
Es hängt jedoch auch von der eigenen Persönlichkeit ab:
Wie gut weiß man im „normalen Leben“, was man will?
Wie sicher und konkret weiß man im Umgang mit dem Hund, was man will und wie es aussehen soll?
Wie gut kann man allgemein Grenzen setzen und Nein sagen?

Menschen sind in ihren Charakteren so unterschiedlich, wie Hunde es auch sind. Wem es schwer fällt, einen Plan zu haben bzw. ein „Nein“ durchzusetzen, der kann es womöglich ein Stück weit üben. Es kann allerdings auch eine wichtige und hilfreiche Erkenntnis sein festzustellen, dass es einem nicht so sehr liegt und es daher nur schwer gelingt. Das bringt wiederum mit sich, dass sich dadurch bedingt das ein oder andere Thema, welches man mit dem Hund hat, auch nicht ändern wird. So lange es weder dem Hund noch Menschen schadet, muss das nicht tragisch sein. Es kann eine richtige Erleichterung sein, wenn man feststellt, dass es ok so ist, wie es ist.

21.11.2019


Ist es nicht so, dass so ziemlich jeder gesehen werden möchte, ob klein, ob groß, ob jung, ob alt?

Die einen schlagen Pfauenräder und heben ihr Bein bis zum Spagat (ja, auch Menschen), die anderen kommen und piesacken und je mehr man drauf eingeht, desto mehr tun sie es. Ich gebe es zu, beim Hund kann ich ganz gut aussitzen, beim Menschen lasse ich mich manchmal noch triggern. Andere fressen Krams vom Boden – obs schmeckt oder Aufmerksamkeit bringt oder am Ende beides? Keine Ahnung.
Auch das vermeintliche Jagen ist so ein Thema. Jagen sie oder schauen sie nach Grenzen oder gar nach Aufmerksamkeit.

Wie oft loben wir draußen für gut und wie oft machen wir den Miesmacher: hör auf zu schnüffeln/pöbeln/etwas zu fressen, renn nicht so weit vor. Wenn es uns wichtig ist oder peinlich werden könnte, dann rufen wir (in welchem Ton auch immer) und ab an die Leine, die oftmals als Freiheitseinschränkung gilt und nicht Sicherheit gibt, was so viel schöner wäre.
Aufmerksamkeit für gut – ohne zu übertreiben  – ist gewiss ein guter Weg, denn ansonsten rufen sie, unsere Hunde, danach und sie werden sie bekommen. So oder so.

Vieles Hündische lässt sich auf den Menschen übertragen, vor allem das nicht akzeptieren von Neins. Wie kann ich Respekt anderen gegenüber erwarten, wenn ich selbst keinen zolle – aber das steht wieder auf einem anderen Blatt, nicht wahr.
Ja, hier schreibt jemand, der mies ist in Neins zu akzeptieren – jedenfalls nebulös ausgesprochene.
Das Gute an uns Menschen ist, dass wir reden, erklären und ebenso uns reflektieren können.

Als Beispiel nehme ich meinen Maliwelpentext von vor zwei Wochen, als ich kurz vorm Flieger nach Afrika war und flott noch den Hund einstellen wollte, quasi sehr gefordert. Ich schrieb „Abgabe aus Überforderung“ (was alles sein kann), um Fragen zu vermeiden, die ich aus dem Flieger nicht hätte beantworten können. Und los ging die Schlitterpartie. In Afrika gelandet sah ich nur noch Beschimpfungen über die Abgebenden und schimpfte selber auf die Schimpfer. Danke, Lena fürs konstruktive aufmerksam machen. Natürlich wunderte ich mich, dass lediglich eine einzige Person zurück ruderte und der Rest sich nun gegen mich stellte. „Hätte Perdita besser formuliert, dann hätte ich nicht gemeckert :-)“. O.k., nun weiß ich Bescheid.
Das aber auch nur am Rande. Die Sache war lehrreich und ich habe – ungewollt in diesem Falle – Aufmerksamkeit bekommen.

Euch wünsche ich einen schönen Tag mit Phapharati und Xiluva und ich schau mal, ob ich wieder auf die Füsse komme, denn heute hats mich weitestgehend ins Off befördert.

Danke Euch fürs Dasein und fürs rege Teilen, damit unsere Hunde gesehen werden und endlich ein Zuhause finden.

Eure Perdita aus der heute kühlen und windigen Ferne

18.11.2019

Was den Umgang mit Hunden anbelangt, sind ja eine Unmenge an Tipps im Umlauf. Folgendes haben wir die Tage gehört: Eine befreundete Hundehalterin hat einen extrem unsicheren, teils sehr ängstlichen Hund aus dem Tierschutz, der im Zweifelsfall sein Heil in der Flucht suchen würde. Dieses Verhalten ist so stark verankert, dass es sicherlich eine ganze Weile (viele Monate) dauern wird, bis sich der Knoten lockert – oder er sogar platzt.
Die Hundehalterin hat viel Geduld, sie lässt dem Hund Zeit, packt ihn dabei aber nicht in Watte, sondern nimmt ihn im Alltag mit und bindet ihn ein. Er soll schließlich die Chance haben, Erfahrungen sammeln zu können. Und wenn es nötig ist, dann bietet sie ihm Schutz, zum Beispiel gegenüber Menschen oder Artgenossen, die den Hund bedrängen. Sie macht das sehr schön – ruhig und souverän.
Der Hund wird gut abgesichert, sei es im Auto oder draußen durch die Leine.
Nun meinte kürzlich ein anderer Hundehalter, den sie traf, dass sich ihre Ängste auf den Hund übertragen. Weshalb denn der Hund immer an der Leine laufen muss.
Sie solle ihn doch ruhig ableinen, er läuft schon nicht weg. In Hinblick auf diesen Hund liegt der Mann mit seiner Einschätzung total daneben. Glücklicherweise weiß diese Hundehalterin seine Kommentare einzuschätzen und hört darüber hinweg.
Wie gefährlich wäre es, wenn sie weniger erfahren wäre und es „mal ausprobiert“, was er empfohlen hat. Das würde in diesem Falle richtig schief gehen.
Es gibt eine Menge Tipps, die unter Hundemenschen weiter gegeben werden. Das kann hilfreich und bereichernd sein – zumindest, wenn das Gegenüber um Rat bittet. In diesem Falle kamen die „Rat-Schläge“ ungefragt und aufdringlich.
Wie so oft gilt: Gut ist es, letztendlich auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich Wissen über Hunde auf anderen Wegen anzueignen.
17.11.2019


Weshalb ist es eigentlich so schwer, den Hund so zu streicheln, dass es ihm gefällt?
Immer wieder ist das ein Thema in unseren Trainingsstunden, nämlich genau zu beobachten, wie der Hund aufs Anfassen reagiert. Was mag ein Hund, was mag er nicht? Wer genau hinsieht, erhält umgehend die Antwort, denn der Hund sendet permanent Signale.
Womöglich sind wir in Gedanken überall und nirgends, so dass wir manchmal gar nicht registrieren, dass das Streicheln teilweise sogar als recht unangenehm empfunden wird. Meist ist es ziemlich simpel zu erkennen: Der Hund wendet den Kopf ab, duckt sich, entzieht sich, rutscht weiter weg vom Menschen.
Dabei möchte man ja in der Regel dem Hund etwas Gutes tun. Doch klopfen und rubbeln gefällt Hunden in den wenigsten Fällen. Ein hektischer Hund wird, wenn er „durchgewuschelt“ wird, noch unruhiger.

Es lohnt sich wirklich, genau hinzusehen, wie die Reaktion des Hundes ist. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn der Hund dann anzeigt, dass es ihm gefällt und er im besten Falle sogar mehr von den Streicheleinheiten haben mag. Wir können nur empfehlen, einmal genau hinzusehen und sich Zeit dafür zu nehmen. Vor allem während der Spaziergänge kann dadurch sogar ein inniges Band zwischen Mensch und Hund geknüpft werden.
Auf dem Sofa, das kann ja jeder , aber was ist, wenn Ablenkung drum herum ist, Wild-Gerüche, Spuren anderer Hunde. Manchmal ist das alles nur noch halb so spannend, wenn die Nähe zum Hundehalter zu etwas ganz Besonderem wird. Der super Jäger wird deshalb natürlich das Jagen nicht sein lassen, aber er ist vielleicht weniger aufgeregt auf Grund der Spuren und weiß sich bei seiner Bezugsperson eines Tages besser zu entspannen.
Auch in diesem Falle gilt: Übung macht den Meister. Selbst wenn es die ersten Male vielleicht noch sehr schwer fällt, so kann im Laufe der Zeit etwas Großes daraus werden.

13.11.2019


Eine Hündin wäre fast bei uns gelandet. Ihr wisst ja, dass wir Tiere, die in Viernheim gemeldet sind – und nicht erst seit gestern dort leben – annehmen.

Als der Anruf kam, bekamen wir alle Schnappatmung. mehrmals geschnappt/gebissen, Ordnungsamt etc. pp.

Nun saß er da – im Büro – der Herr mit dem Trumm von Hund, die alles andere als freundlich war. ER hatte kaum Kraft, sie, nennen wir sie mal der Einfachheit halber „Bella“, zu halten.

Noch ein Hund, der nicht gesehen wird im Tierheim, noch ein Hund, der uns um die Ohren fliegt und wenig Chancen auf Vermittlung hat.
Ein Hund, der allerdings mit seinem Herrchen so ziemlich alles mitmacht. Bei der Bestandsaufnahme, die wir bei Einzug möglichst immer machen, sah man einen Menschen, der seine Hündin liebt und eine Bella, die ihrem Herrchen vertraute und ihn zu dekodieren versuchte. Sie stand – wie so viele Hunde – in der Verantwortung und war damit überfordert.

Wir fragten IHN, ob er sich vorstellen könne, Bella mit unserer Unterstützung zu behalten (dieser Post fällt uns gerade wegen der Mala-Posts ein). Ja klar, würde er sie gerne behalten, aber seit der Trennung von der Lebensgefährtin ists „etwas eng“.

Was können wir tun? Den Hund gesundheitlich checken lassen auf unsere Kosten, tierärztlich mit dem versorgen, was Bella braucht und Erziehungsstunden anbieten – bis es klappt und dann weiterhin, weil es klappt.

Ja, so wirds gemacht. Die beiden waren beim Tierarzt, Bella hat beidseitig schwere HD, was aber die Muskulatur gut abfängt, und bekommt Mittelchen. Unterricht bekommen die beiden, wann immer sie wollen (ob das Team nun mit einem Hund im Tierheim oder mit einem Hund, der beinahe im Tierheim gelandet wäre, trainiert) – wo ist das Problem? Wenn man damit einem Hund den Weg ins Tierheim erspart, wenn man damit ein Mensch-Hund-Team glücklich macht, dann ist doch alles getan, oder?

Natürlich können wir nicht alle Stunden verschenken und nicht alles für „umme“ machen, aber ehe jemand seinen Hund abgibt, besteht immer die Möglichkeit um Hilfe zu bitten. Irgend eine Lösung wird es geben.

Da draußen laufen so viele Experten rum. Ein paar Stunden im Jahr statt Spende (ohoh, dünnes Eis, wo wir doch grad betteln ) ans Tierheim – das ist Tierschutz.

Sind wir froh über dieses Happy End. Möge es noch viel mehr davon geben.

Eure Wirs

24.10.2019


Wir sprechen über Hunde und ihre Schicksale: (vom Menschen) verlassen, gequält, nicht verstanden, abgeschoben etc. pp.

Heute möchten wir über den Menschen sprechen. Ja, es gibt Menschen, die Tiere quälen, vernachlässigen, nicht verstehen … oder (in einer anderen Kultur leben und) andere Probleme haben, als sich um den Vierbeiner zu kümmern.

Und es gibt sie, jene Menschen, die sich schweren Herzens von ihrem (einstigen) Freund trennen müssen, nämlich, weil sie selber krank und hilfsbedürftig (geworden) sind, weil der Hund das Kind biss, weil es zuviel wurde, weil der Überblick verloren ging, weil die Vorstellung vom Hund eine andere war …

Es geht uns nahe, wenn die ehemaligen Besitzer hier mitlesen und wohlwollend schreiben und hoffen, dass ihr ehemaliger Mitbewohner nun endlich ein adäquates Zuhause findet.
Wir sind froh, wenn wir Abgaben abwenden können, wie gerade, weil es „einfach nur um Geld“ ging und da kann man helfen.
Wir sind froh, wenn die ehemaligen Besitzer sehen, dass es ihren Hunden gut geht und sie weiterhin mit uns kommunizieren. Viele von ihnen haben ihr Bestes gegeben – bis es eben nicht mehr ging.

Tierschutz ist aus unserer Sicht immer auch den Menschen zu mögen und zu verstehen und ja, manchmal ist das im ersten Moment nicht leicht und es gibt definitiv Grenzen – das steht außer Frage. Nur Pauschalaussagen wie: „warum hat der seinen Hund abgegeben“ sind fehl am Platz, ehe man nicht die Hintergründe kennt.

In diesem Sinne, immer weiter … fürs Tier und ebenso für den Menschen.

Eure Wirs

04.10.2019


Tage kommen, Tage gehen.
Jahre kommen, Jahre gehen und auch
Menschen kommen, Menschen gehen.Wir, Nadua and friends mit special effects, wir bleiben. Wir bleiben, weil wir so sind, wie wir sind. Wir sind nicht geeignet für Familien mit kleinen Kindern, wir sind nicht für den entspannten Besuch im Biergarten geeignet. Wir sind nicht jedermanns Hund.
Mit viel Glück findet sich irgendwann der geeignete Mensch für uns, der uns sieht und so nimmt wie wir sind – mit all unseren Ecken und Kanten.Im Gegensatz zu „normalen“ Tierheimen wohnen hier in Viernheim viele „Gestrandete“. Hunde aus anderen Tierheimen, die ihre Probleme mit uns hatten und nicht die nötige Zeit, um täglich mit uns zu arbeiten.
Nein, wir werden niemals 100%ig zuverlässig, aber hier haben wir ein Zuhause, bekommen unseren täglichen Zuspruch und das ist ja auch schon mal ganz schön viel.
Und eines Tages stolpert uns womöglich ein Mensch vor die Füße, der bedingungslos und loyal JA zu uns sagt.Für Besucher sind wir keine Attraktion, was es dem Tierheim nicht immer leicht macht. Bei uns kann man nicht durchschlendern und sagen: „wie süß, lass uns den gleich mitnehmen“. Solche Hunde gibt es hier kaum (abgesehen davon, dass das Tierheim Viernheim keinen Hund, egal, wie freundlich er auch ist, sofort mitgeben würde).Naja, macht nix, wir werden hier geliebt – jeder einzelne. Das ist fast schon wie Privathund zu sein bei Menschen, die viele Hunde haben.Danke, dass Ihr an unserer Seite steht und uns treu seid und bleibt, obwohl nicht alle zwei Wochen ein neues Hundegesicht hier erscheint. Auch wir wollen und müssen gesehen werden – in der Hoffnung dass …Eure Nadua und Kumpels
01.10.2019

Kennt Ihr animal rescue – Tierrettung ohne Grenzen e.V.?

Hier sind drei Projekte unter einem Dach vereint, nämlich:
Rettet das Nashorn
Start ins – neue – Leben (SinL)
Tiersuchstaffel 24/7

Diese drei Projekte hängen eng zusammen. Wer nähere Informationen haben möchte, kann diese direkt auf der o.g. Seite nachlesen.

Ganz neu ist, dass bei Bestellungen über Amazon Smile ( https://amzn.to/32Cb8b9 ) ein Betrag von 0,5 % an Animal Rescue – Tierrettung ohne Grenzen e.V. bei Nennung von eben diesem Verein geht.
Gleiches gilt auch für den Tierschutzverein Viernheim e.V. Auch dieser kann bei Amazon Smile ausgewählt werden.

Eure Wirs

12.09.2019


Manche Mythen halten sich hartnäckig. So auch die Denke, dass man einem Hund zum Kennenlernen die Hand entgegenstrecken sollte. Das kann zigfach gut gehen, da viele Hunde uns Menschen regelmäßig in Kombination mit dieser Annäherung erleben und sie gelernt haben, damit umzugehen. Es gibt Hunde, denen macht es einfach auch gar nichts aus.

Allerdings gibt es auch genug Hunde, die irgendwann „zünden“ und abwehren wollen. Nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wie es aus Hundesicht wirkt. Wir Menschen sind ja vergleichsweise doch sehr groß, wir beugen uns bei dieser Geste automatisch nach vorne, manchmal starren wir währenddessen den Hund an, dazu wird noch die Hand ausgestreckt, die sich langsam nähert und vielleicht zum Streicheln auf dem Kopf des Hundes landet. Das alles kann aus Hundesicht durchaus bedrohlich wirken. Die Reaktion des Hundes hängt dann unter anderem von seiner Zündschnur ab und davon, wie gut seine Lösungsfindung ist.

Diese Form der Annäherung ist sicherlich meist nett gemeint. Der Hund soll schließlich schnüffeln und Geruch aufnehmen können. Dabei ist die Hundenase so gut ausgebildet, dass der Hund unsere Gerüche auch ohne ausgestreckte Hand wahrnehmen kann. Wirklich, das geht .

Wenn ein Hund neu im Tierheim gelandet ist und wir ihn nach einer Weile genauer unter die Lupe nehmen, dann schauen wir uns unter anderem solch eine Annäherung mit entgegengestreckter Hand einmal an. Wir wollen wissen, wie der jeweilige Hund „tickt“ und wie er sich in alltäglichen Situationen verhält. Nach der Begutachtung unterlassen wir solche Situationen in der Regel. Wir haben ja doch einige Kandidaten mit „special effects“ und diese sollen erfahren, dass Menschen verlässlich sind und Schutz bieten. Das gilt natürlich auch für Privathunde, insbesondere die, die eine solche Annäherung als unangenehm empfinden.
Auf einfache Art und Weise kann man Vertrauen aufbauen, indem der fremde Mensch gestoppt wird. Wie das geht, hatten wir kürzlich hier auf der Seite mittels eines Videos gezeigt.

Eure Wirs

09.09.2019

Mehrhundehaltung

Fluch und Segen zugleich?
Gewinn oder Zwangsehe?

Was macht es mit dem Prinzen, wenn eine Diva hinzuzieht? Eine Diva, die den geliebten Menschen in Beschlag nimmt, die in seinem Bettchen schläft, von seinem Tellerchen frißt? Naja, auch, wenns nicht SEIN Tellerchen ist, so wird dennoch geteilt.
Wenns nur das ist, ist es ja noch o.k. für viele Hunde. Was aber, wenn der neue Zausel jetzt die super Aufmerksamkeit erhält, weil er der neue zukünftige Winner im Hause Schmidtmüller ist? Der Pokaleinheimser?
Ja, Gustav hat Spondylose und kann halt nicht mehr, aber Wilma wirds reißen. Sie wird das, was Gustav hätte werden sollen, aber nie konnte.

Jaja, womöglich ist das nur eine Ausnahme und ich werfe mal wieder mit Dreck.
Sitze ja im gleichen Boot. Da kam sie, die alte hemdsärmlige Rotti und meinte, sich breit machen zu müssen.
Nun liegts am Menschen, dass alle Vorhandenen weiterhin genügend Lebensqualität haben und das zu erkennen ist an uns.

Sind unsere Hunde fröhlich zu zweit, viert, sechst oder vierzehnt? Wenn das mit einem JA zu beantworten ist, dann ist ja prima und weiter im Text. Kann ich nur einem einzigen nicht gerecht werden, dann ist es in meinen Augen zuviel.
Klar, ich kann große Töne spucken, weil wir den Luxus haben, fast ständig in der Nähe unserer Hunde sein zu können.

Was braucht ein Hund zum „Glücklichsein“?

Nur mal so – aus der Erholung heraus.

Eure Perdita

05.09.2019

Thema „Hunde anschaffen, Hundeabgabe“

Sie rufen nicht nach uns, sie stehen nicht in der Toskana am Strand und sagen „nimm mich mit, ich möchte gerne meiner Freiheit beraubt und in ein fernes Land in die Enge transportiert werden“.
Auch beim Züchter liegt nicht der hübsche Welpe und sagt: „ab sofort möchte ich dein Sofa zieren/in den Hundesport/Schulhund werden“.
Aus dem Tierheim müssen sie ebensowenig „gerettet“ werden, um dann ein langweiliges, alternativ dauerbespaßtes Leben zu führen (tolle, liebenswerte und verständnisvolle Zuhause sind natürlich immer herzlich willkommen).

Es ist alles solange gut, solange wir Menschen ihre Bedürfnisse erfüllen. Was das ist? Ich weiß es nicht. Zuspruch, Sozialkontakte, Auslastung (nicht zu viel, nicht zu wenig), sie nicht ständig in Situationen führen, die sie gruseln (gestern rief eine Dame an, die ihren Hund zum Krankheitswarnhund ausbilden will. Das 11 Monate alte Kerlchen ist völlig neben der Spur vor Stress und sie hat doch schon so viel Zeit und Geld in das alles investiert und jetzt soll sie laut Tierarzt mit der Ausbildung abbrechen. Ich riet ihr auch dazu und sie lässt es jetzt. Freut sich darüber viel gelernt zu haben, aber steht nun zu ihrem Hund. So darf das sein.)
Sie laufen uns nicht nach und rufen „nimm mich, nimm mich“.
WIR entscheiden uns für sie. Jaaahaaa, ich weiß, ich wiederhole mich. WIR haben JA zu ihm/ihr gesagt. WIR sind in der Verantwortung. Jupp, und manchmal passt es nicht. Manchmal!
Wir meckern über amerikanische Verhältnisse und sind (teilweise, nie pauschal gemeint, für jene, die sich heute den Schuh anziehen mögen) keinen Deut besser.
Wir halten sie in engen Boxen im Haus, stundenlang im Auto, gehen mal kurz ums Eck und der Jagdgebrauchshund darf, so er denn hübsch ist, flanieren, aber nicht arbeiten (naaaa, Frau Lübbe, haben Sie nicht Catahoulas? Jupp, flanieren aber nicht. Sind aber hübsch ).

Ja, man, es ist nicht immer einfach mit Hunden und das sollte man seit dem Tamagotchi (aus den 80ern oder so) doch wissen. Die sind reihenweise ums imaginäre Leben gekommen.

Hunde stinken, Hunde können beißen, Hunde sind teuer, Hunde müssen raus (auch bei Regen), Hunde können bellen, Hunde können anspringen, Hunde können blamieren, Hunde können …

Wenn ich mir die Gesichter von Hundebesitzern auf dem Hundeplatz beim BH-Training/im Ausstellungsring/beim Spaziergang/bei Hundebegegnungen/beim jagdlichen Training etc. ansehe, dann sehe ich (oftmals) keinen Glanz in den Augen – weder bei Hund noch bei Mensch. Doch, beim Tricktraining.

Wozu haben wir Hunde, wenn sie uns nerven? Ja, ich weiß, das ist völlig überzogen und trifft glücklicherweise nur einen mini Prozentteil der deutschen/deutschsprachigen Bevölkerung.

Es musste raus. Danke fürs Dabeisein


Eure Perdita für gewiss einige Wirs
20.08.2019

Acht (8) Mails habe ich heute schon beantwortet mit: „es tut mir leid, wir sind voll“.

Drei Antworten: „dann muss ich ihn einschläfern lassen“.

Leute, was sollen wir dazu sagen? Ja, wir wiederholen uns mit unseren Posts. Wir wissen nicht, wie sich das Problem lösen lässt. Wir sind traurig über das, was um uns herum geschieht.
Aber wir können nicht weiterhelfen, denn wir sind voll.

Bitte empfehlt uns nicht weiter und selbst die Hunde auf Warteliste werden sicher in diesem Jahr keine Chance mehr haben, kommen zu können.

Wir wollen weiterhin gute Arbeit leisten und das geht nur mit einem „Nein“ zur rechten Zeit (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel).

Kürzlich hatten wir hier einen Kommentar, der sinngemäß aussagte: „nur soviel, wie ich an einem schlechten Tag leisten kann“. Sehr klug. Danke dafür. Wenn wir wieder auf 29 sind, dann können wir wieder über einen sprechen.

Es tut uns leid, dass wir absagen müssen, aber …

Eure Wirs

07.08.2019


Heute erklären wir mal den Sinn der Namensgebung und -änderung.

Wir taufen mittlerweile alle Hunde, die hier in Viernheim ankommen, um.

Anfangs oftmals, weil wir einige Tierheime und Besitzer schützen wollten, damit nicht jeder gleich weiß, dass „Donald“ aus dem Tierheim Entenhausen stammt.

Dann hatten wir einen Hund, der auf seinen Namen ausgesprochen besorgt reagierte, so dass wir der Meinung waren, dass ein neuer Name ihm aus der Misere hilft.

Ein neuer Name ist schnell gelernt und deshalb haben wir irgendwann beschlossen, dass alle Hunde umgetauft werden. Wir spielen gerne und machen auch uns selber gerne Freude. Deshalb haben wir uns immer wieder für die Comic-, Kinderfilm/buch- etc.-Welt entschieden und dies möglichst dem Charakter/Aussehen der Hunde entsprechend.

Madame Methusalix beispielsweise ist die schlanke, blonde, bildhübsche Frau von Methusalix von Asterix und Obelix.
Dr. Honigtau Bunsenbrenner kommt von den Muppets und bringt seinen Assistenten Beaker immer wieder in unschöne Situationen (hier war Beaker – Grüsse  – sein vorheriger Pate).

Wir mögen ausgefallene Namen. Paul, Lotte und Lilly passen nicht zu uns.

Shangaan, eine südafrikanische Sprache, sickerte immer mal durch und bekam im Tierheim Fans (und was sind wir alle stolz, wenn der Kuli mit dem Namen auf dem Handrücken verblasst und wir sie endlich aussprechen können).
Der heisse Draht nach Afrika ist vorhanden und so können wir immer nach der Aussprache fragen und Dank Whatsapp üben und üben.

So zieht sich das als roter Faden durch. Majengelane (Maschingalaan) bedeutet „security“ und das ist er wahrlich. Mufefeleti ist der kleine Dreikäsehoch, Nambu der wilde Fluß und so weiter.

Unsere Hunde heißen nicht nur einfach. Sie leben ihre Namen und das ist uns wichtig.

Nun wünschen wir Euch eine gute Nacht und uns auch – mal sehen, was sie bringt …

Eure Wirs

02.08.2019


Da manchmal nachgefragt wird: Ja, die SinL-Hunde werden vermittelt.

Es ist unser Ziel, dass die schweren Jungs und Mädels für eine Vermittlung vorbereitet werden. Sie sollen gesehen werden, sie sollen ins Leben kommen und wahrgenommen werden. Als Hunde, die ernst zu nehmend sind und die ein ausgesprochen verantwortungsvolles Handling benötigen, aber nicht als Hunde, die nur auf ihre Bissigkeit und ihr Aggressionsverhalten reduziert werden. Das wäre nicht fair.

Sie wurden in früheren Zeiten zum Teil nur noch geschiebert, sie wurden missverstanden, es wurde teils versucht, durch harte Maßnahmen ihrer „Herr zu werden“. Sie haben also oft schon einiges durch, das darf man nicht vergessen. Es braucht Zeit und Geduld, die alten Muster zu verlassen und offen für Neues zu sein. Das sollten Interessenten bedenken.

„Start ins – neue – Leben“ heißt, es wird den Hunden Vertrauen geschenkt, sie werden so genommen, wie sie sind, sie werden ins alltägliche Geschehen integriert erhalten Sozialkontakt, der ihnen teilweise lange verwehrt blieb, sie werden geliebt, sie werden gefordert und gefördert – und kommen manchmal in kleinen, oft in großen Schritten voran.

Dann braucht es noch eine Portion Glück, damit sich genau der passende Mensch findet, der das, was in Viernheim begonnen wurde, weiterführt. Der einem der SinL-Hunde eine Chance gibt, ein eigenes Zuhause zu haben. Jemand, der weiß, mit den Eigenheiten umzugehen und der sich dessen bewusst ist, dass es gefährliche Momente gibt, die es gemeinsam durchzustehen gilt. Denn auch nach dem Aufenthalt in Viernheim werden die Hunde nicht frei von Aggressions- bzw. Beutefangverhalten sein. Es bleibt vorhanden, wird jedoch händelbar.

Wer sich für einen SinL-Hund interessiert, der sollte bereit sein, mehrfach zu kommen, um sich in Ruhe kennenzulernen, der sollte viel Wissen um hündisches Verhalten mitbringen und offen dafür sein, sich anleiten zu lassen.

Unterstützung ist selbstverständlich gegeben, sei es in der Vermittlungsphase, sei es darüber hinaus. Natürlich stehen wir auch anschließend mit Rat und Tat beiseite.
Wer Fragen hat, schreibt uns bitte am besten per PM an. Scheut Euch bitte nicht, uns anzusprechen.

Auf dem Bild ist übrigens Labrador Melgarve zu sehen, der auch auf ein Zuhause wartet. Er ist ein agiler, begeisterungsfähiger, sehr gehorsamer Rüde. Wann kann es kritisch werden? Wenn es um Futter oder andere Ressourcen geht, denn diese verteidigt er.

Eure Wirs

11.07.2019

Wie sag ich’s meinem Kinde? Bälle können Fluch und Segen zugleich sein.
Bei sehr veranlagten, dynamischen, dafür prädestinierten Hunden kann das (tumbe) Werfen von Bällen (alternativ Tannenzapfen, Kongs, Plüschtieren, Flaschen, Frisbees, sonstwasfürWurfgeschosse) zu einer Art Rausch werden. Sich schnell bewegende „Reize“ (Bälle, rennende, schreiende Menschen, Radfahrer, Karnickel etc. sowieso, schaukelnde Kinder, spielende Kinder, Reizangel und so weiter) können späterhin (bei dazu veranlagten und prädestinierten und unerzogenen Hunden) dazu führen, dass es zu Unfällen kommt.
Siehe Lutando und Co. Sicherlich können Unfälle auch ohne diese Förderung geschehen, denn die Veranlagung ist ja schon da.
Fragt sich nur, ob ich Dinge fördern muss, die mir am Ende massiv auf die Füsse fallen können.
Dies nur am Rande, aber mal wieder kurz hier „reingeschüttet“.Und wieder gilt: nix Pauschales. Ich habe Quitschies, wo es passt und werfe auch mal Schwimmspielzeuge am Meer. Die Mitte …Eure Wirs
06.07.2019

„Ist der auch stubenrein“?
„Kann er alleine bleiben“?
… „verträglich mit Artgenossen“?
… „kompatibel mit meiner 93jährigen Mutter/Erbtante“?
… „gesund ist er doch gewiss“. *
Ja, diese und noch viel mehr Fragen bekommen wir häufig von Interessenten gestellt. Und das vorab, ehe der Hund kennengelernt wurde. Scheckliste durchgezackert, bei 100% „ja“ würde man dann weitermachen wollen …„Klar, und er fährt Sie ins Büro, macht, bevor er die Kinder aus dem Kindergarten abholt, flugs den Abwasch und erledigt die Besorgungen – keine Frage“!Gestern telefonierte ich mal wieder mit Kirstin (Rico KoblenzTierheim Koblenz) und wir sprachen über dies und das, eben aber auch über dies. Einer von uns beiden muss es immer zum Text verwurschten und diese Eine bin oftmals ich. So ist das mit dem Münzen werfen: Zahl gewinnt Kirstin, Adler verliere ich. Macht nix, bin ja grad im Flow und die beiden Texte von heute früh hätten eigentlich direkt dieser werden sollen.Also, kurzum: was kann der Hund, damit ich mich ihm seiner annehme? Quasi die eierlegende Wollmilchsau direkt für 400 Tacken aus dem Tierschutz. Is klar.
Mangelware (also, angedellert in Wesen oder Form, sind ein NoGo. Secondhand, naja, das geht grad noch, dafür geht man ja ins Tierheim. Dann aber bitte generalüberholt und Scheckheft gepflegt – wer will schon die Katz oder den Hund im Sack „kaufen“.Ist es nicht so, dass man sich die Frage stellen könnte:
„was kann ich für einen Tierschutzhund tun“?Klar hat ein Tierheimhund eine Vergangenheit – meist eine andere, als ein Welpe vom Züchter. Und wenn man einen bestimmten Typus Hund mit einem bestimmten Charakter haben möchte, dann erkundigt man sich am besten bei einem guten Züchter – und davon gibt es etliche. Was allerdings nicht bedeutet, dass alle Lakeland Terrier, Havaneser, Bernhardiner, Greyhounds und wie alle Rassen heißen mögen, mit dem Charakter „schlüpfen“, wie es im Buche steht – denn jeder Hund ist individuell.
Nichts desto trotz kann man (nie pauschal) davon ausgehen, dass ein Hovawart wachsam und ein Deutsch Drahthaar jagdlich ambitioniert ist, ebenso ein Malinois viel GO hat.Zurück … Was kann ich für einen Tierschutzhund tun?Ihm ein neues Leben geben. Ihn so lassen, wie er ist – auf gewisse Weise (natürlich wird erzogen, selbstverständlich gibt es Regeln) – im Sinne von: „Ich nehme Dich mit all Deinen Vorzügen UND Macken, also mit dem Köfferchen, das Du bei Dir trägst.Beim Verlassen des Tierheims kann ich versprechen: „ab jetzt wird alles gut (oder noch besser), denn wir gehen ab sofort jeden Weg zusammen – ich bin Dein Fixstern, Du kannst Dich auf mich verlassen.
Ich mache das wieder „rund“, was andere nicht gemacht oder versaubeutelt haben“.Man sollte sortiert sein, wenn man einen „Secondhand-Hund“ übernimmt, gerade dann, wenn er noch ein paar Nebenwirkungen mit sich bringt (das wird irgendwann auch mal Thema: weshalb Hund aus dem Tierschutz). Das Tierheim wird nicht um alles wissen, was den Vierbeiner betrifft, denn ein Tierheim ist kein Zuhause und kann trotz aller Mühe und Charakteranalysen nicht jedes Detail kennen. Es wird definitiv Überraschungen geben. Dessen muss ich mir sicher sein. Und dann heißt es durchhalten, denn ein Zurück ins Tierheim füllt den Koffer einmal mehr. Wieder neue Erfahrungen, wieder einmal das Gefühl, das keiner möchte – und Hunde fühlen, das ist uns doch allen klar.Und ja, manchmal passt es einfach nicht und dann ist eine Rückgabe oder Weitervermittlung womöglich ein guter Weg. Nur: so oft, wie wir angefragt werden, ob wir nicht den „falschen“ Hund übernehmen können, ist es kein „manchmal“ mehr.Man gut, dass Hunde so viel wuppen können – sie sind einfach „etwas“ ganz Besonderes.Eure Perdita mit Kirstin und definitiv für alle Wirs* und all diese Fragen sind legitim, allerdings nicht, wenn man den Hund als eine Art Objekt sieht. Der Ton macht immer die Musik. Wie oft kommen Menschen, sagen: „oh, Hüfte nicht 100 pro, nee, dann nicht, der sollte schon gesund sein“. Um diese Menschentypen geht es.
04.07.2019

Eigentlich sollte hier gerade ein anderer Text entstehen, ist zum Selbstläufer geworden, bekommt Ihr halt erst mal diesen …

Was tun – gerade wir Mehrhundehalter – oftmals unseren Hunden an? Ist die Beziehung zum Menschen eine Gute, dann möchte doch jeder gerne in der Nähe sein. Ähnlich wie Menschen, nicht wahr? Wenn man jemanden mag, dann mag man gerne viel Zeit mit der Person verbringen. Teilen ist nicht immer einfach und je höher die Frusttoleranz, die wir von Anfang an trainieren können, desto einfacher wird es (womöglich – nicht immer).

Nun leben viele von uns, auch ich, mit mehreren Hunden zusammen und ich bin ein Freund davon. Es stellt sich mir nur die Frage nach dem: wie mache ich es für jeden einzelnen Hund möglichst so, dass er ein gutes Leben hat.

Viele „Mehrhunde“ leben in einem Haushalt und mögen sich nicht unbedingt. Was macht das mit dem Hund? Nein, das Leben ist kein Ponyhof (und wer Ponyhöfe kennt, weiß sogar, dass „Ponyhöfe“ keine Ponyhöfe sind).
Wie kann ich das kompensieren? Mit „Augen auf bei der Auswahl des Hundes“ sicher zum einen. Mit Qualitätszeit für jeden einzelnen zum anderen.
Na klar, und da gibt es die, die zusammen glucken und sich lieben (Ole und Yuma – auch da funkt es natürlich auch mal). Die „reißen“ wir nicht auseinander. Dennoch sind sie mal kurz getrennt voneinander, denn ansonsten würde der eine ohne den anderen womöglich gar nicht alleine weiter existieren können, wenn mal etwas passiert …

Das Thema ist unendlich und meine Gedanken dazu am Galoppieren. Wichtig ist doch, dass man sein Bestes gibt, nicht wahr und so gut es geht, jedem gerecht wird – ihm das gibt, was er braucht.

Dies ist ein kurzer Gedankenanstoß und zwar, weil Mottes Einzug näher rückt. Weshalb sie einzieht? Gute Frage. Weil sie es m.E. braucht/verdient hat und weil ich denke, dass es passt, wenn Ralf und ich es gut machen.

Eure Perdita – sicher auch für die Wirs

04.07.2019

Für Hundetrainer und für Tierheimmitarbeiter ist es unerlässlich, dass man Hunde zuverlässig einschätzen und etwas über ihren Charakter aussagen kann.
Leider wird das Thema teilweise nur am Rande und beiläufig behandelt, dabei ist gerade die Charaktereinschätzung etwas, was unglaublich viele Informationen über Hunde bietet. Fürs Hundetraining halten wir das daher für ausgesprochen sinnvoll und hilfreich.
Daher möchten wir heute noch einmal darauf hinweisen, dass es inzwischen, dank Anschubser durch Raphaela Niewerth, ein schriftliches Konzept von Perdita zu dem Thema gibt.
Genauer gesagt, es gibt nicht nur ein, es gibt sogar verschiedene Konzepte rund ums Thema HundUnd, das sei ergänzt, wir bekommen, wenn Ihr (egal welche Konzepte) über diesen Link bestellt: https://hundeschulkonzepte.de/?pp=3, Prozente für Perditas zweites, im Grunde erstes, Projekt „Rettet das Nashorn“.
Also bitte, bitte wendet Euch an uns, wenn Ihr bestellen wollt. Danke!Viel Spaß beim Stöbern und Kaufen und Lernen und überhaupt. Hier ist der direkte Link zum Konzept „Charaktereinschätzung“,: https://hundeschulkonzepte.de/product/charaktereinschaetzung/.Eure Wirs
02.07.2019

O.k., ich versuchs noch einmal …

Ein (auffälliger – was auch immer das ist) Hund ist m.E. weder seine Rasse, seine Fellfarbe, seine Zähne, sein wasauchimmer. 
Natürlich gibt es Genetik, aber vor allem gibt es Erziehung/Rücksichtnahme/Maulkörbe und Beziehung, Vertrauen und Respekt.

Schon wieder sind in den letzten zwei Wochen in unserem Umfeld drei Menschen massiv von ihren eigenen Hunden verletzt worden. Stundenlange OPs haben „repariert“, was zu reparieren geht.
Die seelischen Wunden bleiben: „Weshalb hat er das getan?“ „Wir waren doch Freunde“, „ich konnte alles mit ihm machen“.
Tagein tagaus, Jahr für Jahr gings gut und nun das böse Erwachen. Was ist passiert?

Ich glaub, manchmal übersehen wir Signale, vergessen, dass sich auch Hunde entwickeln vom (vermeintlich) verspielten lustigen Welpen zum erwachsenen Hund. Ein Tier mit Bedürfnissen, ein Tier mit einem Willen. Eben ein hoch soziales Lebewesen – kein Depp, kein Püppchen, kein Stofftier, kein Benutzgegenstand.

Mir tut es leid für jeden, der von seinem eigenen Hund verletzt wird und es tut mir leid, dass die Anzeichen nicht gesehen/„gelesen“ wurden. Es tut mir auch leid für die Hunde, die daraufhin umgehend „weg mussten“.

Zweimal war es wieder das Gute-Nacht-Bussi. Ja, Hunde brauchen auch mal Distanz, Hunde können auch mal genervt sein, Hunde sind Hunde!

Sie können ihre Ressourcen beanspruchen (jetzt mal nicht an mein Spielzeug), sie können Territorium verteidigen (Besuchskind/Postbote) darf nicht ins Haus/Garten. Sie können jagen/hetzen/Beute machen (und das sind nicht nur Reh und Hase, sondern manchmal werden auch (rennende) Menschen, Katzen, kleine/schwache Hunde gehetzt. Sie können, auch, wenn sie immer alles! mit sich machen lassen bei Stress (Schmerz/im Jagdeifer etc.) aus der Jacke springen und Herrchen/Frauchen beißen.
Sogar, wenn sie zum Schlafen in Narkose gelegt werden, kommt es oftmals vor, dass sie beißen. Und vieles, vieles, vieles mehr …

Es gibt keine 100% und das sollten wir wissen.

Ich weiß, die Überraschung ist oftmals groß bei den „das hat er noch nie gemacht“.
Veränderte Rituale (Urlaub/Umzug/neues Körbchen etc.) kann den einen oder anderen Hundecharakter ins Schwanken bringen. Hormone (oooh jaaaa … ).
Kennen wir das nicht alles von uns selber? Das lässt sich beliebig fortsetzen.

Nordlichter sind nicht pauschal „herb“. Wir können es sein, müssen aber nicht. Der Rheinländer läuft nicht permanent mit der Narrenkapp rum und nicht jeder Schwabe ist geizig.

Auch ist nicht jeder Freund ständig Freund im Sinne von 24 Stunden am Tag nett und wohlwollend und gut gelaunt und freundlich (das erwarten wir oftmals vom Hund).
Ein Freund wird womöglich auch mal ungnädig, wenn wir ungefragt in sein Portemonnaie greifen oder seine Zahnbürste benutzen. Ein Freund kann schon mal kurz angebunden sein, nachdem er sich den Finger eingeklemmt hat. Wie lange kannst Du völlig entspannt Besuch haben, ohne, dass irgend etwas anstrengt?

Von Hunden erwarten wir, dass sie alles akzeptieren und mitmachen – die neue Putzhilfe, Rumgeknutsche, Futter hinstellen und wieder wegnehmen (mach das mal mit mir, wenns etwas – aus meiner Sicht – Leckeres ist). WIR wollen auf sie zugreifen, wann immer uns danach ist – und das kann ja auch o.k. sein, aaaber wir müssen einfach auch ein bissl verstehen wollen, was in ihnen vorgeht.

Der Respekt/eine gute Distanz sollte einfach nicht verloren gehen.
Ja, ich weiß, auch ich neige zu Übertreibungen mit Hund im Bett, Kühlweste, Plüschkissen und Co. Und ich weiß, dass das für eine Vorbildfunktion nicht immer klug ist, denn es werden auch jene nachmachen, die nicht genau um ihre Hunde wissen – aber, wie bereits in irgend einem anderen Post erwähnt, ich kann nicht für alles verantwortlich gemacht werden.
Wichtig ist, dass alles, was ich erlauben kann, ich auch verbieten kann (und es dann natürlich auch gelassen wird ).

Wie oft werden jene verurteilt, die nichts vom Hund im Bett halten, im Winter keine Mäntelchen anziehen und der Hund womöglich nur Billig-Trockenfutter und Küchenabfälle frisst? Wenn wir mal drüber nachdenken … Wo ist das Problem, wenn Hund zudem Strukturen, vielleicht sogar einen Job, hat. Ich denke da an ein paar Kollegen, die sicherlich zufriedenere Hunde haben, als viele andere.

Jaja, ich weiß, ich schweife wieder ab. Mal wieder machts die Mitte.

Bitte, bitte bleibt vorsichtig, denkt daran, dass auch Hunde sich entwickeln. Kann ich für ihn wichtige Dinge noch unterbinden oder wird das problematisch? Eiere ich um Situationen herum, weil ich ahne, dass er unschön reagieren könnte? Nicht lieber doch mal zum Maulkorb gegriffen, ehe etwas passiert?

Und ja, ich weiß, das sind Ausnahmen, die es hoffentlich bleiben werden und ich wünsche mir, dass diese Ausnahmen weniger werden.

Passt auf Euch auf, genießt den Tag, wo immer Ihr seid, streichelt Eure Vierbeiner einmal mehr von mir übers Fell,

Eure Perdita

22.06.2019

Wer hats verdient und darf bleiben, wer hat das kürzeste Streichholz gezogen und wird den heutigen Sonnenuntergang nicht erleben?
Wer bestimmt das? Aufgrund von was?

In den letzten zwei Tagen sind drei Hunde (von denen wir wissen) eingeschläfert worden, weil die Tierheime überfordert waren, der Hund gebissen hat, es keinen Ausweg mehr zu geben schien, es keinen Ausweg mehr gab …

Ja, und nun sind wir dort gelandet, wo wir schon einmal waren. Was beißt, muss weg.
Viele haben es kommen sehen, wir schreiben seit SinL-Geburt darüber – ändern konnten wir nichts.

Das, was viele befürchteten, ist – womöglich schneller als erwartet – eingetreten. Die „Auffangstationen“ sind voll (manchmal sogar übervoll).

Heute hatten wir im Tierheim ein interessantes Gespräch – mit Gleichgesinnten. Es gibt keine Lösung für: „es werden immer mehr“, „der Raum wird eng/er“, „sie werden bissiger“ (ist das so? Womöglich aufgrund des Engerwerdens), „das Verständnis wird weniger“, „das Verantwortungsbewußtsein wird weniger“ …

Es schmerzt und ich bin froh, dass ich momentan ziemlich gut erholt bin. Mal wieder ziehe ich den Hut vor jenen, die diesen „Job“ schon so viele Jahre machen. Tagein – tagaus.

Nein, wir können die Welt nicht retten und so werden wir auf unserer kleinen Insel das Beste geben, gerne dazulernen und den Hunden, die wir hier beherbergen ein gutes Leben ermöglichen.

Und dann hoffen wir, dass wir Menschen vernünftiger werden (hoffen darf man ja ), wenn es darum geht, sich einen Hund anzuschaffen, dass sie lernen Verantwortung zu tragen für ihre Entscheidung und dazu stehen.

Und hier lesen ohnehin nicht die mit, dies betrifft, aber … es musste raus .

In diesem Sinne …

Eure Wirs

 

28.05.2019

Ich glaube, wenn ein Hund wünscht, dann wünscht er sich Sozialkontakte in einem für ihn angemessenem Maß. Er wünscht sich Ruhe und Schlaf, sicher auch mal Action, reichlich Futter und Wasser und natürlich einen – sicherlich bevorzugt – kuscheligen Liegeplatz. Etwas zu tun ist sicher auch schön, denn wer mag schon 24 Stunden am Tag nur rumliegen und da sein. Für das geistige und auch körperliche Wohl sorgt eine angemessene Form der Auslastung – wem geht das nicht so?

Mein größter Wunsch ist, dass keiner unserer Schützlinge im Tierheim stirbt, aber das wird ein Traum bleiben. Denn wer wird sich eines Dr. Snuggles oder Honeys annehmen? Wem kann man das zumuten? Wer mutet sich diese Hunde zu?

Ich weiß nur eines … Es wäre ein Kampf gegen die Wirklichkeit, wenn ich weiter hoffen würde, dass all unsere Hunde zu (ihren) Lebzeiten vermittelt werden.
Deshalb machen wir das Beste draus. Sie erhalten Sozialkontakte, Spaß und Spiel, Auslastung, kuschelige Liegeplätze und all das, was wir in unserem Rahmen bieten können.

Und mit viel Glück gibt es immer wieder Menschen, die den Weg zu uns finden und sich einer unserer Schützlinge annehmen mögen.

Danke an all jene, die bislang zu uns gefunden haben und sich für eins oder mehrere unserer Tiere entschieden haben, ihnen treu sind, ihnen das Leben lebenswert machen, uns regelmäßig Bilder und Videos schicken und uns das Vertrauen schenken zu fragen, wenn mal etwas unrund läuft.

In diesem Sinne …

Eure Perdita für alle Wirs

27.05.2019

Wir bieten Seminare an, Einzelunterricht, Welpenspiel uvm. Wir nehmen Hunde auf, arbeiten mit ihnen, vermitteln sie. Und wir machen Fehler.
Wir geben unser Bestes, handeln nach bestem Wissen und Gewissen und wissen, dass es 100% nicht gibt.Wir bieten Hilfe an – auch ausserhalb der Trainingsstunden, nach Vermittlung, auch nach Seminaren haben wir immer ein offenes Ohr für Fragen und Anregungen. 
Wir fragen um Feedback. Wir messen und wiegen Anregungen und prüfen, ob sie für unsere Tiere/unsere Arbeit mit den Tieren, gewinnbringend sind.
Ich verstand manchmal nicht, dass wir kein direktes Feedback bekommen. Woran hakt es? Weshalb ärgert sich jemand vor sich hin, schreibt dann aber auf FB oder in sonstigen Portalen, dass es unrund lief. Weshalb nicht eins zu eins?Nun verstehe ich es doch irgendwie – nach einem Safari Erlebnis.Ich habe ein Ziel in meinem Kopf und bekomme den Eindruck, dass das, was ich mir – auf Fragen hin – wünschte, nicht erfüllt wurde. Nein, es geht nicht darum, den Honigdachs wie eine Stecknadel im Heuhaufen zu suchen und zu finden. Es ist viel einfacher, nämlich, in welche Himmelsrichtung wir heute fahren. Das Gegenteil meines Wunsches ist der Fall. O.k., konstruktive Kritik? Oder es dabei belassen, dass es so ist, wie es ist? Bin ich eine Zicke, wenn ich kritisiere? Bin ich feige, wenn nicht? Ist es die Kritik überhaupt wert? Ärger ich mich? Es ist mein Ärger – das weiß ich nur zu genau. Wie könnte die Reaktion meines Gegenübers ausfallen, wenn ich beanstande?
Bin ich grundsätzlich meckerig und unzufrieden, weil ich Kritik äußere oder lasse ich mit mir machen, wenn ich JA zu allem sage?
Äußere ich meine Bedürfnisse, bin ich fordernd oder undankbar. Sag ich nichts, nehm ichs hin.
Sage ich etwas dazu, dass die in den Schrank zurück gestellten Gläser nicht gespült wurden oder spül ich flott selber?Da spielt „die Traute“ eine Rolle, auch Scham auch die Frage danach, ob es am Ende etwas ändert oder wichtig ist.Wichtig ist m.E. eines, nämlich immer wieder zu prüfen, ob ich weiterhin JA zu dem sage, was ist. Zu wissen, dass es MEIN Problem, nicht das meines Gegenübers, ist – vor allem, wenn ich nichts sage. Somit lasse ich Deins bei Dir – BIS Du mit mir redest. Das Leben ist schon spannend. Bestehend aus Bedürfnissen, Befindlichkeiten, Missverständnissen, Unzufriedenheiten, Groll und Neid. Muss wohl so. Naja, und aus Freude, Freunden, Spaß und Liebe ❤️.Jüngst hat mich eine gute persönliche Bekannte von mir auf Facebook „entfreundet“. Ich merkte es, als ich ihr eine PM schicken wollte und sendete eine Whatsapp. Ich habe ihre Texte nicht geliked und mich zwischendurch nicht bei ihr gemeldet und nach ihrem Wohlergehen gefragt.
Wow! Ja, dann …Oder … eine Kundin hat eine Internet-Bewertung abgegeben, weil sie sich ausgeschlossen fühlte im Kurs. Beim Gespräch mit der Trainerin wurde schnell klar, dass genau diese Dame seeehr viel Raum bekam. Für viele ist es einfach immer nicht gut genug.Aktuell haben wir einen Hund nicht vermittelt und nun ist Polen offen. Statt mit uns zu sprechen, geht „da draußen“ der Punk ab. Weshalb wir ihr den Hund nicht gaben, das spielt keine Rolle, aber die Mülleimer am Eingang machen keinen schönen Gesamteindruck.Lustig ist so etwas nicht und es könnte so einfach sein. Also, Spiegel in die Hand und zurückspiegeln, dann lässt es sich ganz gut ertragen an solchen Tagen .Wir WIRs wünschen uns, dass wir angesprochen werden, wenn jemand meint, dass etwas unrund läuft und damit meinen wir nicht Halsband oder Geschirr, denn das Thema wurde gemessen und gewogen und von unserer Seite für gut befunden.
Und wir versprechen, wir nehmen diese Impulse definitiv entgegen, ohne jemandem den Kopf abzureißen oder sonstwas.Eure SinLs20.05.2019

 

Melgarve findet es merkwürdig, sogar seeehr merkwürdig, wie wir Menschen uns manchmal verhalten. Da greift ein freilaufender Hund einen anderen an und verletzt diesen. Von solchen Geschichten ist inzwischen bald tagtäglich zu lesen. Schlimm genug, solche Erlebnisse machen hilflos. Es ist heftig, wenn man sieht, wie der eigene Hund angegangen wird und man konnte ihn nicht rechtzeitig schützen, da man überrumpelt wurde. Passieren kann immer mal etwas, aber weshalb gehen Hundehalter teilweise einfach weiter und tun so, als wäre nichts gewesen? Irgendwie ist das schwer nachvollziehbar. Wenn es einen Vorfall gegeben hat, was ist so schwer daran, dazu stehen, sich zu kümmern und sich nach dem Gegenüber zu erkundigen? Klar, möglicherweise geht es auch um Kosten, die z.B. durch Tierarztbesuche entstehen können. Manchmal ist es jedoch vielleicht sogar vor allem das (scheinbare) Desinteresse und die Rücksichtslosigkeit, die sprachlos machen.
Keine Ahnung, ob so etwas inzwischen häufiger passiert oder ob es durch FB stärker verbreitet wird. Wie auch immer, es wäre toll, wenn das keiner erleben muss.
Melgarve glaubt, wir Menschen können das hinkriegen. Und er hat bestimmt recht, oder?
Eure Wirs

05.05.2019


Da leben wir mit zwei Catahoulas und einem Labrador zusammen und wer macht Terror in der Tierarztpraxis? Rüchtüch! Der Labrador – egal, ob Rüde oder Hündin, erst mal aufplustern.
Ist ja schließlich n Typ, der alte Herr.

Und da sind wir wieder beim Thema: rassespezifische Eigenschaften sind nur so lange zutreffend, solange der Hund dem Rassestandard entspricht.
Quembs ist ein reinrassiger Labrador und mag nicht unbedingt Wasser, im Regen raus ist auch nicht so seins, fressen ist o.k., aber kein absolutes Muss, apportieren kann sein Kollege „Ntsako“ (ein Catahoula) besser. Er hat da keinen Bock drauf. Dafür ist er wachsam und ausgesprochen territorial und jagdlich ambitioniert. Artgenossen … wenns sein muss – außer echt, aber wirklich nur dann, gut riechende Mädels.

Die Catahoulas? Jo, läuft …

So ist das mit Pauschalisierungen.

Eure Perdita für uns alle
19.04.2019


Liebe Wir-Freunde/Fans/Leser/Gucker/wasauchimmer …

Bitte, bitte stellt uns keine Anfragen für Abgabehunde – weder Tierheime, noch Tierschutzorgas und ebenso keine privaten Hundebesitzer. WIR KÖNNEN NICHT HELFEN, weil wir selber voll sind und eine lange Warteliste haben, die wir nach und nach abarbeiten. 
Aktuell stehen vier Hunde ganz oben auf der Liste und wir gehen davon aus, dass der 4te Ende des Jahres einziehen kann.

Ebenso nehmen wir keinen SinL-Hund mehr ohne monatliche Bezahlung auf (außer, wir entscheiden selber mal aus welchen Gründen auch immer).

Danke fürs Verständnis und sorry, dass es so ist, wie es ist – aber das sind wir unseren Schützlingen schuldig: jeder Hund jeden Tag!

Eure Wirs

08.04.2019


Sooooo, jetzt wolln wir mal erklären und das macht – mit einer fantastischen Zeichnung – die Erklär-bär-dy:

Aaaalso, da gibt es die SinL‘s, Projekt von Ralf und mir, Ende 2014 initiiert, mit sensationeller Unterstützung einiger Hunde-Akademie-Trainerinnen.

Dann gibt es das Tierheim Viernheim, schon lange im übrigen, mit einem sagenhaften Team.

Irgendwann wurden wir – aufgrund unserer Verbundenheit und dem gleichen Ziel – die WIR‘s. Allerdings steht noch jeder für sich und nicht immer weiß ich alles, was im TH geschieht und zeichne nicht verantwortlich fürs Tierheim. Umgekehrt ist das genauso.

Dann gibt es von außen Trainer und andere Menschen, die ehrenamtlich kommen und helfen und im Kreise der Wirs willkommen geheißen wurden. Beispielsweise Dani – als Trainerin, oder Undine – Jugendgruppe, oder Sandra, Vorstand etc.

WIR haben eine Whatsappgruppe, für SOS-Aktionen oder hundetechnische Dinge, damit mir nie wieder der Fehler unterläuft, irgendjemanden nicht informiert zu haben. Beispielsweise Petra, dass ein Hund vermittelt wurde und dann Adoptanten oder Adoponkels sauer werden.

Dann gibt es ebenso die Facebookler und so, nebst Sponsoren/Unterstützer. Viele sind in der großen Schnittmenge unterwegs, einige sind mehr bei SinL, andere beim TH. Am Ende ist der Ball rund.

Wichtig ist, dass Ihr wisst, dass SinL und TH eigenständige „Dinge“ sind, am Ende sind wir natürlich die Wirs und dafür sind wir sehr dankbar.

War einfach, gell? Wusst ichs doch.

Wozu dieser Post? Aus gegebenem Anlass .

Eure Perdita mit Grüssen an Euch alle
06.04.2019


 

Diesen Text haben wir vor zwei Tagen geschickt bekommen …

„Wie Dich die Arbeit im Tierschutz verändert …

Das Leid der Tiere verändert Dich und Deine Wahrnehmung
Der Missbrauch lässt Dich härter werden
Das Leiden verschattet Deine Seele
Die Dummheit ärgert Dich
Die Gleichgültigkeit regt Dich auf
Die Ungerechtigkeit zerstört Dich
Im Tagestakt wird Dein Vertrauen auf die Probe gestellt, Dein Herz beschädigt und Dein Seelenfrieden erschüttert
Im Wochentakt zweifelst Du an Dir selbst, an Deiner Stärke, an der ganzen Welt
Im Monatstakt brichst Du zusammen, Du stehst wieder auf, Du machst weiter
Im Jahrestakt schaust Du zurück, Du siehst ihre Gesichter, Du konntest sie nicht retten. Du wirst lernen, wie man trauert, wie man beweint, wie man schluchzt
Du wirst lernen, ein bisschen weniger zu vertrauen
Ein wenig härter zu arbeiten
Eine Spur härter zu kämpfen
Du wirst lernen, es immer wieder zu versuchen, zu hoffen, zu beten
Du wirst lernen, zu verlieren
Du wirst lernen, zu gewinnen
Du wirst lernen, Dinge anzunehmen
Du wirst lernen, wann es genug ist, wann man aufgeben muss, wann man loslassen muss
Du wirst lernen, wer Du wirklich bist, wofür Du wirklich stehst
Du wirst begreifen, warum Du den Unterschied machst
Dann wird es Zeiten geben, wenn Du vergisst, warum Du den Unterschied machst
Du hinterfragst, was Du tust
Du zweifelst, ob es all das wert ist
Aber hier kommt die gute Nachricht … wenn Du es gerade vergessen haben solltest … wenn Du zweifelst:
Alles, was Du tun musst, ist hinzusehen … dann wirst Du es sehen … ihre Gesichter, der glückliche Ausdruck
Du fühlst ihre Liebe, Du siehst die Freude in ihren Augen, Du erinnerst Dich an ihre Geschichte
… als sie Dich noch nicht hatten
… als sie noch niemandem vertrauten
… als sie sich aufgegeben hatten
Du weißt, wie weit sie es geschafft haben
Du erinnerst Dich daran, wie Du sie geheilt hast
Wie sehr Du sie liebst, wie sehr sie Dich zurück lieben
Und während Du zurück schaust, möchtest Du weiter vorwärts gehen
Für sie – ihretwegen
In Deinen dunkelsten Stunden wirst Du Dich umschauen und den Unterschied sehen – die geschenkte Hoffnung … all die geretteten Leben
Weil es Dich gibt!
In diesen Momenten siehst Du ihnen in die Augen und alle Zweifel verfliegen
Jede Frage wird beantwortet sein
Jede Sorge wird geringer
Denn in diesem Moment teilt Ihr beide die gleichen Gedanken im Herzen
Es war all den Schmerz wert – für diesen Moment
Und ganz ehrlich, ganz gleich, was sonst noch passiert …
diese Momente schenken all die Stärke, die Du brauchst, um weiterzumachen
Tierschutz ist Schmerz
Tierschutz ist Freude
Tierschutz ist all die Mühe wert
weil sie es wert sind“

(Verfasser unbekannt)

Eure Wirs

28.03.2019


Ganz flott zu der Sache mit dem Wegschicken, womit wir wieder bei der Mitte sind:

Ja, wir schützen unsere Brut, wenn es sein muss und wir schicken fremde Hunde weg, wenn wir uns sicher sind, dass es klappt.
Manchmal klappts auch nicht, obwohl wir uns sicher waren, dass es klappt. 

Wir versuchen immer zuerst das Gespräch mit dem Besitzer des anderen Hundes zu führen.
Manchmal kann man auch zulassen, denn wir müssen nicht völlig hysterisch jede Hundebegegnung abwenden. Das ist das Leben und unsere Hunde dürfen im Laufe ihres „bei uns Lebens“ lernen, dass auch mal ein unangeleinter, womöglich auch angeleinter, Artgenosse unsere Individualdistanz unterschreitet. Das ist das Leben.

Ständig ausweichen bringt nichts, denn eines Tages steht man womöglich vor einem Problem, resp. Hund . Der Umgang bei Hundebegegnungen sollte trainiert werden. Ja, Wir berichten über die Geschehnisse (von denen wir hören) „da draußen“, denn es gehört dazu. Natürlich sind wir keine Schwarzmalseite, allerdings, wenn man so die Kommentare zu dem Post von gestern liest, dann sind doch einige betroffen und offensichtlich froh, da mal drüber zu schreiben.
Also: Gespräch mit Fremdhundbesitzer (so er denn zugegen ist), wegschicken, wenns mein Gefühl sagt, nicht wegschicken, solange mein eigener „mitstreitet“. Nicht wegschicken, wenn ich Angst vor dem Gegenüber und dessen Reaktion habe. Wegschicken, wenns Not tut und nicht bei jedem freundlichen Hund (was soll denn dann mein eigener daraus mitnehmen?) Wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die beim Wegschicken unglaublich unangenehm werden können.
So mal ganz auf die Schnelle … 
Eure Wirs mit den besten Wünschen für stressfreie Spaziergänge.
05.01.2019


Ich schütze meine Brut oder: lieber feige als tot? oder: nicht auf biegen und brechen oder: alles nicht pauschal

Wir sind ja nun die großen „Schützedeinebrutler“, lehren es, leben es, mögen es. Wissen wir doch, dass es dem eigenen Hund und der Mensch-Hund-Beziehung auch sehr gut tun kann, wenn ich ihn vor Gefahren bewahre, den vierbeinigen Freund.

Nun haben sich in letzter Zeit allerdings Dingeereignet, die uns noch ein bissl mehr zurückrudern lassen, nochmals den Hinweis geben lassen, nochmals mehr auf den Bauch zu hören und lieber auch mal auszuweichen.

Zum einen sind da die Hunde, die, wenn man sie zurückschicken will, sich nicht so leicht beeindrucken lassen und auch schon mal nach vorne gehen (können).

Viel häufiger allerdings sind neuerdings die Problematiken mit den Besitzern der vermeintlichen Tutnixe, deren „Ichwilldochnurmalschnüffeln“ Schaden angetan werden könnte, wenn man sie wegschickt. Dann rasten sie aus, die Hundeeltern, die bis eben noch kein Gehör bei ihrem davonrasenden Sozialpartner fanden.

Da war der Hund, der hinter dem Auto her „gassi geführt“ wurde, jedoch lieber dann der charmanten Hündin, statt dem PKW folgte und von dem Menschen der Läufigen fortgeschickt werden sollte. Bis der Autofahrer auf den Fortschicker zufuhr, so dass dieser mitsamt Hündin in den Graben sprang, um sich zu retten. Das anschließende Wortgefecht war eine wahre Wonne und es endete vor Gericht (unschön für den Autofahrer im übrigen).

Da ist die Person, die extra wartet, bis die Dame mit ihrem Hund ums Eck kommt. Er pöbelt und beschimpft sie, so dass sie beim nächsten Mal einen Bogen läuft. Person hinterher, lässt ihren Hund los, Frau will diesen abwehren und Person greift Frau von hinten an, die seitdem Alpträume hat (danke, A., für diese Info).

Da ist die Person, die ihre Hunde absichtlich ableint, als die Dame mit ihren Hunden ums Eck kommt. Ihre brav und Schutz suchend, die anderen aggressiv und die Braven massiv verletzend.

Da ist die Person, die sich so sehr über das Abwehren ihres Hundes aufregt, dass sie den Hundebesitzer k.o. schlägt.

Und andersrum ist da der Hundebesitzer, der den zu nahe kommenden Hund absticht (hats überlebt).

Was ist da denn los? In der aktuellen Partner Hund wurde ein Urteil abgedruckt und zwar, dass Spaziergänger effektive Abwehrmaßnahmen ergreifen dürfen, wenn sich ihnen ein nicht angeleinter Hund ohne Kontrolle seines Halters nähert. Für Schäden haftet der Hundebesitzer.

Mensch, Mensch, die Welt ist manchmal echt ver-rückt. Also, wegschicken ja, wenns passt und hoffen, dass einem niemals so Irre vor die Füße laufen. Ich bin ein Freund vom Regenschirm, den man im Zweifelsfall flott aufspannen kann (was hab ich über Günthers Knirps gelacht damals) und ich hoffe darauf, dass sich einiges mit Gesprächen klären lässt. Ansonsten kann ich ja mal über nen Selbstverteidigungskurs oder Bodyguard nachdenken.

Passt gut auf Euch und Eure Brut auf,

Eure – wie ich finde – heute sehr agile Perdita

04.01.2019


Verhalten entsteht …

Was gestern noch Freund war, muss nicht unweigerlich heute noch Freund sein.

Hunde entwickeln sich und wenn sie als junge Hunde lustige Kumpels waren, so kann das in der Pubertät anders aussehen. Das wird häufig unterschätzt. Diese beiden Süßen auf dem Foto hier werden sich, jetzt mit gut zwei Jahren, definitiv das erste Mal mit Maulkorb begegnen, wenn sie sich wiedersehen.

Denn es geht um viel. Nicht mehr um Matchbox-Autos und Schippchen und Schäufelchen. Jetzt gehts ums große Ganze. Um Mädels, um Territorium, um alles, um wirklich alles . Da kann man als Jungspund auch mal ganz schön ernst werden.
Nicht nur gegen Artgenossen, nee, Testosteron lässt einen über sich hinauswachsen. Da kann man mal richtig auf dicke Hose machen. Zeigt das Gegenüber Unsicherheiten, dann kann Hund eine Kerbe mehr in seine Erfolgsskala ritzen und siehe da – der Weg ist geebnet – zum selbsternannten König des naheliegenden Umfelds. Juchu.

Und deshalb eben schon immer schön Augen auf in der Welpen- und Junghundeentwicklung und wer die nicht miterlebt, weil er einen älteren Hund aus dem Tierschutz übernimmt, dann beim Eingewöhnen und Ankommen.

Nein, nein, sie trachten uns nicht nach dem Leben, übernehmen aber einiges, wenn wir dazu nicht im Stande zu sein scheinen bzw. es zulassen.

Eure Wirs

04.01.2019


„Kann denn die Kinder keiner lehren, wie man spricht“
sang Henry Higgins einst in „My Fair Lady“.Gestern habe ich in einem kleinen Heftchen geblättert, in dem es u.a. um die Erklärung der Bilder zu der jeweiligen Körpersprache des Hundes ging.
Schwierig, schwierig. 
Zunge über Schnauze: gestresst, mit Hinterpfote am Kopf kratzen: Konflikt, gähnen: Übersprungshandlung.
Hey, „wenns so einfach wär, würds Fußball heißen“, sagt mein Sams immer .Na klar können wir Mensch lehren, wie Hund spricht, denn „was Hunde so zu sagen haben“ ist, wenn man halbwegs hinhört, gar nicht so undeutlich.Allerdings stellt sich mir manchmal die Frage, wie viele Hundebesitzer wirklich daran interessiert sind, ihren Hund zu verstehen – zu meinen Seminaren melden sich vorwiegend (zukünftige) Hundetrainer an.Vor ein paar Tagen war ich mit Ralf, meinem Mann, am Kliff und wir schauten aufs Meer – es tummelten sich zig Menschen mit etlichen Hunden, die, wenn man genau hinschaute, nicht alle Spaß an dem Treiben hatten.
Einer wurde von vieren gescheucht, der nächste umzingelte wie ein Brummkreisel seinen Menschen und wehrte alles an Hund ab, was dichter als drei Meter herankam. Eine kleine, zierliche Maus wurde direkt vor seinem Menschen von einem 50 kg Athleten von den Füßen geholt, während die Menschen weitergingen, quatschten und für sie scheinbar die Welt in Ordnung war. Der für den eigenen geworfene Ball landete im Maul des anderen, was zu einer kurzen Keilerei führte (und zwischendrin war viel Harmloses und Nettes zu sehen).Gestern gingen wir, ausnahmsweise mit Hund, ins Restaurant und da saß Familie Doodle, die sicher gern Doody mit Tiny Tot hätten kommunizieren lassen wollen. Bringt nicht viel, weil Tiny aktuell saucool ist, die Jeans auf der Poritze hängen hat, die Converse Chucks schnürsenkellos. Da hat so ein „sag mal Hallo“ keinen Raum.Wo ist das Problem? Rüchtüch, Perdita ist viel zu unentspannt, gell? Achwas, ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir Menschen versuchen, unsere Hunde zu lesen und uns Gedanken darüber machen, was gewisse Situationen mit dem Hund machen können.Natürlich muss man jetzt auch nicht den Überhysteriker machen und jeglichen Hundekontakt meiden. Im gewissen Rahmen einschätzen zu können, was da los ist, und ggf. zum Wohle des Hundes zu agieren, ist ja schon mal ein Anfang, oder?Je älter ich werde, je mehr Hunde ich gesehen habe, desto wirrer werde ich, denn es gibt definitiv kein Richtig und kein Falsch. Ich wünsche mir ein bissl Mitte .Eure Perdita04.01.2019

Mmmh … o.k., noch einmal … und ich mag im Grunde gar keine Kommentare …

In den letzten Tagen wurde ich vermehrt darauf angesprochen, weshalb wir auch Auslandshunde aufnehmen. Gibt es in Deutschland nicht genug Hunde, die auf neue Besitzer warten?
Jo, gibt es und vor allem Hunde mit „Nebenwirkungen“ wie Dr. Snuggels, Ghost, Honigtau, Ole, Yuma und Konsorten. Diese Hunde kann man doch ruhigen Gewissens nicht an Familien vermitteln.

Klar, geht auch nicht mit jedem Auslandshund. Haben ja genügend „bissige“ von den Freunden auch hier sitzen.

Wir nehmen immer mal wieder Hunde aus Nachbarländern und zwar aus folgenden Gründen: Tierschutz kennt keine Grenzen und wenn wir wissen, dass in XYZ großes Leid ist und wir Platz haben – weshalb nicht. Allerdings wollen wir um die Hunde wissen, bevorzugt sogar selber kennengelernt haben.

Der zweite Grund ist, dass wir unsere Hunde nicht alleine „sitzen lassen“ wollen und so kann ein Hund aus dem Nachbarland ein toller Kumpel für einen unserer Hunde, die hier länger warten, sein.

Am Ende machts – wie immer – die Mitte. Wir werden uns vor dem nicht verschließen und versuchen das, was wir machen so gut und durchdacht wie möglich zu machen. Und ja, es befinden sich immer wieder zwei Seelen in einer Brust.

Wir holen definitiv keine Hunde, um die Tierheimkasse aufzupeppen – das wäre aus meiner Sicht nicht seriös (deshalb hatten wir ja so viele Kranke).

Bei Veruca sind mit mir die Emotionen durchgegangen. Mensch, ist das – liebevoll gemeint – eine Killerbiene, vor allem in Bezug auf Hunde.
Sie stand da und schaute, während alle anderen fraßen, rumschnüffelten und sogar tobten, auf der Hütte und schaute zu ihrem toten Hundekollegen im Nachbarzwinger. Sie ließ die Augen minutenlang nicht von ihm. Und irgendwie war da was, was mich zu ihr hinzog. Aufgrund dessen. Vernünftig ist alles andere, denn ich sah ihr an, was in ihr steckt – eine Grand Madame.
Ja, wir sind alle nur Menschen.

Nun, und deshalb werden wir immer mal wieder – vereinzelt – Hunde aus Nachbarländern aufnehmen. Nur so viele, wie sich gut „wuppen“ lassen und so, dass keiner zu kurz kommt bei unseren selbst auferlegten Vorgaben: für Jeden jeden Tag Qualitätszeit!

Eure Perdita … naaaa, auch alle ein bissl viel gegessen in den letzten Tagen 

26.12.2018


Liebe Facebookler,

ich bin sehr gerührt und möchte Euch heute DANKE sagen.

Ja, wir bringen das eine oder andere Video, Foto, Text, der sicher Freude bereiten kann. Das freut uns sehr, denn dadurch werden unsere Hunde, Tierheimhunde ansich, gesehen und womöglichin ein anderes Licht gerückt.

Ihr “spielt“ mit, gebt Denkanstöße und habt es mit dem sehr angenehmen Umgangston hier dazu gebracht, dass ich kurz vor Weihnachten noch eine Verlosungsaktion startete. Natürlich hab ich nicht soweit gedacht, dass am 24. ein Berg Arbeit – vor allem für Sams und mich ansteht . Sams hat einfach liebevoll mitgespielt und sich ebenso ins Zeug gelegt, damit alle Gewinner informiert werden können.

Nun haben viele nicht gewonnen und das ist der Grund dieses Posts … Gönnen können … Wer kann das noch? Ihr! Ihr gratuliert und freut Euch mit den Gewinnern mit.

Diese Seite ist mehr, als nur eine Seite, die Hunde und auch ein bissl Arbeit zeigt. Sie ist ein wohlwollendes, freundliches Zusammentreffen von vielen tollen Menschen. Danke dafür. Das gibt es nicht häufig und vor vier Jahren, als SinL geboren wurde, hätte ich mir das nie träumen lassen.

Auch die Wichtler, die liebevoll Päckchen geschnürt haben, damit es unseren Schützlingen noch ein wenig besser geht, während sie auf ihr Zuhause warten – ein Geschenk …

Ach, Ihr Lieben … das alles lest Ihr morgen oder übermorgen in einem WIR-Text in ähnlicher Form noch einmal, aber es muss JETZT aus mir raus. Auch, dass Ihr meine Werbeeinlagen so wortlos, sogar wohlwollend, hinnehmt (ich bin heilfroh, dass wir endlich ein paar Partner haben, die uns das Leben ein wenig erleichtern).

Selbstverständlich ist das alles nicht und ich weiß, dass ich, als Perdita Lübbe, reich beschenkt bin durch die tollen Menschen auf dieser Seite.

Frohe Weihnachten,

Eure Perdita

25.12.2018


Warum? … oder: und plötzlich ist alles anders …

1,5 Jahre, 2 Jahre, waren sie die Prinzessinnen, waren Prinzen …

Grüne Wiesen, Urlaub am Meer, schlafen im Bett, das schickste Halsband, das beste Futter, die tollste Hundeschule. Montag Schnüffelkurs, Dienstag Mädelsgassi, Mittwochs Sitz, Platz, Fuß-Schule, Donnerstags Hundekeksebäckerei und Freitags Agilität und Gegenstände auseinanderdividieren und bringen. Samstags shoppen mit Frauchen und Sonntags ab zur Benimmschule für kleine Racker.

Schön, so darf das sein, auch, wenn manchmal weniger mehr ist, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Uuuuund, wenn man sieht, dass der Hund ein Hund ist.

Wenn wir nicht gerade die Ärmsten der Armen übernommen haben, dieses Jahr (Smeura und so – und auch die wissen, wies Leben geht), dann haben wir genau die oben beschriebenen Hunde bekommen.

Jene, die 18 Monate lang niedlich waren, werden (vermeintlich) schlagartig (über Nacht?) zu wilden Bestien, zu Menschen attackierenden Monstern.

Die kleine Tochter ist gefährdet, die eigene Haut weist Blessuren auf, die Nachbarin hat angezeigt … – das alles hat er noch nie gemacht.

Jetzt muss er weg – und zwar sofort.

Nein, es fällt nicht leicht. Nicht umsonst hat man ALLES gegeben, hat sich bemüht, hat geliebt.

Und womöglich die „Pubertät“ vergessen, womöglich vergessen, dass auch Grenzen zum Leben dazu gehören, nicht daran gedacht, dass unser bester Freund auch mal ein NEIN ausprobiert (und durchsetzt?)

Hiermit habe ich Euch das ganze Jahr lang behelligt – immer und immer wieder. Es ist nichts Neues.

Neu, im Sinne von sehr gegenwärtig aufgrund der Ereignisse der letzten Tage, ist jedoch heuer für mich, dass diese einst verwöhnten, geliebten, getüddelten, fürimmermein-Hunde nun Weihnachten im Tierheim verbringen.
Für sie ist es egal, ob Weihnachten oder der 12. Mai oder 18. Oktober. Nicht für mich, denn es ist Weihnachten!

Ja, ich kann abwägen und ja, ich kann sachlich und ja, ich kann und will emotional!

Es ist nicht fair … und doch ist es so.

Lieber Melgarve und alle anderen – wir reißen uns sechs Beine dafür aus, dass auch Ihr im nächsten Jahr wieder in einem eigenen Zuhause verbringen dürft. Bei Menschen, die Euch lieben, aber auch wissen, wie Hund geht. Versprochen! Wir geben unser Bestes.

Und für alle, die nachkommen, wir machen weiter und hoffen zudem, dass ein Umdenken stattfindet. Dass man wieder repariert, statt wegzuwerfen.

Eure Perdita – sicher für die Wirs

22.12.2018


Beim Blättern durch die Fotos 2018 auf der Suche nach einem bestimmten Foto stolperten mir viele Wegbegleiter vor die Füsse: einfach zu Vermittelnde, Flügellahme, Kranke, auch SinL-Granätchen …
Ebenso viele Menschen, die ich/wir wieder trafen und neu kennenlernen durften.
Es war bislang ein ereignisreiches und positives Jahr mit vielen, tollen Menschen und Hunden.

Und doch bin ich traurig, wenn ich aktuell abends durchs Tierheim laufe, zum wiederholten Male Janosch, Jonny, Tsakani und Co. über den Kopf streichel oder ihnen ein Betthupferl gebe. Wie lange noch? Wie oft werden wir abends „tschüss“ sagen und hoffen, dass auch sie gesehen werden, dass auch sie ein endgültiges Zuhause bekommen. Es hat schon so oft bei so vielen geklappt.
Mein allergrößter Weihnachtswunsch ist, dass ich sie alle im nächsten Jahr um diese Zeit bei Menschen weiß, die sie lieben, die mit ihnen umgehen können, die an sie glauben …

Ob sich dieser Wunsch erfüllen wird? Ach, wäre das schön …
Und ja, es haben schon viele geschafft. 45 SinL-Hunde in 4 Jahren – ja, das ist sensationell und ich bin sehr dankbar dafür.

Und jetzt wünsche ich! Und mit Eurer Unterstützung wird sicherlich der eine oder andere gesehen. Schön, dass es Euch gibt. Danke fürs Dabeisein,

Eure Perdita

17.12.2018


Guten Morgen,

heute haben wir mal eine Geschichte für Euch nach dem Motto: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus…“.

Viel Spaß beim Lesen:
„In Indien gab es den Tempel der tausend Spiegel. Dieser lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages erklomm ein Hund den Berg. Er lief die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel:

Als er in den Saal mit den tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.
Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden besteht.
Einige Zeit später kam ein anderer Hund den Berg herauf. Auch er lief die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel:

Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.
Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden besteht, die ihm wohl gesonnen sind.“

Eure Wirs

25.11.2018


 

Ihr habt immer so tolle Ideen, aus denen wir gerne etwas machen.

Ab sofort gibt es den „Herzenshundebetreuer“ des Monats, da weitere Paten auf der Website zu noch mehr Verwirrung führen würden (zu Recht, denn den Humor von dieser Seite versteht nicht jeder Homepage-Besucher – schon mit Perdy ist der ein oder andere sehr gefordert  ).

Also präsentieren wir heute erstmalig den HHB (der Deutsche liebt ja Abkürzungen) des Monats November, der sich natürlich auch über HHB-Spenden an den Tierschutzverein Viernheim freut (Näheres unter  www.tierheim-viernheim.de). Stichwort HHB November .

Und da alle nach Elmar Biel rufen, beginnen wir mit ihm, denn seine Fangemeinde ist eine Große wie wir wissen.

Portrait von Elmar

Elmar ist von sanftem Wesen und hat Geduldsfäden, die bis zum Mond und zurück reichen. Er ist beobachtend und sammelt leise Informationen, die er auch für sich behält, wenns um menschliche Belange geht. Das heißt so viel wie, dass Klatsch und Tratsch ihm fern sind. Der phänomenale Zuhörer und nach Lösungen-Tüftler teilt allerdings gerne sein immenses Wissen um Hormone und alles rund um den Hund – da ist er spitzenmäßig.
Elmar begleitet uns seit langer Zeit, seit einigen Monaten ganz intensiv, weil er uns mit dem Training von Dr. Honigtau Bunsenbrenner und Dr. Snuggles zur Hand geht und immer wieder unermüdlich als Komparse zur Seite steht, wenns mal wieder heißt: „lass dich angehen und sitz es aus.“
Elmar ist unglaublich zuverlässig, humorvoll, hilfsbereit und hört und liest jetzt sicher nicht gerne das, was hier steht, denn er ruft nicht nach der Tribüne. Das ist auch gut so, denn sonst wäre er nicht im Team. Aber: Ehre, wem Ehre gebührt!

Elmar hat sicher auch Nebenwirkungen, die uns noch nicht bekannt sind, weil wir ihn offensichtlich noch niemals ge- oder verärgert haben. Wir vermuten aber, dass da der Hase im Pfeffer liegen könnte.

Wir alle lieben und schätzen Elmar und sind dankbar, dass er an unserer und der Seite unserer Hunde steht.

Danke, an wen auch immer, für den Impuls der Patenschaft. Das war eine super Idee, denn so erfahrt Ihr zwar nur unsere Sicht, aber womöglich etwas mehr über die jeweiligen Personen hier.

Eure Wirs

Foto: Ursula Löckenhoff

27.10.2018


Am Samstag war ich ausnahmsweise zu den Öffnungszeiten im Tierheim und da Viernheim mittlerweile sehr bekannt ist, war dort natürlich auch einiges los. Zig Interessenten für die Jungspunde, auch für unsere Ebha.

Man, wie haltet Ihr Tierheimmitarbeiter das nur aus? Wie könnt Ihr das? Ich verneige mich tief vor der Arbeit, die Ihr leistet.

Gerade junge Hunde zu vermitteln, ist schwierig, sagte die kleine Nicole, und ich dachte kurz drüber nach.
Klar … die SinL sind einfach, die kennen wir sehr genau und die Vorstellungen von den neuen Besitzern sind klar wie Kloßbrühe. Auch die erwachsenen Tierheimhunde, die mit wenig(er) Aggressionspotential ausgestattet sind, kann man (natürlich auch frau) ganz gut vermitteln, denn, ja, denn … da sind oftmals nicht diese übergroßen Herzchen im Auge des Interessenten wie, wenn sie Welpen oder Junghunde sehen. Bei Kindchenschema und wuschel setzt teilweise der Verstand aus.

Ich hätte am Samstag direkt vier Hunde vermitteln können, aaaaaber … mööööp … gibbet nicht.
Mal reservieren, ja, und dann ab durchs Nadelöhr, liebe Leute.
Heute wurden alle Junghunde, die noch keine Charaktereinschätzung gemacht bekommen haben, erst einmal genau in Augenschein genommen, um zu sehen, ob „es“ auch (weitestgehend – eine Garantie gibt einem keiner) passt. Was nützt es, wenn der Draufgänger bei einer Familie mit besorgtem Kind landet.

Macht der Hund noch immer Freude, wenn er pubertiert? Liebt man ihn noch immer, wenn er das Maul voller Joggerhinterlassenschaften hat? Was ist, wenn er später den Nachbarn anpöbelt? Stehen wir zu ihm – in guten und in schlechten Zeiten?

Wir wollen es hoffen und deshalb sind heute – nach mehreren Besuchen und super Vorkontrolle „Dinghi“ und „Rikki Tikki Tavi“ (in die Schweiz) gezogen. Alles Liebe, Ihr zwei und allen Tierheim-Mitarbeitern alles nur erdenklich Gute bei Eurem Tun.

Eure Perdita für alle Wir‘s

22.10.2018


So, ein kurzes Statement zu dem Thema, das wir unten geteilt haben (danke, Angela Bamberg, für den Impuls).

Auslandstierschutz ist nicht pauschal schlecht. Tierschutz ansich ist nicht pauschal schlecht. Jeder macht das, was geht und was er vertreten kann – sicher so gut wie möglich.

Unklug ist es sicherlich, wenn man sich anhand von Fotos einen Hund aussucht und meint „das muss er sein“. Unklug ist sicherlich, wie Silke Schlüter schreibt, wenn man hofft, dass der Hund hier in Deutschland genauso drauf ist, wie man ihn vor Ort in XYZ erlebt hat. Hahaha, dem ist oftmals nicht so.

Jeder von uns weiß, dass zum Verhalten viele Faktoren gehören.

Hier ist unsere Kimba-Basani (sorry, Claudia, der Zusatz musste sein – für weiß, weißes, wildes Hühnchen – sagt man auf Shangaan – zu Recht, wie wir heute erfahren durften  ).

In der Smeura hing sie am Gitter und als wir drinnen waren, an uns, schmuste rum (und man konnte das „Menschenbenutzerische“ natürlich erkennen). Sie war auch nicht gerade sanft mit ihrer Dreierbrut. Hier angekommen, war sie vom ersten Tag an da und heute in der großen Gruppe hat sie mal kurz Ghost, jaaaa, Ihr lest richtig, Ghost!!! angetestet. So ist das nämlich.

Sie ist keine beschützenswerte, traurige Kreatur, die wir aus dem Loch gerettet haben. Sie ist eine Persönlichkeit, die weiß, was sie will. Charmig, freundlich zum Menschen, aber sie hat „Dreck gefressen“ und sie weiß, wie Leben geht – unter vielen Hunden …

Nun würde man sie herholen (besser noch, Athena mit dem Dreizack im Kopf) und verhätscheln und päppeln. Was würde daraus werden? Rüchtüch … Nix Dolles – für niemanden.

Jetzt sind die Hunde, die wir holen, und ja, auch Tierheime in Deutschland haben das Recht, wenn nicht sogar die Pflicht, das Ausland zu unterstützen, wesensmäßig soweit o.k., weil nicht völlig verunsichert.

Was ist aber mit den vielen, vielen, vielen „Angsthunden“ (die es für uns ja gar nicht gibt), die mit diesem Leben nicht zurechtkommen, die K-9 und Kollegen tagein, tagaus suchen, um sie wieder in ihr neues, deutsches Leben zurückzubringen – wo sie womöglich kaum klarkommen.

Ist viel geworden, fühlte mich aber bemüßigt, das zu schreiben. Es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß.

Dank Ebay-Kleinanzeigen landet der Welpe, der nicht mehr gewollt ist, nicht im Tierheim, sondern eben dort. Im Tierheim landen jene, die sich über Ebay nicht vertickern lassen – das ist das Problem, das uns auf Trab hält …

Wir – mal wieder 

18.10.2018


 


Die Sache mit der Schattenseite …

Kennt Ihr das? Klar kennt Ihr das.

Alles läuft rund, im Haus sowieso. Naja, im Garten, da bellt er mal den Briefträger an. Aber ansonsten ist alles paletti. Die Hand ins Feuer legen würden wir für sie – unsere Fell … unsere geliebten Vier- (oder auch manchmal Drei)beiner.

Zuverlässig, BH bestanden, kommt auf Zuruf, machmal auch auf den zweiten.

Aber dann – diese Schmach, diese Schande … das hat er noch nie getan …
Ists etwas, das man unter den Teppich kehren kann, kein Problem, hat er aber ins eigene Kind – so ganz ohne Vorwarnung – gebissen, ja, dann ist Holland in Not. Dann muss sie weg, die Bestie. Was ist nur los, was ist passiert. Er war doch immer so liebi.

Nee, war er nicht. Oder ja, war er doch. Egal. Verhalten entsteht!

Deshalb sind sie hier – die Dr. Snuggels-e, die Willi Wiesel-se, die Kleinen Muck-se und Co. Ja, sie waren niedlich, süß, womöglich verspielt, vielleicht auch grenzenlos (was nützt ein vorm Napf warten, bis das Futter freigegeben ist?)

1,5 Jahre geliebt und dann … man hats nicht kommen sehen. Ein Knurren ist ja noch kein Beißen. Und dann, plötzlich, wie ne Muräne ist er vorgeschossen, in die Hand gebissen. Weg! Sofort weg damit. Ihr seht, das Schäferhund-Thema hängt mir noch nach.

Und ja, der Weggebende ist nicht „Schuld“. Es ist der Hund, der Züchter. Ganz schlecht auch, wenn der doofe Tierarzt nicht einschläfern will oder der blöde Trainer Geld dafür verlangt (wo ist hier der Tierschutzgedanke? Gerade heute erlebt). Das Tierheim lehnt ab. Wieso? Dürfen die das? Ja, sie dürfen (meist), um auch mal die andere Seite aufzuzeigen. Und so ein Spruch, nachdem er tot ist:“WIR hätten ihm ja noch gerne die Chance gegeben … (in Klammern, aaaaber … die Rettung dauerte zu lange). Man, man …

Ach, das führt grad zu weit. Im Grunde geht es darum, dass ein Hund ein Hund ist, der auch mal anders reagiert, als wir das wünschen oder gewohnt sind. Mein Babyhoula ist echt n Netter, naja, n bissl raufig womöglich, aber kann gut hinhören, macht keinen großen Quatsch und zu 98% ist er draußen super zuverlässig. BIS, ja, bis irgend etwas in seiner super Nase landet, was ihn von Null auf 8745 bringt. Echt so, ganz ohne Vorwarnung. Wirklich! Man gut, dass ich bei dem Knilch (darf ich das sagen, nachdem ich kürzlich so meckerich war?) das „Platz“ echt super etabliert habe, sonst, ja sonst …

Und da ist das hüpfende Komma. Ob im Jagdbereich oder Aggressionsbereich. Es kann passieren, dass der gute, brave, zuverlässige Begleiter auch mal sein Ding im Kopf hat – und dann wundern sich die Menschen. Brauchen sie nicht, denn es reicht zu wissen, dass Hunde so sein können.

Mensch, gut ein Jahr zurück hat sich mein Prinzen-Catahoula Maru in einer Parkbank die Pfote eingeklemmt (ja, ich weiß, Hunde dürfen nicht auf Parkbänke …) – da wurde aus dem Freund kurz mal eine Killerbiene. Puh … ging gut, kann schief gehen.

Zu wissen reicht, oder? Wir sind doch auch manchmal so, oder? Ich liebe meine Lieben, entferne mich nicht weit von ihnen, aber lass mir ein Erdferkel in Afrika vor die Füsse kommen, dann ist mir jede Gefahr egal … Hinterher. Da hilft kein Warnen und Rufen – ich möchte es aus einer guten Position sehen (auch, wenn ich anschließend Sonnenbrand, Zeckenbisse, Dornenrisse habe – das war es mir wert!)

So, jetzt aber gute Nacht und lasst einfach mal Fünfe gerade sein und wenns kompliziert wird, dann gibts da draußen jede Menge gute Trainer. Nur nicht gleich aufgeben bitte, das hat kein Hund verdient …

Eure Perdita

10.10.2018

O.k., o.k., was interessiert mich mein Geschwätz von vorhin?

Aaaalso, um es kurz zu machen … besagter Labrador von heute früh zieht morgen bei uns ein.

Wieso? Weil wir wir sind, weil wir gestern ein paar Minuten zu spät waren für den Schäferhund, weil ein kleines Kind im Spiel ist, weil da draußen eine Kollegin sich richtig ins Zeug legt für diesen Hund, weil wir eh nicht wissen, wohin mit unserem ganzen Geld und vor allem unserer vielen Zeit, weil wir ein Team sind, das auch noch einen mehr wuppen kann, weil nicht noch einer über die Klinge springen soll. Weil wir immer gesagt haben – und dazu stehen wir – dass wir Auslandstierschutz nur dann betreiben können, wenn wir auch zu deutschen Hunden JA sagen – und klar, Hunde, die beißen, sind noch einmal etwas anderes, aber was solls? Einer mehr  …

Er heißt (ab morgen) „Melgarve“. Das ist ein Bereich in Schottland, den mein Mann Ralf und ich heute bei strömendem Regen erkundet haben. Ein Fleckchen Erde, das im Nebel schon schön und mystisch war und bei Licht und Sonne betrachtet sicherlich eines der schönsten Fleckchen Erde ist.
Heute womöglich verkannt, auch nicht ganz ungefährlich. Morgen – oder in einer kurzen Weile – voller toller Überraschungen, bunt und fröhlich. Ja, so solls sein.

Sobald er da ist, werden wir ihn Euch vorstellen, den jungen Mann.

Danke an das komplette Team für diesen Platz und Einsatz für diesen Hund.

Keine Sorge, liebe SinL-Freunde – noch haben wir alles im Griff und unter Kontrolle. Noch herrscht kein Messietum, noch bekommt jeder jeden Tag von uns seine Qualitätszeit und hat ein Dach überm Kopf.

Tja …

Eure Perdita – für uns alle

09.10.2018


„Sag mir, wo die Hunde sind, wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Hunde sind, was ist geschehn?
Sag mir, wo die Hunde sind, über Gräbern weht der Wind …
Wann wird man je verstehn, wann wird man je verstehn?“
(Ursprung Pete Seeger, von Hildegard Knef gesungen)… und in dieser neuen, in dieser Überflußwelt jetzt (ein anderes) Thema.Ich bin ohnmächtig, weil ohne Macht.
Ich bin voller Sorge.Gestern Nachmittag bekomme ich eine Whatsapp von einer Freundin: „Kannste flott nen anderthalbjährigen Schäferhund zwischenparken, hats nach dem Kind geschnappt.“
Kurze Klärung mit Viernheim: „alles klar, kann für 10 Tage kommen“.
TOT – eingeschläfert, noch ehe wir helfen konnten.Heute früh Nachricht von meinem Sams: „Kontaktaufnahme wegen Labrador, 1,5 Jahre alt, Ressourcending, muss dringend weg, sonst Eutha“.Sagt mal, was ist hier nur los? Ich weiß, ich weiß, ich hole dieses Thema immer wieder raus, weil es mich umtreibt und es keine Lösung gibt (ich möchte aber gerne eine Lösung).Jetzt können wir wieder über Züchter, Vermehrer, Auslandstierschutz, falsche Vermittlungen etc. meckern, aber wozu?
Ebenso brauchen wir nicht über Trainingsmethoden zu diskutieren. Sinnlos.
Ob Tierärzte das dürfen oder nicht – keine Diskussion.Fakt ist, dass bissige Hunde früher eingeschläfert, erschossen, sonstwas wurden.
Fakt ist, dass wir in einer (ich mag dieses Wort irgendwie nicht) Wegwerfgesellschaft leben. Wenns gut geht, top, wenns beißt … flop.Ich habe keine Idee mehr, was ICH tun kann. Ich weiß nur eines, wir können uns in Viernheim nicht zuballern mit „Gestrandeten“. Die Gefahr ist groß, denn wer sagt in so einer Situation schon gerne NEIN.
Aber dann haben wir bald das Problem. Jede Orga, die mit diesen Hunden umgehen kann – und mag – und die wir kennen und die wir empfehlen würden – ist voll.Menschen sind ja teilweise noch bereit, Pensionskosten zu übernehmen. Aber einige können es nicht. Was tun? Weshalb ich das schreibe? Keine Ahnung. Menschen sind Menschen und sie werden das tun, was sie meinen tun zu müssen. Sie werden sich Hunde anschaffen und sich von ihnen trennen, wenns nicht mehr passt.Und wir? Wir müssen auf uns achten. Darauf achten, dass wir gut in der Mitte bleiben. In der Mitte aus – wie Rico Koblenz sagt „Eierstocktierschutz“ und „mach ihn weg, das Biest“.Stell Dir vor, DU, ja, genau DU, bekommst diese Mail, diesen Anruf, von einer wimmernden Mutter, die Angst um ihr Kind hat, die auch ihren Hund mag, aber keiner will ihn. Das Tierheim ist voll, Resozialisierungsprojekte ebenso – und zudem teuer. Und nu?
Achseln zucken, trösten, sein Problem zu Deinem machen?Tja, wenns einfach wär, würds Fußball heißen, nicht wahr, Sams/ Silke Giesing.Danke fürs Zuhören – am Ende wird ja meist alles gut,Eure Perdita
09.10.2018

Madame Methusalix

… ist gar nicht so schwierig, nein, kein SinL-Hund. Hund eben. Sie kann dynamisch, kann leise, braucht Orientierung (wer braucht die nicht), kopfmäßige und körperliche Auslastung stehen auf ihrer Neubesitzerwunschliste. Mehr über sie gibts hier zu lesen:  www.tierheim-viernheim.de

Denn im Grunde wollte ich etwas anderes schreiben, nämlich, dass ich seit schon geraumer Zeit mit Menschen und Hunden „arbeite“. Sicher weiß ich einiges und sicher kann ich noch viel dazu lernen.

Fakt ist, dass ich sagen möchte, dass ich selten so viel über Hunde und ihr Verhalten gelernt habe wie in den letzten Jahren, seit es SinL gibt.

Der Kunde mit seinem Hund ist eins. Sie kommen, nehmen ihre Stunden, gehen in die Kommunikationsrunden (was früher mal Spielstunden  hieß) und fahren wieder. Es bleibt einem einiges verborgen.

Auch in der Pension kommen und gehen sie – zum Lernen immer gut, logo.

Dieses Projekt hat für mich das erfüllt, was ich mir mein Leben lang gewünscht habe – für ein besseres Hundeleben …
Zu sehen, wie sie sich entwickeln, verändern, Dinge, die mal passten, passen nicht mehr und andersrum. Hunde, die mit vielen Hunden nicht kompatibel waren, beginnen zu spielen, sie bekommen Glanz in die Augen.
Die Freude und der Schmerz der Vermittlung. Zusammenhalt zwischen Menschen zudem. Es ist eine runde Sache und … jetzt kommts …
nicht zuletzt durch Denkanstöße von Euch. Fragen, Spielereien, Kritik, Vorschläge.

Ja, so ist das und so wird es weiter gehen. Immer wieder wird es Überraschungen geben, sie, unsere Hunde, uns Fragezeichen auf unsere Stirn bringen. Es gibt nichts, was es nicht gibt und am Ende ists, wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlässt, ganz einfach …

Habt einen schönen Tag,

danke, Pfotegrafiert – Vanessa Klisa Tierfotografie, für das schöne Foto von einem besonderen Hund,

Eure Perdita – sicher fürs komplette Team sprechend

08.10.2018


Unsere Schützlinge …

Jeder für sich ganz besonders, jeder für sich speziell, jeder für sich einzigartig, jeder für sich talentiert, jeder für sich liebenswert, jeder für sich geliebt. Leider, leider immer geteilt durch mehrere Kumpels.

Ob jeder Einzelne es schafft, auf immer von einem oder zwei oder drei … Menschen geliebt zu werden?
Was wäre das für ein Traum.

Nein, nicht ständig im Mittelpunkt stehen, aber häufiger als jetzt.

„Da darf jemand sein, der seinen Joghurtbecher nach Verzehr in mein Körbchen zum Auslecken legt, jemand, der sich abends den Tatort auf dem Sofa mit mir gemeinsam ansieht und bei Rosamunde Pilcher seine Tränen in meinem Pelz versteckt (wenn ich vertraue, brauchts auch keinen Maulkorb mehr). Jemand, der mir Dinge zeigt, die ich noch nie gesehen habe – das Meer vielleicht, wie Freund Sammy, der jetzt mit in den Urlaub durfte.
Ach, wäre das schön zu wissen, dass der Spaziergang mit einem eigenen Körbchen endet. Und mal zu Besuch ins Tierheim Viernheim fahren, wo sich alle über mich und ich mich über sie freue – zu Besuch …“

Der kleine Muck hat sehr viel Vertrauen aufgebaut. Seine größte Freundin im Tierheim ist die kleine Nicole – wie das Bild schon zeigt. Mehr über ihn gibts unter www.tierheim-viernheim.de.

Danke, Vanessa Klisa, für das und alle Fotos

Eure Wir‘s

01.10.2018


Arschlochhund, Psychopath und Co.

Was soll das eigentlich? Es wird immer mehr. Es vergeht kein Seminar, in dem ich nicht mehrmals höre „das ist ne alte Krampe“ oder „son Arschlochhund und „Psycho“.

Kann mir das jemand erklären?

Womöglich bin ich zu altbacken für so neudeutsches Zeug.

Es schmerzt mich persönlich und hat für mich nichts mehr mit Respekt zu tun.

Macht nicht der Mensch den Hund? Haben nicht wir uns dieses Dreckstück ausgesucht oder läuft er uns gar seit dem Bahnhof hinterher? Sagen wir nicht über uns aus? Fragen über Fragen.

Das reicht auch schon. Nur mal so kurz dahingeworfen …

Eure Perdita und ganz gewiss im Sinne der Wir‘s

Oh ja, ich sage auch (eher zu Menschen, denn zu Hunden): „er oder sie ist ver-rückt“ und erkläre im nächsten Atemzug, wie ich es meine. Positiv, zu mir passend, nicht der Norm entsprechend …

Hier ist unsere Nadua – mal oben ohne 

28.09.2018


Zeit! Tierschutz braucht Zeit! Tierschutz/Tierhaltung braucht Zeit fürs jeweilige Tier! Ist unsere Meinung

Was nützt es, wenn ich ein Tierheim oder eine Pension betreibe und die mir anvertrauten Tiere (für mich gehts vorrangig um Hunde) lediglich abfertige?

Was nützts, wenn ich einen völlig verunsicherten Hund aus dem Ausland übernehme und nicht genügend Zeit habe, ihn an Menschen und div. Reize zu gewöhnen?

Ist es nicht meine Pflicht, als Tierheim/Tierschutzorga/pflegestelle, es dem Tier, das aktuell nur mich/die Pfleger hat, so angenehm wie möglich zu machen? Ihm in den Bügel für die Zukunft zu verhelfen?

Wie vielen Hunden kann ein Mensch am Tag gerecht werden? Muss man überhaupt jeden Hund jeden Tag anfassen? Wir machen es. Wir wollen sie fühlen, spüren, ihnen Qualitätszeit geben, sie weiter bringen, damit der Aufenthalt im Tierheim für sie – wer weiß, ob es nicht bis zu ihrem letzten Atemzug ist – ihr schönes, abwechslungsreiches Zuhause ist. Hier werden sie geliebt, natürlich auch erzogen, aber sie sollen sich wohlfühlen.

Das ist der Grund, weshalb wir nur eine begrenzte Anzahl von Hunden aufnehmen, selbst, wenn sie „einfach“ sind. Einer mehr ist weniger Zeit im Allgemeinen. Ja, es tut weh, abzusagen. Wissen wir doch, dass es hier allemale besser für ihn ist, als dort, wo er nicht gemocht, überflüssig geworden, nicht gehändelt werden kann oder, um den Auslandstierschutz mit einzubeziehen, ohne jeglichen Menschenkontakt als einer unter vielen vor sich hinlebt.
Es bleibt bei einem NEIN. Denn sonst sind auch wir nur eine Verwahrstation, die zwar „gerettet“ hat, es aber dem Tier am Ende nicht viel besser geht. Einer von vielen … Nein, das wollen wir nicht.
Wirtschaftlich ist das eine Katastrophe. Wie einfach wäre es, sich im Ausland Hunde aller Formen und Farben auszusuchen – kuschelig wuschelig, kleinbleibend lustig, großwerdend rasseähnlich, dafür günstiger als beim Züchter.
NEIN. Und gerade wollte ich eine weitere Tür öffnen, die lasse ich jetzt mal zu .

Andere sehen es anders und womöglich ist das alles richtig. Wir können und wollen es nicht anders handhaben und bitten deshalb darum, uns so lange nicht für Abgabehunde anzufragen, bis wir mal wieder grünes Licht geben.

Habt einen super schönen Tag, kuschelt Eure Lieben,

Eure Wir’s

Foto: Ursula Löckenhoff

28.09.2018


Immer und immer wieder stelle ich mir die Frage „was macht es mit dem Hund“?

Wir holen sie aus fernen Ländern und versuchen sie hier in Deutschland zu integrieren. Und wißt Ihr was … es klappt (meistens – wenn man richtig – im Sinne von keine absoluten Panik/aggressiven-Hunde – wählt). Es klappt nahezu perfekt, weil Hunde dermaßen anpassungsfähig sind, dass es einen zu Tränen rühren kann.
Von der Straße in die (beispielsweise) Smeura und ab nach Deutschland.
Die Smeura ist ein harter Ritt, nix für schwache Nerven. Keine Menschen gekannt bisher, eingefangen mit Lebendfallen oder durch Kopfgeldjäger mit Schlingen – ab in eine Hundegruppe. Dort geht es rauh zu. Um die 15 Hunde in einem Zwinger, möglichst passend gesetzt, aber, wie jeder weiß, Umstände ändern sich und dann passts eben auch mal nicht mehr. Es ist laut, unendlich laut – es gleicht einem überlauten Bienenschwarm, wenn man an den Zwingern vorbeigeht. Aggression, Angst, Verzweiflung, Aufgabe, ja, auch Hoffnung, sehe ich in den Hundeaugen.
Nun, um eine lange Story kurz zu cutten: einige schaffen es. Einige dürfen ausreisen – ins Land des Überflusses.

Und jetzt kommt die Frage der Fragen. Was darf man ihnen zumuten? Was kann man ihnen zumuten? „Ruhe, Regelmäßigkeit, Nähe“, sagt Kirstin immer wieder.
Die Mitte machts. Nicht übertreiben mit allem.

Sie aber als Tierheim/Tierschutzorga in ein Seminar zu zerren, Probanten an ihnen üben zu lassen – ist das noch o.k.? Was ist o.k.?

Wie ich darauf komme? Ganz einfach: wir fragen immer wieder für unsere Prüfungen nach Hunden mit „Special Effects“. Wir wollen definitiv keine Hunde vorgestellt bekommen, die große Unsicherheiten in Bezug auf Menschen aufweisen – was soll das? Wir sind Tierschützer, um dieses abgedroschene Wort mal zu benutzen, und keine Tierquäler, die den verunsicherten Hund in so einer Situation noch mehr verunsichern. Was bringts ihm?

Nun hatten wir gerade einen Hund, der in einigen Bereichen Aggressionen zeigt, aus einem deutschen Tierheim bei uns (wir nehmen nur Hunde, die noch nirgends vorstellig waren – der Bedarf ist groß).
Wir haben eine Istzustandsanalyse gemacht, damit zum einen der Hund mit seinem Charakter den zukünftigen Interessenten gut beschrieben werden kann und zum anderen das Tierheimpersonal besser bescheid weiß im Umgang mit dem Hund.
Kurz danach wurde ich gefragt, was ich davon halte, dass eben dieser Hund bei einem Aggressionsseminar von XYZ vorgestellt wird. Bin ich denn im falschen Film? Was soll das? Wenn meine Meinung nicht reicht, dann braucht man nicht zu mir zu kommen, aber was muss ein Hund von Seminar zu Seminar gekarrt werden? Was macht es mit dem Hund? Das ist doch kein Anschauungsmaterial für den geneigten Lehrnenden. (Krass auch, wenn Pensions- oder Dogwalkerhunde bei Seminaren für Übungen ausgepackt werden …)

Wie lange ists (noch) gut? Für uns gilt, dass keine Menschen-unsicheren Hunde durch Fremdpersonen gehändelt werden. Wozu? Sie haben doch genug damit zu tun, sich mit den paar Menschen , die ohnehin um sie herum sind.
Sind sie stabil(er), dann kommt der nächste Schritt, nämlich nach und nach ihm fremde, kompetente Personen hinzu, so dass eine Vermittlung für den Hund einfacher wird.

Unsere „Granätchen“ werden nur wohl überlegt „eingesetzt“. Nämlich dann, wenn neue Komparsen nach vorne bringen und wenn es den Hund nicht in dem Gelernten zurückwirft. Definitiv wird nicht an unseren Hunden rumgeübt, denn Tierheim/schutzhunde sind keine Tiere zweiter Wahl!

Manchmal dünkt mir, dass, wer üben möchte, mal das Tierheim aufsucht, da gibts ja genug „Material“. Bei uns wahrlich nicht!

Es sind immer zwei Seelen in einer Brust, manchmal auch noch mehr. Wo ist es noch o.k.? Klar sollen Menschen lernen dürfen, zukünftige Hundetrainer. Logo. Wichtig ist, dass sowohl die hündische, als auch die menschliche Würde dabei nicht angetastet wird. Das kann nur jeder für sich entscheiden.

Wir geben nach wie vor unser Bestes, achten so gut es geht auf Gesichtswahrung und freuen uns, dass es so viele andere auch tun – zugunsten des Hundes.

Viel gesagt, zu wenig für das, was ich sagen möchte, womöglich genug, damit jeder, der Seminare besucht, reinfühlt, aufsteht und zugunsten des Tieres denkt. Na klar, ebenso bei uns! Diskussionen und konstruktive Kritik machen den Ball rund. Kein Vortragender hat das Recht, abzuwatschen (jaja, manchmal gehen auch mit mir auch die Pferde durch, aber nur für die Sache, versprochen  ). Ohne unsere Teilnehmer wären wir nichts – das sollten wir vorne Stehenden nicht vergessen.

Jetzt ist aber gut, weitere Gedanken galoppieren seit gestern durch meinen Kopf …

Bis später,

Eure Perdita und die SinLs

27.09.2018


Was ich nicht so ganz verstehe …

Da kommen Tierheime (nicht nur heute) zur Bestandsaufnahme und Charaktereinschätzung ihrer Hunde.
Es wird eine Ist-Zustandsbeurteilung gemacht, die sicher viel, nicht alles, über den Hund aussagt.
Es gibt die Info, dass der Hund nach so einer Inaugenscheinnahme Ruhe braucht und bei dem einen oder anderen sollte der Maulkorb mal ne Nacht drauf bleiben (wir sprechen aus Erfahrung, denn es ist schon einmal eine Pflegerin (trotz Warnung), die Mitleid mit ihrem Schützling hatte und sich anschließend zuhause zu ihrem Herdi in die Hütte setzte, massiv zusammengebissen worden).

Mensch, die Hunde werden ja nicht grundlos quer durch Deutschland gekarrt. Den Tierpflegern ist schon bekannt, was sie da an der Schnur haben und wollen Hilfe von außen.
Diese Hunde sind Hunde, die meist seit einem und mehreren Jahren um die vier Ecken geführt werden (wenn überhaupt) und einen ritualisierten Tagesablauf haben.
Da ist so eine Bestandsaufnahme schon aufregend.

Wenn dann irgend jemand, der nicht direkt mit den Hunden zusammenkommt, sagt, dass der Maulkorb ab muss, dann sollte er ihn auch drauf machen am nächsten Tag.
Wieso Pfleger und Gassigänger in Gefahr bringen? Solange nichts anliegt, lösen die wenigsten aus. BIS WAS PASSIERT.

Finde den Fehler!

Wer trägt die Verantwortung?

Das Thema ist nicht neu und flammt immer wieder auf. Glaubt uns: jeder Hund, der hier war und von uns als situativ (wer ist es schon immer?) gefährlich betrachtet wird, sollte draußen nicht auffallen, nicht ohne Maulkorb geführt werden.
Man macht sich damit strafbar.

Fehler und Unfälle können passieren. Weiß ich aber um die mögliche Gefährlichkeit meines Hundes, dann muss ich absichern!

Nicht schwer für kluge Menschen, gell? Wußten wir es doch .

Eure Wir‘s

21.09.2018


Freunde und so …

Kirstin Höfer (Rico Koblenz) und ich sind schon lange befreundet, haben uns mehrmals gestritten, sogar zweimal so sehr, dass es echt krass war. Am Ende ists egal. Wir kennen uns seit 1992 oder so. Sie hat ihre special effects, ich auch. Und an Tagen, an denen ich echt genervt bin, kündige ich ihr schwuppdiwupp die Freundschaft. Höre mich so etwas sagen wie: „nie wieder mit Kirstin“ und meine das in dem Moment auch so.
Dann, irgendwann, fällt mir wieder ein, worum es wirklich geht: um eines, was wir beide leben und lieben: “unsere“ Hunde, respektive Tiere – aber auch um uns – gegenseitig.

Die einen Freundschaften halten ein Leben, andere müssen sich vom Spielbrett des Lebens verabschieden, aber nur dann, wenn die Spielregeln einer Freundschaft nicht eingehalten werden. Und Pillepalle, liebe Leute, ist niemals eine Freundschaftskündigung wert – das tut nur weh.

Weshalb ich das schreibe? Moment, dauert noch ein bissl. Kirstin und ich führen eine On-Off (im Sinne mal nicht viel Kontakt)-Beziehung und aktuell haben wir sehr viel Kontakt.

Gerade gestern sprachen wir darüber, weshalb wir wohl Tierschutz (in unserem Sinne machen). Was fehlt einem selber, wenn man sich so einsetzt, was wird kompensiert … Wir wissen es und somit ist alles gut. Kirstin und ich reflektieren uns viel, was nicht heißt, dass wir nahe am Gutmenschen sind. Aber wir schauen „es“ uns an und sagen uns Dinge, die sich viele Freunde nicht sagen.

Irgendwann – vor langer Zeit – warf Kirstin mir in einer Diskussion einmal vor, dass sie gar nicht an mir mag, dass ich keine „Neins“ akzeptiere. Ich war gekränkt, verletzt, peinlich berührt. Wie Recht sie doch hatte. Ich akzeptiere schwerlich „Neins“ und bin heute stolz drauf. Das hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin und damit sind wir auch schon beim Thema. Ich habe Dorit Feddersen-Petersen (die ich sehr schätze und zu meinem engen Kreis zähle) einmal sagen gehört, dass man nie vergessen solle, wo man herkommt.
Manchmal gerät einiges in Vergessenheit, aber je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr dämmert es mir, was ich alles von und durch Kirstin lernen durfte. Vorhin, als wir wieder telefonierten (weil ich über einen Gedanken von gestern nachgedacht und diesen weiterführen wollte) und sie mir erzählte, wie schön das Tierheim Viernheim geworden ist, da kam mir ein Geistesblitz wie bei dem kleinen Wicky (von Wicky und den starken Männern).
Kirstin hat damals von Farben gesprochen, das war ihre Idee (sie wußte es gar nicht mehr – die ersten Farben an den Viernheim-Zwingerwänden kamen durch ihre Inspiration vor laaaaanger Zeit).
Durch Kirstins Vorleben liebe ich Musik im Hundehaus, das Verweilen in der Hundegruppe, die Kistin schon vor elfundneunzig Jahren – damals noch im Tierheim Darmstadt – hatte. Kirstin hat mich Mut gelehrt für Tiere aufzustehen (was haben wir Ponys aus Löchern geholt).
Achja, Kirstin, ich könnte noch so viel mehr sagen. Fakt ist, dass ich sehr dankbar bin, dass wir uns vor gut 107 Jahren getroffen haben.
Deine Ehrlichkeit zu Deinen Schwächen zu stehen, rührt mich, Dein Gönnen können noch mehr.

Und ja, Du hast Recht, ich bin ein Rotti in vielen Belangen, nicht nur rein körperlich, sondern auch in vielen Eigenschaften, die da wären: Beutefangverhalten, Ressourcenverteidigung, wenn ich zünde, zünde ich, kann aber auch echt nett. Naja, und noch so einiges mehr.

Mal schauen, was unsere Matsuna (Foto), mit deren Interessenten es leider nicht klappte, zu den Lübbis sagt. Ich bin nicht sehr zuversichtlich, denn sie ist eine kleine Killerbiene, aber Versuch macht kluch.

Das musste mal gesagt werden und ich freue mich, wenn sich andere/Ihr von uns inspirieren lasst.

Eure Perdita – dankbar für das, was ist

Foto: Angela Bamberg und Maik Broszonn

30.08.2018


O.k., o.k., wir stellen mal wieder etwas klar …

Das Tierheim Viernheim beherbergt nicht nur Hunde, die bissig sind, auch, wenn SinL mit den „Special Effects“ viel Raum nimmt und das natürlich vor allem auf dieser Seite. Aaaaber: Viernheim hat genauso viele Hunde, die beißen können, wie jedes andere Tierheim auch. Ebenso viele, nette Hündchen, die auch zu Menschen können, die nicht das Wissen umeinen „bissigen“ Hund benötigen.

Wie beispielsweise unsere Raluka, die noch sehr jung ist, gerade den Welpenschühchen entschlüpft und nun bei ihrer Pflegestelle, Elke, auf ein Zuhause wartet.
Nee, nee, glaubt dem Blick nicht. Natürlich weiß auch die Kleine, was sie will und wie sie einen um die Kralle wickeln kann.

Das ist oftmals das Problem: Menschen denken: Welpe muss niedlich und wird niemals schwierig.
Jo, kann, muss nicht. Veranlagung/Charaktermerkmale ist/sind bei jedem Hund da und Verhalten entsteht und entwickelt sich nun einmal. Am Ende kommt es auf den Menschen an. Ein Sparky beispielsweise, der seinerzeit viele Menschen schwer verletzt hat, fällt jetzt gar nicht mehr auf, weil Frauke ihn super händelt und er ihr vertraut – wie viele Hunde in kompetenten Händen eben.

Also, ein Besuch in Viernheim lohnt sich …

Euer SinL-Team

Foto: Angelika Nordmann

22.08.2018


Foto: Ursula Löckenhoff

Glanz in den Augen – das Wichtigste überhaupt!
“Lös doch mal Wohlbehagen bei Deinem Hund aus, bitte“.
“Äh, wie meinen?“

“Naja, schmusen, Spaß machen – möglichst ohne irgendwelche Spielzeuge – so ganz allein, Du und Dein Hund. So, dass Dein Hund mehr davon möchte, weil er genießt, weils schön ist, weils ein WIR GEFÜHL mit sich bringt“.

 

Und dann gehts los – oder auch nicht.
“Hab ihn erst kurz“, „ist aus der Tötung“, „Second hand“, „falsche Umgebung“, „Umfeld zu grün“, „mit Zuschauer gehts nicht“, „war grad läufig“, „wird bald läufig“, „läufige Hündin in der Nähe“ und so weiter …
Und ja, es gibt Hunde, wo so etwas schwierig zu machen ist. Gerade Hunde, die es nicht so mit Menschen hatten in der Vergangenheit (gestern erlebt) – da kann es schon mal ein bissl länger dauern (wenn ich mir allerdings Simones (Lele Movils) Profil ansehe, dann bin ich schon erstaunt … Hunde sind ja so unterschiedlich.

Wo ist das Problem? Liegts am Bauern, der, wenn er nicht schwimmen kann, der Badehose die Schuld gibt (sorry, alle Landwirte, das ist ein gängiger Spruch).

Ich bin schon erstaunt, wie wenig Menschen Wohlwollen auslösen können. Und das ist doch gerade in anstrengenden Situationen sooooo wichtig.
Wenn ich das nicht kann, brauche ich wenig anderes zu machen. Klar schränken wir die „Neuen“ auch mal ein und schauen, wie sie ticken. Sie werden auch von A nach B geführt, ohne, dass wir eine Pappnase auf haben.

Allerdings wird in den Trainingsmomenten immer! mit dem Ziel gearbeitet, dass Hund entspannt. Viele müssen es lernen. Es sieht von Hund zu Hund auch anders aus und sollte nicht verwechselt werden mit „vom Hund benutzt werden“ (würde jetzt hier zu weit führen).

Ekke Nekkepenn war anfänglich – vor sechs Wochen -ziemlich scheu Menschen gegenüber. Der „Beste“ von unseren vier Rumänen, aber schon argwöhnisch und ernst. Allmählich fängt er an zu genießen und Menschen zu mögen. Fast wirds schon ein wenig menschenbenutzerisch, aber zurück und in etwas Benimm bekommen wir ihn mit dieser Basis schnell wieder – müssen wir aber nicht ständig abfragen, denn, wenns drauf ankommt, dann hört er genügend hin.

Danke, Basti, und alle anderen aus dem sagenhaften Team, fürs Hunde/Tiere so sehr mögen.
Und danke für den

 

 

Namenstipp
Und Ursula Löckenhoff, danke für die tollen Fotos

Eure Perdita für alle

18.08.2018


Aus gegebenem Anlass …

Eben habe ich das Blutergebnis von unserem privaten Labrador, der noch nie im Ausland war, erhalten:

Anaplasmose, Borreliose, Ehrlichiose.

Es gab keinen Grund, ihn untersuchen zu lassen – er ist fit, bissl langsam, was auch seiner Eigensinnigkeit geschuldet sein könnte.
Ich lasse einfach einmal jährlich das Blut checken – das ist das Ergebnis.

Womöglich lässt es den einen oder anderen hier aufhorchen – wäre schön, wenn ich ein paar Hundis helfen könnte …
Danke, Pia Reuter, fürs sanfte Überbringen der Nachricht 

Eure Perdita

Danke, Sabine Stuewer fürs Foto von Quembs

24.08.2018


Wohin mit den „Granaten“?

Naja, jeden Tag steht jemand auf, der es kann. Jeden Tag steht jemand auf, der den Mut hat, sich dieser Tiere anzunehmen. Jeden Tag steht jemand auf, der verantwortungsvoll genug ist. Jeden Tag steht jemand auf, der zwar die Gefährlichkeit hinter dem Hund sieht, aber auch das Leise, das Sanfte, das Orientierungslose und Bedürftige.
Wenn all das passt, dann kann die Reise losgehen. Naja, nicht ganz: die Chemie zwischen uns und dem Interessenten muss definitiv auch stimmen.

Und so hat Malinois Freund sich entschieden, dass Tipsy nicht noch einmal umziehen muss – nach vielen Umzügen in ihrem Leben.
Es stand zu vermuten? Wer weiß …

Tipsy hatte zwar nur ein kurzes Gastspiel bei uns – irgendwie u.a. auch eingefädelt durch Malifreund.
Eines jedoch ist klar: Malifreund hätte sie niemals direkt übernommen und so freuen wir uns, dass auch diese Geschichte ein Happy End gefunden hat.

Passt gut aufeinander auf, Ihr Zwei – wir sehen uns im August …

Perdita fürs SinL-Team

25.07.2018


Seit Wochen sprechen wir drüber. Gestern nochmals explizit mit einer Tierheimleiterin, die Hunde, die zum Beißen neigen, ohne Maulkorb „gassigehen“ lässt. Mir dreht sich jedesmal der Magen um, wenn ich erzählt bekomme, was da draußen so abgeht und ich werde offensichtlich manchmal für überkandidelt gehalten, weil wir derartige Hunde mit Maulkorb absichern.

Heute ists passiert. Ein ohne Maulkorb gesicherter Tierheim-Hund (wo keiner den Maulkorb drauf bekommt) hat nach dem Gassigehen mit der Gassigängerin eine Jugendliche, die vor einem Tierheim stand und aufs Öffnen des Tores wartete, gebissen.
Krankenwagen.

Nun kann man nur hoffen, dass 1. es dem Mädel bald wieder besser geht, 2. den Hund nicht das Chico-Schicksal ereilt, 3. die Zuständigen vernünftiger werden und 4. nicht ein verantwortlicher Kopf rollen wird, da diese Eltern das Geschehen nicht unter den Teppich kehren und ihren Anwalt alarmiert haben.
Und irgendwie ist es auch mal gut so. Klar sollen und wollen wir alle zusammenhalten, aber irgendwann ist auch mal gut. Hier ist die körperliche Unversehrtheit Unschuldiger betroffen. Das darf einfach nicht sein.

Ich fühle mich seit Wochen wie im falschen Film, denke, dass wir in Viernheim die Aliens sind in einem Land voller toller Hunde in Tierheimen, deren Profile sich lesen wie in der Märchenwelt.
Scheinbar sind alle schwierigen Hunde nur bei uns .

Ich habe Hunde bei einer Fernsehaufzeichnung ohne Maulkorb gesehen, bei denen ich mir dachte „mutig“. Naja, vielleicht sind wir auch nur zu vorsichtig und im Grunde ist die Welt voller bunter Wiesen und Blümchen und überhaupt.

Sorry, P., dass Dir das heute passieren musste. Schnelle gute Besserung und schön, dass Du weißt, dass der Hund am wenigsten dafür konnte, was ihm womöglich nicht mehr hilft …

21.07.2018


Wie schade …

Heute möchten wir mal jammern. Was ist nur los in dieser Welt?

Vor Monaten haben wir einen durch das Vet.amt beschlagnahmten Hund als Sicherstellung bekommen (zum dritten Mal im übrigen). Die Besitzerin hat jetzt die Haltererlaubnis entzogen bekommen.

Natürlich kümmern wir uns um jedes Tierchen, das hier ankommt gleichermaßen und so wurde auch dieser Hund, nennen wir ihn mal „Rex“, ausgeführt, vergesellschaftet, trainiert, geliebt und durfte – zu seinem großen Vergnügen – in die Tagesgruppe, wo er mit seinen Kumpels rumtoben konnte.

Nun ist es aber so, dass sichergestellte Hunde „veräußert“ oder „verwertet“ (ich habe den richtigen Amtsdeutschbegriff leider nicht drauf) werden, wenn sie nicht mehr zu ihren Besitzern zurück gehen, denn das ausgegebene Geld (Pension etc.) muss ja wieder reinkommen .
Dazu gibt es eine Schätzung, dann eine Ausschreibung und dann – so hieß es – sollte eine Vorkontrolle stattfinden.

Gestern bekamen wir die Info, dass der Hund verkauft ist und heute von der neuen Besitzerin in ein anderes Tierheim gebracht wird (wo im übrigen oftmals die Ex-Besitzerin nach ihm fragte, weil sie dachte, er sei dort), von wo aus er weiter gearbeitet wird, um dann wieder vermittelt zu werden.

Die zugesagte Vorkontrolle fand nicht statt (sonst hätten wir mit dem Vetamt anders verhandelt).

Geht es hier noch ums Tier?

Wir hätten ihn behalten und in ein Fürimmerzuhause vermittelt. Nun wird er wieder aus seinem vertrauten Umfeld rausgerissen, muss wieder neue Menschen und Hunde kennenlernen.

Waaaaaaaaah …. Das tut weh. Ist das alles noch Tierschutz?

Alles Gute für Dich, Rex.

Euer trauriges SinL-Team

Hier ist ein Teil unserer Tagesgruppe – ab heute ohne Rex, der hier rausgeschleift wurde wie ein Stück Vieh

17.07.2018


Foto: Perdita Lübbe-Scheuermann

„Ankommen lassen“ – was genau ist damit gemeint? Zwei Worte, die so viel Unterschiedliches beinhalten können.

Jeder Hund, der ein neues Zuhause bekommen hat, reagiert unterschiedlich auf die neue Situation. Der eine ist aufgeregt, der nächste zeigt sich verhalten bis hin zu mehr oder weniger verunsichert. Die meisten Hunde nehmen sich zunächst zurück und sind recht unauffällig nach dem Motto: Erst einmal beobachten und schauen, wo ich hier gelandet bin. Und genau das tun Hunde: Sie beobachten und haben schneller, als wir gucken können, heraus, wie Menschen ticken.
Unserer Erfahrung nach passiert meist Folgendes: Die Hundehalter unterschätzen die Anfangsphase und geben dem Hund viele Freiheiten. Der Hund ist ja schließlich (noch) zurückhaltend und soll sich wohl fühlen. Und irgendwie scheinen viele Menschen Freiheiten als Kriterium für Wohlfühlen zu sehen.

Typischerweise gibt es zwischen drei und sechs Monaten eine Umbruchphase und der anfangs zurückhaltende Hund kommt „plötzlich“ mehr und mehr aus sich heraus. Das ist nicht selten verbunden mit „störendem“ Verhalten (verstärktes Territorialverhalten, Anbellen von anderen Hunden am Gartenzaun oder beim Spazieren gehen, forderndes Verhalten usw.).

Ankommen lassen ist also definitiv NICHT gemeint als: „Du darfst erstmal tun und lassen, was du willst und dich hier ausbreiten“ und ist auch nicht gemeint als: „Du bist jetzt im Wellness-Bereich gelandet, was können wir für dich tun?“

Sondern wir halten folgende Punkte (insbesondere für die Anfangszeit) für wichtig:

– Ruhe geben
Der Hund hat nach seinem Einzug genug mit den neuen Eindrücken zu tun, da braucht er kein großes Programm (Ausflug auf die Hundewiese, dann gleich mal vom Tierarzt durchchecken lassen, anschließend gucken, wie er sich in der Stadt verhält und dann gehen wir noch ins Restaurant zum Ausklang). Er braucht keine Party, kein: Lern-Mal-die-ganze-Nachbarschaft-und-noch-den-Freundeskreis-kennen.

– Regelmäßigkeit
Eine gewisse Regelmäßigkeit tut gerade in der Anfangszeit gut. Nicht im Sinne von: um Punkt 8 Uhr ausführen und um Punkt 12 Uhr zu füttern. Es geht darum, für den Hund eine gewisse Struktur des Alltags zu schaffen, so dass er sich grob an einem Tagesablauf orientieren kann und die neue Situation für ihn dadurch einschätzbar wird.

– Regeln
Hilfreich für den Hund ist es, wenn es von Anbeginn gewisse Regeln und Strukturen gibt. Dann weiß er, woran er ist und was er darf und was nicht. Vor allem erlebt er den Menschen als Gegenüber, welches einen Plan hat und an dem der Hund sich demzufolge gut orientieren kann. Das gibt Sicherheit und das Vertrauen wächst.
Kommt der Hund in einen Haushalt mit mehreren Bezugspersonen, dann sollten diese sich im besten Falle diesbezüglich abgestimmt haben.

Zu guter Letzt ist vor allem eine große Entspanntheit und Gelassenheit für den Hund von Vorteil. Wer unaufgeregt mit den Neuerungen, den Eigenheiten und Besonderheiten umgeht, der hilft sich und dem Hund am Allermeisten durch die Zeit des Kennenlernens hindurch.

Euer SinL-Team

P.S.: Auf dem Foto ist übrigens Fräulein Rottenmeier, https://ssl.kundenserver.de/comedius-ssl.de/webs/comedius_presenter/design/tsv_viernheim_standard_10001_ssl.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=2&f_aktueller_ds=88650&f_aktueller_ds_select=10&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht, zu sehen. Eine ganz tolle Hündin, die im Tierheim Viernheim auf ein Zuhause und damit aufs Ankommen wartet. Sie ist im Januar 2017 geboren und eine unkastrierte Mischlingshündin.

12.07.2018


Das ist auch Maulkorb tragen – allerdings nicht in unserem Sinne.

Sagt mal, Hand aufs Herz, Ihr lieben Tierheime und Gassigänger … läuft wirklich alles immer so rund da draußen oder hören nur wir die Ausnahmestorys, die eher unschön sind?

Wir können ja das normale Leben schon fast gar nicht mehr, glaub ich.

Da sind wir bei der Aufzeichnung für TSEZ und ich sehe fremde Menschen Hunde knuddeln, die ich nicht so ohne weiteres (weder ungesichert noch gesichert) durchknutschen würde. Ich sprechs an und sage, dass ich dem kleinen Freund nicht so wirklich traue und bekomme zur Antwort, dass der auch schon ganz schön schwierig sein kann. Ooookeee. Oups …

Dr. Honigtau wurde OHNE Maulkorb beim Tierheimfest geführt, zack, gebissen. Interessenten marschierten mit in seinen Auslauf (er oben ohne), also sein Territorium, zack gebissen. Und immer wieder wurde er ohne Maulkorb geführt – auch draußen, im Biergarten etc. Juuuchuuu.

Heute telefoniere ich mit einer Freundin, die mir erzählt, dass sie in einem Tierheim für einen Hund draußen Maulkorb als dringend notwendig empfohlen hat. Pfleger wußten es besser. Gassigänger im Krankenhaus.

Diese Geschichten hören wir in regelmäßigen Abständen. Nein, nicht einmal im Jahr, eher ein/zweimal im Monat. Lernt denn da keiner draus? Ich bin sprachlos.

Kürzlich haben wir einen Gassigänger verabschiedet, der mit Miss Ellie so (s. Foto) zurück kam. Sie hätte ihn sich draußen abgestreift – haha, bauchihalt vor Lachen – im Leben nicht (Miss Ellies MK sitzt perfekt und sie trägt ihn mit Würde. Zudem war der GG dafür bekannt, dass er gern mal seins macht).
Allerdings hat jemand anders gesehen, wie er ihn draußen wieder drauf machen wollte und die kleine Heckenschere das nicht zugelassen hat. Naja, nix dolles passiert. Ein Exempel statuiert und somit ist wieder Ruhe im System.

Hunde, die zwar SinL-Hunde sind – wie Miss Ellie, Ole, Yuma, Tamino, aber schon gut trainiert sind, gehen – natürlich mit gut sitzenden Maulkörben – auch mit unseren Gassigängern. Sie sollen mal etwas anderes sehen und es ist immer wieder wichtig, neues über unsere Schützlinge zu erfahren. Die Gassigänger in Viernheim wissen um die Begleiterscheinungen ihrer ihnen anvertrauten Hunde und sie sind sehr kompetent, sodass sie nie auf die Idee kämen, den Maulkorb auszuziehen. Denn sie wissen: Jeder ist so lange klug, bis er vom Gegenteil überzeugt wird .

Tschö, Eure Perdita fürs SinL-Team

07.07.2018


Ob blond, ob schwarz, ob braun … oder „Stille Post“

Heute meldet sich mal Silke zu Wort. Sie ist diejenige, die tagtäglich mit Anfragenden telefoniert. Gestern ist sie mal wieder beschimpft worden, weil wir einen Hund nicht (kostenlos) aufnehmen.
Ja, es wiederholt sich Tag für Tag.

Also, Silke/Sams, wohlan:
Kennt Ihr das – die einen erzählen was und dann kommt es anders an …
Es ist natürlich schön, dass SinL in aller Munde ist. Wir erhalten allerdings viele, viele Anrufe von Privatpersonen, aber auch von Tierheimen/Tierschutzorgas, die davon ausgehen, dass wir mal so mir nichts, dir nichts ihren schwierigen Hund übernehmen. Als würden wir quasi darauf warten, Hunde aufzunehmen.
„Es heißt dann immer: Wir sollten uns melden, ihr nehmt ja Hunde“.
Naja, ganz so ist es nicht.
Wir sind ein Projekt und kein Tierheim, d.h., Pensionskosten sind zu zahlen für die Hunde, die wir dort untergebracht haben.

Wie sieht es außerdem mit dem notwendigen Training aus? Die Hunde sollen ja in der Regel deshalb abgegeben werden, weil es Schwierigkeiten im Umgang mit ihnen gibt. Es muss also regelmäßig Zeit fürs Training eingeplant werden. Gehen die Leute davon aus, dass wir als Team kostenlos mit den Hunden arbeiten, bis diese in 3, 6, 12 Monaten oder gar erst in zwei Jahren vermittelt sind?

Wie sieht es mit Futter und Tierarzt aus?
Welcher Privathalter kann sich das leisten?

Tierheime und Tierschutzsorgas haben womöglich andere Möglichkeiten, sei es durch Spendenaufruf oder vorhandene Gelder.

Allerdings stellt sich die Frage, wenn der Hund nur einen bestimmten Zeitraum, also vorübergehend, bei uns ist, wie es weiter geht? Was passiert, wenn er ins Ursprungstierheim zurückkommt? Wird er dort ebenso vergesellschaftet, wird weiterhin täglich mit ihm gearbeitet?

So wirklich ideal ist das für Hunde nicht. Womöglich ist es in den meisten Fällen sinnvoller, dass vor Ort etwas getan wird.

Natürlich sind Tierpfleger keine Hundetrainer. Aber es gibt Schulungen. Wir bieten zum Beispiel regelmäßig entsprechende Angebote an, u.a. einen 12-tägigen Aggressions-Lehrgang, der Ende Juli startet. Man kann hier Hunde (die noch nicht bei zig anderen Kollegen auf Seminaren waren – das braucht kein Hund) vorstellen, sodass die Tierheime eine Einschätzung bekommen. Ebenso besteht die Möglichkeit, Schulterblicke bei uns zu machen oder zu Wochentrainings zu kommen.

Wenn man aber das Gefühl hat, das die Tierheime/Orgas einfach mal den Hund los werden wollen ohne Kosten, hat das einen komischen Beigeschmack (kommt oft vor; allerdings haben wir auch super Kooperationen mit absolut bemühten Tierheimen, die sich sehr für ihre Hunde interessieren).

„Eigentlich klappt ja bei uns auch alles gut, nur wenn er vermittelt ist, dann beißt er….“
„Hätte der Vorbesitzer nicht…“,
„… der Züchter hat…“,
„… wir haben einen Hundetrainer, aber zeitlich klappt das nicht, dass wir regelmäßig Termine vereinbaren (hier könnte der Trainer, aber wohl das Personal nicht)…“

Warum dann die Anfrage wenn alles doch gut klappt?

Ja, sicherlich ist es zeitlich schwierig in einem Tierheim, aber wie machen es Tierheime dann? Irgendwas muss ja gemacht werden und lieber 20 Minuten am Tag oder auch alle 2 Tage was mit dem Hund tun, als gar nichts.

Hier kann man sich ja auch professionelle Hilfe zur Unterstützung eines Trainers holen. Hier sind übrigens einige geprüfte Trainer zu finden:

https://www.facebook.com/notes/start-ins-neue-leben/geprüfte-start-ins-neue-leben-aggressions-hundetrainer/951319784978006/

Möglichkeiten gibt es also neben der Abgabe schwieriger Hunde eine Menge.

Danke an Silke für den Beitrag und für die Gedanken.

Bei Fragen dazu: Sprecht uns an . Wer freundlich fragt, dem geben wir gern eine Antwort. Nur: beschimpfen lassen, mögen wir uns nicht.

Euer SinL-Team

Ergänzung: es geht vorrangig darum, dass wir nicht empfohlen werden wollen für die unentgeltliche Aufnahme von Hunden. Das ist nicht (mehr) so. Und wenn wir mal wieder einen (für nichts) nehmen, dann schreiben wir es ganz groß aus. Versprochen!
Oder er findet uns 

01.07.2018


Foto: Sabine Stuewer

Lalapanzi

Ja, was ist denn das, wird sich manch einer aufgrund des ungewohnten Begriffes fragen. Lalapanzi ist Shangaan und meint: schlafen gehen, ausruhen, zur Ruhe kommen.

Weshalb spielt dieser Begriff im Umgang mit Hunden eine Rolle – ja, sogar eine ganz wesentliche? 
Viele Hunde kommen schnell in Wallungen. Das passiert teilweise bei Hunden, die in eine Erwartungshaltung geraten (z.B. Autofahrt zum Hundeplatz bzw. Agility-Training) oder beim Anblick eines fremden Hundes, der entgegenkommt, beim Klingeln an der Tür, beim Erblicken eines Tennisballs. Beispiele gibt es genug.
Viel, viel schwerer fällt es Hunden hingegen, sich herunterzufahren, zu entspannen, sich fallen zu lassen.

Gründe hierfür gibt es zahlreiche. Es ist natürlich ein Stück weit Typ-Sache und hängt vom jeweiligen Charakter ab, inwieweit ein Hund sich im Erregungslevel hochfährt. Selbstverständlich spielt jedoch auch der Umgang mit dem Hund, und damit der Mensch eine entscheidende Rolle.
Ist der Hund permanent „on Tour“, fühlt er sich häufig zuständig, Entscheidungen zu treffen, wird er außergewöhnlich viel „entertaint“ und beschäftigt, hat jedoch wenig Möglichkeiten zu schlafen und wird dadurch immer ruheloser, dann ist es kein Wunder, wenn er insgesamt schnell erregbar ist und auch bezüglich anderer Emotionen „übertreibt“ (z.B. hinsichtlich Aggressionsverhalten, aber auch in Hinblick auf Unsicherheiten). Ähnliches kann passieren, wenn es einem Hund an Regeln fehlt.

Dabei kann man als Mensch durchaus für die nötige Entspannung sorgen, zum Beispiel indem wir gewisse Richtlinien vorgeben, indem wir Verantwortung abnehmen und damit für ein Gefühl der Sicherheit sorgen.

Wir können aber auch ganz praktisch unterstützen – nun kommt Lalapanzi ins Spiel. Es handelt sich dabei um eine Halte-Übung. Gemeint ist folgendes: Der Mensch kniet, der Hund ist seitlich neben ihm (rechts oder links, wie es angenehmer ist). Ein Arm ist über den Rücken des Hundes gelegt und die Hand ruht zwischen Brustkorb und Oberarm. Die andere Hand liegt vorne auf der Brust. Der Hund wird dadurch also eingerahmt.

Und dann? Dann passiert nichts, also nicht viel – und für den, der sich darauf einlassen kann, ist es eine Menge. Es braucht nun vor allem Bauchgefühl. Die Kunst ist es, da zu sein – bei sich, aber auch beim Hund, ohne etwas Bestimmtes zu wollen. Es gilt, nichts zu erwarten und stattdessen hinein zu fühlen in die eigene Atmung und in die des Hundes. Nähe zu geben und die Nähe des anderen zu spüren. Da sein und Halt geben. Dafür braucht es die eigene innere Ruhe und Entspanntheit und eine entsprechende Atmung. Und das Ausblenden des Umfeldes – Unterhaltungen sind in diesen innigen Momenten fehl am Platz.

Die Haut ist ein ausgesprochen sensibles Organ und so kann hierüber besonders gut für Entspannung gesorgt werden. Unterstützt wird dieser Prozess durch das Bindungshormon Oxytocin, welches dabei ausgeschüttet wird. Es entsteht dadurch ein höchst angenehmes Gefühl und der Hund kann besser mit schwierigen Situationen umgehen. Der Kontrolletti kann lernen loszulassen, der Ängstliche findet Halt beim Menschen, psychische Belastungen werden schneller wieder aufgelöst.
Es lohnt sich, das Lalapanzi erst einmal in ruhigen Momenten durchzuführen. Irgendwann ist es dann so vertraut, dass der Hund es in schwierigen Momenten umso besser annehmen kann.

Euer SinL-Team

Anmerkung:
Je nach Hund ist vorher ein Maulkorbtraining zu empfehlen…

16.06.2018


Er ist so nett, bis er es nicht mehr ist …

Ich weiß gar nicht, weshalb mir das die letzten Tage so sehr auf den Füßen steht … Womöglich, weil ich es dringend posten soll. Na dann …

Also, unsere Hunde, auch die SinL-Hunde, sind ja erst mal vorwiegend „netti“.

Jetzt nehmen wir mal den normalen „Familienhund“, der bei der normalen Familie lebt. Er kommt, wenn er gerufen wird, ist sozialverträglich und das übliche. Ihr wisst das, weil die meisten von Euch ja mit diesen Hunden leben.

Was ist, wenn es an der Tür klingelt? Bleibt gelassen liegen? Einwandfrei, weiter so.
Auf dem Tierarzttisch lässt er sich locker behandeln, hält quasi schon das Beinchen zum Blut abnehmen hin. Klasse.
Er sieht einen Kumpel auf dem engen Waldweg und bleibt entspannt, ignoriert ihn sogar? Sensationell.
Will heißen: in Ausnahmesituationen (heute mal nicht aufs Sofa, heute mal irgendwo für nen Moment anbinden und warten, baden, aus dem Spiel mit Kumpels abrufen, also das, was nicht der/Deiner Norm entspricht) klappt es fast immer perfekt. Hut ab, weiter so, Spaß haben, Haken dran und andere, die Hilfe brauchen, unterstützen.

Da ist der kleine sozialverträgliche Jagdhund, der kein Wässerlein trüben kann. BIS er zum Tierarzt muss. Da wird das harmlose „Dingi“ zum Teufelchen (jaha, C. und U. – ich meine Euch).
Da ist der kleine Jagdhund, der lustig spielt mit Mensch und Hund, bis ihm etwas so wichtig ist (der eigene Mensch), dass er den zweiten Hund im Haushalt halb tot beißt.
Da ist der kleene, unauffällige Retriever, der mit seinem Menschen durch dick und dünn geht, sich alles gefallen lässt, mit allen! Hunden nett ist, BIS dieser eine Rüde ihm vor die Füße kommt, dem er das halbe Ohr abbeißt.
Da ist der zweijährige Belgische Schäferhund, der seit der achten Woche bei seiner Familie wohnt und „plötzlich“ beißt er dem Kind die halbe Lippe ab.
Da ist der lütte Jungspunt, der ein bissl viel Verwöhnaroma bekommt (hüstel, C. und A.) Noch ist alles im Lot, aber es wird schon anstrengend mit dem Pubertier, bei dem die Hundetrainerin (ich), schon als er noch Welpe war, ausreichend Aggressionspotential diagnostiziert hat.
Der achtjährige Pudel, der so kinderlieb ist, BIS dieser eine Knochen dann doch mal so lecker ist, dass er den Opa flatscht, der gerade nach seiner Zeitung greift, die in Hundes Nähe liegt.

Das sind keine Märchen, das sind keine Ausnahmen, das ist mittlerweile oftmals schon die Regel. Vielleicht nicht ganz so intensiv, aber in abgeschwächter Form hatten wir alle schon den „upps-Effekt“, nicht wahr?

DINGE ZEICHNEN SICH AB, KÜNDIGEN SICH IN DER REGEL AN.

Nur lesen/akzeptieren muss man es können (wollen). Der Charakter/die Grundtendenz ist ja da. Nein, wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen, wir wollen aber für die Hunde klasse Menschen, die sie verstehen, denn das, was sich da draußen gerade abzeichnet ist kein Spaß mehr.

Wo bleibt die Verantwortung? Gestern zwei Hilferufe: Einmal eigenes Kind beim Spiel gebissen – hätte sich schon abgezeichnet, einmal Besuchskind gebissen (naja, hätte ja auch nicht einfach so schnell rennen müssen). Beide Notarzt. Leute …

Was ich sagen will ist, dass jeder Hund imstande ist zu beißen. Diese „Ichlegemeinehandfürihninsfeuer-Sprüche“ strengen an, denn das kann gefährlich werden.

Viele „special effect“-Hunde sind nicht erkannt. Wo führt das noch hin?

Mach doch mal etwas, was Du noch nie gemacht hast (ins Lalapanzie/Halten (Post folgt) nehmen. Manchmal gibt es da schon das „heitere“ Erwachen. Manchmal ists interessant, einfach in eine neue Situation zu gehen, wo Hund noch nie war oder was ihn gruseln könnte. Was passiert? Vertraut Hund noch oder wirds eng? Klar darf er sich gruseln, beißen hingegen wäre weniger schön.
Ich glaub, ich ziehe diesen Tipp zurück, sonst bekomme ich morgen etliche PM aus der Notaufnahme.

Kommt, psst, wir sind ja unter uns … Als mein Jüngster um die 9 Monate alt war, wollte ich ihm noch flugs (erster Fehler) die Krallen (zweiter Fehler) von einer ihm fremden Person in (dritter Fehler) ziemlich fremder Umgebung schneiden lassen. Puh, ging das schief. Aaaaber: er war trotz Gruselstufe 6 von möglichen 5 gehemmt.
Viele Hunde fallen nicht auf, weil kompetent geführt, gut erzogen. Viele landen bei uns und das müsste nicht sein.

Schad um Jonny, Abgabe weil plötzlich gebissen, Tsakani, Abgabe weil mehrmals geschnappt, Willi Wiesel, gebissen, Michel aus Lönneberga, Kind gebissen, Madame Methusalix, gebissen …

Sooooo wie auf dem Bild von Timo Wuerz, danke dafür!!!, schauen sie nur manchmal drein. Meist sind sie großartig, liebenswert, anlehnungsbedürftig, orientierungslos und unverstanden.
Für uns sind unsere SinL-Hunde mittlerweile Familie, die wir gerne in tolle und kompetente Hände, die Hunde lesen können, weitergeben mögen.

Eure Perdita fürs SinL-Team

15.06.2018


Je besser man es machen will, desto arbeitsintensiver wirds. Ja klar, ist nix Neues.

Es kommt einem so ein bissl vor wie bei diesen Computerspielen: Beim Level 1 kannste noch Fehler machen, nimmt Dir keiner krumm, dann landest Du irgendwann in 2 und 3 und plötzlich sind die Dinge, die vormals völlig einfach (Zufall?) klappten, ein Problem. Ob einem das Universum so eine Art Schon-/Lernfrist gibt? (Früher lag beispielsweise mein nicht ganz einfacher, mehr so bissiger, Rotti, wenn ich einkaufen war, bei offener Kofferraumklappe im Auto und wartete. Das wäre heute definitiv nicht mehr möglich, weil irgendeiner ins Auto fassen würde).

Wochenlang haben wir jemanden für einen Hund an der Hand, kein SinL-Hund, ein freundlicher Hund, der sich über seinen regelmäßigen Besuch freut(e).

Alles weitestgehend in trocknen Tüchern, mehrere Gespräche geführt – in Viernheim bekommt man den Hund nicht beim ersten Besuch mit heim. Dann die Vorkontrolle und das gleichzeitige Erwachen. Uff …
Hund eingepackt, den wir mitgenommen haben, und auf ein Neues.

Jetzt könnte man denken, dass wir irgendwie falsch verkabelt sind. Vorkontrolle, Nachkontrolle, bei SinL-Hunden regelmäßigen Kontakt zu den Besitzern.

Tja, bei Och ist es schief gegangen, weil einmal, nur einmal, haben wir geschlampt und haben das geglaubt, was wir erzählt bekamen (eigenes Haus, pöh).

Früher war alles anders. Hund rausgegeben und gut war. Mensch, was wir im letzten halben Jahr belogen worden sind, das geht auf keine Kuhhaut:
„Wir haben Eigentum“ (vielleicht die Kaffemaschine, allerdings sprachen wir von den Wohnverhältnissen), manipulierte Mietverträge, max. 4 Stunden alleine und dann treffen wir auf den Kollegen, der uns erzählt, dass ER mind. 10 Stunden außer Haus ist.

Früher kicherten wir über seriöse Züchter, die fast noch das polizeiliche Führungszeugnis sehen wollen, heute sind wir keinen Deut besser. Wie war das noch? „Die größten Kritiker der Elche waren früher (oder sinds immer noch) selber welche.“

Viele Menschen, die am Ende keinen Hund von uns bekommen, sind sicher tief im Herzen sehr einsam, kommen mit dem Leben draußen nicht mehr klar. Zwei Seelen in einer Brust … Nur, wir können unsere Tiere nicht geben, damit Mensch einen Strohhalm hat. Was ist, wenn er krank wird, wenn der Vermieter doch hinter die heimliche Tierhaltung kommt?
„Abfallen“ kann jeder. Aus dem angesehenen Geschäftsmann wird plötzlich ein Spieler, der Haus und Hof verdattelt. Familiäre Probleme lassen zur Flasche greifen oder, um es simpler zu machen, den Planeten nur noch um sich selber kreisen. Das ist dann der Grund für Nachkontrollen. Und auch hier haben wir seinerzeit einen Hund wieder „heim“ geholt.
Jeder Harz IV Empfänger kann bei uns anklopfen, es braucht nicht für jeden Hund einen Garten und noble Hundekörbchen, aber es braucht ein „sich kümmern, in der Verantwortung stehen, Zuverlässigkeit fürs Tier“.
Ich verschenke gerne Unterricht, wir kommen auch gerne, wenns eng wird, für eine tierärztliche Behandlung auf. Das nur am Rande, denn daran soll es nicht scheitern.

Man kanns auch übertreiben? Ja, kann man. Dennoch sind wir für das verantwortlich, was wir uns als Beruf/ung auferlegt haben und jedes einzelne Tier ist es wert, dass es ab sofort nur noch besser wird, wenn sie das, unser, Tierheim verlassen.

Hier auf dem Bild zu sehen ist Matteo, Entlebucher-Mix-Rüde: https://ssl.kundenserver.de/comedius-ssl.de/webs/comedius_presenter/design/tsv_viernheim_standard_10001_ssl.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=3&f_aktueller_ds=87266&f_aktueller_ds_select=22&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht

Matteo hat leider noch keinen Interessenten. Wir hoffen, das ändert sich bald .

Eure Perdita fürs SinL-Team

09.07.2018


So viele PM aufgrund eines Artikels haben wir ja noch nie bekommen. Uff und danke.

Wir wissen nicht, was der absolut richtige und passende Hundetrainer ist.
Aus unserer Sicht der, der mir als Kunde zuhört und mir nicht sein Mäntelchen überstülpt. Jener, der erkennt, aber keine Angst schürt. Jener, der klar, aber freundlich ist und nicht alles verpsychologisiert bis ins Detail. Jemand, der mich an die Hand nimmt, statt mir Vorwürfe über die Vergangenheit zu machen.
Jemand, der Hund kann und zwar nicht nur zwei Werkzeuge in seiner Werkzeugkiste hat. Jemand, der weder ausschließlich positiv arbeitet (das ist nicht möglich, schon gar nicht im Aggressionsbereich) – und lasst Euch (wir hörten es gerade) nicht sagen, dass Aggression nicht verstärkbar ist, aber auch nicht draufhaut und erst mal schon zu Beginn die „Hausordnung vorliest“ (wer das nötig hat, kann Hund nicht).

Ja, und auch wir von der Hunde-Akademie sind nicht für jeden der Weisheit letzter Schluß. Mal stimmt die Chemie nicht, mal hat man einen schlechten Tag oder man weiß es nicht besser in dem Moment. Das Gute ist, dass wir ein riesen Team sind und wir miteinander sprechen können, wenns mal hakt.

Hier eine (erlaubte) PM von heute früh nach unserem Post – und davon gibt es viele.

„Guten Morgen und vielen Dank für euer Posting heute morgen (3 in3…) Warum ich das als Nachricht schreibe und nicht öffentlich kommentiere, da einige Leute mitlesen denen ich nicht vor den Kopf stoßen mag, dafür bin ich noch etwas zu feige. Der Punkt ist, wir haben eine Xjährige Hündin, mit diversen kleinen Baustellen, vor allem aber der großen, das sie gelernt hat draußen die Verantwortung zu tragen, draussen ggü., Hunden und Menschen. Nun sind wir seit einem Jahr auf der Suche, nach Trainern nach Möglichkeiten. Der eine empfiehlt den Hund einfach abzugeben, der nächste will keinen bemaulkorbten Hund im Training (obwohl sie nie gebissen hat, aber saftey first), die andere schickt uns seit Monaten clickernd und mit Futterbeutel und Dummy bewaffnet durch unseren Grünstreifen. An das eigentliche Kernproblem, den Hund aus der Verantwortung zu holen, zum nach oben denken wie ihr so schön sagt, zu bewegen, kann oder will keiner ran (oder kennt ihr zufällig einen im Raum X (Anm. von uns. Schon geklärt). Sie kann nicht mit anderen Hunden, wir sollen uns einen suchen der ruhig nebenher laufen kann, aber nein sowas findet man nicht, der Trainer möchte seine Hunde dafür nicht „herhalten“. Und so laufen wir weiter clickernd, Faxen machen und Futterbeutel werfend durch die Gegend, bis ich mich frage wieviele Hände man eigentlich benötigen muß um einen Hund führen zu können?! Allem aus den Weg gehend zu unmenschlichen Zeiten.Trailen ist eine tolle Auslastung, hilft uns aber nicht bei unserem Problem weiter, es wird herumgedoktort, und wenn man fragt, dann heißt es, man ist noch nicht soweit… Nichts würden wir lieber tun als ein, zwei Wochen bei der Hundeakademie Ferien machen, wir WOLLEN doch einen Weg finden ihr die Last abzunehmen, aber wißt ihr was uns hindert. Wir können mit unseren Hunden nicht ins Hotel…durch Menschenmengen, auf engen Bürgersteigen schleichen. Kurz davor einen Wohnwagen zu mieten… Von daher, vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz X

Es ist traurig, dass so viele Menschen draußen mit ihren Hunden rumirren genau so etwas erzählt bekommen.

So, Ende des Themas.

Hier ist IchIch, geb. 2017. Man, ist die Dame auf dem Gas. Kennt nicht viel, muss noch viel lernen, kein SinL-Hund, hat allerdings Tendenzen in die Richtung, wenn man hutzidutzi mit ihr umgeht.https://ssl.kundenserver.de/comedius-ssl.de/webs/comedius_presenter/design/tsv_viernheim_standard_10001_ssl.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=1&f_aktueller_ds=88813&f_aktueller_ds_select=4&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht

Euer SinL-Team

Foto: Angelika Nordmann

08.06.2018

3 in 3 Tagen (damit N nicht 1 ist und sich niemand direkt angesprochen fühlen muss, sammeln wir immer erst ein bissl Datenmaterial  – wir sind im übrigen bei N = zig … hier geht es nur um die Häufung in den letzten Tagen).

Uns schwillt ein bissl der Kamm und Perditas Mecker-, Reklamier- und fassungslos Kopfschüttelstriche auf der Hand nahmen in den letzten 72 Stunden rapide zu.

Nicht nur die Tierschutzorgas, Züchter, Verkäufer etc. sollten aus unserer Sicht – neben dem Besitzer selbst – in einer gewissen Verantwortung stehen, sondern auch wir Hundetrainer.

Viele Hundebesitzer suchen Hundetrainer auf. Gerade Menschen, die verzweifelt sind, die schon ein Anliegen haben.
Ehe der geliebte Vierbeiner ins Tierheim geht, wird oftmals noch vieles versucht, viel Geld angefasst, nochmals intensiv Zeit investiert. Kaum einer macht es sich leicht mit seiner Entscheidung der Abgabe.

Wir Hundetrainer sollten neben dem gängigen Sitz, Platz, Fuß allerdings noch andere Werkzeuge im Köfferchen haben: Menschlichkeit vornean, dann allerdings auch das Wissen für „wenns mal etwas schwierig wird“, oder aber „upps, kann ich nicht, delegier ich“.

Was ist mit den Menschen, die Hilfe benötigen, weil sie nun mal an möglicherweise ungünstiger Stelle JA gesagt haben und das Kerlchen nun um sich beißt wie ein Beutelteufel?

Das Tierheim ist voll, die Pflegestelle von einst verzogen, der ehemalige Verkäufer ist noch am Geld zählen, Aussetzen bei Strafe verboten (nein, das ist nicht ernst gemeint) und eine Pension kostet (War die Kostenersparnis nicht auch einer der Gründe, weshalb es der Golden für 500 Euro aus dem Blättchen sein sollte?)
Nun ist guter Rat teuer …

Da sind sie: die Eltern mit Kleinkindern, die Angst um ihren Zweijährigen haben, der schon einmal beim Vorbeieiern in die Hand „geschnappt“ wurde, so dass sie genäht werden musste.
Die Frau, deren Schwester zu Besuch war und der Hund unter dem Tisch hervor schoss und ihr in die Wade biss, gleiches gilt für Passanten draußen.
Der Mann, der abends nicht mehr in die Küche kann, weil der Hund sie belagert …

Alle haben – in diesem Post – eines gemeinsam (und nein, es geht nicht gegen irgendjemanden, ist nicht pauschal gemeint, aber es ist grob fahrlässig!): sie landeten bei Hundetrainerinnen, die …

Hundetrainerin schaut sich Hund an und fängt nach mehrstündiger Analyse mit den üblichen Gehorsamsdingen an: Decke legen, bleib. Sitz, brav etc.

Wir behalten im Auge: diese Hunde beißen.

Nun gibt es ja die Fraktion Besitzer, die Maulkorb kategorisch ablehnt. Die lassen wir mal außen vor.
Aaaaaber, dass es Hundetrainer gibt, die da keinen Handlungsbedarf sehen oder wenn, erst eine mehrwöchig positiv belegte Sache draus machen wollen, das geht nicht in unseren Kopf. Hier ist Gefahr in Verzug!

Ein paar dieser (aus der Vergangenheit, nicht die aktuell erwähnten) Hunde sitzen schon bei uns. Eben, weil „Decke ohne Maulkorb“ nur so lange gut ging, bis klein Zweibein neben der Decke stolperte oder “Sitz, Platz, Fuß-Dressur“ nicht mehr funktionierte, weil es eben doch um mehr, nämlich (kurz gesagt) Er- und Beziehung geht.

Hundebesitzer sollten oder könnten das, müssen es aber nicht, wissen. Dafür gibt es Hundetrainer.

Mensch, Leute, wir ziehen doch alle an einem Strang …

Hier geht es nicht (mehr) um Kunden cashen, sondern um Verantwortung für alle Beteiligten.
Hier hat die Angst vor Bedeutungslosigkeit und sich profilieren wollen nichts verloren. Hier heißt es: delegieren, wenn man nicht weiter weiß.
Was ist so schlimm daran, sich auch als Hundetrainer Hilfe zu holen oder mal über seinen Schatten zu springen und den Fall abzugeben.

Es geht um Menschen und deren Hunde, die sich vertrauensvoll an einen Trainer wenden und dringend Hilfe brauchen.
Es geht darum, den Hund vor Rück-, bzw. Abgabe zu bewahren.
Es geht um die Verantwortung Menschen gegenüber, die draußen unbedarft rumlaufen, um Verantwortung den Besitzern, vor allem den Kindern und Besuchskindern gegenüber.

Wir Hundetrainer tragen mit unserem Tun und Handeln u.a. dazu bei, wie der Hund in der Gesellschaft gesehen wird.

Und glaubt uns eins: uns krempeln sich die Nägel hoch, wenn wir erzählt bekommen, dass für einen Maulkorb noch kein Handlungsbedarf ist. Das ist verantwortungslos und größenwahnsinnig.
Nein, wir sind nicht die Besseren – darum geht es nicht. Eines sind wir gewiss: verantwortungsbewußt!

Leute, Leute, Leute …

Hier ist Flap, 2016 geboren, kaum einer bleibt vor ihr stehen. Sie ist schon ein bissl hemdsärmlig, kein SinL-Hund. Kann immer, wie fast jeder, einer werden, wenn man nicht hündisch mit ihr spricht. Nähere Infos gibbet hier:
https://ssl.kundenserver.de/comedius-ssl.de/webs/comedius_presenter/design/tsv_viernheim_standard_10001_ssl.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=2&f_aktueller_ds=87887&f_aktueller_ds_select=18&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht

Euer SinL-Team

08.06.2018


„Kommt und kauft“ oder auch „Die Katz im Sack“

Jetzt haben wir ja lange und oft genug über Auslands- und Inlandstierschutz gesprochen, über Züchter und Vermehrer.

Jeder hat seine Meinung, darf und soll er auch haben und hier gerne – im ordentlichen Ton – vertreten.

Wir wissen, dass es überall schwarze Schafe gibt.

Und es gibt Schuldzuweisungen ohne Ende. Was soll das denn?
Ja, da draußen züchten Menschen Rassen und es nehmen Menschen Rassehunde zu sich. So what?
Da draußen werden Hunde aus Sheltern geholt und einige finden ein tolles Fürimmer-Zuhause.
Da draußen kann man über den Kleinanzeigenmarkt Hunde erwerben – manchmal günstiger als im Tierheim oder beim Züchter. Am Ende ists egal.
Solange alles gut läuft, ists auch feini.

So, jetzt haben wir aber den Salat, dass da jemand unseriös ist. Nehmen wir mal als Beispiel „meinen“ Harry. Der ist ein Jahr alt und muss dringend weg. Die Tierheime nehmen ihn nicht auf, weil ich versehentlich gesagt habe, dass er gebissen hat. Der Tierarzt gibt ihm auch nicht so ohne weiteres die Spritze, obwohl ich beteuere, dass der Opa fies verletzt wurde.
Na gut, zwei Wochen halte ich noch aus und baue mir deshalb eine Anzeige:
„Wunderhübscher, reinrassiger, kerngesunder Schäferhund im besten Alter (1,5 Jahre), sucht neuen Wirkungskreis, da ich ihn aus gesundheitlichen Gründen abgeben muss. Harry ist sehr intelligent und gelehrig, temperamentvoll, mags sportlich und aktiv – ein Pokalsammler quasi. Er ist verträglich mit Mensch und Hund, schwimmt für sein Leben gerne und kann super alleine bleiben“.

Juchu, das hört sich nett an. Sportlich klingt gut, intelligent, jo, damit kann ich mich identifizieren. Verträglich. Klasse. Pokale – wow … Nur 400 Euro? Ein Schnäppchen …

Termin vereinbaren, hinfahren, einpacken, ab damit.

Naja, und nach einem Tag wunder ich (Rolle getauscht, ich bin jetzt nicht mehr Hundeloswerdwoller, sondern „Erwerber“) mich schon, weshalb er heute so auf dem Gas ist, gestern noch schien er so ausgeglichen (klar, 20 km geradelt vor Abholung oder irgendwie anderweitig müd gespielt). Nach drei Tagen hängt er mir an der Klamotte, weil die Beschreibung nicht zuende geführt wurde (ressourcenaggressiv, territorial, vereinnahmend, Beutefangverhalten …) – weshalb auch immer …

Und nun kommt die Frage nach der Schuld – wenn man überhaupt davon sprechen will. Fakt ist, dass ich JA zu Harry gesagt habe. ICH habe der Anzeige geglaubt, ICH habe meinem Gegenüber geglaubt. Aber den aufrechten Gang kann ich schon noch?
Ja, harte Worte. Und nein, das Thema ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Wir hatten es gerade auf dem Trapez.

Nein, wir beschimpfen hier niemanden, der vertraut hat, gutgläubig war, reingefallen ist. So etwas passiert (ich hab mir auch schon mal an der Tür ne Zeitschrift aufschwätzen lassen).

Aaaaaaber:
Was nützen Schuldzuweisungen?
Gegen das lemminghafte JA-Sagen, ohne zu prüfen, kann jeder selber etwas tun.
Was sollen wir zu dieser Art von Mails und Anrufen sagen? Mal sachlich gefragt?

Fakt ist: in Tierheimen landen fast nur noch Granaten. Geht da mal hin und sucht nach einem netten Begleiter für den verwitweten Onkel …
Also bleibt der Züchter, der wahrlich mehr Geld nimmt als Mr. Kleinanzeige oder der Auslandstierschutz, der durchaus gute Hunde hat. Und, wenn man sich das Tierchen genau ansieht und ggf. noch eine kompetente Person an seiner Seite hat, dann kanns gut gehen und viel Reuegeld ersparen.

Und immer wieder: zwei – oder noch mehrere Seelen – in einer Brust.
Und deshalb: Augen auf bei der Hundeauswahl …

Der arme Harry musste leider herhalten heute.
Er wird täglich besser, ist und bleibt aber SinL-Hund.
Nähere Infos hier:
https://ssl.kundenserver.de/comedius-ssl.de/webs/comedius_presenter/design/tsv_viernheim_standard_10001_ssl.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=2&f_aktueller_ds=88567&f_aktueller_ds_select=12&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht

Euer SinL-Team (danke, Silke, für den Denkanstoß, danke, Angela Bamberg und Maik Broszonn, für das Foto)

07.06.2019


Aus gegebenem Anlass:

Sooooooooo, wie sage ichs meinem Kinde?

Erst einmal viele Grüße von Marito (Shangaan für Worte – er wisperte Perdita seinerzeit zu, dass er beim Sams bleiben möchte), Ex-Nino. Ihm gehts gut, er beißt sich so durch .

Marito kommt von einem zweifelhaften „Züchter“ – unschön!
Wir unterstützen ebenso seriöse Züchter und haben schon viel Unterstützung durch sie erfahren.
Wir machen Tierschutz, aber nicht militant und wir betrachten möglichst vorbehaltslos alle Seiten.

Nachdem es mal wieder um Auslandshunde vs. Züchter ging, muss ich es jetzt erzählen …
Es treibt mich schon lange um, dass ich von zwei „Dingen“ in Rumänien weiß und ich komm und komm nicht dran.
Zum einen hat eine deutsche Orga irgendwann mal angefangen mit einer Dame in Rumänien Tierschutz zu betreiben. Es klang gut, Hunde kamen an und wurden irgendwie immer mehr und es wurde immer wilder – und vor allem auch bissiger. Am Ende stellte sich heraus, dass die Hunde nun, nachdem der Markt zu florieren begann, extra „organisiert“ wurden. Aus der kleinen Schneiderin wurde eine für deren Verhältnisse wohlhabende Dame (nein, ich stand nicht daneben, kenne aber die Orga, die ihr Leid klagte, nachdem sie dann mal selber dort hingereist waren).

Ich kenne einen jungen Rumänen (habe ihn in Schottland getroffen), dessen Bruder/Schwager etc. Hunde produziert und unter dem Mantel des Tierschutzes nach Deutschland karrt – was für ein Monatsgehalt für diesen Mann, der sonst nichts hatte.
(Tja, was kann ich dagegen tun? Habe mit dem Rumänen gesprochen, dessen Verwandter das Geschäft betreibt – der lacht und sagt, dass wir Deutschen einfach zu dämlich sind …)

Die Mitte machts – wie immer.
Anschauen, reflektieren, Charaktereinschätzung machen, wenn möglich. Sich Rat holen, auf sich selber verlassen … Keine Ahnung.

Unschön ist die Entwicklung. Heute vier Anfragen von vier Auslandshunden, die plötzlich gebissen haben. Wer kann und mag helfen? Bitte PM.

Eure Perdita fürs SinL-Team

06.06.2018

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Als ich eben ein Bild von einem Hund zu dem Thema suchte, fielen mir viele in die Hände. Bei Holly bin ich hängengeblieben, denn das Tierheim fragt bis heute immer mal nach, Dr. Snuggles, Yuma und Marley im übrigen auch. Der Rest, deren Hunde wir noch haben, ist verschollen.

Umso schöner ist es für uns, dass das Vutomi-Ex-Frauchen JA zu den entstehenden Tierarztkosten sagt – wir sind noch nicht viiiiiel weiter, haben aber eine Idee – nächste Woche mehr.
Lucàs Besitzer sind eng an uns dran und unterstützen uns und auch Miss Ellies Ex-Frauchen lässt regelmäßig von sich hören. Ihnen allen ist die Trennung nicht leicht gefallen und sie hoffen mit uns auf das große Glück, das wegen diverser Vorfälle in dem letzten Zuhause ein Ende fand.

Ich glaub, wir gehen den Besitzern unserer Ex-en ganz schön auf den Nerv mit dem ständigen Nachgefrage: „gehts gut, braucht Ihr etwas, alles im Lot?“

Aber wir vergessen sie nicht – unsere Fritz-Pitzes, Purzels, Sammys und Co. Wir hatten eine gemeinsame Zeit – mit Höhen und Tiefen, mit Lachen und Bangen. Wir freuen uns über Erfolgserlebnisse und bangen mit ihnen, wenn ihnen etwas fehlt (lieber Jack, komm flott wieder auf die Läufe – Hüfte nicht o.k.).

Einfach nur danke an alle, die den Mut hatten und zukünftig haben werden, JA zu einem unserer Schützlinge zu sagen und danke, dass Ihr Euch der Verantwortung bewußt seid.

Holly lacht, denn auch ihr großes Glück steht schon bereit …

Habt einen schönen Abend und eine gute Nacht,

Euer SinL-Team

02.06.2018


Moin, moin zusammen ,

gleich, ganz gleich, naja oder bald oder bestimmt noch in diesem Jahr, ist es soweit:

Unser, Niklas Fuchs, und mein Maulkorb wird „geboren“. 
Noch sind wir, mehr so Niklas und seine MutterSusanne Fuchs, mit der Entwicklung beschäftigt – sie wuseln und puseln, ich darf rumrüsseln und Spaß haben .

Gestern haben wir im Tierheim Viernheim gemeinsam mit den beiden „Füchsen“, SamsSilke,NicoleSebastianTeffany und Lena den Namen gesucht und gefunden und ein paar weitere Eckpfeiler auf die Füße gestellt.
Unsere Hunde haben uns dabei super assistiert.
Nun heißt es flott zum Anwalt, alles wesentliche klären und bald erfahrt Ihr mehr.

Hier seht Ihr schon ein kleines Stückchen von einem Muster.

Wir freuen uns jedenfalls riesig, dass wir bald keine zwei Maulkörbe mehr aufeinander friemeln müssen und ebenso, dass die Chance, dass Finger zwischen die viel zu großen Zwischenräume geraten, geringer wird.

Sooohoooo … Dann schauen wir mal, was der Juni uns so bringt,

Euer SinL-Team

01.06.2018


Das ist doch ungezogen. Echt ey . Naaaaa gut, ich schrieb: „Keine Diskussionen“, nicht „keine Kommentare“. Man, man, wie sollen denn Menschen, über die hier gemeckert wird, begreifen, wenn Ihr auch nicht begreifen wollt. Tststs. Naaaaaaaaaa guuuuht …

Heute früh fertigte ich – weil unglaublich aktiv mental, jaha … – einen weiteren Text, der nun ein wenig geändert werden muss, weil in der Zwischenzeit das Universum uns einen nassen Lappen um die Ohren gehauen hat. Macht nix, wer weiß, wofür der wieder gut ist.

Aaaalso: das hier habe ich vor 3 Stunden in einem Text geantwortet: “ Nein, fair ist das nicht (dass unzureichend informiert wird über den Hund). Allerdings Realität. Wenn ich meinen bissigen Hund loswerden will, dann sage ich sicher nicht, wie er tickt (wenn ich unseriös bin). Bei Tierheimen/schutzvereinen/orgas ist häufig das Problem, dass nicht „getestet“ wird und deshalb manchmal nicht genügend Infos über den Hund bekannt sind. Wir bekommen immer mal den „Vorwurf“, dass wir unsere Hunde zu negativ darstellen.

So, eine Stunde später kam der Anruf, dass einer unserer Tierheim-Hunde zurück muss, weil er einen Nachbarn gebissen/geschnappt hat.

Könnt Ihr mir mal erklären, was an „der Maulkorb bleibt draußen drauf“ und „wenn Besuch kommt, bleibt der Maulkorb drauf“ nicht zu verstehen ist? Spreche ich Suaheli? Nun, ein bissl Shangaan manchmal. Aber doch nicht, wenns drauf ankommt oder?

Was ist, wenn SinL-Hund (mit Vorgeschichte) nun, weil ohne Maulkorb geführt, in jemanden beißt? (Bleibt bitte alle vorsichtig, denn die Verantwortung zu tragen ist kein Spaß – denn am Ende sind wirs! Und wenn ein Chico unter den SinL-Hunden ist – und das ist womöglich der Fall, nein, nicht, weil er einen Menschen getötet hat, aber dazu im Stande wäre, dann können wir, nicht nur SinL, sondern alle weiteren Organisationen, die sich um schwere Jungs und Mädels kümmern, dicht machen).

WO BITTE IST DAS PROBLEM? Jo, heute wurde ich mehrmals „von oben angefasst“. Meine Strichliste auf der Hand ist bis 15.00 Uhr von vier Strichen jetzt auf 24 gewachsen.

Wie bei Loriot und der Badewanne: „Der Maulkorb bleibt drauf“!!!

Leute, echt ey … Sind unsere Beschreibungen nicht eindeutig genug? Ist unser Vertrag pillepalle?

„blabla … Es handelt sich hierbei um einen Hund, der durchaus in gewissen Situationen Aggressionen zeigen kann.
Eine mögliche Gefährlichkeit kann man trotz umfangreichen Trainings nie vollständig ausschließen.
Der Übernehmer versichert mit seiner Unterschrift, dass er über die potenzielle Gefährlichkeit des Hundes „XXX“ durch einen Mitarbeiter des Tierheims Viernheim oder der Hunde-Akademie Perdita Lübbe umfassend informiert wurde und den Hund entsprechend sichert.“

Wir machen Vorkontrollen. Leider dort nicht, weil bissl weit weg, die Menschen müssen mehrmals anreisen – auch von weither. Wir machen Nachkontrollen. Tja, das hier ist unserer. Ganz klar. Keine Vorkontrolle, dann wäre das ein NEIN geworden.

Hey, Leute, wenn mit einem dieser Hunde (und der, der zurück kommt war bislang kein SinL-Hund, weil er zwar durchaus aggressives Verhalten – wie jeder – zeigen kann, aber definitiv kein Knaller war) draußen etwas passiert, dann können wir uns warm anziehen, ganz warm!

Man, man, man, was für ein Tag

Eure Perdita fürs SinL-Team

31.05.2018


Niiiiieeeedlich …

Gestern war mal wieder so ein Tag …

Menschen bleiben von Tsakani stehen, entweder mit den Worten: „oh, ist der aber hübsch“ (ja, in der Tat, ist er) oder: „oh, weshalb trägt der denn einen Maulkorb?“ (verständlich, denn, wer hübsch ist, kann nicht gefährlich sein . Nee, er muss ihn leider wieder komplett tragen, denn er kommt gerade an und würde sich sonst „durchbeißen“.) Ja, diese Frage beantworten wir täglich und zugegebenermaßen kann es schon befremdlich sein, dass, wenn man ein Tierheim betritt, überall Maulkörbe hängen oder bemaulkorbte Hunde rumlaufen.

Die Aussage bei der Abgabe, dass er noch nie gebissen haben soll, ignorierten wir. Bei der Übergabe sagen Menschen über das aus, was SIE erlebt haben mit dem Tier und da wir ja sagen, dass der Mensch den Hund macht, machen wir unser eigenes Bild.
Wie Viele „bleiben einen drunter“ und managen was das Zeug hält. Wie Viele strengen den Hund zu sehr an, weil sie ihn in der Verantwortung lassen und ihn damit überfordern? Wie Viele unterschreiten Grenzen (gute Nacht Bussi im Körbchen beim ressourcenstarken Hund). Wie Viele denken – da haben wir es wieder – „einmal Freund, immer Freund“.
Hunde sind doch keine Benutzgegenstände ganz nach unserem Gutdünken. Er soll brav sein, darf nicht jagdlich ambitioniert sein, muss kommen, wenn er gerufen wird, darf als Rüde möglichst kein Interesse an Mädels haben, darf sich nicht streiten, nicht schmutzig machen, soll sich benehmen und passen.
Die gibt es: https://www.steiff.com/de-de/catalogsearch/result/?q=hund.

Es ist sicher immer wieder wichtig darauf zu achten, was dem jeweiligen Hund wichtig ist. Der Jäger ist womöglich solange ansprechbar und kuschelig, bis es in der Nase bitzelt, dann vergißt er schon mal seinen Menschen, den er ansonsten 23,5 Stunden lang folgt.
Der Territoriale ist womöglich ansich nett und freundlich, bis es an der Tür klingelt – dann hält keiner ihn mehr auf.
Der sich zuständig fühlende Zeitgenosse ist immer an der Leine vorneweg, macht nix, weil er ja ansprechbar bleibt. BIS der verfeindete Rüde von Gegenüber die Bildfläche betritt und ab da ist er „Leinenpöbler“.
Waldi lässt sich so lange Zecken brav herausschrauben, BIS man versehentlich die Warze stundenlang rausfriemeln will und dann kann auch der brave Waldi mal an die Decke gehen. Hatta ja noch nie gemacht.

Deshalb landen Hunde bei uns. Deshalb.

Fazit: Hunde sind Hunde sind Hunde . Und Tsakani kann beißen – auch, wenn er niedlich, süß, hübschi ist …

Und deshalb wünschen wir uns und lehren, dass wir schon „einen früher“ schauen/einwirken, damit nicht erst in Extremsituationen gehandelt werden muss.
Das Ziel ist, dass Hund lernt „nach oben zu hören“, dann aufmerksam zu sein, wenn Mensch es will (und definitiv nicht nur im Tausch gegen Kekse oder Spieli). Dann ist sicherlich ein großer Weg geebnet – für ein harmonisches Miteinander …

Ach, da wollten wir gar nicht hin, kommt später in einem neuen Post .

Euer SinL-Team

31.05.2018


Mmmmh, es ist nichts Neues, was uns seit Tagen mal wieder durch den Kopf geht, aber es ist da. Allgegenwärtig – und durch den Matteo-Post von gestern nochmals.

Was geschieht hier eigentlich?

Wir arbeiten mit Hunden, die in Tierheimen entweder geschiebert werden müssen oder als „gemeingefährlich“ gelten und in der Regel schon einiges auf dem Kerbholz haben: Menschen massiv verletzt, Hunde getötet, allgemein Angst gemacht, keine Vermittlungschance haben, weil schon dreimal vermittelt und immer wieder zurück kamen …

Und manchmal nehmen wir auch Privathunde, weil das Tierheim ihn nicht aufnimmt oder die ehemalige Vermittlungsstelle ihn nicht zurück nehmen kann (keine Vorwürfe bitte – ist jetzt so).

Resozialisieren nennt sich das (man kann es auch anders nennen). Im Grunde geht es darum, diese Hunde wieder halbwegs „gesellschaftsfähig“ zu machen. Ihr wißt – und das betonen wir regelmäßig – „heil“ machen geht nicht.
Sie können lernen, besser „hinzuhören“, mehr hündisch lernen, aber “gefährlich“ bleibt „gefährlich“ (lässt sich sicher besser formulieren, allerdings lesen hier ja nur kluge Menschen mit, die verstehen, was wir damit ausdrücken wollen).

So, was tun, sprach Zeus? Alles, was in gefahrdrohender Weise jemanden behelligt, mit Maulkorb und Leine versehen? Juchu … Wir sehen schon die Menschen, die keine Hunde mögen, sich die Hände reiben. Gerade wurde uns von einer Nachbarin erzählt, die die Gemeinde wegen der beiden bösen Nachbarhunde hat kommen lassen. Am Ende wars ihr eigener, der am Zaun pöbelte …

Mmmh, alles, was schon mal eine fremde Person gebissen/verletzt hat, über die Wupper springen lassen? Dann wäre unser Tierheim ziemlich leer? Alles, was in Rausch kommen kann, töten? Dito, auch halbleere Tierheime.

Alles „retten“, was zu „retten“ geht? Dann haben wir Messietum und werden den vorhandenen Hunden am Ende nicht mehr gerecht. Wie viele Hunde „dieser Art“ kann ich als einzelne Person/als Tierheim am Tag wuppen? Was braucht jeder einzelne Hund? Wie viel individuellen Zuspruch kann und sollte ich geben?

Unser Anspruch im Tierheim Viernheim/bei SinL ist: jeder (auch die nicht SinL-Hunde) jeden Tag Qualitätszeit. Bei gut 40 Hunden „schwirren“ gut 3-4 Menschen nur dafür rum. Und immernoch ist es viel und Mittagspause ist niemandem bekannt.

Ihr seht, das ist alles kein Spaziergang. Zum Thema: „Ihr hattet ja gerade Winterschlußverkauf, dann könnt Ihr ja jetzt meinen nehmen“. Haha, bauchihalt vor Lachen.
Wir waren an der Obergrenze und heute und am 01. Juli zieht wieder „etwas“ ein.

Unsere vorhandenen Hunde, die keine SinL-Hunde sind, wollen auch gesehen und trainiert und erkannt werden. Auch ihr Verhalten ändert sich (meist zum nicht Besten), wenn wir nichts mit ihnen machen.

Kürzlich hat ein sehr kompetenter Kollege die Euthanasie für einen Tierheim-Hund empfohlen (nein, bitte keinen Aufschrei). Durch weißdergeierwas ist uns der Hund auch in die Hände gefallen – mit dem Resultat „nicht einschläfern, allerdings draußen sichern und definitiv nur an verantwortungsvolle Menschen abgeben“.
Jetzt stellt Euch mal vor, der Hund wird draußen auffällig, weil unbesorgt vermittelt oder der neue Besitzer ihn unterschätzt? Wer trägt die Verantwortung?

Finden wir noch weitere Vanessas, Ines-se, Manon-se und Co‘s, die sich so einen Hund zutrauen und auch gewissenhaft mit ihm umgehen?

Was machen wir mit unserem Manolo, Foto (vonAngela und Maik), der sich ohne Maulkorb in verschiedenen Situationen durch Menschen beißen kann? Ab durch die Mitte?

Was ist mit all denen, wie Willy Wiesel und Michel aus Lönneberga, die zwar gebissen haben, aber im Grunde händelbar sind?

Was ist mit denen, die anfragen, von zig Stellen/Tierheimen abgelehnt werden? Wo landen die?

Fragen über Fragen.

Und wir wollen hier nicht über den Hundeführerschein diskutieren, den macht jeder! nach ein paar Übungseinheiten nachts um 3 mit verbundenen Augen.
Es geht um Verantwortung und es geht darum, dass jene Stellen, die Hunde vermitteln, sich weiterhin kümmern – da sind für die Menschen, da sind für die Hunde. Sie ggf. sogar zurücknehmen, wenn etwas ist.
In Österreich, das hörten wir gerade, gibt es ein „geiles“ Gesetz. Sicher erst mal nicht lustig für jeden, am Ende reduziert es Probleme. Österreicher bitte vor mit Berichterstattung .

Wir könnten noch stundenlang weiterschreiben, haben hier mal unsere wildesten Gedanken formuliert und sehen dem, was auf uns zukommt, mit großen, erschreckten Augen entgegen. Ja, wir wissen, das Thema kam in letzter Zeit häufiger aufs Trapez – dieser Ball ist so unrund, dass er vorne und hinten eiert.

Nun gehen wir wieder auf unsere kleine Insel, schnappen uns unsere bemaulkorbten Jungs und gehen an den See.

Euer SinL-Team – mit Dank fürs Dabeisein

25.05.2018


Es ist kaum zu glauben. So tief kann sich Marie, 11, gar nicht mehr verneigen, wie wir gerade alle dankbar sind.
Vermittlungen, Pflegestellen, Amazon-Wunschzettel-Erfüllungen, liebe PM und Briefe, Pakete … Und heute noch ein warmer Unerwartetregen. Sagt mal …

Wir sind froh, dass unser Projekt, das nun seit Beginn 2015 existiert, so viel Anklang findet, Freude bereitet und – vor allem – Hunden hilft.
34 SinL-Hunde sind seither vermittelt, drei (Merlin, Otti und Felix) leider verstorben, aber als Privathunde mit eigenen Menschen.

Ich sage nur mal zu den Geschehnissen: Einzigartig. Liebevoll. Empathisch. Natürlich. Aussergewöhnlich.

Eure Perdita fürs SinL-Team

Heide, Maries Mutter, 13, und Marie warten im übrigen auf ein Zweierkörbchen.

Danke fürs Foto, Angela und Maik.

22.05.2018


Hier ist Sammy. Ihm gehts super gut in seinem Fürimmerzuhause bei Danny und Familie.

Wir haben immer zwei Seelen in einer Brust bei der Vermittlung: sind die neuen Besitzer wirklich gewissenhaft, halten sie sich an Absprachen, lassen sie den Maulkorb drauf? 
Ich mag gar nicht daran denken, was wäre wenn …
Der Maulkorb ist immernoch so negativ belegt, weshalb nur? Er gibt soviel Freiheit und bewahrt manchmal auch vor: „upps, das hat er noch nie getan“.

Wie schön, dass unsere SinL-Hunde-Übernehmer keine Probleme mit Maulkorb haben und ebenso bereit sind, sich Fragen (von Außenstehenden) zu stellen, statt unvernünftig zu werden.

Danke an Euch alle. Wir sind gerade sehr geflasht von dem, was hier, bei SinL, abgeht.

Euer SinL-Team

 

21.05.2018

Huuuuuuuuuu …. Da ich mich ja im Moment im Gandhi-Modus befinde, kostet mich diese Beschwerde 50 Cent (jede Beschwerde, jedes Meckern kostet …)

Macht aber nix, denn es muss raus – und zwar jetzt:
Wo bitte haben unsere Hunde FELLNASEN? Wo?
Das ist das Unwort des Jahres 2018. Irgendwann war der Unlaut mal: „kscht“ oder „ththth“ (also, dieses „Skippy, das Buschkänguruh“-Schnalzen).

Fellnase … grrrrrrrrr. So, 50 Cent in die Kasse und Ihr lasst das bitte hier auf der SinL-Seite, ja? Büüüüüüütttttteeeee.

Hier ist im übrigen Holly. Sie hatte ganz tolle Besucher. Schon zweimal. Aber die sind sich noch nicht ganz schlüssig, ob sie wirklich passt.
Manchmal läufts auch andersrum – wie oft sagen wir Interessenten ab und hier würden wir ohne Wenn und Aber JA sagen, weil die Menschen so klasse und kompetent sind und jetzt dürfen wir warten.
Drückt einfach alle die Daumen, dass unsere Holly sich noch irgendwie ins Herz der beiden schleicht.

Eure Perdita fürs SinL-Team (hoffentlich – vielleicht findet ja der Rest vom Team den Begriff Fellnase nur klasse).

Frohe Pfingsten!

Danke, Madeleine Trost, fürs Foto

20.05.2018


Es ist ein riesen Glück, dass es Menschen gibt, die den Weg zu uns finden, um einem oder auch mehreren unserer Schützlinge ein Fürimmerzuhause zu geben.

Das ist nicht selbstverständlich, denn „diese“ Hunde sind besonders und sie brauchen ganz besondere Menschen:
Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben, Menschen, die etwas ver-rückt sind, Menschen, die Geduld haben und es nicht persönlich nehmen, was auch immer unsere „Jungs“ so treiben. Menschen, die selber keine allzugroßen eigenen Baustellen haben und sich nicht überschätzen.

Ab sofort darf es nur noch bergauf gehen.

Und das hat bislang bei allen geklappt. Danke an Frauke,

 

Sams, Herrn v.R., Jutta, Tamara, Elke, Herrn S., Chris, Danny, Michael, Lena, Ute, Lisha, Ines und Ines, Michael, Nic, Manon, Vanessa, Herrn M., Caro, Fam. R., Teff, Jorgo und ebenso danke an unsere beiden Pflegestellen Ricarda und Tamara.
Diese Woche steht ja noch Großes bevor: Hund Nr. 30 wird ausziehen …

Hach … Danke für alles.

Hier auf dem Foto (von Debra Bardowicks) ist Josh, einst Marvin, heute privat und in den besten Händen …

Euer SinL-Team – dankbar und erfüllt

14.05.2018


Foto: Perdita Lübbe

Inzwischen erreichen uns beinahe täglich Nachrichten, welche von Beißvorfällen berichten. Entweder gegen Menschen gerichtet oder gegen Hunde. Es ist inzwischen besorgniserregend, was alles so mit und durch Hunde passiert.
Da geht zum Beispiel eine Hundehalterin mit ihrem angeleinten Hund spazieren. Doch was ist, wenn freilaufende Hunde sich auf ihren stürzen? Ohne Maulkorb versteht sich. So geschehen. Die wollten nicht spielen.
Beherztes Eingreifen ihrerseits hat ihrem Hund wahrscheinlich das Leben gerettet – ja, ja, „man“ soll ja nicht reingreifen. Aber wer steht schon daneben, während der eigene Hund angegriffen wird? Schwere Verletzungen hat er dennoch davongetragen. Ganz zu schweigen davon, dass auch die Hundehalterin ärztlich versorgt werden musste.
Nicht nur das, es macht vor allem ja auch was mit der Psyche der betroffenen Menschen, welche beobachten müssen, wie der eigene Hund von anderen Hunden ernsthaft angegriffen wird. Das sind Horror-Momente, die im Kopf verankert bleiben…

Dies ist nur eins von vielen Beispielen, welche sich tagtäglich zutragen. Es sind auch die weniger dramatischen Momente, welche deutlich machen, dass wir uns teilweise gegenseitig das Leben sehr schwer machen. Dabei kann bereits ein wenig mehr Rücksichtnahme das Leben deutlich erleichtern, indem einmal mehr angeleint wird oder der Hund in bestimmten Situationen einen Maulkorb trägt. Das tut doch keinem weh. Eine Bissverletzung hingegen sehr.

Wir mögen Hunde, wir mögen sie sogar sehr. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie alles dürfen. Es steht für uns außer Frage, dass ihre Freiheiten spätestens dort enden, wo die anderer Menschen und Tiere eingeschränkt werden.

Wenn sich jeder an die eigene Nase fasst und auf sein Gegenüber Rücksicht nimmt, dann lässt sich einiges bewegen.

Euer SinL-Team

09.05.2018


Foto: Bamberg/Broszonn

Purzelbär, Fellnase, niedlich, süß, Schnuppelchen?

Glaubt mir, ich kann, bis auf Fellnase , alles nachvollziehen. Bin ich ja selbst Mitbewohnerin bei vier Hunden, für die ich so ziemlich alles geben würde.

Und noch einmal: ein Hund ist ein Hund, ist ein Hund!

Der Staff ansich hat gerade mal wieder einen Stempel verbraten bekommen. Ich habe ein Foto von Michel aus Lönneberga‘s (hier) Verletzung gegenüber einem 9jährigen Kind.
Der Hund ist gerade mal 11 Monate alt und ja, da ist sicher einiges schief gelaufen, aber darüber zu diskutieren ist wie über vergossene Milch zu reden, denn er ist hier und wir gehen auf “reset“.
Dann gibts noch viele, viele weitere Geschichten von unseren Hunden, die Euch ja durchs Mitlesen hier bekannt sind.

Wir trainieren sie, haben Verständnis für sie, mögen sie genauso wie sie sind, respektieren sie, spielen mit ihnen, setzen Grenzen. Kurz: geben alles, was in unseren Möglichkeiten steht.
ABER wir machen sie nicht „heil“. Sie bleiben „gefährlich“. Das ist auch der Grund, weshalb sie nur in ganz gewissenhafte Hände abgegeben werden mit einem Vertrag, der das auch aussagt.

Der Charakter ist da, Verhalten entwickelt sich, der Mensch ist in der Zuständigkeit.
Und manchmal sieht er es einfach nicht, merkt die Entwicklung nicht, erkennt Zusammenhänge nicht (wir ebenso. Mensch, was machen wir Fehler).

Wir sind ja nicht nur SinL, wir sind ganz „normale“ Hundetrainer mit ganz normalen Kunden. Die Entwicklung ist bedenklich – oder sehen wir SinLer das nur so, weil wir hinter jedem Baum einen Feind wähnen?
Da ist der kleene dreijährige Rüde, der bei der Begrüßung in den fremden Menschen brummt, dass es nur so kracht und das wird als freundliche Begrüßung vom Frauchen interpretiert. Da schmeisst sich einer (bei der Bitte um „spiel doch mal“) auf den gezückten Ball, umklammert ihn, spannt und wenn ich dann von Besitzanspruch spreche, dann wird schon mal mit dem Kopf geschüttelt.

Nein, nein, bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte keine Kunden abwimmeln. 98 % unserer Kunden sind höchst glücklich über diese Erkenntnis. Manchmal halt nicht, denn für ihn ist der distanzlose Jüngling ein Schmusebär, der niemals irgendjemandem irgendetwas tun würde. Ganz echt. Versprochen. Känguruhgelöbnis!
Und ich denke: „schüre ich Ängste“? „sollte ich lieber nichts sagen, denn wenn es ausgesprochen ist, triffts manchmal ein“? „man gut, dass ich nicht dort wohne, wo dieser Hund nachmittags über die Hundewiese (abgesehen davon, dass ich nicht auf Hundewiesen gehe) tobt. Uff, zwei Seelen in einer Brust.

Wir möchten gerne helfen, hoffen, dass wir weiterhin gewissenhafte Fürimmermenschen für unsere SinL-Schützlinge finden, die mit Maulkorb absichern, wenn es nötig ist.

Und ich wünsche mir … Nee, keinen Weltfrieden – oder doch?  Naja, für hier und heute reicht erst einmal Rücksichtnahme und Respekt – vor allem Menschen gegenüber.

Eure Perdita

Michel, von Angela Bamberg und Maik Broszonn fotografiert, sucht kompetente Menschen, die ihn meinetwegen auch Fellnase nennen, die aber wissen müssen, dass er trotz seiner guten Eigenschaften ein Hund ist und bleibt

11.04.2018


Foto: Bamberg/Broszonn

Puh, Leute … Also gut …

Schön, dass wir regelmäßig um Statements, Verhaltenstipps, unsere Meinung etc. zu irgendwelchen Posts gebeten werden.

Da hat nun ein Kollege etwas über Hundekontakte an der Leine gepostet und schon flattern die Nachfragen ein: „echt, sollen wir unsere Hunde wirklich an der Leine mit Hunden zusammen lassen?“ „Hast du nicht gesagt, eher keine Kontakte an der Leine?“ „Was ist, wenn es eine Schleppleine ist?“

Ich sag mal so, der Kollege hat gepostet und wird seine Sicht der Dinge erklären können. Diese Plattform dient dazu, unsere Hunde zu zeigen und über den Stand der Dinge zu berichten.

Und vor allem sind wir auf Facebook außerhalb unserer eigenen Seiten nicht unterwegs, so dass wir uns die Mühe machen und Zeit nehmen müssten, den Text zu lesen – was wir aber gar nicht wollen. Sorry. Wir wollen unsere Zeit gerne unseren Kunden und Hunden widmen und bitten dafür um Verständnis.

Eines können wir sagen: Es ist alles, aber auch alles – und das ganz pauschal – individuell zu betrachten.

Für das eine Mensch-Hund-Team stellt es gar kein Ding dar, wenn sie mal an der Leine zusammen kommen und sich beschnüffeln. Für das andere gäbe es Chaos ohne Ende, beispielsweise mit unserer Matsuna hier, weil sie nur ausgewählte Hundekontakte haben sollte, damit es keine Unfälle gibt.

Verlasst Euch auf Euren Bauch, nehmt Rücksicht, falls das Gegenüber das nicht will (aus welchen Gründen auch immer). Am Ende entscheidet der Besitzer, der natürlich darauf achtet, was es mit seinem Hund macht. Spult er sich hoch, ist er besorgt oder sagt er nur freundlich „Hallo“ …

Fazit: unsere Hunde überlassen uns die Begrüßung und dann sehen wir weiter. Keiner unterschreitet ungefragt unsere Individualdistanz (außer, es ist ein Versehen). So einfach ist das .

Gute Nacht zusammen,

Euer SinL-Team

08.04.2018


Aus gegebenem Anlass:

Hier ist Paul. Paul hat vor gar nicht allzu langer Zeit seinen Menschen krankenhausreif gebissen.
Wessen Schuld? Egal. Er sollte – wie viele seiner Kollegen hier – eingeschläfert werden.
Wir haben ihn übernommen, trainieren ihn und wissen um das Risiko, das von ihm und seinen Kumpels, die wir noch hier haben, ausgeht.

Wir haben täglich unendlich viele Anfragen für Hunde dieser Art. “Wenn Ihr ihn nicht nehmt, dann muss er zum Tierarzt“. Ja, das ist tragisch und bringt und viele, viele schlaflose Nächte ein.

Vorgestern wurde ich von einem Hundesportler gefragt, was das soll, dass wir diese Hunde arbeiten. „Weg damit“ war sein Statement.

Wie viele Hunde werden tagtäglich da draußen in Deutschland heimlich um die Ecke gebracht? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur eines. Wir machen hier auf unserer kleinen Insel so gut es geht weiter und lassen uns nicht beschimpfen, weil wir sie nicht alle retten können.
Leute, wenn wir in die Knie gehen durch Menschen, die uns unterlassene Hilfeleistung vorwerfen, dann werden noch viel mehr über die Wupper gehen.

Denkt einfach drüber nach.

Hier wird jeder! Kommentar gelöscht – nur zur Info,

Euer SinL-Team

07.04.2018


Foto: Bamberg/Broszonn

Weshalb wir sie umtaufen, unsere Hunde? Das hat einen, nein, sogar zwei Gründe. Vielleicht, nach kurzem Überlegen auch drei .

Früher, als Janosch einzog, haben wir den Namen noch so gelassen. Mittlerweile sind wir der Ansicht, dass „neues Spiel, neues Glück“ bedeuten kann.

Ein Name sollte irgendwie zum Hund passen und kann ein Symbol für den Start in ein neues Leben darstellen.

Zudem haben wir, als dritten Grund, zig Sam‘s und Blacky’s im Angebot, was zu Missverständnissen führen kann.

Grund Nummero 2 ist allerdings der für uns wichtigste:
Wir wollen (Ex-)Besitzer und Tierheime schützen. Manche Tierheime wollen nicht, dass jeder weiß, dass der Hund von ihnen kommt und das respektieren wir.
Es macht keinen Spaß als Ex … durchs Dorf getrieben zu werden, weil man ihn zum Junkie gemacht hat, weil man einen vermeindlichen Fehler gemacht hat, weil man nicht richtig achtgab, weil man ihn am Tisch angebunden hatte, um noch ein Getränk zu holen, während er mit seinem Knochen zurückblieb, als der Kellner vorbeikam. Und so weiter und so fort.

Wozu ist die Herkunft für den Leser hier wichtig? Die Vergangenheit lassen wir hier! ruhen, um Diskussionen zu vermeiden (und glaubt uns, dazu würde es in einigen Fällen führen, wahrlich). Um ist um und jetzt gibt es eine „alles ist vergeben und vergessen Party“.
Auf in ein neues Leben, um von hier aus den Sprung in ein noch besseres Leben zu schaffen …

Habt einen schönen Tag,

Euer SinL-Team

06.04.2018


Was ist denn das für ein Vogel?

Der rechte?
Nein, der linke.

Tja, wir wissen auch nicht genau, wie das passieren konnte. Es ist ja „eigentlich“ voll bei uns und wir können keine neuen mehr aufnehmen.
Und dann ist uns Ignaz zugelaufen. Es gibt Stimmen, die sagen, er wäre vom Listiversum,https://www.facebook.com/listiversum/. Wir bekommen da aber niemanden ans Telefon – wie das beim Tierschutz so ist. Nie geht jemand dran.

Hier auf der SinL-Seite wurden Stimmen laut, es wäre „ein Schorsch“. Wir sind uns noch unsicher und wollen ihn erst einmal genau beobachten. Eine detaillierte Charaktereinschätzung steht noch aus.

Was wir aktuell sagen können: Er ist zutraulich und seeehr anhänglich und ver-rückt. Es handelt sich scheinbar um ein Exemplar, was wirklich „nur spielen“ will. Ob dennoch ein Maulkorb sein muss, das wird die nächste Zeit zeigen. Jetzt scheint er nett – und dann?

Jedenfalls, liebe SinL-Leser und – Leserinnen, Ihr braucht keine Sorge zu haben. Wir haben ihn und das Unwesen, welches er treibt, ganz genau im Auge!

Wie das mit den schrägen Vögeln so ist: Wenn sie mal da sind, dann kümmern wir uns. Es braucht Geduld und Zeit. Das stehen wir jetzt durch und hoffen, Ihr bleibt an unserer Seite.

… und derweil freuen wir uns über den Blöd-Sinn und Froh-Sinn, den er hier verbreitet.

In diesem Sinne: Wundert Euch nicht. Und gönnt ihm die Freude, sein Unwesen zu treiben. Der Maulkorb liegt bereit!

Euer SinL-Team

 22.03.2018


Foto: Sabine Stuewer

Nun sind ein paar Tage vergangen nach meinem Post, bei dem es im Grunde darum ging, dass ich traurig über die heutige Entwicklung bin. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass zu viele Menschen sich Hunde anschaffen, derer sie am Ende „nicht Herr“ werden (alternativ: https://www.openthesaurus.de/synonyme/%28einer+Sache%29+Herr+werden), falls sich jemand an dem Begriff hochziehen möchte .

Es geht nicht um Methoden, es geht um Hunde. Hier im Speziellen um Hunde, die abgeschoben wurden, aufgegeben wurden, gar nicht erzogen wurden, ungünstig “bespaßt“ wurden etc. Und natürlich gibt es auch die, die wegen Krankheit, Veränderungen im Leben etc. hier „gelandet“ sind.

Durch die zahlreichen Kommentare derer, die jene Personengruppen als tierschutz relevant arbeitend erachten, weil sie Verhalten unterbrechen durch beispielsweise das Blockieren, habe ich zig PM bekommen.

Ich Vollpfosten. Weshalb poste ich auch hier? Jene, die mit mir einer Meinung sind, sinds eh. Haken dran.
Die anderen treiben mich durchs Dorf. Kann ich mir sparen.

Allerdings ist meine Sorge um unsere „Vergessenen“ sehr groß und ich hoffe, vermutlich vergebens, auf das bereits erwähnte Wunder.

In besagten PM und Mails schrieben mir Menschen, die sich einst der „Special Effect-Hunde“ annahmen, dass sie dem Druck (durch Menschen) von außen nicht mehr standhalten konnten und aufhörten. Ebenso meldeten sich Menschen, die darüber nachdenken, aufzuhören mit ihrem Tun.
Nein, nein, keine Sorge – wir halten durch .

Am Ende ein „Sieg“ für jene, die Verhaltensabbrüche (nehmen wir mal mein seinerzeit hochgezogenes Knie) für brutal halten? Geht es noch um Hunde?
Am Ende der Untergang für die paar Hunde, die eine zweite Chance haben und haben könnten.
26 “Schattenhunde“ haben wir erfolgreich in drei Jahren vermittelt (einer kommt heute aus Krankeitsgründen leider zurück, gerade erfahren). Gut 20 haben wir gerade vor Ort, gut 400 haben wir auf Warteliste.

Wer hilft? Ja, das Thema hatten wir vor kurzer Zeit schon einmal.

Nein, natürlich ist es nicht Rechtens alternativ „reinzutreten“, mit Gegenständen draufrumzuballern etc.
Wie gesagt, am Ende machts die Mitte.

So, was tun?
Weiterhin in Einzelhaft lassen, damit die arme Seele keinen Konflikt hat?
Ohne bösen Maulkorb, weil Maulkorb über ein paar Tage tierschutzrelevant ist?
Keine „rote Ampel“, wenn 50 kg an einem hochspringen oder einen von A nach B zerren? Lieber im Häuschen lassen, damit man ihn nicht „gängelt“?

Ich frage mich, wer von Euch kennt den Tierheimalltag? Da sind Gerüche der Artgenossen, Besucher, Straßenbahnlärm, Katzen, Gebelle etc. Die Gassiwege eng begrenzt meist. Ins Auto hieven, den Selbstschützling?

Ja, was tun? Nein, ich möchte keine Antwort. Was ich mir von Herzen wünsche ist, dass jene, die wettern, mal zwei Tage in deren Schuhen laufen, die sich die Mühe machen – und das zum großen Teil ehrenamtlich – diesen aufgegebenen, abgegebenen, wahrlich schwierigen Hunden zu helfen.

Tierschutz ist kein Spaß, wahrlich nicht. Hier ist Janosch – seit heute wieder zur Vermittlung – da seine Besitzer ihn aus Gesundheitsgründen schweren Herzens abgeben müssen. Wir sind tot traurig darüber.

Geht einen Tag in unseren Schuhen – einige machen das heute, denn heute findet der ausgeloste Zuschauertag statt.

Eure Perdita fürs SinL-Team

16.03.2018


„Muss DER einen Maulkorb tragen? Das ist doch ein Golden Retriever“ – diese und ähnliche Kommentare hörten wir, als SinL-Hund Tobi noch bei uns im Training war, regelmäßig und so oft wie bei keinem anderen Hund. Als würde sein Äußeres ihn zu einem Hund machen, der niiiemals seine Zähne einsetzt. Doch Rasse schützt vor Bissigkeit nicht. Und umgekehrt ist es so, dass nicht jeder Hundetyp beißt, von dem man es im ersten Moment glaubt. Die Bandbreite ist riesengroß.
Ja, Goldie Tobi konnte und kann ernsthaft verletzen.
Vielleicht wird das bei einer solchen Hunderasse, welche als klassischer Familienhund gilt, umso mehr unterschätzt.
Jeder Hund will ernst genommen werden.
Das Schöne ist, dass es für Tobi vor anderthalb Jahren ein Happy End gab und er trotz allem, was er ins neue Zuhause mitbrachte, gemocht wird, und er endlich ankommen konnte.

Bitte: Lasst uns zuallererst Hunde sehen, nicht Rassen.
Hunde mit ihren ganz individuellen Charakterzügen und Verhaltensweisen.

Euer SinL-Team

16.03.2018


Vom Menschen kaputt gemacht?

Auslöser vermeiden? Bogen laufen? Kekse ohne Ende? Neins sind Gewalt?
Was ist Gewalt? Die Definition von Gewalt ist breit gefächert.

Ist es nicht ausreichend, wenn man so positiv wie möglich und so „negativ“ (im Sinne von auch mal Grenzen setzen) wie nötig mit Hunden umgeht?

1987 habe ich angefangen mit Hunden zu arbeiten. Nicht immer nett aus heutiger Sicht. Möglichst fair aus meiner damaligen Sicht. Möglichst so, dass die Besitzer mit ihnen problemlos durchs Leben gehen konnten. Ich wußte es nicht besser, gab mein Bestes (gebe ich heute immernoch, sicher anders als damals).

Dann gings los mit Schilddrüse, Hormoncocktails ansich, Geschirr statt Halsband, Beschwichtigungssignale, Futterbeutel, Clicker, medikamentöser Unterstützung etc.
Alles im übrigen sinnig zur rechten Zeit am rechten Ort.

Ja, früher (man, klingt das komisch) sprach man aber auch eher von Euthanasie. Wer biss ging über die Wupper.

Heute, 30 Jahre später (ich habe mit 9 Jahren angefangen  ), kann ich eines resümieren: es ist nicht besser geworden. Definitiv nicht.
Nun verschwinden die „Untherapierbaren“ heimlich an Magendrehungen oder „diagnostizierten“ Hirntumoren.

Aber was ich viel schlimmer finde, ist die Tatsache, dass, wenn ich die an mich heute früh gestellte Frage nach der Vergangenheit unserer SinL-Hunde beantworte, sind fast alle verwöhnte, niemals Grenzen aufgezeigt bekommene, der Situation aus dem Weg gegangene, im Bogen gelaufene, für Hochgucken (der Besitzer dachte für Kontaktaufnahme zum Menschen, der Hund für das Klären „Du oder ich“) belohnte Hunde, die zudem keinen Frust ertragen können.

Wir haben von gut 50 Hunden in den letzten drei Jahren womöglich drei Misshandelte dabei gehabt, ein paar Straßenhunde, die sich nicht als Familienhunde erwiesen. Ein paar Fundhunde (von denen wir dann oftmals doch die Vergangenheit erfuhren). Sind wir mal großzügig/oder kleinlich – je nachdem, aus welcher Warte man sieht: am Ende sind rund 30 Hunde, die wir hier haben, verwöhnte, falsch oder gar nicht erzogene „Schnösel“ (nein, das ist kein Bloch-Wort. Ich habe es nur 100 Jahre nicht benutzt, weil es nach unseren Happy Dog Touren zum Unwort des Jahres 2007 wurde  ).

Der Balljunkie (zur besseren Auslastung) steht vornean, dicht gefolgt von jenem Timberlandkind, das schon dreijährig teure Schuhe und Marco Polo Hemden trägt und sich von seinem Vater mit dem Porsche Cayenne vom Kindergarten abholen lässt, der benachbarte Spielfreund aber heim laufen muss.

Nein, unser Problem ist meiner Meinung nach nicht die klare Erziehung von Hunden: wohlwollend, liebvoll, Grenzen setzend, Halsband oder auch mal nen Leinenruck.
Ich sehe unser Problem genau da: in der nur noch „positiven Bestärkung“ jeden Atemzugs unserer Hunde.

Ja, und am Ende bin ich wieder da, wo ich anfing. Ein wenig schlauer, weiser, besser, demütiger, ebenso noch weit weg von perfekt. Aber, wenn man Dinge reduziert, nicht ständig rumkekst und Umwege (im Sinne von dem Trend folgend) läuft, dann sind wir wieder bei der Basis, nämlich beim soliden eins zu eins mit dem Hund. Ohne Motivationsobjekt, ohne Endlosauslastung, ohne Tüddel. Halsband, Leine und der klare, den Hund mögende Mensch.

Hier ist Pasa, ein Traumhund. Ooooh ja, ein Herdenschutzhund, ein Malakli-Mix. Er wartet schon sooooo lange auf Menschen, die Grenzen setzen können und wohlwollend sind. Er ist nicht typisch HSH (Pauschalisierungen sind auch anstrengend). Er kam ins Tierheim, weil er zu groß wurde – leider ist er bei Abgabe mit seinen damals 1,5 Jahren sehr, sehr unerzogen gewesen. Das hat sich jetzt geändert. Er weiß sich gut zu benehmen.

Eure Perdita fürs SinL-Team

12.03.2018


 

Wann ist ein Freund ein Freund?
Wann ist ein Hund ein Freund?
Kann Hund Freund sein?

Der kleine Muck musste nur niesen, um hier Interpretationen vorzubeugen …

Es wird so oft die Frage gestellt, weshalb der so zuverlässige und freundliche Hund plötzlich so feindselig sein kann.

Wie kann es sein, dass er zuverlässig kommt, wenn man ihn ruft (Dressur), er vor dem vollen Futternapf Sitz macht (Dressur), zu anderen Hunden freundlich ist (sozial), sich schmusen lässt und überhaupt, “plötzlich“ wie ein Teufelchen aus der Jacke springt, wenn man sich für das Gute-Nacht-Busserl über ihn beugt. „Mensch, er ist doch mein Freund“.
Ja, Mensch, und er ist doch ein Hund!

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Sie, die Hunde, haben ihre „Hobbys“, ihre „Jobs“, ihre Genetik, ihre Strategien, ihren Charakter, ihren Kopf … Das sind doch keine Hampelpampels.

Nur, weil ich dreimal in den Zwinger mit dem territorialen Herdenschutzhund reinkam und nix passierte, heißt es doch noch lange nicht, dass er beim vierten Mal zuverlässig Dein “Buddy“ ist und Dir die Tür öffnet und Dich herzlich willkommen heißt.
Vielleicht hat er heute nen Bad Hair Day oder Du (und merkst es gar nicht).

Deshalb ist es so wichtig, die „Sprache“, das Ausdrucksverhalten, von Hunden lesen zu können. Was einmal klappt, muss nicht immer klappen

Wir wollen auch mal nicht. Ich bin Freundin, aber wer meine Grenze unterschreitet wird „gebissen“. Verbal zwar nur, aber keiner muss an mir rumnesteln.

Was erwarten wir von Hunden? Was sollen sie für uns sein? Was wir für sie? Was bieten wir ihnen etc.

Zu was sind wir ihnen gegenüber verpflichtet? Einzig doch, sie verstehen zu wollen oder?

Hach … 

Habt einen schönen Abend

01.03.2018


Hüüüülfe …

Liebe Leute, damit man Seesterne retten kann, muss man selber noch halbwegs klar denken können.
Das geht nur mit einem JA zu sich und manchmal mit dem dazu verbundenen NEIN zu anderen.

Jaaaaa, uns erweicht das Herz, wenn wir von dem halbblinden Rotti lesen, von dem Dobi, der so oft zugebissen hat, dass jetzt nix mehr geht, von der alten Staffdame und dem Schnauzerchen, der sonst keine Chance hat.

Und täglich grüßt das Murmeltier …

Wir sind gerade voll und wollen uns um jeden einzelnen Seestern gut und kompetent kümmern können.

Dazu gehört auch unser kleiner Matteo hier. Jeder unserer Hunde hat unsere Zeit und entspannte Stimmung verdient. Noch mehr und noch mehr bringt Unruhe ins System.

Die Entwicklung in Deutschland und Deutschlands Tierheimen ist unschön – sprechen wir ja regelmäßig drüber.
Unterbesetzt, unterbezahlt, überfüllt, bzw. an den Grenzen mit Hunden, die einen an die Naht bringen können, weil sie eben auch mal ordentlich zubeißen können.
Wer riskiert schon seine Gesundheit für nen Appel und nen Ei?

Wir haben mittlerweile zum Großteil Hunde, die irgendwie mal aus dem Urlaub mitgebracht wurden, per Foto „eingekauft“ aus Sonstwoher und deren Pflegestelle, die ihn einst „rüber“ holte, ihn nun nicht mehr aufnehmen kann, weil es schon wieder Nachfolger gibt.
Und dann haben wir auch Hunde vom Züchter, die sich nun nicht mehr zuständig fühlen, bzw. so eine „Granate“ nicht mehr zurück kann.
Auch „Fundhunde“ haben wir einige im Projekt, von denen wir später dann doch etwas mehr erfuhren.
Eine verrückte Sache ist das.

Naja, der langen Rede kurzer Sinn: wir sind voll und wir warten auf ein Wunder.

Euer SinL-Team

29.02.2018


Wir möchten uns heute ganz, ganz, ganz herzlich beim Tierschutzverein Viernheim bedanken!

Es ist großartig, dass das Projekt „Start ins – neue – Leben“ in Viernheim stattfinden kann und vor allem, dass es nicht nur bei, sondern MIT Euch durchgeführt wird.
Durch das Projekt hat sich vieles geändert und Ihr zieht das mit durch – das ist keine Selbstverständlichkeit.

Danke, dass Ihr so viel (er-)tragt und mitmacht.
Danke, dass Ihr Euch so großartig um die Schnuggels kümmert.
Danke für einen tollen Vorstand.
Danke für Eure Freundschaft!

An einem Strang ziehen, das bedeutet doppelt so große Kraft entwickeln – für die Hunde mit den Special Effects. Ein Gedanke, ein Ziel – das lässt Berge versetzen. Wir sind sehr froh darum!

Euer SinL-Team

Foto: Madeleine Trost, MT-Fotografie

19.02.2018


Der Frust ist groß – hier ist Schorsch, fotografiert vonAngela Bamberg , hätte aber auch jeder andere Hund sein können.

Wir bekommen täglich, und wir wissen, dass wir uns mit diesem Post wiederholen, zig Anfragen. Anfragen von Tierheimen, Tierschutzorganisationen aus In- und Ausland, privaten Personen, Pflegestellen etc.

Wir können sie nicht alle nehmen, genauso wenig wie jene, die Hunde mit „special effects“ aufnehmen, noch mehr „bissige“ Hunde annehmen können.
Wir müssen uns alle vor uns selber bewahren, denn irgendwann sind wir diejenigen, die genauso ünerfordert sind, wie jene, die jetzt anklopfen und um Hilfe bitten.

Was ist nur los in der Hundewelt?

Einige Tierheime werden teilweise zu Verwahrstationen. Wir haben Anfragen von Tierheimen, bei denen der Hund seit Ankunft vor 6 Monaten nicht einmal angefaßt wurde. Hunde, die seit 5 Jahren geschiebert (wie ein Löwe im Zoo) werden, Hunde, die nicht raus gehen, weil sie als gefährlich eingestuft sind, die TH keine Ausläufe haben etc. Tagein tagaus, tagaus tagein. Hunde mit Krankheiten, die das Lebenselixier nehmen, die aber nicht behandelt werden können, weil sich keiner rantraut. Hüüüülfe …

Nein, wir sind keinen Deut besser, definitiv nicht. Dennoch dürfen wir frustriert sein über das, was da draußen teilweise so abgeht.
Aber was kann man tun? Wir brauchen Menschen, die sich dieser Hunde annehmen, geschultes Personal, das menschenwürdig bezahlt wird, Trainer, die helfen dürfen, Menschen, die vor der Anschaffung nachdenken. Oooh jaaa, Ihr seht, unser Frust ist groß.

Wir haben Anfragen von TH, die Geld bieten, damit er endlich weg ist.
Glaubt uns, viele TH fragen noch nicht einmal nach, wie es ihm oder ihr geht. Eine Info von unserer Seite scheint beinahe lästig.
Natürlich gibt es auch die anderen. Von denen müssen wir jetzt nicht reden, weil sie sich kümmern, anrufen, sich erkundigen.

Es ist schwer, das zu (er)tragen, zu wissen, dass der Bedarf so groß ist, weil immer mehr Hunde auffällig geworden sind. Wo führt das noch hin?

Unser Dank geht an TASSO, der sich um die Weiterbildung der Tierpfleger kümmert (nein, nein, das Rad ist nicht neu erfunden – ist klar, allerdings ist es ein weiterer Baustein, um zu unterstützen).
Wir freuen uns ebenso, dass viele „Aufnehmer“ dieser Hunde nun auch Videos von ihrer Arbeit und ihren Schützlingen zeigen, so dass diese gesehen werden. Und zwar nicht als bissige Monster, sondern als Hunde, die halt auch mal beißen können.

Keiner von uns hätte je gedacht, dass Tierschutz hier in Deutschland noch so viele Baustellen aufweist.

Danke fürs Zuhören, musste mal sein. Jetzt heißts in die Hände spucken und Maulkorb wechseln bei Ghost,

Euer SinL-Team

13.02.2018

Mal ein paar Hintergrundinformationen

Welche Hunde übernehmen wir aus anderen Tierheimen?
Es sind solche, an die keiner mehr so recht drankommt, die sich nicht anfassen, untersuchen, anleinen lassen, geschweige denn zum Gassi gehen mitgegeben werden. Und solche, die allein leben, da sie als unverträglich mit Artgenossen gelten.

Es gibt also einiges zu tun.
Damit das Hand und Fuß hat, gehört für uns ein ordentlicher Tierarztcheck zum Gesamtpaket dazu. Wir finden, dass es wenig Sinn macht, wenn wir uns ausschließlich aufs Training konzentrieren. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass alles zusammen (Training, Tierarztuntersuchung/-behandlung) mit einigen Kosten verbunden ist. Fürs Training kommen wir auf (Hunde-Akademie Perdita Lübbe). Es gibt nur vereinzelt Hunde, welche durch Sponsoren finanziert werden, und lediglich vereinzelte Spenden. Die sind klasse! Allerdings decken sie lediglich einen Bruchteil der Kosten ab…
Daher ist Grundvoraussetzung, wenn wir einen Hund übernehmen, dass die Tierarztkosten vom Ursprungstierheim übernommen werden. Ja, es kann Einiges zusammenkommen. Doch wir machen nichts Unnötiges, in jedem Falle aber das, was die Lebensqualität der Hunde erhöht.
Wir sind der Meinung: Wenn sie bei uns landen, dann soll es ab da nur noch besser werden und am Ende so gut, dass sie in ein tolles Zuhause vermittelt werden können.

Euer SinL-Team

11.02.2018


Wir sind erschüttert, was für ein großer Bedarf besteht, “chancenlosen„ Hunden eine Chance zu geben.
In gut 24 Stunden zig Mails. Das zwingt uns in die Knie. Wie gerne würden wir allen Anfragenden helfen …
Entschuldigung, dass das nicht klappt.Wie soll das noch enden? Das kann doch so nicht weiter gehen. Selbst Tierheime mit super kompetentem Personal haben uns angemailt. Wo sind sie – die helfenden Hände, die „Adoptanten“, die Pflegestellen, die „diesen“ Hunden wieder Glanz in die Augen zaubern?Wer hilft, „Seesterne“ zu retten? Ihr kennt die Geschichte von dem Sturm, der zig Seesterne an Land spülte und dem Mann, der am Strand entlang ging und die Silhouette eines Mädchens (je nach Überlieferung auch Jungen) sah, das sich scheinbar tanzend bewegte. Er kam näher und fragte: „was machst du denn da?“ Und das Mädchen erklärte, dass es, bevor es richtig heiß wird, die Seesterne zurück bringt, damit sie an Land nicht austrocknen und sterben. Töricht fand das der Mann, was das solle fragte er. Es würde doch keinen Unterschied machen, sie könne nicht alle retten.
Das Mädchen nahm wieder einen hoch, trug ihn zum Wasser und sagte: „Für diesen einen macht es den Unterschied“.Ja, dieser eine ist an unserem kleinen Strand nun Buddy.Bitte, bitte, liebe Leute, die etwas von dieserlei Hunden verstehen, nehmt den einen oder anderen Seestern in die Hand – es wird doch sogar um Hilfe gebeten.
Lasst uns gemeinsam den Hunden mit Nebenwirkungen Glanz in die Augen bringen …Euer SinL-TeamDanke, Dagmar Clausen, für das schöne Foto

Ganz schnell, ganz schnell …

Grad is noch ein bissl Zeit für gute Vorsätze:

Unsere Tierheim/SinL-Hunde werden, wenn wir nur kleinste Veränderungen wahrnehmen, dem Tierarzt vorgestellt. Dann wird eben mal Blut genommen oder geschallt oder geröntgt. 
Spökenkram? Die einen sagen so, die anderen so.

Wir finden, dass wir die uns anvertrauten Tiere so gut zu betreuen haben, dass es ihnen nicht nur psychisch, sondern auch gesundheitlich gut geht. Das Eine hängt ja oft mit dem Anderen eng zusammen.

Und, glaubt uns, wir erleben Dinge …

Leishmaniose bei Nicht-Südländern oder trotz Reiseprofil vor Einfuhr (bei einer uns übereigneten Hündin).
Unser Jonny-Kontrolletti, hier auf dem Foto, der im übrigen immernoch auf ein Zuhause wartet, hatte Anaplasmose – wie viele seiner deutschen Kumpels auch.

Babesiose, Giardien, Ehrlichiose und so weiter und so fort sind häufiger Gast in deutschen Hundehaushalten, Hundepensionen und Tierheimen.

Nun braucht es keine wilde Hysterie, dennoch ist es gut, den Hund im Auge zu behalten (klar, tut hier jeder, wissen wir). Manches fällt manchmal allerdings nicht auf und gerade bei Verhaltens“besonderheiten“ lohnt sich ein Check.

Ihr wisst, dass wir mit Nino gerade von A nach B tingeln und nach einer Ursache fahnden. Gestern bekamen wir liebe Post von einer auch silber-Labbi-Besitzerin, die uns eine Untersuchung (Tierheim Luxemburg, Ihr könnt kurz ausatmen) auf CDA spendiert. Danke dafür.

Wir haben auch einige Allergiker hier, die mit großem Gepäck anreisten (95 Gradwäsche Decken, nur Allergiker-Futter etc.), was bedeuten würde, dass sie zum einen nicht draußen im Freilauf mit rumlaufen dürften und zum anderen nicht vergesellschaftet werden würden. Hier wägen wir ab nach dem Motto: lieber den Jahren mehr Leben geben, als dem Leben mehr Jahre. Uuuund Dank Happy Dog, vor allem dem Futter Afrika, zeigen sich die Allergien kaum noch oder gar nicht mehr (hier ein großes Dank an Stefan Theisen und Team).

Ja, will heißen, lieber einmal mehr geschaut, als zu wenig. Kurze Story dazu gefällig?
Hund, 7jähriger Labrador, sollte eingeschläfert werden, weil er kaum noch laufen konnte. Im Vorfeld geröntgt, gemacht, getan. Nix gefunden. Monatelang. Borelliose war die Ursache, die die im Notdienst behandelnde Tierärztin herausfand.
Behandelt, heute ist er 11.

Komm, noch eine …
Hund, dieses Mal Golden, 8 oder so, hat eitrige Stellen an vielen Körperstellen. Alles mögliche untersucht – nur nicht die Zähne. Zähne „repariert“, Hund “heil“.

Und das ist nur zwei von vielen Geschichten.

So, Vorsatz fürs nächste Jahr?
Einfach mal ein großes Blutbild machen und wenn es für Spökenkram gehalten wird, dann freuen wir uns, wenn Ihr das gesparte Geld ans Tierheim Viernheim spendet, damit wir weiterhin unsere Jungs und Mädels perfekt medizinisch betreuen lassen können .

Euer SinL-Team

31.12.2017

Aus gegebenem Anlass, nämlich: jemand verstand den Post mit dem Rotti-Matsuna-Bild so, dass eine Viernheimer Dame mich angemacht hätte wegen der ehrlichen Vorstellung unserer Hunde, woraufhin ich schrieb, dass ich mir nicht mehr von einer TH-Mitarbeiterin sagen lasse, dass wir unsere Hunde schlecht darstellen).
Jaja, die Gedanken sind frei …Nichtsdestotrotz freue ich mich über die direkte Kontaktaufnahme bei Missverständnissen – ein kleiner Zusatztext kann dann vieles geraderücken, was ich beim Schreiben nicht bedachte.Ich mag Eure Denkanstöße zu allen, vor allem den letzten, Posts. Es ist wie ein Lauffeuer – meine Gedanken werden mehr und mehr und ich könnte Texte ohne Ende zu vielem verfassen.Wie jetzt hier, nämlich die Vorsilvester-Gutenachtgeschichte  …„Man gut, dass ich den Tacker dabei hatte“ oder … Perdita stromt oder … glaube nicht alles, was Du hörstEs begab sich zu einer Zeit, da gab es eine Keilerei zwischen zwei Hunden. Lang, lang ists her, denn damals griff ich beherzt rein, um die beiden zu trennen (was ich heute nicht mehr vorhabe zu tun) .Es erwischte mich und ich hatte einen Riss im rechten , kleinen Finger. Kurz mit dem mitgeführten medizinischen Klammeraffen zusammengetackert und weiter im Text …Allerdings musste ich noch ein paar Hundedinge einkaufen und marschierte in den ortsansässigen Hundezubehörladen. Auf die Frage des Inhabers, was mir denn passiert sei sagte ich: „nix schlimmes, es gab ne kleine Keilerei, aber ich hatte gottseidank den Tacker dabei, so dass alles schnell zu beheben war.“Damit hätte das Thema ein Ende gefunden haben können, wenn ich nicht zwei Wochen später in der Stadt angesprochen worden wäre, ob ich Hunde „tacker“.Äh, wie meinen?Ja, der Freund eines Freundes und dessen Bekannter (oder so …) stand nämlich, während ich vorne sprach, irgendwo hinter einem Regal und hörte meine Worte.Juuuuchuuuu …So schnell kann man dazu kommen, durchs Dorf getrieben zu werden.
Klar, ich hätte mich anders ausdrücken können.Gelernt habe ich für mich, zu hinterfragen, nicht zu glauben, was andere vom Hörensagen weiter erzählen, mir ein eigenes Bild zu machen.Jo, und manchmal kommt man/frau missverständlich rüber. Manchmal ändert man sich und seine Arbeitsweise.Weshalb ich das poste? Keine Ahnung. Vermutlich, weil es einen Anstoß gab bei den vielen Antworten hier.Hier ist ein Foto von Idi – nur so, weil er ein hübscher ist. Er hat nix mit dem Thema zu tun, außer, dass er womöglich den Kreis zu SinL schließt. Wurde nicht getackert, tackert nicht (immer), hat keinen Tacker und jetzt warte ich auf den Anruf vom Vetamt . (5 x Tacker gesagt führt sicher zum Ausschluß aus irgendetwas).Gute Nacht zusammen,Eure Perdita
30.12.2017

Moin zusammen,

heute geht es – aus gegebenem Anlass – um den Plan B.
Was ist, wenn es mal nicht so läuft, wie man es sich vorstellt – wenn man erkrankt oder verunfallt.

Hat jeder einen Plan B?

Jeannie‘s und Och‘s (hier auf dem Foto) Frauchens Hundenanny ist krank geworden und sie sah keine Möglichkeit mehr, die beiden adäquat zu versorgen. Deshalb sind sie hier.

Naja, nun kann ja nicht jeder einen Plan C und D und so haben. Aber, was ist, wenn Dir etwas zustößt? Hast Du einen Plan?
Was ist, wenn Du ins Krankenhaus musst? Was, wenn irgendetwas Unvorhergesehenes passiert? Was geschieht im worst case mit Deinem Hund/Deinen Hunden?
Alles geklärt und abgesichert? Oder: nach mir die Sintflut – irgendjemand wird sich schon kümmern.

Klar, kein schöner Gedanke, aber nicht unwichtig oder?

Wir hoffen, dass jeder eine Möglichkeit hat, sich Unterstützung für den Fall der Fälle zu holen. Auch wenn das Thema weit weg zu sein scheint, solange es einem gut geht: Es macht Sinn, sich damit auseinanderzusetzen, Möglichkeiten durchzuspielen und Freunde und Bekannte, die als „Retter in der Not“ in Frage kommen, vorab darauf anzusprechen.

Absichern lässt sich gewiss nicht alles, aber es spricht nichts dagegen, sich damit zu beschäftigen.

Ältere Kunden von uns können sich nach dem Tod ihres geliebten Vierbeiners einen Neuen anschaffen, weil jemand aus dem Hunde-Akademie Team im Backup steht. Und wie Ihr wißt, vermitteln wir auch an ältere Herrschaften, denn passieren kann in jedem Alter etwas …

Habt einen schönen Tag – und denkt dran, Och und Freunde suchen ein Zuhause,

Euer SinL-Team

30.12.2017

Foto: Angelika Nordmann

O.k., da es draußen stürmisch und dunkel ist, reagiere ich mal auf den letzten Post. Danke für das rege Interesse und die Kommentare.

Ich denke schon, dass man im Tierheim oder wo auch immer den Charakter eines Hundes ganz gut erkennen kann. 100 % gibts nie, eine Garantie auch nicht.

Ich denke, es geht darum, immer mal wieder gewisse Situationen anzuschauen, auch altbekannte, denn Verhalten entsteht ja auch. Tendenzen lassen sich allerdings generell ganz gut erkennen.

Was ist katzenverträglich? Das kann man doch nicht pauschal sagen. Denke ich an Fritzpitz, der mit unseren völlig gelassenen, hundeerfahrenen „Testkatzen“ in seinem gewohnten Umfeld (Tierheim Viernheim) und unter „Führung“ seiner sehr klaren Ansprechpartnerin zwar neugierig, aber nicht angriffslustig war, so änderte sich das Verhalten mit neuen, anderen Katzen in einer neuen Umgebung mit einem neuen Menschen.
Die entspannte Hauskatze ist auch nicht die wegrennende Nachbarskatze.
Menschenverträglich? Klar, bis er joggt und das Beutefangverhalten ausgelöst ist. Das hat nix mit Menschenverträglichkeit zu tun!
Autofahren? Ja, wenn er im alten Renault bei 100 Stundenkilometern durch die Gegend geschunkelt wird, der Fahrer sanft in die Kurven gleitet und kein anderer Hund in Sicht ist. Bislang wurde vorm Autofahren auch nicht gefüttert, jetzt hat er kurz vor der Fahrt, bei der er ca. ein Kilo BARF ins Auto speuzelte, noch ne ordentliche Portion Futter bekommen.

Nee, das lässt sich nicht erkennen. Tendenzen ja. Alles eh nicht. Aber wir wissen schon, ob sie reinbeissen können und werden (und wenn ja, in welcher Intensität) oder eher nicht. Allerdings muss man sich dazu intensiv mit seinen Hunden (auch einzeln) befassen.

Und darum geht es. Es gibt immer Überraschungen. Versprochen!

Und ja, wers kann, der sollte so wenig wie möglich nach der Vorgeschichte fahnden, denn das kann den Hund in der Vergangenheit „gefangen“ halten.

Fakt ist, dass ich mir nicht mehr von einer Tierheimmitarbeiterin (das gabs – und nein, nicht aus den eigenen Reihen, dafür lieben wir uns zu sehr und sehen es zudem alle genauso  ) sagen lasse, dass wir unsere Hunde zu schlecht darstellen.
Hey, sie sind wie sie sind, wir lieben unsere Schützlinge. Sie sind alle sensationell – mit Nebenwirkungen. Aber die werden genannt.
Wir sind ja nicht bei der Partnervermittlung oder? Ich würde mich als große Blonde, mit jeder Menge Humor, Wortwitz und Redegewandtheit beschreiben. Haha. Nee, dafür muss keiner seine Zeit zum Kennenlernen verschwenden. O.k., Äußerlichkeiten sieht man auf dem Profilbild. Sie war mal blond und hat auch einige Pfund auf den Rippen, die für Äußerlichkeitenbetrachter zu viel sind, und die Jüngste isse auch nicht mehr. O.k. … Charakter … Naja, fragt meine Freunde und meine Feinde oder glaubt mir .

Was solls … Der langen Rede kurzer Sinn: Sie, unsere Hunde, haben es verdient, dass man so viel wie möglich über sie weiß, an den Baustellen (nicht zu exzessiv) arbeitet und die Wahrheit über sie sagt – damit es kein böses Erwachen gibt.

Obs das für heute war? Nee, hab noch ein Video für Euch auf Lager.

Hier ist unsere Matsuna, Rotti, also einigerorts Listenhund. Kann mit Hunden, kann auch nicht mit Hunden. Kann mit Menschen, kann auch nicht mit Menschen. Naja, mal ganz im Ernst: sie ist massiv im Beutefangverhalten und faßt in das, was schnell ist. Sie ist zudem fröhlich, begeisterungsfähig, lernfähig, ausdauernd im Verfolgen ihrer Ziele, neugierig und und und …

Eure Perdita

29.12.2017

Da sind sie …

die Marleys, die Matsunas, die Janosch-„se„ und Co’s dieser Welt – oder Deutschlands, oder Viernheims.

Einst (scheinbar) hilfsbedürftige, arme, angekettete, fast verhungerte, geschundene Seelen im Ausland. (Und wir können das alles verstehen – wer lässt die Hunde „dort“ vor sich hinsiechen, wer überlässt sie ihrem Schicksal? Kein normal denkender und handelnder Mensch, oder?!)

Allerdings braucht es einen Plan B, wenn Fiffy aus Portugal dann doch das Kind beißt, dem Opa in die Waden hackt oder die Allergie doch heftiger ist, als urprünglich angenommen.
Wohin mit dem Geretteten?

Täglich bekommen wir Anfragen, täglich lehnen wir ab – und wir tuns wahrlich nicht gerne.
Aber keiner kann die Welt retten.

Ebay-Kleinanzeigen machts möglich, da bekommt man den einen oder anderen schon unter – vor allem, wenn man die Vorzüge großzoomt. Allerdings sind sie beim vierten Mal dann auch irgendwann bekannt. Wer kauft einen Hund bei Ebay???

Und dann entwickeln sie sich. Sind eben nicht so hilfsbedürftig, haben jetzt den Bauch voll und machen das, was sie können und gelernt haben: jagen, setzen sich bei Artgenossen durch, verteidigen Futter …

Natürlich nicht alle – ist ja klar. Aber jene, die bei uns – und in zig anderen Tierheimen – Unterschlupf suchen.

Das gleiche gilt im übrigen auch für Welpen. Da ist der Motor für die Anschaffung oftmals ein anderer, entwickeln kann sich alles ähnlich … Und ja, pubertierende, kleine, freche „Dinger“ (ich lebe gerade mit einem tasmanischen Teufel) können schon an und auf die Nerven gehen.

Ich ziehe meinen Hund vor Menschen, die Tierschutz betreiben, in Tierheimen arbeiten und niemals einen leeren Schreibtisch, geschweige denn Hundezwinger, vor sich haben. Es wird mehr und mehr. Das zu (er)tragen ist eine Höchstleistung.

Ich habe Verständnis für Menschen, die ihre Hunde abgeben, weil sie es sich anders vorgestellt haben, der Herausforderung nicht mehr standhalten. Hundehaltung ist nicht mehr das, was es einst war.

Ich habe ganz wenig Verständnis dafür, wenn jemand sich einen Hund anschafft, nur, weil Mensch als Retter gesehen werden möchte, weil ers an den Nerven hat und hofft, dass Hund ihn durchs Leben führt. Ebensowenig als Spielzeug fürs Kind, noch als Prestigeobjekt, weil XYZ auf der Kö so ein toller Hingucker ist.
Man kann doch auch mal duchs Nadelöhr, oder?
Es geht um Verantwortung, ums in den Spiegel sehen, ums gemeinsam Wachsen, ums Wir-Gefühl.

Ja, wir werden nicht viel ändern können, wir werden weiterhin zig Mails und Anrufe bekommen. So wird das sein. Habt bitte Verständnis, wenn wir NEIN sagen.

Mein Wunsch fürs nächste Jahr: dass jeder seine Suppe selber – gerne mit Hilfe von außen, keiner ist allein – auslöffelt.

Es gibt nicht so viele Suppenauslöffler, wie Schwierigkeiten “eingekauft“ werden.

Hier liegt ein schwerer Jung, einst Welpe, einst niedlich. Marley.

Eure Perdita fürs SinL-Team

29.12.2017

15 SinL-Hunde haben wir in diesem Jahr vermittelt, nicht mitgezählt „Frau Zimt“ (Foto) – sie lief irgendwie unter dem Radar, sorry Manon, aber bei Dir ist sie ja gut unter .

Wie geht es weiter in 2018?

Wir halten erst einmal die Daumen, dass alles gut läuft mit unseren insgesamt 24 vermittelten Bagaluten seit 2015.
Wir hoffen, dass wir weitere „Seesterne“ retten können und ebenso, dass wir weiterhin gut für uns selber sorgen und eben auch weiterhin manchmal STOP sagen.
Ein NEIN ist hart für Anfragende, die keinen Ausweg mehr wissen, allerdings ist es ein JA zu uns und für unsere bislang vorhandenen Schützlinge, die gut betreut werden wollen.
Natürlich hoffen wir weiterhin auf kompetente Menschen, die sich für Buddy, Idefix, Holly und und und interessieren und ihnen ein Fürimmerzuhause geben wollen und können.
Menschen, die durchhalten, wo andere nicht weiter wußten.

Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass Menschen, die sich Hunde anschaffen, mit diesen auch durchs Nadelöhr der Eingewöhnungszeit, Pubertät, Krankheit etc. gehen. Das ist kein leichter Ritt – aber niemand sagt, dass Hundehaltung ein Spaziergang ist, schon gar nicht mehr heutzutage.

Wir, die Trainer der Hunde-Akademie unterstützen gern, wenns brenzlig ist – natürlich auch vorher. Wenns ums Geld geht, dann lasst uns sprechen, es gibt immer einen Weg, ehe der Hund ins Tierheim und damit ganz neu anfangen muss.
Kein noch so gutes Tierheim ersetzt ein Zuhause. Keins!

Wir freuen uns über weitere Trainer, die wir empfehlen können – nach bestandener Aggressionstrainerprüfung und mit dem 11er – die „Hedwig gegen Hedwig“ für Schattenhunde (wieRico Koblenz sagt) zur Verfügung stehen.
Wir freuen uns über Tierheime, die offen sich für kompetente, nicht reinrüsselnde, Hilfe von außen, damit die schweren Jungs bessere Chancen auf Vermittlung erhalten.

Wir freuen uns, dass, wenn Hunde aus dem Ausland kommen/geholt werden, damit auch ein paar „Nette“ im Tierheim zur Vermittlung stehen, diese nicht gleich „SinL-Hunde“ sind, denn damit sind die deutschen Tierheime mittlerweile voll.

Wir freuen uns über (angemeldete) Besuche (damit wir auch ein bissl Zeit zum Reden haben), wir freuen uns über weitere Unterstützung und wir freuen uns, dass wir diesen Schritt gewagt haben, denn wenn wir nur vier Hunde vermittelt hätten, vier sogenannte „Granaten“, hätte es sich schon gelohnt.

Danke an den Tierschutzverein Viernheim, danke an alle Adoptanten, die Ihr Euch unserer Schätze annehmt und sie kompetent, klar, wohlwollend und liebevoll durch den Rest ihres Lebens begleitet.

Euer SinL-Team

25.12.2017

Foto: Debra Bardowicks

Sagt mal, was ist da draußen nur los. Die Ereignisse überschlagen sich …

Am Freitag wurde ich von einem, dem Frauchen aus der Hand gerutschten, Privathund gebissen (keine Kundin oder SinL-Hund oder so, wie man ja vermuten mag). Dann sind freilaufende Hunde in die beiden angeleinten Hunde einer lieben Kollegin gerast, ein freilaufender wurde verletzt. Dann hat sich ein freilaufender Hund auf die angeleinten Hunde meiner Freundin gestürzt und angegriffen. Dann ist ein Freilaufender in das „Rudel“ einer weiteren Freundin gerast. Ihre zig Hunde lagen ab, der Fremde beißt den mitgehenden Jundhund halbtot, bis einer ihrer (der Freundin) eingreifen darf, um noch Schlimmeres zu verhindern. Und so weiter. Das ist unglaublich.

Alle, inkl. mir, haben abgewehrt, um Schlimmeres zu vermeiden, aber das geht eben nur bedingt, weil nicht jeder Hund drauf reagiert, manche „kommen“ dann umso heftiger. Weils auch nicht jeder kann. Und manchmal sind die Umstände auch zu verzwickt.

Die Welt wird immer verrückter. Wegschicken ist eines – das muss man können. Die andere Seite ist Verantwortung für unsere Hunde zu übernehmen, aber wer ahnt schon, dass sein Hund aus dem Halsband schlüpft, die Leine reißt, die Stimme versagt?
Dann ist da noch der eigene Hund, der manchmal mit nach vorne geht, weil Besitzer schon geladen ist, weil ein Freilaufender auf ihn zukommt.
Man steckt einfach nicht drin. Dinge passieren. Blöd nur, wenn jemand nicht so gut abwehren kann, wie ich nach dem ersten Biss. Das hätte unschön enden können. Ich stelle mir vor, es wäre ein Kind gewesen … Und dann? Dann landen sie im Tierheim oder auf dem Tierarzttisch, wie Motte.

Weshalb ich das schreibe? Weil es genügend Hunde in Privathand gibt, die beißen, nicht nur Tierheimhunde! Auch Rassehunde, nicht nur Mischlinge.

Ich denke, es geht um gute Aufklärung da draußen. Nicht „ich lege für meinen die Hand ins Feuer“ und so. Sag niemals nie. Als ich nach dem Biss im Bett lag und Besuch von meiner besten Freundin, Sams, bekam, war ihr super Freund „Maru“ einer meiner Privathunde auch spannig ihr gegenüber. Das hat er noch nie getan , aber der Kontext hat sich verschoben …

Und: die Hunde sind eines. Die Menschen dahinter das andere. Mir wurde empfohlen, Schmerzensgeld rauszuholen und die Frau anzuzeigen. Menschen werden bespuckt, angezeigt, angeprangert, ge-shitstormt etc. Wow, das ist eine Richtung, die gruselig ist und nachdenklich macht.

Das alles besorgt mich, denn ich sehe in ein paar Jahren Gesetze, die uns Hundemenschen und vor allem unseren Hunden die Luft zum Atmen nimmt. Das stimmt mich traurig.

Passt gut auf Euch und Eure Lieben auf da draußen …

Eure Perdita fürs SinL-Team

31.10.2017


Moin zusammen,

aus gegebenem Anlass …

Für uns sind Hunde erst einmal Hunde. Wir sehen sie als Silhouette, als Scherenschnitt.
Dann machen wir eine „Bestandsaufnahme“. Hier sehen wir dann, dass ein großer Pasa sich oftmals wie ein Labrador verhält, als seinem Aussehen nach einem Kangal.
Das erspart viele Missverständnisse.
Natürlich gibt es auch Weimaraner, die sich wie Weimaraner {dem Rassestandard entsprechend} verhalten oder Mops wie Mops. Manchmal aber eben auch nicht.

Und deshalb nehmen wir uns die Freiheit, Dinge zu entscheiden, die hier zwar diskutiert werden können, aber es führt zu nichts.

Die beiden Weimaraner gehen ohne Papiere (der Vorbesitzer hat sie in der Aufregung noch nicht einmal gefunden, ist auch egal) und sie gehen womöglich getrennt, denn dieses Pärchen hats in sich. Und ehe wir einem die Chance verbauen, weil er auf den anderen warten muss, geht der eine.
Zumal: wer sagt, dass sie sich innig lieben? Ein Foto?

Was macht einen Rassehund besser als einen Mischling? Der Pfotenabdruck im Schnee?
Wir reden hier nicht über HD-Befunde (obwohl wir ohnehin so ziemlich alle röntgen) und Papiere.
Wir reden über Hunde, über Individuen, die nun einmal hier sind. Groß oder klein, hübsch oder h … hübsch. Wir reden über Charaktere, definitiv nicht über Rassen. Es geht um den Hund! Nicht um Sauenjagden, Ausstellungen, Pokale.
Und vielleicht, ganz viellicht machen wir auch mal ne Ausnahme und geben Papiere mit (denen, die sie nicht brauchen) .

Wir wollen nicht, dass in der Vergangenheit gewühlt wird, wenn es die Vorbesitzer/Vorgängertierheime nicht wollen. Deshalb taufen wir u.a. um. Manch Züchter/und Vorbesitzer möchte nicht mehr mit der Vergangenheit konfrontiert werden und das akzeptieren wir. Und manchmal wirds gewünscht, dann machen wir alles möglich, dass die Menschen zusammenkommen.

So ist das,

Euer SinL-Team

28.10.2017


Resozialisierung oder Hunde sind Hunde …

Das Stichwort Resozialisierung, kurz: Wiedereingliederung in die Gesellschaft, ist in aller Munde (wir nennen es ja auch so), wenn es um das Training schwieriger Hunde geht. Was machen wir da eigentlich?

Hunde, die gebissen haben, haben meist einen Stempel – den Stempel der Gefährlichkeit. Die Hunde werden allerdings nicht besser in ihrem Verhalten, wenn sie hauptsächlich weggesperrt werden und nur im Zwinger verbleiben müssen (meist in Einzelhaltung), weil sich keiner mehr an sie heranwagt, was leider immernoch sehr häufig geschieht. Und selbst, wenn sie eine Stunde am Tag ausgeführt werden und 23 Stunden eingesperrt sind, ist es sicher kein oder gerade ein! Hundeleben.

Uns liegt am Herzen, Vertrauen aufzubauen, ihnen einen Rahmen zu geben und sie zu vergesellschaften. Kopfmäßige und körperliche Auslastung spielt zudem eine große Rolle – und das Kennenlernen diverser „Reize“, damit wir bei Vermittlung viel über unsere Vierbeiner erzählen können.
Wir gehen klar und angstfrei, dennoch respektvoll, mit ihnen um, was viele Hunde hier einfacher erscheinen lässt, als sie sind, weil sie sich nun orientieren und jemanden haben, dem sie sich anschließen können und wollen.

Und jetzt kommt es, das ganz große ABER: Sie sind deshalb nicht „heil“. Manche Menschen denken, dass die Hunde mit Vorgeschichte, wenn sie bei uns gearbeitet wurden, niemals mehr beißen. Nein, so ist es nicht und daraus machen wir keinen Hehl.
Unsere Aufgabe ist es, ausgesprochen verantwortungsvolle Menschen zu finden, die sich an gewisse Regeln im Umgang mit dem jeweiligen Hund halten. Und die sich vor allem nicht am Maulkorb stören, sondern ihn wie besprochen einsetzen. Die Devise lautet: Lieber einmal mehr aufziehen, als zu schnell nachlässig werden. Denn das ist die große Frage: Weiß man wirklich WIRKLICH, in welchen Situationen es ohne geht?
Das Projekt funktioniert nur, solange die neuen Besitzer mitziehen. Sollte etwas passieren, dann liegt es ja bekanntlich meist an der Nachlässigkeit bzw. Unachtsamkeit von uns Menschen.
Uns wird komisch, wenn wir Bilder sehen von vermittelten Hunden, die in der Vergangenheit massiv verletzt haben und genau in der gleichen Situation maulkorbfrei mit dem Zusatz „endlich oben ohne“ vom Besuch geknutscht werden. Wenn es gut geht, ists prima. Wenn nicht, dann wurde der gerettete Seestern direkt nach dem Zurückwerfen von einem Raubfisch gefressen. Dann ist das Gejammer groß, der Hund muss, wie einst Bubbles, zurück. Davor haben wir Sorge.

Ein dickes Lob an diejenigen, welche einen schwierigen Hund übernommen haben und ihn abgesichert durchs Leben führen. Für mehr Lebensqualität der Hunde, aber natürlich mit Rücksichtnahme in Hinblick auf das Umfeld.

Euer SinL-Team

26.10.2017


„Steh auf, steh endlich auf“ singt Marius Müller-Westernhagen …

Ja, und heute reichts! Wir sind keine Weicheier, wahrlich nicht, wir sind nicht „frei von Schuld“ und lernen täglich dazu.

Wir lieben (unsere) Hunde/Tiere und wir respektieren sie und mir reißt gerade der Geduldsfaden.

Wir bekommen Hunde, die eingeschläfert werden sollen (auf dem Bild im übrigen unsere Motte), weil man mit seinem Latein am Ende ist (nach 4 Jahren).
Tierheime sprechen von Euthanasie, weil er AUCH beißen kann – neben allen anderen positiven Eigenschaften (und nein, man kann und muss nicht alles „retten“). Der, von dem wir jetzt sprechen, steht auf der „Abschußliste“. Wir sind voll und können grad nicht noch mehr helfen, denn Tierschutz geht nur solange gut, solange man selber noch halbwegs klar denken kann .
Wir bekommen Hunde im desolaten Zustand gebracht – wo bleiben die Ämter, die Kontrolle?
Da draußen gibt es Vereine, deren Hunde Hunde totbeißen, die Hunde in dunklen Schuppen leben und das Vetamt wimmelt ab, sieht keinen Handlungsbedarf.
Viele wissen es, keiner sagt und tut etwas. Ist auch nicht ganz ungefährlich, solange man keine Beweise hat. Und Gerüchte durch Hörensagen entstehen und verbreiten sich schnell.

Und das Schlimmste heute, was meine Nerven massiv strapaziert hat: Ich bekomme ein Video zugespielt von einem Hundetrainer, der einen Hund runkt, zuckt, gängelt, mürbe macht, so dass ich nach 30 Sekunden aufgehört habe zu schauen. Was ist da nur los?

Sagt mal, wo bleibt der Hund? Die Menschen rennen zu Seminaren und applaudieren und machen nach – wie die Lemminge …
Wird auch mal Infrage gestellt und reflektiert?

Ich für meinen Teil – und ich bin mir sicher, mein komplettes Team ist mit im Boot – werde marschieren. Vom Stillhalten werden die Zustände für Hunde (und andere Tiere) nicht besser.

Wenn man etwas sieht, was einem missfällt (natürlich kein Pillepalle, sondern tierschutzwidrige Dinge (und dazu gehört nicht Geschirr statt Halsband  ), dann kann man das ja direkt/persönlich ansprechen. Somit verliert das Gegenüber nicht sein Gesicht und es hat die Möglichkeit, zu erklären. Stößt man auf Granit, dann wird das zuständige Vetamt informiert. Bewegt sich das nicht, dann wir foto- und videografiert. Handeln die nicht, bleibe ich dran. Zum Wohle der Tiere. Und das wird ab sofort geschehen … Denn mir reichts …

Bissl angedellert heute und sprachlos darüber, was unter dem Deckmantel Tierschutz (und dazu zählen auch Hundetrainer) so abgeht. Wow …

Eure Perdita fürs SinL-Team

21.10.2017


Foto: Debra Bardowicks

Gehts denn noch um Hunde?

Was ist eigentlich da draußen los? Hier werden Methoden geklöppelt, was das Zeug hält, mit Copyrights versehen, dann gestritten, weil irgendjemand das Rad ganz neu erfunden hat, das nun kopiert wurde (jaaa, ich mags auch nicht so recht, stimmt – zumindest, wenn mein geistiges Eigentum Wort für Wort in Kollegenausschreibungen wiederzufinden ist). Aber am Ende des Tages sollte Mensch sich doch mal wieder darauf besinnen, worum es geht oder?
Es wird über Begrifflichkeiten und Hormone diskutiert bis zum Gehtnichtmehr. Der Otto-Normal-Verbraucher darf nicht mehr das Wort Rudel benutzen, wenn er seine eigenen Hunde meint, ohne direkt belehrt zu werden. Was ist nur los?

Wir haben Theoriegötter, vor denen man vor Erfurcht erstarren könnte. Wo bleibt der Praktiker?

Es geht um den Kuchen. Wer oder was der Kuchen ist? Hundebesitzer und Seminarteilnehmer glaub ich.
Da werden Kollegen schlecht gemacht was das Zeug hält. Ja, auch ich habe meine Vorlieben, ist doch klar (aber niemand wird mich jemals öffentlich über Kollegen schlecht reden hören). Nämlich jene, die fair zu Mensch und Tier sind. Jene, die sich reflektieren und sich nicht für den Nabel der Welt halten. Jene, die den Unerfahreneren helfen, wenn sie mal Unterstützung brauchen und sie nicht kleinhalten, weil sie mal Konkurrenz werden könnten.

Es geht um Hunde, um Hunde und nochmals um Hunde, nicht um größer, schneller, weiter, wahrlich nicht.

Jeder möchte am Ende des Tages Butter (oder meinetwegen auch veganen Aufstrich) aufs Brot, das ist völlig verständlich. Allerdings fände ich es super schön, wenn die Kirche im Dorf gelassen werden würde, denn das Hauen und Stechen da draußen macht doch keinen Sinn.
Das geht ja schon soweit, dass wirklich lebensbedrohliche Situationen aufgrund von Ressentiments nicht an einen kompetenten Kollegen verwiesen werden, weil einem die Nase nicht passt. Unglaublich. Echt.

Jetzt kann ich mir womöglich leisten, großzügig zu sein, denn ich habe Butter auf dem Brot und das kann den Blickwinkel verändern, ich weiß.

Da werden Hundebesitzern schlechte Beziehungen zu ihren Vierbeinern attestiert, dass es sie in die Knie zwingt,
da werden Hundetraineranwärter beschimpft, wie unfähig sie sind,
da werden Kollegen an den Pranger gestellt etc.
Worte können Waffen sein – und es tut so weh, wenn man betroffen ist (nein, ich bins aktuell nicht, bekomms aber mit).

Aufgrund von was wird das gemacht? Sind wir alle immer klug? Machen wir nie Fehler? Führen nicht doch einige Wege nach Rom? Wer bestimmt das Maß der Dinge?

Unsere Hunde haben es doch verdient, dass wir ihnen zur Seite stehen, sie schützen, versorgen, mit ihnen Spaß haben und sie nicht als Arbeitsgerät, als Pokaleinheimser, als Sportgerät und Profilneurosenausmerzer benutzen.
Sie sind ein Teil unseres Lebens, ihretwegen gibt es Trainer, die ganz bestimmt ihr Bestes geben. Manchmal gehts auch schief, weil wir Menschen sind und Fehler machen. Gibt es ein Richtig und ein Falsch in diesem „Job“?

Für uns gibt es ein „für den Hund“ und das gilt. Sie sollen es so gut wie möglich haben und wenn es noch zig Start ins neue Leben-Projekte gibt (die sich anders nennen dürfen) und noch mehr Hundetrainer dann kann ich nur sagen: Herzlich Willkommen, denn von denen, die es gerne machen, mit Herz machen, es für den Hund machen, kann es nie genug geben.

Ich wünsche Euch allen eine ganz tolle und besondere Zeit mit Euren Hunden, Euren Kunden, als Kunde …

Eure Perdita fürs SinL-Team

Hier sind Marwin, vorne, Balou links, Hilda – zieht nächste Woche zu ihrem neuen Frauchen – und Ole.
Wir alle wurden fotografiert von Debra Bardowicks – Animal Photography – danke dafür

19.09.2017


Foto: Sabine Stuewer

Wisst Ihr, was unser Dilemma ist?

Da kommen Menschen auf einen Hund zu, beugen sich runter, knuddeln ihn.
Da kommen Interessenten und wollen gleich mal probieren, ob Hund auch Sitz, Platz und Fuß kann.
Da kommen Interessenten und das erste, was sie tun, ist Futter reinstopfen.
Da wird ein Hund im Tierheim abgegeben und das erste, was Mensch tut, ist wieder knuddeln und streicheln und womöglich noch frisieren.
Da kommt der Welpe ins Haus und als erstes wird ihm gezeigt, wo Futter und Wasser steht, was alles sein Reich ist, BIS er es als sein Reich ansieht. Ja, dann landet er womöglich mit zwei Jahren wieder bei Dilemma Tierheim.
Da kommt der Besucher, der seine Finger distanzlos durch die Gitter steckt …
Da hat man nun endlich einen Hund aus dem Tierheim übernommen, bekommt gesagt und unterschreibt, dass der Hund aggressives Verhalten zeigen kann und in Situation a) und b) Maulkorb zu tragen hat. Und dann weiß Mensch es besser, nimmt den Maulkorb ab, weil sein Hund ja jetzt sein Freund ist. Und dann passierts. Genau aus diesem Grund landen so viele Hunde bei uns: Grenzunterschreitung und Hochmut (oder Unwissenheit) durch den Menschen! Weshalb nur? Muss ich mich am dritten Tag gleich auf dem Boden mit ihm rollen? Muss er gleich mit in die Stadt geschleppt werden, wo nach drei Jahren Tierheim ein wenig Ruhe gut täte? Muss er gleich ohne Leine in den Hundepark?
Was machen wir nur mit unserem tollen Gefährten Hund?

Gerade ist ein von einem befreundeten Tierheim vermittelter Hund (bei seinem neuen Besitzer) eingeschläfert worden. Es war bekannt, dass er „Baustellen“ hat. Es war bekannt, dass Hunde erst einmal checken, ehe sie nach einer geraumen Einlebzeit, „die Katze aus dem Sack“ lassen. Es war zugesagt, dass er draußen nur mit Maulkorb geht etc.
Und dennoch lief er ohne und dennoch wurde bei Besuch nach ein paar Begegnungen der Maulkorb abgemacht und dennoch wurde er in seinem Körbchen (ein Ressourcen bewußter Hund) aufgesucht und geknuddelt. BIS es zu ein, zwei Zwischenfällen kam (gottseidank mit Maulkorb).
Nun ist er tot (bitte keine Diskussionen!)
Wessen Verantwortung ist das, wenn Hunde nach Vermittlung beißen?

Wir reißen uns sechs Beine aus, sagen alles, was wir über unsere Schützlinge wissen, vermitteln nur an ganz spezielle Menschen (und auch da floß schon mal Blut). An dieser Stelle senden wir ein herzliches Dankeschön an unsere 16 kompetenten Menschen für unsere 18 vermittelten Hunde. Ihr macht einfach Mut dranzubleiben. Denn es gibt sie, jene, die hinhören und pro Hund denken. Ihn erziehen, ihm Strukturen geben, ihn als zu respektierendes Gegenüber – und nicht als Plüschtierersatz – sehen, ihn lieben und wissen, wie man ein schönes WIR-Gefühl herstellen kann. Danke!

Wir können doch nicht jeden „über die Klippe springen“ lassen, weil der Mensch dahinter nicht zuhört. Man man, einfach ist wahrlich anders.
Glücklicherweise gibt es einige Menschen, die sich der Verantwortung bewußt sind, wenn sie einen Hund (mit Nebenwirkungen) übernehmen und damit unsere Arbeit, die wir im übrigen sehr lieben, unterstützen und noch liebenswerter machen.

Unser Wunsch für heute ist, dass alle Menschen nach den Bedürfnissen ihrer Hunde sehen.

Hier ist Chica. Sie ist 2013 geboren, kastriert, ist sehr rüdenhaft und kann schwierig, aber eben auch freundlich. Hier gibts Infos zu der Madame … http://presenter.comedius.de/design/tsv_viernheim_standard_10001.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=3&f_aktueller_ds=78120&f_aktueller_ds_select=24&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht.

All unsere Hunde freuen sich natürlich auch über Paten .

Euer SinL-Team

17.09.2017


Foto-Sabine Stuewer

Die Sache mit den rassespezifischen Besonderheiten …

Alle Hütis hüten, alle Malis drehen hohl, alle Retriever retrieven und alle Boxer …
Alle Terrier(mixe) jagen und Zitronenfalter falten Zitronen, nicht wahr?

Natürlich darf man Genetik nicht außer Acht lassen, dennoch muss man doch das einzelne Individuum betrachten: Tobi, „unser“ Golden konnte ausgesprochen bissig sein und kann immernoch kraftvoll zubeißen. Makulu, ehemals Astor (hier auf dem Bild und jetzt bei Silke), ein Terriermix, ist zwar speziell in Sachen Ressource und Selbstschutz, jagt aber nicht. 

Verallgemeinerungen machen es nicht immer leicht, weshalb mittlerweile auch immer mehr Rassehunde in Tierheimen landen.

Wir kennen Malis, die entspannt sind, Dackel, die einen hervorragenden „Will to please“ haben, wasserscheue Labbis und so weiter und so fort.

Am Ende hat der jeweilige Besitzer auch immensen Einfluß auf das, was ein Hund an Verhalten zeigt. Natürlich ändert niemand den Charakter – es geht immer und immer wieder um Strukturen und Vertrauen, ums an den Hund und an sich selber glauben.

Es geht darum, sie mit dem Herzen zu betrachten und nicht um Äußerlichkeiten oder RasseZugehörigkeit. Unser Pasa ist weit weg von einem Herdenschutzhund, Purzel keine Gelbbacke, wie sie im Buche steht, Idefix kein typischer Schäferhund und so weiter und so fort.

Das macht es bunt und ist immer für Überraschungen gut und zudem lässt es uns alle nie fertig werden mit Wissen und Dazulernen.

In diesem Sinne,

Euer SinL-Team

27.08.2017


Foto: A. Nordmann

Heute wollen wir mal eine Lanze für Tierheime und Tierschutzvereine allgemein brechen. Was wird tagein/tagaus für eine tolle Arbeit geleistet! Tierheimmitarbeiter und Tierpfleger sind meist weit über die eigentliche Arbeitszeit hinaus und mit Leib und Seele im Einsatz.
Schade finden wir, wenn beanstandet wird, dass Mails nicht umgehend beantwortet werden – das liegt wahrscheinlich daran, dass die Mitarbeiter eine Mütze voll zu tun haben und den ganzen lieben langen Tag am Herumrennen sind. Oder geschimpft wird, dass die Gassigeh-Zeiten nicht passen – abends um 18 Uhr wäre super. Nach der Arbeit. Da haben dann aber auch die Mitarbeiter irgendwann einmal ihren wohl verdienten Feierabend.
Bedauerlich finden wir außerdem (und das wird uns immer wieder einmal zugetragen), wenn von außen kommentiert wird, was Tierheime anders machen sollten und dabei evtl. noch auf unser Projekt verwiesen wird. „Macht das doch so oder so wie bei „Start ins – neue – Leben“.
Wir freuen uns zwar über einen Austausch und geben Erfahrungen gern weiter – aber das Projekt soll ganz sicher kein grundsätzlicher Maßstab sein und kann nicht als Vergleich herangezogen werden. Wir haben zusätzliche Manpower, welche extra für die schwierigen Kandidaten vor Ort ist. Das darf nicht vergessen werden. Wir sind dankbar, dass wir dieses Ziel erreichen konnten, aber es ist klar, dass die Tierheime in der Regel nicht solche Möglichkeiten haben.
Zudem hat unser Weg, den wir gehen, ganz sicher keine alleinige Daseinsberechtigung, sondern es gibt zahlreiche Wege, welche ebenso gut sind. Und es gibt genug langjährige Tierheimmitarbeiter, welche mit ihrem großen Erfahrungsschatz einen tollen Job machen und von deren Ideen man nur profitieren kann.
Das musste mal gesagt werden!

Euer SinL-Team

17.07.2017


Guten Morgen,

manchmal hört man Menschen sagen: Bei mir geht der Hund XYZ (irgendeiner, das ist nicht speziell auf Marley hier im Bild gemünzt) nicht nach vorne, bei mir beißt er nicht.

Wie kann das sein?

Wenn man sich mit dem Hund arrangiert, kann es tatsächlich sein, dass das Aggressionspotential des Hundes nicht zum Vorschein kommt. Der Mensch will freundlich sein, der Hund weiß, dass er, wenn es hart auf hart kommt, zufrieden gelassen wird. So gestaltet sich in diesen Fällen bei genauerer Betrachtung das Miteinander meist im Sinne eines: „Tu du mir nichts, tu ich dir nichts“.
Zumindest so lange, bis man wirklich wirklich etwas will, zum Beispiel Pfoten genau untersuchen, weil der Hund humpelt oder zu Boden gefallene Leckerli aufheben, welche der Hund inzwischen jedoch schon längst für sich in Anspruch nimmt. Dann wird es spannend…

Ihr erinnert Euch an den Rüden Marley, der insbesondere beim Anfassen so explosiv sein kann? Wir üben fleißig weiter, zum Beispiel Pfoten abtrocknen, und Marley übt sich im Aushalten. Mal gelingt das besser, mal ist sein Nervenkostüm schwächer und er kann solche Situationen schwerer hinnehmen. Tendentiell geht es bergauf.

Euer SinL-Team

21.06.2017


Foto: Angelika Nordmann

Maulkorbgewöhnung

Ab und an werden wir gefragt, wie wir unseren „Spezial-Kandidaten“, welche hohes Aggressionspotential an den Tag legen, Maulkörbe aufziehen können. Hier im Bild seht Ihr Frau Zimt, welche mittels Wurst an den Maulkorb gewöhnt wird. Leberwurst kann man schön vorne rein schmieren, so dass der Hund etwas zum Auslecken hat. Anfangs bleibt der Maulkorb-Verschluss offen. Der Hund steckt die Schnauze rein und das war es schon. Wenn das gut klappt, wird späterhin das Band hinter den Ohren verschlossen.
Bei Frau Zimt ist die Gewöhung notwendig, da eine Blutuntersuchung ansteht und sie sich zwar grundsätzlich anfassen lässt, beim Tierarzt aber ausflippt und um sich schnappt. Ebenso unangenehm empfindet sie es, wenn ein Maulkorb einfach so angezogen werden soll. Da ist also dieser Weg der Maulkorb-Gewöhnung mittels Futter der ideale.
Allerdings haben wir einige Kandidaten, bei denen diese Aktion schief gehen würde, weil sie z.B. futteraggressiv sind.
Wenn Trainingshunde neu bei uns einziehen, dann hat in einigen Fällen vorher eine vertraute Person den Maulkorb aufgesetzt, der dann ein paar Tage drauf bleibt, bis wir den Hund kennen gelernt haben und er uns.
In wieder anderen Fällen wird ein Hund, an den keiner heran kommt, mittels Blasrohr narkotisiert und dann der Maulkorb aufgesetzt. Das musste bei unseren Hunden bislang allerdings nur 2x gemacht werden.
Der Maulkorb sollte so sitzen, dass der Hund ihn nicht abstreifen kann. Und andererseits so, dass er hecheln, saufen und fressen kann. Teilweise ist der Maulkorb anfangs ein paar Tage drauf. Wir üben dann u.a. einen zweiten größeren Maulkorb darüber zu ziehen, damit das Aufsetzen auch klappt, wenn der erste abgezogen wird. Denn letztendlich sollten die Hunde ihn natürlich nur zeitweise tragen. Wenn der Maulkorb längere Zeit drauf bleibt, sollte der jeweilige Hund im Blick behalten werden. Bei einem Hundetrainer-Kollegen wäre es beinahe passiert, dass ein Hund am Erbrochenen erstickt wäre…

Euer SinL-Team

20.06.2017


Frau Zimt

… ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir die Vergangenheit ruhen lassen sollten.
Ja, die Hündin kommt aus der Tötung. Ja, sie hat zeitweise nichts zu fressen und zu trinken bekommen. Ja, die Vergangenheit gehört mit zum Leben und beeinflusst die Entwicklung eines Individuums.

Wenn Ihr Frau Zimt hier erlebt, dann ist allerdings herzlich wenig von dem zu merken, was für uns oft so dramatisch klingt und natürlich ernst zu nehmend ist.
Frau Zimt ist eine Persönlichkeit. Sie kennt das Leben und weiß wie der Hase läuft. Eine alte Seele, die viel zu erzählen hat. Man muss schon klug sein, um mit ihr zu leben, denn einfach kann jeder und sie braucht ein intelligentes Gegenüber, mit dem sie sich messen kann, und niemanden, der mit Mitleid kommt und sie mit Liebe überschütten möchte. Im Umgang mit den anderen Hunden spielt sie Fräulein Rottenmeier und gibt die Regeln vor. Sie weiß, was sie will oder nicht.
Was sie will, das ist ernst genommen werden – nicht mehr und nicht weniger. Die vierbeinigen Kumpels aus der Tagesgruppe tun das.

In der Hinsicht können wir mal wieder Einiges von Hunden lernen.

Euer SinL-Team

18.06.2017


Eins drunter bleiben

Was passiert, wenn wir im Umgang mit Hunden bei der Einwirkung immer eins drunter bleiben, statt „an die Naht zu gehen?“ Richtig, die Hunde werden härter und härter, weil sie irgendwann wissen, dass wir eher androhen, statt ernst zu machen.

Der, der oftmals einen drunter bleibt, lässt die Hunde außerdem klüger werden, ihre Grenzen weiter stecken und ausloten. Nein, wir rechtfertigen nicht allgemein Härte, aber lieber zweimal mit ner 8 (auf einer Skala von 0-10) einwirken (wenns ein „7er“ Hund ist) und dann hat er mit der daraus resultierenden 16 gelernt, was der, der ständig eine 3 bekommt in 100 Jahren nicht lernt. Vor allem ist in der Summe der vermeintlich Nette, der „Wattebausch-Werfer“ mit 10 Einwirkungen auf Stufe 3 zig mal härter.
Ebenfalls „nervt“ diese Menge der Einwirkung verständlicherweise oft den dadurch „gegängelten“ Hund, denn auch 3er sind Einwirkungen.

Wir haben hier Hunde, die direkt angreifen, wenn sie eine Schwachstelle finden. Sie kommen teilweise scheinbar! aus dem Nichts angeflogen. Hunde haben unglaublich feine Antennen und checken schnell, wer schwach ist. Da sind sie uns mal wieder voraus. Wenn wir bei diesen Kandidaten zögerlich sind, dann kann das ungut ausgehen.

Nun kommt eventuell als Nächstes die Frage auf, was wir als Einwirkung meinen und einsetzen: Das ist vor allem unsere Körpersprache, die z.B. Druck machen oder weich werden kann.
Probates Mittel sind auch körpersprachliche Einschränkungen durch Weg abschneiden bzw. in den Weg stellen (s. Foto: Bubbles, der Huskymix, gegenüber Marley).

Das Ergebnis sollte sein: Ein vorrangig positiver und wohlwollender Umgang und nur situativ konkrete Einwirkung und Setzen von Grenzen.

Euer SinL-Team

16.06.2017

Foto: Perdita Lübbe-Scheuermann

Sie können beißen wie hulle. Gerade Marwin und seine SinL-Kumpels.

Bei oberflächlicher Betrachtung könnten wir uns auf diese Tatsache konzentrieren und die Hunde darauf reduzieren.

Was ist mit unseren Privathunden? Wieviel meckern wir über sie? 
Manchmal wundern wir uns, denn wenn man Hundehalter reden hört, könnte man meinen, dass es im Grunde genommen nur anstrengend mit ihren Vierbeinern ist:
Frisst vom Boden, kommt nicht schnell oder zuverlässig genug auf Rückrufkommando – wenn überhaupt. Liegt im Weg, ist zu langsam, macht sich dreckig, hat Zecken, schüttelt sich nach Regen im Wohnzimmer und so weiter.
Echt jetzt?
Wir schaffen sie uns an, um Freude zu haben und dann klagen wir? Wo bleiben die fröhlichen Gesichter eines Hunde“halters“? Selbst Welpenbesitzer sind, wenn nicht gerade völlig verliebt, teilweise sehr angestrengt.

Manchmal fragen wir uns: Weshalb haben manche Menschen Hunde, wenn das so viel Negatives mit sich zu bringen scheint? Vor allem: Ist es wirklich so, dass die Schwierigkeiten dermaßen überwiegen?

Schnell ändert sich meist die Einstellung bei dieser Überlegung: Stellt euch vor, er oder sie wäre nicht mehr da. Dann würden wir uns über jedes einzelne Haar freuen in dieser fiesen Zeit des Haarens. Dann würden wir uns auch über ein Bellen nicht mehr aufregen, wenns klingelt.

Fazit: Lasst uns die schönen Seiten betrachten!
Im Umgang wird vieles angenehmer, wenn wir unsere Einstellung ändern. Der Hund ist nämlich nicht alleine verantwortlich. Nein, im Grunde genommen macht der Mensch den Hund .

Übirgens sind auch diese Überlegungen mal wieder nicht pauschal gemeint und betreffen einen Teil der Hundehalter, aber natürlich nicht alle.

Euer SinL-Team, welches Euch heute ganz besonders viel schöne Erlebnisse mit Euren Hunden wünscht.

15.06.2017


Inwieweit darf ein Hund gehalten werden, wenn er das nicht möchte?

An einige Hunde trauen Menschen sich nicht so recht heran, ganz gleich ob Privathund oder ein Hund, der ein neues Zuhause sucht. Das können Hunde sein, die geschnappt/gebissen haben, wenn etwas gemacht werden sollte, was dem Hund nicht genehm war, z.B. Pfoten abtrocknen.
Wird ab dem Zeitpunkt „rumgeeiert“, mal ein wenig probiert und versucht, so irritiert das unsere Vierbeiner mehr, als wir denken. Schnell misstraut jeder dem anderen.
Die Idee von Menschen dabei ist meist, dass Menschen es sich nicht verscherzen und gemocht werden wollen. Dabei ist das Ende vom Lied, dass der Umgang dadurch meist schwieriger und verkrampfter wird.

Wie ist es, wenn man ständig/regelmäßig/häufig in homöopathischen Dosen auf einen Hund „einwirkt“? Nehmen wir Hunde wie Timm, Anton, Marley, die nur vereinzelt Menschen an sich heran lassen – wie soll das weiterführende Training in Kleinstschritten aussehen? Meist haben die Hunde, die bei uns landen, immer wieder Situationen erlebt, in denen Menschen vor ihnen zurück wichen. Irgendwann traute sich keiner/ kaum einer mehr oder nur bedingt einer an sie heran. Diesen Teufelskreislauf wollen wir durchbrechen und so gehen wir auch an die unangenehmen Situationen dran, weil rumwabern unserer Erfahrung nach wenig bringt. Früher oder später kann es vor allem zu Unfällen führen, wenn sich der Hund beim Gassi gehen beispielsweise in der Leine verheddert und der Ausführer unbedarft hingreift, um die Läufe zu befreien.
Zumal die SinL-Hunde allesamt auf ein Zuhause warten und wer will schon einen Hund übernehmen, den man nur zu dessen Bedingungen anfassen darf?

Die Frage ist ja auch, ob man damit tatsächlich netter wäre? Kein „Zwang“, aber stattdessen geliebt werden? Nein, so funktioniert das mit diesen Kandidaten bestimmt nicht, denn sie haben eine Mauer um sich gezogen und da heißt es, intensiv dran zu gehen, um diese zu überwinden und zusammen auch schwierige Hürden zu nehmen. Damit ist gemeint, auch einmal über den Punkt hinweg zu gehen, an dem ein Hund ein: „Bis hierhin und nicht weiter“ signalisiert.
Aus „Lalapanzie“ kann ein wohlwollendes in den Arm nehmen werden. Das Bild mit Perdita und Makulu (ehemals Astor) zeigt das anschaulich. Makulu, einer der ersten beiden SinL-Hunde, hätte zu Beginn im Leben nicht so viel anfassen gestattet, wie hier zu sehen, hätten wir ihn nicht auch einmal davon überzeugt, dass Nähe mal sein muss und letztendlich gar nichts Dramatisches passiert bzw. sogar schön sein kann .

Euer SinL-Team

14.06.2017

Wo man geht und steht: unsichere Hunde!

Ist das so? Unsicher? Ängstlich? Angsthund – das Unwort des Jahres 2017.

Nun müsste man definieren, aber darum geht es hier gar nicht. Es geht mal wieder ums Pauschalisieren.
Meist bleiben verschiedene Fragestellungen völlig außen vor:
In Bezug auf was genau ist der unsichere Hund unsicher? In Bezug auf Menschen, Hunde, optische/akustische Reize? Situativ? Er läuft doch sicher nicht per se unsicher durchs Leben.
Klar gibt es den Hund mit mehr oder wenig Urvertrauen, aber auch der mit weniger ist manchmal, in einigen Situationen, stabil.
Der Kontext macht doch vieles aus, nicht wahr?

Ich halte das für nachdenkenswert, denn Pauschalaussagen nützen weder Mensch noch Tier …
Wie schnell bleibt ein Hund in einer Schublade, wenn er mal einen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Hunde, die Artgenossen gegenüber instabil sind, können Menschen gegenüber sehr taff sein – und umgekehrt. Das wird manchmal völlig übersehen und macht den Umgang nicht gerade einfacher, weil es den Blick begrenzt.

Den Hunden zuliebe: Betrachtet sie jeden Tag, jede Stunde, jede Minute wieder aufs neue und schaut genau hin. Dann wird sich Manches relativieren, was vorher in Stein gemeißelt schien. Und lässt viele neue Facetten der einzelnen Hunde-Charaktere zum Vorschein kommen.

Euer SinL-Team

12.06.2017


Foto: Frauke Burkhardt

Ja, die Sache mit dem: „Was ist ihm nur widerfahren, dem armen Timm (hier ganz rechts)“.
„Was muss Jimmi nur erlebt haben, dass er so geworden ist (weiß/braun)“?
„Der arme Purzel …“ (2. von links)
und so weiter und so weiter.

Es gibt viele Gründe für das Verhalten von Hunden (und auch von Menschen). Auch, wenn Timmi das Halsband eingewachsen war, so ist er nicht pauschal ängstlich – „der Arme“. Ja, er lässt sich von Fremden nicht gerne anfassen. Aber er ist ja nicht futteraggressiv wegen der Halsbandsache. Er ist ja nicht abschirmend wegen der Halsbandsache. Er hetzt auch nicht wegen der Halsbandsache. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
Das gehört auseinander dividiert und unterschiedlich „gearbeitet“.
Wir sollten uns vor Pauschalisierungen hüten, denn das macht „eng“.

Ja, manche wurden verwöhnt, manch einer falsch verstanden und womöglich auch falsch „gehändelt“, ja, es gab auch schon gequälte Hunde und auch Hunde, wo sich Besitzer die allergrößte Mühe gaben, die kompetent waren und es einfach nicht passte. Es gibt „Angekarrte“, die womöglich lieber nicht hier in der Zivilisation gelandet wären und so weiter.
Es gibt keine Schuld und für uns auch nicht wirklich eine Vergangenheit. Die lassen wir weitestgehend ruhen, damit unsere Schützlinge unvoreingenommen von uns „gehandhabt“ werden (können).
Hundeverhalten ist doch so sehr vom Menschen abhängig.
Und deshalb ist alles so wie es ist und wir machen das Beste draus.

Und ja, die Podenca links im Bild (Nicoles Privathund, ex TH-Hund) wird gefüttert (einige GNTModels auch) und nicht misshandelt. So sieht sie aus, so läuft sie rum. In Gegenwart von Hunden manchmal sogar etwas stabiler, denn mit denen kann sie (aufgrund ihrer Straßenvergangenheit, wo sie sicher gerne weiter gelebt hätte), sehr gut.
Fakt ist, dass es aus unserer Sicht wichtig ist, genau hinzusehen. Manchmal ist es anders als es scheint 😉.

Euer SinL-Team

09.06.2017


Sie sind Fluch und Segen zugleich – Workaholics …

Hier ist CANIPURs Sosha, unser erster (nein, neuer, also zweiter) Hund für Afrika. Er ist ein Junkie, durch und durch.

In Tierheimen landen immer mehr dieser Hunde, weil sie auf dem Gas sind, weil sie es an den Nerven zu haben scheinen, weil sie zerstören und beißen, weil sie mehr als schlecht NEINs akzeptieren, weil sie unter- oder auch überfordert sind.
Meist, weil man sie ganz einfach zum Junkie machen kann.
Ja, das alles kann Sosha auch.
Bewegt sich etwas, dann will er hinterher. Jacke in seiner Nähe aus- oder anziehen, fast unmöglich – die muss ins Maul. Dafür kann er „Befehle“ empfangen wie ein kleiner Soldat.

Für eine „normale“ Vermittlung undenkbar, denn solche massiven „Beutefanghunde“ kann man nicht aussitzen, gar mit Keksen umlenken (die interessieren ihn nämlich einen Sch …). Hier gehört nach wie vor Wohlbehagen hin, aber auch Kontrolle und viel, viel, viel Arbeit für den Kopf.
Das alles wird er in Afrika haben. Freiraum, Arbeit, Abenteuer und viel Zuwendung – hier wird er gut aufgehoben sein, hier passt er hin.
Sosha ist im sozialen Bereich absolut klasse. Bis halt, ja, bis sich etwas bewegt.
Und deshalb appellieren wir hier nochmals an alle Menschen, die es einfach einfach(er) haben wollen. Überlegt Euch gut, wie wichtig Euch das Bälle werfen und die Reizangel ist. „Impulskontrolle“ hin oder her. Bei Hunden, die mäßig passioniert sind, kann das ja klappen, sogar Spaß machen. Zum Unterbrechen von Jagdverhalten halten wir es eher (meist und niemals pauschal) für kontraproduktiv.

So eine Veranlagung und zwei Wochen „Schnellmachen“ reichen, um sich massive Probleme zu schaffen.

Wir freuen uns, wenn diese Hundetypen in passenden Händen sind und wünschen den Tierheimen/Tierschutzvereinen ganz wenig dieser Hunde, denn sowohl für Mensch und Hund (im Tierheim) ist das sicher kein Spaß.

Gute Nacht zusammen,

Euer SinL-Team

04.06.2017


Foto: Sabine Stuewer

Wir werden immer wieder einmal darauf angesprochen, weshalb wir in verschiedenen Situationen nicht einwirken und weshalb wir es zum Beispiel auch einmal laufen lassen (s. Janosch vor ein paar Tagen), wenn ein Hund nach vorne geht.
Weil „verwaltet“/kontrolliert/gemanagt (nennt es, wie Ihr wollt) – siehe Video – fast alles geht!

Hier die Erklärungen:

– Wir machen das situativ zu Trainingszwecken, so dass der Hund merkt, das Gegenüber geht nicht weg und das Beißen hat keinen Erfolg.
– Der Hund findet im besten Falle andere/eigene Lösungen sich zu verhalten, statt nach vorne zu gehen. Die daraus entstehenden Verhaltensweisen prägen sich in der Regel besser ein, als das, was über Gehorsam trainiert wird. Zumal letzteres von der Ansage der Bezugsperson abhängig ist.
– Und wir suchen bewusst solche Situationen aus dem Grunde, weil kein Mensch wirklich IMMER aufmerksam ist. Es gäbe ansonsten z.B. sicherlich viel weniger Autounfälle…

Worum geht es uns? Dressur im Sinne von Sitz/Platz/Fuß-Training?

Nein, der Gehorsam spielt – für uns – nur eine untergeordnete Rolle. Bei vielen Hunden ist der Grundgehorsam nahezu perfekt. Auf dem eingezäunten Gelände und in gut konditionierten Situationen marschieren sie wie Lottchen.
Doch was ist mit dem ganz alltäglichen Miteinander? Klappen die „gängigen“ bzw. notwendigen Umgangsformen? Das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Nehmen wir das Video mit Anton, welches wir kürzlich eingestellt hatten. Dort bewegt sich Nicole durch eine Menschengruppe und Anton geht immer wieder einmal an die Füße der Komparsinnen. Es gab einen Mini-Aufschrei, weshalb er immernoch nicht weiter ist, der Anton – ist doch schon so lange bei uns und auf anderen Videos sah es doch auch schon vielversprechender aus.
Ja, diese Art von Video können wir Euch täglich einstellen. Sitz, Platz, Fuß haben die meisten schon von ihrem Ursprungstierheim mitgebracht, aber das ist leider nicht das Leben (nehmt Marley, der alles, aber auch alles kann – lässt sich nur nicht anfassen).

Was aber ist, wenn sie (oder zukünftige Besitzer) sich mal auf etwas Anderes konzentrieren? Und plötzlich kommt jemand ums Eck oder aus einem Haus heraus auf sie zu?
Dann geht er nach vorne. Und er meint es ernst. Daher halten wir es für notwendig im Training auch solche Situationen anzugucken. Nämlich genau die, in denen der Hund mal nicht unter ständiger Kontrolle ist. Viel Kontrolle führt häufig zum Suchen von Lücken.

Denkt an Janosch vor einigen Tagen. Klar lässt er sich verwalten. Darum geht es aber nicht nur. Wir gehen verschiedene Wege. Nehmen wir einen an Passanten hochspringenden Hund (und das lässt sich nur mit Komparsen üben!!!!)

Kontrolle – klaro, gehört dazu. Mein Hund bleibt hinter mir oder ich rufe meinen Hund ab oder ins Sitz, wenn Mensch mir entgegen kommt (bin ich der Miesmacher oder Kontrolletti oder Chef – passt)

Selber Erfahrungen sammeln lassen: Komparsen-Gegenüber sitzt das Verhalten aus (wenn Hund hochspringt. Somit erlahmt das Verhalten oftmals, weil es keinen Erfolg bringt. Blöd, wenn Komparse Kekse mit sich rumschleppt – deshalb müssen Komparsen klug sein). Geht draußen nur mit langer Leine, weil er alternativ auch jagen gehen könnte 😉 oder nicht-Komparsen rumlaufen. Ich rufe nicht, ich biedere mich nicht an, aber der Weg zu mir ist immer da und ich als Bezugsperson gebe beim Zurückkommen Nähe ohne mich wie verrückt zu freuen.

oder auch

Komparse schickt, wenn Hund nicht dicht bei seiner Bezugsperson ist, von sich weg. Bezugsperson ist nicht Dauerkontrolletti und Hund lernt, dass er von sich aus zu seinem Menschen gehen sollte, wo es ihm gut geht.

Im Grunde ists einfacher als man denkt. Natürlich gibt es Nuancen – ist ja klar. Aber grob gestrickt machen wir nix anderes. KEINER zaubert. Wir kochen alle nur mit Wasser – echt, ganz im Ernst .

Gut, dass Ihr nachfragt, so haben wir zukünftig die Möglichkeit, genauer zu erklären.

Euer SinL-Team

30.05.2017


Gedanken zu Tierheimhunden,
ihren Interessenten/neuen Besitzern und manchmal auch Gassigängern …

– und auch das ist mal wieder nicht pauschal zu sehen!!!!, aber wird aus gegebenem Anlaß gepostet 🙂.

Sie begegnen Dir – als einem Fremden. Was tun wir Menschen oftmals? Entweder wir reagieren mit Respekt und lassen ihnen Zeit, uns ein wenig zu „beschnüffeln“ (die lassen wir außen vor, machens u.E. nach richtig) oder wir sind übergriffig, unterschreiten Individualdistanzen und wundern uns, dass wir unreflektiert (ist das so?) eher unverblümt, auf die Finger bekommen. Mensch würde womöglich einen Schritt zurück gehen – mental, körperlich. Würde sich mit einem Lächeln oder einem coolen Spruch entziehen.
Manch Hund macht das, was Hund kann. Er zeigt, dass das menschliche Verhalten einfach unangemessen und unpassend war, ggf. auch durch schnappen oder beißen. Zu viel Raum genommen – einfach so. Und dann wird sich gewundert ob des aggressiven Hundes.

Menschen wollen häufig etwas bewegen – andere Menschen und auch Tiere.
Da kommt der Interessent, der gleich erst mal schaut, ob Hund auch Sitz und Platz kann und ob er sich die Ohren untersuchen lässt. Wofür? Was soll das? Wir erwarten Respekt von anderen – geben wir ihn auch? Mensch und Tier?

Tierheimhunde haben meist ab 18.00 h „Feierabend“ und wollen nicht am Probetag oder ersten Tag des Einzugs ins neue Zuhause um 21.00 h nochmals raus geschleppt werden. Auch müssen sie nicht gleich dem kompletten Freundeskreis und dem Hundeverein vorgestellt werden, schon gar nicht gebadet, weil sie nach Hund stinken. Ein Bussi zum Abschied im neuen Körbchen (wie gerade bei einem befreundeten Tierheim geschehen) kann unschön enden.

Wie wäre es mit ankommen lassen, nichts erwarten, da sein, gewisse Grenzen setzen, Vertrauen aufbauen und sich erst einmal kennenlernen? Wir verhalten uns manchmal wie manch Dreijähriger, der ungehemmt in die Handtasche der fremden Frau schaut … Merkwürdig.

Und hier ist Teffany mit Marley. Die beiden mögen sich sehr. Sie kann mittlerweile vieles mit ihm machen, was Fremde nicht dürfen. Wie schon beim „Kleinen Prinzen“ geht es ums vertraut miteinander machen. Wer mag Marley ein neues Zuhause schenken, ihn ankommen lassen und nicht gleich zu sehr fordern?

Euer SinL-Team (01.04.2017)

Foto: Hannah Hoffmann

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Anaplasmose, Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose und Co.
Alles keine südländischen Krankheiten mehr, sondern mitten unter uns.

Und da wir aktuell einige Fälle haben – hier Marwin mit Babesiose, dort Jonny mit Anaplasmose, möchten wir nochmals dringend darum bitten, genau hinzuschauen, wenn sich Euer (Tierheim)hund verändert oder Ihr beim Blutcheck großzüigig abzuwinken gedenkt, weil es diese Krankheiten ja hier in Deutschland nicht gibt.
Pustekuchen … Dem ist leider nicht (mehr) so – es hat uns erwischt …

Dennoch keine Panik, aber bitte, bitte Augen auf.

Euer SinL-Team (01.04.2017)

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Was kann ein schwieriger Hund für den Menschen tun?

Was wir von „Granaten“ / „schwierigen“ Hunden lernen können
… resultiert aus einem Telefongespräch mit Kirstin Höfer (Rico Koblenz), Tierheim-Leitung Tierheim Koblenz

Wenn Hunde im Tierheim abgegeben werden – die sogenannten Problemhunde …

Was entgeht dem Menschen durch die Abgabe seines Hundes aufgrund von Problemen? Nimmt er sich womöglich die Chance zur Weiterentwicklung – da ist nichts mit Durchhalten und Verantwortung tragen. Was bleibt, ist meist ein schlechtes Gefühl/Gewissen und die Gewissheit, versagt zu haben – und das gilt es nicht pauschal zu betrachten, denn es gibt Umstände, die gehen einfach nicht – darüber sind wir uns alle einig.
Es geht um die Menschen, die es sich einfacher vorgestellt haben und merken, dass Hunde Arbeit machen und anstrengend sein können, was immer häufiger vorkommt.

Ein Hund ist ein strenger, aber fairer Lehrer, ein ehrlicher Kritiker,
der uns mag, wie wir sind – er zeigt uns unsere Defizite, unsere
Schatten, einfach UNS. Er schaut uns, nachdem wir ungerecht waren, in unsere Augen und lässt uns demütig werden. Er kann uns lehren hinzuschauen „was hat das mit mir zu tun“? Der Hund ist ein Spiegel unserer Seele durch und durch.
Ein (gefährlicher) Hund ist Dein härtester Lehrer und Dein bester Freund, er führt Dich durch tiefste Täler und zwingt Dich zur Besteigung höchster Berge. Dabei wird er Dich nie verlassen – egal, wie anstrengend es wird. Er wird Dir stetig Rückmeldung über Dein Verhalten geben. Er wird Dich beißen, Dich verletzen, Dich blamieren, Dich frustrieren, er wird Dich Geld und Nerven kosten. Er führt Dich in tiefste Verzweiflung und bleibt beständig am Problem – BIS Du es kannst. Er gibt nicht auf, er wird Dir
Deine Schwächen – und auch Stärken – schonungslos vor Deine Füße werfen.
Nicht gegen Dich, für sich! – und er meint es nicht persönlich.

Du kannst mit „solch“ einem Hund Dinge erreichen, die Du mit
keinem Menschen erreichen kannst. Er bringt Dich an den Punkt echter Stärke und tiefer Gelassenheit. Der „gefährliche“ Hund zeigt Dir den Weg der Selbstentwicklung und des Selbstbewusstseins, den Du alleine womöglich nie eingeschlagen hättest.

Im Grunde können die Menschen, die ihren Hund, weil er „plötzlich“
anfängt Probleme zu machen und im Tierheim abgeben, sogar leid tun. Sie fühlen sich schlecht, haben aus ihrer Sicht das zweite Level im Spiel des Lebens nicht erreicht – noch nicht einmal einen Hund können sie händeln …
Sie haben sich das Gefühl genommen, Stärke zu entwickeln. Das Gefühl von unendlichem Glück, ein Körpergefühl – unbeschreiblich. Das Selbstbewußtsein jauchzt – ein unkäuflicher Orden …

Habe ich ihn zum Problem werden lassen? Was habe ich versäumt? Wovor hatte ich Angst? Nicht mehr geliebt zu werden und deshalb keine Grenzen gesetzt? Keinen Respekt entgegengebracht zu bekommen und deshalb viele Grenzen gesetzt, ihn gar, weil ichs persönlich nahm, geschlagen?

Wir müssen doch nicht die Grundfeste als erschüttert sehen und den Hund gleich ins Tierheim bringen, nur weil es noch nicht rund läuft. Uns entgeht das tolle Gefühl am Ende – nach einiger, womöglich auch harter Arbeit mit schwerem Gepäck – ein großartiges Team zu sein – mit Verlässlichkeit, Freude, Vertrauen …

Euer SinL-Team in Kooperation mit Kirstin Höfer (31.03.2017)

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Irritiert

Da kommen sie ins Tierheim. Klar, manchmal ist etwas Unschönes passiert. Manchmal wurde bis zum Abwinken „dressiert“. Futter hinstellen, warten, freigeben. Vom Futter abrufen. Futter aus der Hand. Futter hier und Futter da. Vor allem: Futter wichtig gemacht. Dann findet Hund draußen etwas Freßbares und Mensch begegnet Hund nicht in der coolen, einstudierten Stimmung, sondern nähert sich aufgeregt oder instabil. Hund knurrt, schnappt, beißt. Das macht er zweimal, dann weiß Hund, dass Mensch nur in gewissen Situationen das Sagen hat. Als nächstes findet Hund Lücken. Findet Tempos, Aas und diverses Krams. Mensch wird unsicherer. Hund landet im Tierheim. Armer Hund.

Oder gerade passiert: Hund kennt Grenzen, hat eine gute Beziehung zu Frauchen, sie spielen, der Ball ist rund – aber Frauchen hält den Weg für nicht nett genug. Grenzen setzen ist etwas für Hardliner. Also ändert sie ihre Einstellung und lobt für gut. Aber nur noch dafür. Ein NEIN ist absolut verboten und verpönt. Hund kann Sitz, Platz, Fuß, Pfötchen, blablabla. Hund kommt auch, wenn er gerufen wird und das Leckerchen hohe Priorität hat. Kommt etwas für den Hund wichtigeres, dann kann Frauchen mit der Fleischwurst winken – Hund ist weg. Das allein ist noch nicht so schlimm. Tragisch ist, dass Frauchen mit ihrem Hund spielen wollte und er sie stehen ließ. Wohlbehagen auslösen, igitt. Das ist traurig, oder? Wie kann ein Hund sich nur vor der Nähe seines Menschen „gruseln“, wo er sie einst so genoß?

Und deshalb ist die Frage nach dem „was wurde dem Hund angetan“ sicher nicht verkehrt. Nur geht es nicht immer nur um Schläge oder Härte (was definitiv abzulehnen ist). Aber auch Grenzenlosigkeit und Orientierungslosigkeit kann für den Hund schädlich sein – wir wiederholen uns hier.

Hier sind Hunde, bei denen man immer „einen drunter“ geblieben ist – jahrelang im Tierheim und nie „an die Naht“ im Sinne von mal Maulkorb drauf und anfassen – ohne ihn dabei zu überfallen oder zu ängstigen. Und wir diskutieren hier über: muss man ihn denn anfassen. Wenn man ihn vermitteln möchte, dann wäre das sinnig oder? Sonst liegen sie die nächsten 10 Jahre auf Halde – die Hunde. Ist das ein Leben?

Und bitte keine Diskussionen hier über hart, weich etc. Es geht lediglich um die Beantwortung der in den letzten Tagen häufiger gestellten (auch per PM) Fragen.

Habt einen schönen Abend, „Futter“-Sunny-Yuma wartet auf ein neues Zuhause, würde aber echt herzhaft zubeißen, wenn sie etwas Fressbares findet. Sie lässt sich aber bei klarer Ansage davon abbringen. Und nein, sie wird nicht zu Kindern vermittelt, dafür ist sie nicht „einfach“ genug.

Euer SinL-Team (29.03.2017)

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Es treibt mich ein bisschen um …

Womöglich könnt Ihr mir helfen …
Seit mehr als zwei Jahren gibt es nun mein zweites Herzensprojekt „Start ins – neue – Leben“. Mir sind Dinge begegnet, von denen ich niemals gedacht hätte, dass es so etwas im Tierschutz gibt.
Klar, ich bin blond, sicher auch manchmal sehr naiv, dennoch hätte ich mir einiges wahrlich nicht träumen lassen.

Nun hat SinL einen gewissen Bekanntheitsgrad, der auch dazu beiträgt, dass wir angesprochen werden, wenn irgendwo etwas „unrund“ läuft. Das können und wollen wir gar nicht abfangen – und ganz im Ernst: Es geht uns auch nix an – außer, es handelt sich um unsere ehemaligen Schützlinge.
Dafür gibt es übergeordnete Organisationen, die sich um Missstände kümmern (können/sollten/müssten).

Nur: Wo beginnt ein Missstand?
Was ist gut gelebter Tierschutz?
Einzelhaltung, Vergesellschaftung? Wenn ja, wie?
Gassigänger, wenn ja, wie?
Vermittlung von bissigen Kandidaten? Wenn ja, wie?
Täglicher Auslauf nötig, wenn ja, wie?
Verhaltenstest bei Aufnahme, vor Abgabe? Wenn ja, wie?
Portraits der Hunde für Vermittlung erstellen? Wenn ja, wie?
Gesundheitschecks? Wenn ja, wie? Wie oft? Wie viel?
UND: über Geschirr oder Halsband möchte ich hier nicht anfangen zu sprechen!

Fragen über Fragen

Wer entscheidet, was richtig oder falsch ist?

Wir haben unsere Vorstellungen. Sie müssen nicht immer richtig sein, sie fühlen sich aktuell gut für uns an. Allerdings kann sich das jederzeit ändern, denn 100% gibt es nie.
Wir reflektieren uns ständig und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten, wenn es mal hakt. Wir wollen unseren Hunden das bestmögliche Übergangszuhause bieten.

Und deshalb nehmen wir keine Hunde, die nach dem Aufenthalt bei uns nicht weiterhin täglichen, individuellen Zuspruch haben, mindestens paarweise vergesellschaftet werden und bei Bedarf mit Maulkorb abgesichert sind. Dafür machen wir „Übergaben“ an die jeweiligen Bezugspersonen.
Eine Verschlechterung ist ein Rückschritt. Das tun wir keinem unserer Schützlinge an.

Dieser Text ist nicht von ungefähr entstanden, denn es geht um einen Hund, der nach Rückkehr wieder in „Einzelhaft“ gegangen wäre und deshalb ist er bei uns geblieben, was nicht immer möglich ist. Augen auf bei Menschenkontakten sag ich da nur.

Nur wie geht es weiter? Wir geben einen Hund nach Training zurück – er wird unabgesichert draußen geführt und beißt einen Menschen. Wer trägt die Verantwortung?
Oder Hund sitzt wieder allein und wird nicht weiter trainiert – was macht das mit dem Hund?
Jetzt kommt einer unserer Leser zu Besuch in genau das Tierheim und stellt fest, dass Hund X vor sich hin vegetiert. Was passiert? Der nächste Shitstorm fürs nächste Tierheim? Puh … Da kann man sich nur freuen, dass einige unserer Hunde nach dem Zurückgehen super tolle Pfleger/innen haben, die sich auch noch von kompetenten Trainern betreuen lassen, um die Lebensqualität zu erhalten und die Vermittlungschancen zu erhöhen. Danke an dieser Stelle dafür!

Im übrigen … mal kurz ein Einwurf am Rande, denn auch das hier sollte bedacht sein …
Im Tierheim arbeiten Menschen, die eine Mütz voll zu tun haben. Da klingelt ständig das Telefon, ein angefahrener Hund wird gebracht, die Zimmerchen müssen gesäubert, das Wasser in den Ausläufen nachgefüllt, Flohmarktartikel angenommen und Vermittlungsgespräche geführt werden etc.
Und dann kommen die „von außen“ – die sehen, dass ein Hund gerade schmutzig ist (der ist dann verwahrlost). Sie sehen, dass das Wasser alle ist (ja, bis vor 10 Minuten war der Napf noch voll – bis Gustav ihn umkippte). Sie sehen, dass die Hütte nicht mehr die Neueste ist und dass einer auf dem Boden statt auf der Decke liegt. Jeder hält sich für weisungsbefugt und reklamiert an den Pflegern rum. Was für ein harter, harter Job.

So, nun habe ich Euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ich werde noch weiter tüfteln, damit der Ball noch runder wird – für unsere Hunde!

Eure Perdita mit Dank für Euer Interesse und Engagement (27.03.2017)

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Oles Gedanken zum Abend:

Was muss Hund denn tun, um gesehen zu werden? Hoch hinaus wollen? Ich fange mal mit einem Baumstamm an. Gut so? Nun bin ich fast auf Augenhöhe mit euch .-).

Wo wir uns nun so gegenüber sitzen, könnt ihr mir da ein paar Fragen beantworten. So viele Besucher gehen an uns vorüber: Was muss Hund denn tun, um nicht nur gesehen zu werden, sondern um das Herz eines Menschen zu gewinnen? Um geliebt zu werden, und zwar für immer – in guten, wie auch in schweren Zeiten? Inklusive Zuhause, und zwar Fürimmerzuhause mit Wärme, Nähe, Geborgenheit für einen Ole, einen Janosch, einen Jack, einen Jim, einer Chica und wie sie alle heißen.

Na, ihr lieben Menschen, ihr wisst auf sooo vieles eine Antwort, aber ich glaube, da könnt ihr uns auf Anhieb auch nicht weiter helfen. Das macht nichts. Man muss nicht auf alle Fragen Antworten wissen. Manchmal reicht es, kurz inne zu halten und über das ein oder andere mal nachzudenken. Wir freuen uns, wenn ihr uns zuhört und ihr aus der Ferne unsere Geschichten verfolgt.

Euer Ole (03.03.2017)

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Was nützt die Rasse oder Farbe? Wir Reiter sagen: „auf der Farbe kann man nicht reiten“

Na klar weisen Hunde einer bestimmten Rasse meist! auch gewisse Rassemerkmale auf. Deshalb schafft (Achtung, es wird pauschal) sich die Familie mit viel Kinderbesuch auch den familienfreundlichen Golden Retriever an. Der Schäfer neigt zum Hütehund, der Jäger zum Jagdhund. Hat ja alles eine Logik.

Allerdings, und das wird oft vergessen, macht auch der Mensch ein Stückchen weit den Hund. Am Ende ist es ein Mix aus Genetik, Erfahrungen, Händling etc.

Uuuuuund: es gibt einzelne Individuen, die gar nicht dem Rassestandard entsprechen. Unser Purzel ist kein typischer Hütehund, unser Golden Tobi (mittlerweile super vermittelt) ist definitiv kein Kinderhund und kann massiv beißen.

Ich glaub, wir hängen uns manchmal etwas zu sehr an der Rasse auf. Wir sollten Hunde als Silhouette sehen und als Individuum für sich betrachten. Nicht alle Schwaben sind geizig, nicht alle Schweizer langsam, nicht alle Nordlichter herb ;-).

Wir haben eine Beaglekundin, der nur die Beagleklamotte trägt. Er verhält sich wie ein Golden: führig, gehorsam, wasserfreudig, apportiert gerne. Jagdliche Ambition gen Null. Wir haben einen scheinbar reinrassigen Rottweiler im Training, der ein Mix aus Labrador und Dalmatiner ist.

Und ja, unser Anton verhält sich appenzellerisch. Pasa, unser Kangal, nicht sehr kangalisch.

So ist das: hinsehen, reinfühlen und dementsprechend mit ihnen umgehen und sich nicht durch Äußerlichkeiten zu sehr irritieren lassen. Unser Kopfkino sollte den Umgang mit dem Hund nicht schon pauschal vorgeben.

Habt einen schönen Tag,

Euer SinL-Team

(01.03.2017)

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Texte aus dem Jahr 2016

Tobi wartet und wartet und wartet oder die Sache mit den ehrlichen Profilen

Tobi hatte schon 5 Fast-Interessenten, die schon fast da waren, aber dann doch lieber die Finger von ihm gelassen haben – nach dem Telefonat mit uns.

„Tja“, könnte man sagen, „Ihr machts einfach nicht richtig“.
„Tja“, könnten wir sagen, „womöglich machen wir es gerade richtig“.

Wir wollen keine Bumerang-Hunde vermitteln, wir wollen keine „Mogelpackungen“ unterjubeln, wir wollen „unsere“ Hunde nicht einfach loswerden.
Wir wollen, wie jeder verantwortungsvolle Züchter oder jedes verantwortungsvolle Tierheim/Tierschutzorganisation den passenden Menschen für unsere Hunde finden.
Deshalb sind unsere „Steckbriefe“ ehrlich, damit keiner einen unnützen Weg auf sich nehmen muss, um am Ende festzustellen, dass es nicht passt. Das macht was mit dem Hund und es macht auch was mit dem Menschen.

Ein vermittelter Hund, der zurück kommt, weil er sich beim neuen Besitzer (überraschend) verhaltensauffällig zeigte, ist wieder ein Stückchen erfahrener. Es macht ihn nicht besser. Und den Ruf des Tierheims auch nicht.

Nun kann man dem neuen Besitzer die Schuld zuschieben und ihn als inkompetent darstellen. Das kann alles sein. Fehler passieren, manchmal gehts halt schief – das kommt vor. Aber das sollte die Ausnahme bleiben.

Wichtig ist, dass wir ganz ehrlich alles sagen, was uns zu dem jeweiligen Hund einfällt. Wer dann bleibt, der hat es verdient, einen unserer Hunde mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Und so lange freuen wir uns über neue Anfragen, aber auch über ehrliche Absagen, weil Tobis Hüfte nicht ganz in Ordnung ist, er schon alt ist, er Macken hat.

Tobi frönt derweil seinem neuen Hobby: apportieren

In diesem Sinne,

Euer SinL-Team

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Mick ist nun schon im 7. Monat bei uns

Keiner interessiert sich für ihn, er machts uns allen aber auch nicht leicht. Sein Äußeres ist einladend, nahezu bezaubernd, aber dann kommen seine – wie Menschen so „schön“ sagen Macken.

Er hat viel gelernt, viel Vertrauen gefasst, aber da ist noch immer dieses „womöglich ist hinter dem nächsten Baum doch ein Feind“. Die Vergangenheit hat ihn geprägt und so tief eingebranntes Verhalten lässt sich nicht innerhalb von Wochen ändern, umprogrammieren schon gar nicht.
Und wenn wir noch 20 Jahre trainieren, Mick bleibt schwierig. Kalkulierbar, aber nicht 100%ig zuverlässig – wie im Grunde kein Hund.
Das ist das Gute. Hier, bei Mick, weiß man, was man hat. Er ist in ganz bestimmten Situationen einfach spannig. Das zu wissen hat ja auch was.

Dennoch betrachten wir ihn jeden Tag aufs Neue, halten nicht an Mustern fest, z.B. beißt immer beim Bürsten. Nein, damit würden wir eine selbsterfüllende Prophezeiung herbei rufen.
Neuer Tag, neues Glück und gestern war so ein Tag. Wieder ein Stückchen mehr Richtung Stabilität, ein kleines Stückchen nur, denn das Gebürstetwerden ist für ihn mehr als unschön. Und ja, es wird auch wieder ein, zwei Schritte rückwärts gehen, dann wieder drei vor und so hangeln wir uns durch. Das macht nichts, das ist das Leben.
Wir geben ihm unser Vertrauen und er uns nach und nach auch seins.

Wichtig ist zu wissen, dass er dieses Verhalten nicht gegen uns (also, nicht persönlich nehmen), sondern für sich (zum Raum schaffen) zeigt.

Und eines Tages kommt auch hier der passende Anruf für diesen wunderbaren Hund.

Euer SinL – Team

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Die Sache mit dem Pauschalisieren …

Da schafft man sich einen Rassehund/oder speziellen Hundetypus an und wundert sich, dass der Hund so gar nicht dem „Standard“ entspricht.
Der Malteser jagt (jaaaa, das kommt vor), der Golden Retriever beißt, dafür der Catahoula nicht 😉, der Jagdterrier wiederum interessiert sich nicht im geringsten für Wild, dafür hütet der Ridgeback und der Hovawart wacht nicht.
Verdrehte Welt? Es gibt nichts, was es nicht gibt – das ist klar.

Alles, was man beim Profi gelernt hat, in Büchern oder Zeitschriften (ja, selbst ich schreibe für eine Hundezeitschrift seit Jahren monatlich einen „Rassesteckbrief“. Und glaubt mir, dass ist für mich die Quadratur des Kreises) gelesen hat, ist hinfällig.

Wieso ist das nur so, bzw. kann das vorkommen?
Das lässt sich leicht erklären: weil auch Hunde Individuen sind. Jeder für sich. Und meist ist es so, dass die Hunderassen natürlich, weil ewig züchterisch selektiert, sich auch häufig so verhalten, wie es in den Rassebeschreibungen steht.
Es ist eben nur kein Garant.

Für uns sind Hunde erst einmal „Silhouetten“ und beim ersten Kennenlernen, schauen wir, ob der Labrador sich wie ein Labrador im Buche verhält, oder eher wie ein Großpudel (wie er im Standard beschrieben ist).

Unser Quembo ist so ein Fall:
Er trägt zwar eine Labrador-„Klamotte“, verhält sich aber fast gar nicht so.
Will to please – kann man im Keller suchen gehen
Wasserfreude – der Blick übers Meer reicht
Gefräßig – nö, muss nich
Menschenbezogenheit – joooo, wenn er genau diesen gut findet, muss aber auch nicht. Geht ohne.
Apportierfreude – mmmh. „Wennde ihn wegwirfst, kannstn auch selber wieder holen“
Temperament – eine Kollegin hielt ihn vor zwei Jahren, fünfjährig, für uralt 😉.

Aaaaaaaber wehe, es taucht etwas auf, was ihm wichtig ist, zum Beispiel Menschen an unserem Grundstück. Dann ist unser Energiesparmodell (danke, Frauke) hellwach, blitzschnell und wachsam. Einbrecher müssen wir nicht fürchten. Nein, er ist nicht aggressiv (im Sinne von fremde Menschen beißen), aber ohne Begleitung durch einen von uns sollte man lieber nicht unser Grundstück betreten. Er ist eher eigenbrötlerisch, sehr territorial, möchte nicht groß bespaßt werden, wägt ab und ist sehr souverän und gelassen.
Naaaa, auf welchen Hundetyp trifft das wohl eher zu? 😉

Nein, unsere Züchter haben nichts falsch gemacht, ganz im Gegenteil. Quembo ist ein wunderbarer Hund und seine Geschwister sind sehr Labrador typisch – das war damals im übrigen schon bei der Welpen-„Istzustandsbeurteilung“ mit sieben Wochen zu erkennen.

Ich mag einfach keine Pauschalaussagen wie: alle Golden sind selbsterziehend, weiße Schäferhunde jagen nicht, der Schäferhund ansich ist Befehlsempfänger, alle Dackel sind erziehungsressistent, der Collie ist soooo klug, dass er erst prüft, ob das Signal/Kommando (nennt es, wie Ihr wollt) auch wirklich einen Sinn macht etc.

Wie oft treffen wir auf verzweifelte Menschen, die dachten, dass, wenn „Nutella“ drauf steht, auch „Nutella“ drin ist. Nein, nicht immer.
Und womöglich hilft es, seinen Hund vom Charakter her einzuschätzen, sein Verhalten zu beobachten und dann Frieden damit zu schließen, dass er zwar das „Kostüm“ eines Kangals trägt, aber im Verhalten durch und durch ein Boxer ist 😉.

In diesem Sinne,

habt einen schönen Tag,

Eure Perdita

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Heute ist Dankestag

SinL läuft sehr gut, unser Ball wird rund-er!

Wir geben die „Monats“-Hunde gut vorgearbeitet zurück. Sie bekommen einen neuen Platz im Herzen der Tierheime, wo sie einst die Problemfä/elle waren. Sie werden weiter gearbeitet und vergesellschaftet.
Wir haben schon einige geprüfte Trainer, die wir in Deutschland empfehlen, was viele Tierheime und Tierschutzorganisationen gerne annehmen.
Wir haben gute Gassigänger, die regelmäßig geschult werden, damit auch unsere schweren Jungs mal nur die Seele baumeln lassen können bei einem Ausflug.
Viele Tierpfleger aus anderen Tierheimen absolvieren den von uns angebotenen „Vier-halbe-Tage-Schulterblick“, um ihr Wissen zu erweitern, was ich als wichtige Basis sehe.
Wir haben tolle Komparsen, die sich zusammen“ballern“ lassen und sich immer wieder aufs Neue anbieten. Danke, Ihr Lieben, genau dafür!
Wir haben das große Glück, unsere Schützlinge in zwei super Pensionen untergebracht zu haben, nämlich Tierheim Darmstadt und Tierschutzverein Viernheim, wo sie sensationell betreut werden.
Und es gibt sogar zwei Pflegestellen. Danke dafür!
Wir haben Unterstützer, die gerne mal den einen oder anderen Euro „locker machen“, denn auch meine Trainer leben nicht von Blütenstaub allein (danke, Dorit, für diesen Satz).
Der ein oder andere unserer Schützlinge wurde bereits vermittelt. Zugegebenermaßen nicht so viele, wie wir uns wünschen, aber dafür bislang – toi toi toi – ohne Rücklauf.
Herz, was willst Du mehr?

Dies alles wäre nicht möglich ohne ein Team, das täglich mit Engagement, Kompetenz, Wohlwollen und Liebe mit unseren Hunden trainiert.
Und hier geht es nicht um Sitz, Platz, Fuß, sondern darum, wieder Vertrauen zu fassen zum Menschen, zum Beispiel, dass das Anfassen auch schön sein kann (s. Mick, der noch heute manchmal kritisch ist beim gebürstet werden). Zum Beispiel, dass wir Futter nicht (immer) streitig machen etc.
Die Hunde lernen auch zu vertrauen, dass Mensch gewisse Dinge für sie regelt, zum Beispiel, dass sie nicht verantwortlich sind für Begrüßungen. Zum Beispiel, dass wir für sie da sind, wenn etwas gruselig erscheint und und und.
Ebenso lernen sie bei vollem Respekt von uns Respekt. Nämlich, dass wir uns Dinge erlauben können, auch, wenn Herr Hund nicht will, zum Beispiel dem Balljunkie einen Ball weg zu nehmen. Oder wir hindern ihn daran, den Jogger „fressen zu wollen“ oder das Reh zu jagen. „Hinhören“, sich am Menschen zu orientieren, ist eine der größten Aufgaben.
Es braucht Ausflüge: Ab in eine andere Umgebung, in die Stadt, an den Bahnhof, zum Badesee. Tapetenwechsel ist wichtig, aber auch zeitaufwendig. Das geht nicht mal so schnell schnell nebenbei.
Hundekontakte sind wichtig. Immer wieder neue, immer wieder andere. Die wachsen aber nicht auf Bäumen, sondern müssen organisiert werden: Was braucht Mr. Testosteron für ein Gegenüber, wenn es so ziemlich mit allen klappt? Genau, ebenso einen Mr. Testosteron. Klappt es hier auch mit unpöbligen Begegnungen, dann sind wir einen großen Schritt weiter (was nicht heißt, dass der neue Besitzer es auch so umsetzen kann, aber wir wissen, dass es geht und können späterhin daran arbeiten mit dem Interessenten).
Es wird sich gekümmert, reingefühlt, die jeweilige Stimmung gesehen, zum Tierarzt gefahren etc.
Und natürlich werden Gehorsamskomponenten geübt, wie beispielsweise der Abruf.
Ja, das Programm ist bunt und vielfältig und sehr individuell zugeschustert auf unsere uns anvertrauten Hunde. Das bedeutet, flexibel zu sein, umzudenken und mitzudenken.

Und dann sind da ja auch noch die Emotionen. Wir hoffen auf einen, genau DEN Anruf, genau DIE Mail für unsere SinL-Hunde. Wir sorgen uns um sie. Sie wachsen uns ans Herz. Jeder einzelne.

Das, was mein Team, inkl. Nic leistet, ist ganz großes Kino! Und nicht nur jene, die vor Ort sind, sondern auch alle anderen, die dafür mehr Kunden trainieren und aushelfen – und das bei Wind und Wetter. Und auch Sams, die Du alles organisierst und ebenso mitfieberst und weinst.

Ohne Euch wäre das alles nicht möglich, ohne Euch wäre dieses Projekt nicht. Ich bin sehr ge- und berührt. DANKE!

Ich machs Euch sicher nicht immer leicht, wenn ich mal wieder darum bettel, noch ein Notfellchen aufzunehmen. Danke, dass Ihr „mitspielt“ – für unsere Hunde!

Euch allen da draußen wünsche ich einen schönen Tag,

Eure Perdita

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Auf der Suche nach einem Hund

Viele Menschen sind auf der Suche nach dem passenden Hund (Zweit-, Dritt-, Vierthund) und viele Hunde warten auf diese/n Menschen.
Die einen gehen zum Züchter, die anderen wollen einem „Abgelegten“ einen neuen Platz in einem Fürimmerzuhause geben.
Und einige, ganz Wenige, sagen sogar JA zu einem verhaltensauffälligen Hund. Verhaltensauffällig meist, weil er falsch verstanden wurde und dann, in einer nicht ganz einfachen Entwicklungsphase, meist um 1,5/2 Jahre herum „einfach nicht mehr zu händeln“ war.
Am Ende „macht der Mensch den Hund“ und auch diese Granaten können bei kompetentem Umgang meist sehr unauffällig durchs Leben gehen.

Wenn Ihr Muße habt, macht Euch doch mal auf und besucht verschiedene Tierheime.
Dort könnt Ihr sie kennen lernen, die Boumers, Rockys, Tobis und ihre Kollegen. Nicht alle Tierheimhunde sind ver-rückt. Das ist ein Ammenmärchen. Auch viele Rassehunde sind dort zu finden.

Tierheime freuen sich über Gassigänger, Spenden von leckeren Kauartikeln, benötigen immer wieder Leinen, Körbchen und vor allem Geld, um es den Tieren dort noch besser ergehen zu lassen. Fragt einfach, was benötigt wird.

Und: nichts gegen Züchter! Auch wir haben im Hunde-Akademie Team Hunde von Züchtern. Jeder hat das Recht auf sein Gefühl!

Die Hunde auf den Fotos findet Ihr – neben vielen anderen – in unseren beiden Stammtierheimen Tierschutzverein Viernheim und im Tierheim Darmstadt. Sie sind einige der Hunde, die wir aktuell in unserem Projekt “ Start ins – neue – Leben“ resozialisieren.

Eure HA-Team

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Hundetausch – Fluch oder Segen?

Viele Tierheime haben „Ladenhüter“, versehen mit einem besonderen Stempel, beispielsweise „unverträglich“, „bissig“, „(zu) alt“, „dickköpfig“ …

Ist es denn wirklich so oder ist das nur der individuelle Eindruck aus einer ganz speziellen Erfahrung heraus?
Womöglich ists auch so und das „Klientel“, das immer und immer wieder genau in diesem Tierheim nach dem richtigen Hund sucht, sieht immer nur die selben Gesichter. Da ist er, der Bruno – schon 9, der Franz – naja, der mag ja keine Artgenossen, die Lilly – zickt etc. etc.

Manchmal nützt ein Tapetenwechsel.
Der Manni beispielsweise ist umgezogen und wird im neuen Tierheim mit ganz anderen Augen gesehen, hat sogar schon Interessenten, wo im vorherigen Tierheim kaum noch jemand an ihn heran wollte.
Oder Kira, sie kam als super schwierig in unser Projekt. Wir haben intensiv mit ihr trainiert und natürlich ist sie keine „Waisenknabin“, aber, jetzt im Tierheim Köln-Dellbrück wird mit ihr weiterhin völlig unvoreingenommen umgegangen und sie zeigt sich bei weitem nicht mehr so kompliziert, wie einst. Ihre Chancen auf Vermittlung sind massiv erhöht.

Es gibt Tierheime, die sind super gut im Vermitteln von alten Hunden, z.B. Tierheim Koblenz, andere sind für die gute Vermittlung von Rottis, Hundecampus Tierschutz Lübeck, bekannt – und so weiter …

Netzwerke wären hier optimal. Gerade hat ein uns „nahes“ Tierheim eine lang sitzende Huskyhündin an ein anderes Tierheim gegeben und, schwupps, war sie vermittelt.

Na, womöglich ists doch was dran am „zum Wohle des Hundes“ …

Wir sind gerne bereit von Tierheimen Infos entgegen zu nehmen, welchen Hundetypus sie gut vermitteln können, um so den Start ins neue Leben für unsere Vierbeiner zu erleichtern.
Bitte seht von Anfragen ab, ob wir einen xyz nehmen können, denn wenn wir könnten, dann hätten wir das schon längst gepostet .

In diesem Sinne …

Euer SinL-Team

Foto: Tierheim Köln-Dellbrück (Kira)

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Pssssst, schau mir in die Augen, schau mir in die Augen, gaaanz tief – Du bist ruhig und entspannt, jaaaaa, so iiiist guuhut, ganz tief …
Du suchst eine Aufgabe, jaaaaahaaa, gut soooo, eine groooße Herausforderung, denn Du weißt: einfach kann jeeeeeder.
Weiter sooooo, gaaaaanz ruuuuhig und entspannt …
Jaaaaa, Du möchtest einen Hund aus dem Tierheim adoptieren, jaaaaa, genau, vorzugsweise den weisen Boumi oder Bubbles, ja, immer ganz ruhig weiter atmen, oder Sparky oder Henry oder Ole oder Fiocco oder Kira oder Jack, Tobi, Mick, Chloe, Luna, Rocky, JoJo und – jaaaa, weiter eiiiiiinaaatmen, wie sie alle heißen.
Ruf uns an: 0190, ääääh, neeeee, 0171 4212969 – jaaaa, genau, deine Hand greift zum Hörer … Riiiiichtiiiiich, ja, jetzt die richtigen Tasten betätigen …

Genau so, guter Mensch, sehr guuuuhuuuter Mensch …

Boumi für alle SinL-Hunde und alle Hundekumpels, die auf einen eigenen Platz im Herzen warten

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S-ensationell
I-ndividuell
N-achhaltig
L-ehrreich

Auf Wunsch zahlreicher Tierheime bieten wir ab sofort einen viertägigen (halbe Tage) Schulterblick für Tierpfleger in „unserem“ Tierschutzverein Viernheim an.

Wer beruflich mit Hunden zu tun hat, wird auch um schwierige Hunde mit z.B. Aggressionsverhalten, nicht herum kommen. Es werden immer mehr.
Aber das Gute ist, dass es viele Trainingsmöglichkeiten gibt und in den meisten Fällen stellen sich durch entsprechendes Handling baldige Veränderungen und Erfolge ein – und vor allem erhöht sich die Lebensqualität der auf ein Zuhause wartenden Hunde.

Wir bieten bei unserem „Schulterblick“ ein intensives Hereinblicken in diese besondere Thematik des Verhaltenstrainings.

Du bist live dabei, wenn wir schwierige Hunde mittels Verhaltenstests einschätzen und/oder trainieren

Du kannst unterschiedliche Motivationslagen verschiedener Hunde beobachten und Dich hinein finden in deren Körpersprache und Ausdrucksverhalten

Und zu guter Letzt bist Du nicht nur dicht dabei, sondern auf Wunsch mitten drin und kannst unter Anleitung einbezogen werden (beispielsweise fühlen, wie es ist, sich einem aggressiven Hund in einer Begrüßungssituation zu nähern, selbst einen Hund führen u.ä.)

Die Kosten für vier halbe Tage, jeweils vormittags (in der Zeit von 10:00 Uhr bis ca. 13:00 / 13:30 Uhr) betragen 179,00 Euro für fest angestellte Tierheim-Mitarbeiter. Die Termine werden individuell vereinbart.

Anderweitig interessierte Personen dürfen selbstverständlich auch über die Schulter schauen, allerdings zu einem anderen Preis – diesen erhalten Sie auf Anfrage.

Euer SinL-Team

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Celine, Rehpinscher, 7 Jahre alt, weiblich, kastriert
… sucht neuen Wirkungskreis.
Sie wurde abgegeben, weil sie Besuch schnappte.

jaaaahaaaa, Verhalten entsteht. Hunde kommen nicht mit einer belegten Tastatur auf die Welt. Stempel: gut/böse.

Hunde haben gewisse Veranlagungen und die einen können (unser Verhalten/dass, was ihnen begegnet etc.) mehr oder besser kompensieren, die anderen nicht. Einige haben das Glück, bei Menschen „gelandet“ zu sein, die ganz gut „hündisch“ kommunizieren können, andere haben das Pech – wie unsere Celine – „stark“ geworden zu sein, zur Prinzessin gemacht worden zu sein, geliebt und verwöhnt worden zu sein, bis, ja, bis sie sich auch wie eine kleine Diva verhielt, die Spielregeln selber bestimmte. Nun ist sie abgeschoben, weil SIE böse ist. Nee, eben nicht, sie ist o.k. und hat einen Job durch ihre Menschen aufgedrückt bekommen, den sie hundemäßig super gewuppt hat, der sie aber auch überfordert hat.
Dr. Christiane Wergowski (Quandt) hat vor vielen, vielen Jahren mal sinngemäß gesagt: „Sie (die Hunde) sind so klasse – trotz uns Menschen“.

Gestern bekam ich einen SOS-Anruf: Dreijähriger Neufundländer beißt sich durch sein Frauchen und die Umgebung (Nachbarn).
Verhalten entsteht! Der ist (sicherlich) nicht plötzlich krank.
In diesem Alter (1,5/2/3) landen die meisten Hunde wegen Auffälligkeiten im Tierheim.

Letzte Woche hatte ich ein Welpenseminar für (angehende) Hundetrainer und interessierte Privatpersonen, weil häufig noch die Anfängerhundetrainer auf die Welpen los gelassen werden. Ein Irrtum? Ja, ein Irrtum, hier gehören die Erfahrensten hin.
Vier von zehn Welpen bis zur 14ten Woche zeigten (das ist nicht unüblich, sie suchen ihre Grenzen) in gewissen Bereichen aggressives Verhalten. Schön, dass diese Besitzer, die sich uns für das Seminar anvertrauten, bereit sind, etwas zu tun und lernen wollen, ihren Hund zu verstehen. Es gibt auch andere. In den letzten zwei Jahren wurden so viele Welpen wie noch nie in meiner Laufbahn – und die ist lang – wieder abgegeben.

Selbst in Afrika passiert ähnliches. Unser Fahrer erzählte uns zu Beginn unseres Urlaubs, wie toll sein Labrador mit der vierjährigen Tochter ist. Sie könne alles mit ihm machen …
Ich bat darum, mir das bitte nicht weiter zu erzählen, weil ich das für fahrlässig hielte.
4 Wochen später, als er uns wieder abholte, erzählte er, dass sein 2jähriger Stafford-Mischling nun wieder im Tierheim sei, er habe nach dem Kind gebissen.

Und ganz aktuell schrieb mir eine befreundete Hundetrainerin von einer Kundin, die einen Welpen hat, aber alles besser weiß. Ein Berner. Als er kam, war er sanft und super mit Hunden. Vier Wochen und viel Verwöhnaroma später, zerkaute er alles mögliche und zog an der Leine (wie gesagt, Leinenführigkeit war wohl nicht im Kaufpreis erhalten ). Nun, weitere vier Wochen und noch mehr Verwöhnaroma später und zudem Hundeschulenpause, weils alleine ja gut klappte, steht das Ehepaar kurz vor der Abgabe dieses „Biests“.

Jaja, so ist das. Und deshalb ist Celine im Tierschutzverein Viernheim, www.tierheim-viernheim.de und wartet, so häßlich sie sein kann (sie verspricht, auch sie achtet nicht auf Äußerlichkeiten), auf ein neues, kompetentes, sie liebendes, aber auch sie verstehendes Zuhause.

Eure Perdita fürs SinL-Team

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Time to say goodbye.

Sie ist uns ans Herz gewachsen, unsere Kira. Sie war einst ein Knaller, sie ist noch immer eine Rockerin, aber sie will lernen und braucht kompetente Unterstützung, bis sich die richtigen Menschen finden.
Kira zieht heute um ins Tierheim Köln-Dellbrück, wo sie von meinem guten Freund und hervorragenden Hundefachmann, Bernd Schinzel, bis zur endgültigen Vermittlung weiterhin hervorragend betreut wird.
Sie hätte nächsten Monat ihre Zeit hier um und ich hatte Bauchweh, sie zurück zu geben (Ihr wißt ja um mein Rückgabe-Problem). Allerdings können wir auch nicht alle schwierigen Hunde hier sammeln, denn es gibt ja noch andere Hunde, die „unsere“ Tierheime aufnehmen müssen und auch wollen.

Kira, wir werden Dich vermissen, aber Du bist ja nicht aus der Welt. Danke, Bernd, für Deine Freundschaft und dafür, dass Du mir dabei geholfen hast, aus dem Schreckenssumpf an besagtem Tage wieder heraus zu kommen. Danke, Tierheim Frankenberg fürs Loslassen. Danke an mein Team für Eure Liebe zu den Hunden!

Perdita fürs SinL-Team

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Wie muss Hund aussehen, damit er gesehen wird?
Sagts, wir verpacken sie Euch, kein Problem .
Natürlich heißt das noch lange nicht, dass Sie Euch dann auch auswählen würden.
Einen Hund interessiert nämlich Deine Optik nicht. Du kannst groß sein, dick, sogar ungewaschene Haare kannst Du haben. Du kannst in Deiner ollsten Klamotte rumlaufen und Dein Geld für den Friseur kannste Dir für „Hund“ sparen.
Er schaut in Deine Seele, er weiß, ob Du es ehrlich meinst oder nicht, er sieht Dich – ob Dus willst oder nicht. Hier kannste Dir Maske (und damit ist keine Karnevalsmaske gemeint) sparen. Du bist durchschaut. Er wertet nicht, sucht nicht in Deiner Vergangenheit, versucht Dich zu dekodieren und gibt sich redlich Mühe, Dich zu verstehen.
Mensch, schaut doch mal hinter die Kulissen. Er – alle hier im Projekt – beißt nicht, weil er böse ist. Er ist meist vom Menschen „kaputt gemacht“. Zu streng, misshandelt? Selten. Zu sehr verwöhnt? oft. Falsch verstanden? Oh ja.
Na klar, da gibt es auch noch Veranlagung/Genetik, aber die allein macht es nicht.
Am Ende „macht der Mensch den Hund“. Wir sind für unsere „Brut“ verantwortlich und haben Sorge für sie zu tragen, sie zu respektieren, Grenzen zu setzen, Wohlwollen auszulösen, sie zu schützen … Ganz einfach: sie zu verstehen.

Und dann ist es egal, ob der Hund klein, niedlich und plüschig oder schwarz und manchmal bissig ist.
Man kann aus „gut veranlagten“ Hunden auch einen werden lassen, der sein Futter verteidigt oder echte „Granaten“ unauffällig durchs Leben führen.

Am Ende ist es das andere Ende der Leine, das maßgeblich am Gelingen einer guten Mensch-Hund-Beziehung beteiligt ist.

Es grüßen unsere niedlichen schweren Jungs, die super Freunde sein können, wenn sie erst wieder vertrauen.

Euer SinL-Team

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Und noch jemand hat gut Lachen:
Henry!

Wieso? Naja, weil wir halt in unserem Projekt so ein bißl rum-losen (von Loser).

Fortbildungen für Tierpfleger: klappt, Wochen-Intensivtraining: super, Hunde resozialisieren: besser als erwartet. Monatshunde: 6, setzen!
Nee, nicht die Arbeit, das Zurückgeben ist irgendwie – sagen wir mal – noch mehr als ausbaufähig.

Was solls, Henry bleibt als Vermittlungshund bei uns im Tierschutzverein Viernheim.
So, jetzt seid Ihr dran. Lasst uns bloß nicht hängen, denn sonst müssen wir bald wegen Überfüllung schließen.
Henry sucht jetzt von Viernheim aus ein super Zuhause – Ihr wißt: nicht an Anfänger, aber zu ganz tollen und besonderen Menschen würden wir ihn schon vermitteln.

Und ab morgen denken wir darüber nach, wie wir etwas ändern. Was auch immer .

Danke, Tierheim Hildesheim, für Euer Vertrauen und fürs Loslassen. Henry freut sich (da sind wir uns sicher) über eine neue Chance und über Spaß mit seinen Hundekumpels.
Natürlich wird er bis zur Vermittlung von uns weiter trainiert!

Euer SinL – Team

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Die Sache mit der Unsicherheit

Immer und immer wieder sprechen uns Hundebesitzer und -trainer darauf an, dass der und der Hund unsicher sei.

In Bezug auf was ist doch die Frage.

Es gibt Hunde, die klettern ihrem eigenen Menschen auf den Schoß, sind mit anderen Hunden völlig gelassen und die Umwelt ist für sie ein großer Kinderspielplatz. Die Straßenbahn, ein Knall, das große Stofftier – alles absolut kein Problem.
Aber dann kommt da die Fremdperson und schon gruselt sich Hund.

Das geht auch anders herum: Ein Hund ist mit Menschen gelassen, egal ob der eigene oder fremde. Er lässt sich schmusen und streicheln. Optische und akustische Reize in jedweder Form sind o.k., aber dann sehen sie einen Artgenossen, ziehen die Rute ein und nehmen Reißaus. Manchmal sind es auch nur bestimmte Artgenossen, denn das Verhalten des Gegenübers spielt ja eine wesentliche Rolle.

Es kann auch der Heuballen mitten im Feld sein, der meinen Hund besorgt macht, das leise Pfeifen des Windes und Mensch und Hund sind Freund.

Ebenso kann er auch in optischen Belangen teilweise Unsicherheiten zeigen und zudem bei Mensch und/oder Hund.

Was wir hier sagen wollen, ist, dass es uns wichtig ist, genau hinzusehen und nicht pauschal einen Hund als unsicher abzustempeln.

Und einige Hunde, die in einem Bereich unsicher sind oder zu sein scheinen, sind im nächsten “stark”. Dann ist die Verwunderung noch größer. Ist er doch ne Bangebüx, wenn Menschen ihn direkt anfassen wollen, Menschenansammlungen hingegen scheinen ihn überhaupt nicht zu stören.

Oder: Er gruselt sich vor Menschen, die ihn berühren wollen, nähern sie sich aber einer seiner für ihn wichtigen Ressourcen, dann “marschiert er nach vorne” als gäbs kein Morgen.

Auch das ist alles nicht unnormal. Hier gehts um Prioritäten setzen. Dies alles ist natürlich sehr vereinfacht dargestellt, betrifft aber viele Hunde und Menschen.
Welcher Mensch würde freiwillig bei minus drei Grad im See schwimmen gehen? Nicht so viele, oder? Ist deren Hund oder Kind aber in “Seenot”, dann ändert sich bei den meisten das Verhalten und sie springen sogar mit voller Montur ins kalte Nass.

Sam präsentiert sich im übrigen vor seiner Bezugsperson, die ihn zwar sehr mag, aber ihm wenig bis keine Grenzen gesetzt hat bislang. Sam vertraut dieser Person dennoch bis zu einem gewissen Grat, fühlt sich allerdings dann zuständig, wenn fremde Personen auf “seinen” Menschen zukommen und “reitet eine Attacke”. Geht es um Futter, dann gibt es keine Freunde. Keine!
Optische und/oder akustische Reize sind für ihn nicht das Problem (jedenfalls nicht nach unserem derzeitigen Wissenstand, aber so etwas kristallierst sich auch manchmal erst später heraus).
Artgenossen, zumindest souveräne, sind für Sam absolut willkommen (auch hier schauen wir nach und nach mehr ins Detail, um ihn noch besser beschreiben zu können).

Das Thema “Unsicherheit” liegt uns sehr am Herzen, da wir offensichtlich pauschal viel weniger unsichere Hunde sehen, als viele andere. Und, wenn sie souverän und kompetent “geführt” werden, dem Menschen vertrauen, dann sind es noch weniger.

Habt eine gute Nacht, bis morgen,

Euer SinL-Team