Gesammeltes Gedankengut

Sie finden auf dieser Seite eine Textsammlung. Es handelt sich um Beiträge, welche ursprünglich auf unserer Facebook-Seite (Start ins – neue – Leben) erschienen sind, die es seit 2015 gibt. Texte, die uns am Herzen liegen und die wir Ihnen daher nicht vorenthalten möchten:


Foto: Debra Bardowicks

Sagt mal, was ist da draußen nur los. Die Ereignisse überschlagen sich …

Am Freitag wurde ich von einem, dem Frauchen aus der Hand gerutschten, Privathund gebissen (keine Kundin oder SinL-Hund oder so, wie man ja vermuten mag). Dann sind freilaufende Hunde in die beiden angeleinten Hunde einer lieben Kollegin gerast, ein freilaufender wurde verletzt. Dann hat sich ein freilaufender Hund auf die angeleinten Hunde meiner Freundin gestürzt und angegriffen. Dann ist ein Freilaufender in das „Rudel“ einer weiteren Freundin gerast. Ihre zig Hunde lagen ab, der Fremde beißt den mitgehenden Jundhund halbtot, bis einer ihrer (der Freundin) eingreifen darf, um noch Schlimmeres zu verhindern. Und so weiter. Das ist unglaublich.

Alle, inkl. mir, haben abgewehrt, um Schlimmeres zu vermeiden, aber das geht eben nur bedingt, weil nicht jeder Hund drauf reagiert, manche „kommen“ dann umso heftiger. Weils auch nicht jeder kann. Und manchmal sind die Umstände auch zu verzwickt.

Die Welt wird immer verrückter. Wegschicken ist eines – das muss man können. Die andere Seite ist Verantwortung für unsere Hunde zu übernehmen, aber wer ahnt schon, dass sein Hund aus dem Halsband schlüpft, die Leine reißt, die Stimme versagt?
Dann ist da noch der eigene Hund, der manchmal mit nach vorne geht, weil Besitzer schon geladen ist, weil ein Freilaufender auf ihn zukommt.
Man steckt einfach nicht drin. Dinge passieren. Blöd nur, wenn jemand nicht so gut abwehren kann, wie ich nach dem ersten Biss. Das hätte unschön enden können. Ich stelle mir vor, es wäre ein Kind gewesen … Und dann? Dann landen sie im Tierheim oder auf dem Tierarzttisch, wie Motte.

Weshalb ich das schreibe? Weil es genügend Hunde in Privathand gibt, die beißen, nicht nur Tierheimhunde! Auch Rassehunde, nicht nur Mischlinge.

Ich denke, es geht um gute Aufklärung da draußen. Nicht „ich lege für meinen die Hand ins Feuer“ und so. Sag niemals nie. Als ich nach dem Biss im Bett lag und Besuch von meiner besten Freundin, Sams, bekam, war ihr super Freund „Maru“ einer meiner Privathunde auch spannig ihr gegenüber. Das hat er noch nie getan , aber der Kontext hat sich verschoben …

Und: die Hunde sind eines. Die Menschen dahinter das andere. Mir wurde empfohlen, Schmerzensgeld rauszuholen und die Frau anzuzeigen. Menschen werden bespuckt, angezeigt, angeprangert, ge-shitstormt etc. Wow, das ist eine Richtung, die gruselig ist und nachdenklich macht.

Das alles besorgt mich, denn ich sehe in ein paar Jahren Gesetze, die uns Hundemenschen und vor allem unseren Hunden die Luft zum Atmen nimmt. Das stimmt mich traurig.

Passt gut auf Euch und Eure Lieben auf da draußen …

Eure Perdita fürs SinL-Team

31.10.2017


Moin zusammen,

aus gegebenem Anlass …

Für uns sind Hunde erst einmal Hunde. Wir sehen sie als Silhouette, als Scherenschnitt.
Dann machen wir eine „Bestandsaufnahme“. Hier sehen wir dann, dass ein großer Pasa sich oftmals wie ein Labrador verhält, als seinem Aussehen nach einem Kangal.
Das erspart viele Missverständnisse.
Natürlich gibt es auch Weimaraner, die sich wie Weimaraner {dem Rassestandard entsprechend} verhalten oder Mops wie Mops. Manchmal aber eben auch nicht.

Und deshalb nehmen wir uns die Freiheit, Dinge zu entscheiden, die hier zwar diskutiert werden können, aber es führt zu nichts.

Die beiden Weimaraner gehen ohne Papiere (der Vorbesitzer hat sie in der Aufregung noch nicht einmal gefunden, ist auch egal) und sie gehen womöglich getrennt, denn dieses Pärchen hats in sich. Und ehe wir einem die Chance verbauen, weil er auf den anderen warten muss, geht der eine.
Zumal: wer sagt, dass sie sich innig lieben? Ein Foto?

Was macht einen Rassehund besser als einen Mischling? Der Pfotenabdruck im Schnee?
Wir reden hier nicht über HD-Befunde (obwohl wir ohnehin so ziemlich alle röntgen) und Papiere.
Wir reden über Hunde, über Individuen, die nun einmal hier sind. Groß oder klein, hübsch oder h … hübsch. Wir reden über Charaktere, definitiv nicht über Rassen. Es geht um den Hund! Nicht um Sauenjagden, Ausstellungen, Pokale.
Und vielleicht, ganz viellicht machen wir auch mal ne Ausnahme und geben Papiere mit (denen, die sie nicht brauchen) 🙂.

Wir wollen nicht, dass in der Vergangenheit gewühlt wird, wenn es die Vorbesitzer/Vorgängertierheime nicht wollen. Deshalb taufen wir u.a. um. Manch Züchter/und Vorbesitzer möchte nicht mehr mit der Vergangenheit konfrontiert werden und das akzeptieren wir. Und manchmal wirds gewünscht, dann machen wir alles möglich, dass die Menschen zusammenkommen.

So ist das,

Euer SinL-Team

28.10.2017


Resozialisierung oder Hunde sind Hunde …

Das Stichwort Resozialisierung, kurz: Wiedereingliederung in die Gesellschaft, ist in aller Munde (wir nennen es ja auch so), wenn es um das Training schwieriger Hunde geht. Was machen wir da eigentlich?

Hunde, die gebissen haben, haben meist einen Stempel – den Stempel der Gefährlichkeit. Die Hunde werden allerdings nicht besser in ihrem Verhalten, wenn sie hauptsächlich weggesperrt werden und nur im Zwinger verbleiben müssen (meist in Einzelhaltung), weil sich keiner mehr an sie heranwagt, was leider immernoch sehr häufig geschieht. Und selbst, wenn sie eine Stunde am Tag ausgeführt werden und 23 Stunden eingesperrt sind, ist es sicher kein oder gerade ein! Hundeleben.

Uns liegt am Herzen, Vertrauen aufzubauen, ihnen einen Rahmen zu geben und sie zu vergesellschaften. Kopfmäßige und körperliche Auslastung spielt zudem eine große Rolle – und das Kennenlernen diverser „Reize“, damit wir bei Vermittlung viel über unsere Vierbeiner erzählen können.
Wir gehen klar und angstfrei, dennoch respektvoll, mit ihnen um, was viele Hunde hier einfacher erscheinen lässt, als sie sind, weil sie sich nun orientieren und jemanden haben, dem sie sich anschließen können und wollen.

Und jetzt kommt es, das ganz große ABER: Sie sind deshalb nicht „heil“. Manche Menschen denken, dass die Hunde mit Vorgeschichte, wenn sie bei uns gearbeitet wurden, niemals mehr beißen. Nein, so ist es nicht und daraus machen wir keinen Hehl.
Unsere Aufgabe ist es, ausgesprochen verantwortungsvolle Menschen zu finden, die sich an gewisse Regeln im Umgang mit dem jeweiligen Hund halten. Und die sich vor allem nicht am Maulkorb stören, sondern ihn wie besprochen einsetzen. Die Devise lautet: Lieber einmal mehr aufziehen, als zu schnell nachlässig werden. Denn das ist die große Frage: Weiß man wirklich WIRKLICH, in welchen Situationen es ohne geht?
Das Projekt funktioniert nur, solange die neuen Besitzer mitziehen. Sollte etwas passieren, dann liegt es ja bekanntlich meist an der Nachlässigkeit bzw. Unachtsamkeit von uns Menschen.
Uns wird komisch, wenn wir Bilder sehen von vermittelten Hunden, die in der Vergangenheit massiv verletzt haben und genau in der gleichen Situation maulkorbfrei mit dem Zusatz „endlich oben ohne“ vom Besuch geknutscht werden. Wenn es gut geht, ists prima. Wenn nicht, dann wurde der gerettete Seestern direkt nach dem Zurückwerfen von einem Raubfisch gefressen. Dann ist das Gejammer groß, der Hund muss, wie einst Bubbles, zurück. Davor haben wir Sorge.

Ein dickes Lob an diejenigen, welche einen schwierigen Hund übernommen haben und ihn abgesichert durchs Leben führen. Für mehr Lebensqualität der Hunde, aber natürlich mit Rücksichtnahme in Hinblick auf das Umfeld.

Euer SinL-Team

26.10.2017


„Steh auf, steh endlich auf“ singt Marius Müller-Westernhagen …

Ja, und heute reichts! Wir sind keine Weicheier, wahrlich nicht, wir sind nicht „frei von Schuld“ und lernen täglich dazu.

Wir lieben (unsere) Hunde/Tiere und wir respektieren sie und mir reißt gerade der Geduldsfaden. 

Wir bekommen Hunde, die eingeschläfert werden sollen (auf dem Bild im übrigen unsere Motte), weil man mit seinem Latein am Ende ist (nach 4 Jahren).
Tierheime sprechen von Euthanasie, weil er AUCH beißen kann – neben allen anderen positiven Eigenschaften (und nein, man kann und muss nicht alles „retten“). Der, von dem wir jetzt sprechen, steht auf der „Abschußliste“. Wir sind voll und können grad nicht noch mehr helfen, denn Tierschutz geht nur solange gut, solange man selber noch halbwegs klar denken kann .
Wir bekommen Hunde im desolaten Zustand gebracht – wo bleiben die Ämter, die Kontrolle?
Da draußen gibt es Vereine, deren Hunde Hunde totbeißen, die Hunde in dunklen Schuppen leben und das Vetamt wimmelt ab, sieht keinen Handlungsbedarf.
Viele wissen es, keiner sagt und tut etwas. Ist auch nicht ganz ungefährlich, solange man keine Beweise hat. Und Gerüchte durch Hörensagen entstehen und verbreiten sich schnell.

Und das Schlimmste heute, was meine Nerven massiv strapaziert hat: Ich bekomme ein Video zugespielt von einem Hundetrainer, der einen Hund runkt, zuckt, gängelt, mürbe macht, so dass ich nach 30 Sekunden aufgehört habe zu schauen. Was ist da nur los?

Sagt mal, wo bleibt der Hund? Die Menschen rennen zu Seminaren und applaudieren und machen nach – wie die Lemminge …
Wird auch mal Infrage gestellt und reflektiert?

Ich für meinen Teil – und ich bin mir sicher, mein komplettes Team ist mit im Boot – werde marschieren. Vom Stillhalten werden die Zustände für Hunde (und andere Tiere) nicht besser.

Wenn man etwas sieht, was einem missfällt (natürlich kein Pillepalle, sondern tierschutzwidrige Dinge (und dazu gehört nicht Geschirr statt Halsband  ), dann kann man das ja direkt/persönlich ansprechen. Somit verliert das Gegenüber nicht sein Gesicht und es hat die Möglichkeit, zu erklären. Stößt man auf Granit, dann wird das zuständige Vetamt informiert. Bewegt sich das nicht, dann wir foto- und videografiert. Handeln die nicht, bleibe ich dran. Zum Wohle der Tiere. Und das wird ab sofort geschehen … Denn mir reichts …

Bissl angedellert heute und sprachlos darüber, was unter dem Deckmantel Tierschutz (und dazu zählen auch Hundetrainer) so abgeht. Wow …

Eure Perdita fürs SinL-Team

21.10.2017


Foto: Debra Bardowicks

Gehts denn noch um Hunde?

Was ist eigentlich da draußen los? Hier werden Methoden geklöppelt, was das Zeug hält, mit Copyrights versehen, dann gestritten, weil irgendjemand das Rad ganz neu erfunden hat, das nun kopiert wurde (jaaa, ich mags auch nicht so recht, stimmt – zumindest, wenn mein geistiges Eigentum Wort für Wort in Kollegenausschreibungen wiederzufinden ist). Aber am Ende des Tages sollte Mensch sich doch mal wieder darauf besinnen, worum es geht oder?
Es wird über Begrifflichkeiten und Hormone diskutiert bis zum Gehtnichtmehr. Der Otto-Normal-Verbraucher darf nicht mehr das Wort Rudel benutzen, wenn er seine eigenen Hunde meint, ohne direkt belehrt zu werden. Was ist nur los?

Wir haben Theoriegötter, vor denen man vor Erfurcht erstarren könnte. Wo bleibt der Praktiker?

Es geht um den Kuchen. Wer oder was der Kuchen ist? Hundebesitzer und Seminarteilnehmer glaub ich.
Da werden Kollegen schlecht gemacht was das Zeug hält. Ja, auch ich habe meine Vorlieben, ist doch klar (aber niemand wird mich jemals öffentlich über Kollegen schlecht reden hören). Nämlich jene, die fair zu Mensch und Tier sind. Jene, die sich reflektieren und sich nicht für den Nabel der Welt halten. Jene, die den Unerfahreneren helfen, wenn sie mal Unterstützung brauchen und sie nicht kleinhalten, weil sie mal Konkurrenz werden könnten.

Es geht um Hunde, um Hunde und nochmals um Hunde, nicht um größer, schneller, weiter, wahrlich nicht.

Jeder möchte am Ende des Tages Butter (oder meinetwegen auch veganen Aufstrich) aufs Brot, das ist völlig verständlich. Allerdings fände ich es super schön, wenn die Kirche im Dorf gelassen werden würde, denn das Hauen und Stechen da draußen macht doch keinen Sinn.
Das geht ja schon soweit, dass wirklich lebensbedrohliche Situationen aufgrund von Ressentiments nicht an einen kompetenten Kollegen verwiesen werden, weil einem die Nase nicht passt. Unglaublich. Echt.

Jetzt kann ich mir womöglich leisten, großzügig zu sein, denn ich habe Butter auf dem Brot und das kann den Blickwinkel verändern, ich weiß.

Da werden Hundebesitzern schlechte Beziehungen zu ihren Vierbeinern attestiert, dass es sie in die Knie zwingt,
da werden Hundetraineranwärter beschimpft, wie unfähig sie sind,
da werden Kollegen an den Pranger gestellt etc.
Worte können Waffen sein – und es tut so weh, wenn man betroffen ist (nein, ich bins aktuell nicht, bekomms aber mit).

Aufgrund von was wird das gemacht? Sind wir alle immer klug? Machen wir nie Fehler? Führen nicht doch einige Wege nach Rom? Wer bestimmt das Maß der Dinge?

Unsere Hunde haben es doch verdient, dass wir ihnen zur Seite stehen, sie schützen, versorgen, mit ihnen Spaß haben und sie nicht als Arbeitsgerät, als Pokaleinheimser, als Sportgerät und Profilneurosenausmerzer benutzen.
Sie sind ein Teil unseres Lebens, ihretwegen gibt es Trainer, die ganz bestimmt ihr Bestes geben. Manchmal gehts auch schief, weil wir Menschen sind und Fehler machen. Gibt es ein Richtig und ein Falsch in diesem „Job“?

Für uns gibt es ein „für den Hund“ und das gilt. Sie sollen es so gut wie möglich haben und wenn es noch zig Start ins neue Leben-Projekte gibt (die sich anders nennen dürfen) und noch mehr Hundetrainer dann kann ich nur sagen: Herzlich Willkommen, denn von denen, die es gerne machen, mit Herz machen, es für den Hund machen, kann es nie genug geben.

Ich wünsche Euch allen eine ganz tolle und besondere Zeit mit Euren Hunden, Euren Kunden, als Kunde …

Eure Perdita fürs SinL-Team

Hier sind Marwin, vorne, Balou links, Hilda – zieht nächste Woche zu ihrem neuen Frauchen – und Ole.
Wir alle wurden fotografiert von Debra Bardowicks – Animal Photography – danke dafür

19.09.2017


Foto: Sabine Stuewer

Wisst Ihr, was unser Dilemma ist?

Da kommen Menschen auf einen Hund zu, beugen sich runter, knuddeln ihn.
Da kommen Interessenten und wollen gleich mal probieren, ob Hund auch Sitz, Platz und Fuß kann.
Da kommen Interessenten und das erste, was sie tun, ist Futter reinstopfen.
Da wird ein Hund im Tierheim abgegeben und das erste, was Mensch tut, ist wieder knuddeln und streicheln und womöglich noch frisieren.
Da kommt der Welpe ins Haus und als erstes wird ihm gezeigt, wo Futter und Wasser steht, was alles sein Reich ist, BIS er es als sein Reich ansieht. Ja, dann landet er womöglich mit zwei Jahren wieder bei Dilemma Tierheim.
Da kommt der Besucher, der seine Finger distanzlos durch die Gitter steckt …
Da hat man nun endlich einen Hund aus dem Tierheim übernommen, bekommt gesagt und unterschreibt, dass der Hund aggressives Verhalten zeigen kann und in Situation a) und b) Maulkorb zu tragen hat. Und dann weiß Mensch es besser, nimmt den Maulkorb ab, weil sein Hund ja jetzt sein Freund ist. Und dann passierts. Genau aus diesem Grund landen so viele Hunde bei uns: Grenzunterschreitung und Hochmut (oder Unwissenheit) durch den Menschen! Weshalb nur? Muss ich mich am dritten Tag gleich auf dem Boden mit ihm rollen? Muss er gleich mit in die Stadt geschleppt werden, wo nach drei Jahren Tierheim ein wenig Ruhe gut täte? Muss er gleich ohne Leine in den Hundepark?
Was machen wir nur mit unserem tollen Gefährten Hund?

Gerade ist ein von einem befreundeten Tierheim vermittelter Hund (bei seinem neuen Besitzer) eingeschläfert worden. Es war bekannt, dass er „Baustellen“ hat. Es war bekannt, dass Hunde erst einmal checken, ehe sie nach einer geraumen Einlebzeit, „die Katze aus dem Sack“ lassen. Es war zugesagt, dass er draußen nur mit Maulkorb geht etc.
Und dennoch lief er ohne und dennoch wurde bei Besuch nach ein paar Begegnungen der Maulkorb abgemacht und dennoch wurde er in seinem Körbchen (ein Ressourcen bewußter Hund) aufgesucht und geknuddelt. BIS es zu ein, zwei Zwischenfällen kam (gottseidank mit Maulkorb).
Nun ist er tot (bitte keine Diskussionen!)
Wessen Verantwortung ist das, wenn Hunde nach Vermittlung beißen?

Wir reißen uns sechs Beine aus, sagen alles, was wir über unsere Schützlinge wissen, vermitteln nur an ganz spezielle Menschen (und auch da floß schon mal Blut). An dieser Stelle senden wir ein herzliches Dankeschön an unsere 16 kompetenten Menschen für unsere 18 vermittelten Hunde. Ihr macht einfach Mut dranzubleiben. Denn es gibt sie, jene, die hinhören und pro Hund denken. Ihn erziehen, ihm Strukturen geben, ihn als zu respektierendes Gegenüber – und nicht als Plüschtierersatz – sehen, ihn lieben und wissen, wie man ein schönes WIR-Gefühl herstellen kann. Danke!

Wir können doch nicht jeden „über die Klippe springen“ lassen, weil der Mensch dahinter nicht zuhört. Man man, einfach ist wahrlich anders.
Glücklicherweise gibt es einige Menschen, die sich der Verantwortung bewußt sind, wenn sie einen Hund (mit Nebenwirkungen) übernehmen und damit unsere Arbeit, die wir im übrigen sehr lieben, unterstützen und noch liebenswerter machen.

Unser Wunsch für heute ist, dass alle Menschen nach den Bedürfnissen ihrer Hunde sehen.

Hier ist Chica. Sie ist 2013 geboren, kastriert, ist sehr rüdenhaft und kann schwierig, aber eben auch freundlich. Hier gibts Infos zu der Madame … http://presenter.comedius.de/design/tsv_viernheim_standard_10001.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=3&f_aktueller_ds=78120&f_aktueller_ds_select=24&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht.

All unsere Hunde freuen sich natürlich auch über Paten .

Euer SinL-Team

17.09.2017


Foto-Sabine Stuewer

Die Sache mit den rassespezifischen Besonderheiten …

Alle Hütis hüten, alle Malis drehen hohl, alle Retriever retrieven und alle Boxer …
Alle Terrier(mixe) jagen und Zitronenfalter falten Zitronen, nicht wahr?

Natürlich darf man Genetik nicht außer Acht lassen, dennoch muss man doch das einzelne Individuum betrachten: Tobi, „unser“ Golden konnte ausgesprochen bissig sein und kann immernoch kraftvoll zubeißen. Makulu, ehemals Astor (hier auf dem Bild und jetzt bei Silke), ein Terriermix, ist zwar speziell in Sachen Ressource und Selbstschutz, jagt aber nicht. 

Verallgemeinerungen machen es nicht immer leicht, weshalb mittlerweile auch immer mehr Rassehunde in Tierheimen landen.

Wir kennen Malis, die entspannt sind, Dackel, die einen hervorragenden „Will to please“ haben, wasserscheue Labbis und so weiter und so fort.

Am Ende hat der jeweilige Besitzer auch immensen Einfluß auf das, was ein Hund an Verhalten zeigt. Natürlich ändert niemand den Charakter – es geht immer und immer wieder um Strukturen und Vertrauen, ums an den Hund und an sich selber glauben.

Es geht darum, sie mit dem Herzen zu betrachten und nicht um Äußerlichkeiten oder RasseZugehörigkeit. Unser Pasa ist weit weg von einem Herdenschutzhund, Purzel keine Gelbbacke, wie sie im Buche steht, Idefix kein typischer Schäferhund und so weiter und so fort.

Das macht es bunt und ist immer für Überraschungen gut und zudem lässt es uns alle nie fertig werden mit Wissen und Dazulernen.

In diesem Sinne,

Euer SinL-Team

27.08.2017


Foto: A. Nordmann

Heute wollen wir mal eine Lanze für Tierheime und Tierschutzvereine allgemein brechen. Was wird tagein/tagaus für eine tolle Arbeit geleistet! Tierheimmitarbeiter und Tierpfleger sind meist weit über die eigentliche Arbeitszeit hinaus und mit Leib und Seele im Einsatz.
Schade finden wir, wenn beanstandet wird, dass Mails nicht umgehend beantwortet werden – das liegt wahrscheinlich daran, dass die Mitarbeiter eine Mütze voll zu tun haben und den ganzen lieben langen Tag am Herumrennen sind. Oder geschimpft wird, dass die Gassigeh-Zeiten nicht passen – abends um 18 Uhr wäre super. Nach der Arbeit. Da haben dann aber auch die Mitarbeiter irgendwann einmal ihren wohl verdienten Feierabend.
Bedauerlich finden wir außerdem (und das wird uns immer wieder einmal zugetragen), wenn von außen kommentiert wird, was Tierheime anders machen sollten und dabei evtl. noch auf unser Projekt verwiesen wird. „Macht das doch so oder so wie bei „Start ins – neue – Leben“.
Wir freuen uns zwar über einen Austausch und geben Erfahrungen gern weiter – aber das Projekt soll ganz sicher kein grundsätzlicher Maßstab sein und kann nicht als Vergleich herangezogen werden. Wir haben zusätzliche Manpower, welche extra für die schwierigen Kandidaten vor Ort ist. Das darf nicht vergessen werden. Wir sind dankbar, dass wir dieses Ziel erreichen konnten, aber es ist klar, dass die Tierheime in der Regel nicht solche Möglichkeiten haben.
Zudem hat unser Weg, den wir gehen, ganz sicher keine alleinige Daseinsberechtigung, sondern es gibt zahlreiche Wege, welche ebenso gut sind. Und es gibt genug langjährige Tierheimmitarbeiter, welche mit ihrem großen Erfahrungsschatz einen tollen Job machen und von deren Ideen man nur profitieren kann.
Das musste mal gesagt werden!

Euer SinL-Team

17.07.2017


Foto: Sabine Stuewer

Heute morgen bekommt Sebastian das Wort.

Der Rottweiler findet, wir Menschen machen es Hunden oft nicht so ganz einfach… Lest selbst:

„Sind wir jung, so finden uns Menschen hauptsächlich „niedlich“. Auf der Straße bleiben die Nachbarn stehen und sagen: ´Oh, ist der süß! Er darf ruhig hochspringen, lassen Sie ihn ruhig, das macht mir nichts aus…´
Wir bekommen viele, viele Streicheleinheiten und Spielzeug, können herumtoben und Quatsch machen.
Je älter wir werden, umso mehr stört es plötzlich, wenn wir z.B. an der Leine ziehen – dabei gehen wir schon als 4-5 Monate alte Knöpfe unserer eigener Wege. „Unsere“ Menschen bleiben stehen, wenn wir anhalten und schnüffeln und laufen weiter, wenn wir gehen.
Mit dem Erwachsenwerden trauen wir uns mehr. Manche von uns verbellen Spaziergänger und Hunde hinter dem Gartenzaun. Wir fühlen uns stark, richtig stark! Das Gegenüber kann uns nichts, da eine Barriere dazwischen ist. Und wir vertreiben JEDEN – alle gehen weiter.
Das ist für viele Hundehalter ok, Hunde dürfen schließlich auch mal bellen. Allerdings finden diese es plötzlich nicht mehr so witzig, wenn wir beim Spazieren gehen andere Hunde anpöbeln und uns in die Leine werfen. Dabei pöbeln wir doch auch zu Hause – und das erfolgreich.
Menschen achten oft nicht besonders genau darauf, was wir machen und mit kleinen Botschaften transportieren. Ich zum Beispiel habe mich in meinem früheren Leben häufig quer vor Menschen gestellt und sie damit vereinnahmt und abgeschirmt.
Aber erst, als sich kein anderer Mensch und Hund mehr annähern durfte und ich meinte, meine Position deutlich behaupten zu müssen, da wurden die Menschen ärgerlich.

Letztendlich musste ich von meinem ersten zu Hause weg, weil meine Menschen mich in vielerlei Hinsicht nicht mehr im Griff hatten. Ich war gefährlich für Mensch und Hund geworden.
Es geht, aber es ist sehr schwer für uns, gefestigte Muster abzulegen. Einfacher ist es, wenn bestimmte Verhaltensweisen gar nicht erst entstehen. Deshalb habe ich eine Bitte: Schaut genau hin, wie wir „gestrickt“ sind.
Für einen territorialen Hund, der sich (allein) im Garten und häufig im Eingangsbereich der Wohnung aufhalten darf, ist es nur logisch, dass er Besucher nicht rein lassen möchte. Er wacht die ganze Zeit schon, nicht erst, wenn es an der Tür klingelt und der Hund aus dem Häuschen ist.
Es ist unfair, einen Hund, der im Restaurant quer vorm Tisch liegt, dann zu maßregeln, wenn er die sich nähernde Bedienung angehen möchte. Dann gehört er definitiv nicht nach vorne. Das sind Beispiele und die Liste ließe sich endlos erweitern.

Liebe Menschen, eine Bitte an euch: Seht genau hin, was wir machen und tun. Je mehr Ihr über uns und unser Verhalten wisst, desto besser könnt Ihr uns durchs Leben führen. Damit wird es umso entspannter für Euch und für uns .

Danke fürs Zuhören.

Euer Sebastian

Link zu meinem Profil auf der Seite vom Tierheim Viernheim:
http://presenter.comedius.de/design/tsv_viernheim_standard_10001.php?f_mandant=tsv_viernheim_67sad7atgd72&f_bereich=Hund&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=2&f_aktueller_ds=80245&f_aktueller_ds_select=18&f_e_suche&f_funktion=Detailansicht

30.06.2017


Guten Morgen,

manchmal hört man Menschen sagen: Bei mir geht der Hund XYZ (irgendeiner, das ist nicht speziell auf Marley hier im Bild gemünzt) nicht nach vorne, bei mir beißt er nicht.

Wie kann das sein?

Wenn man sich mit dem Hund arrangiert, kann es tatsächlich sein, dass das Aggressionspotential des Hundes nicht zum Vorschein kommt. Der Mensch will freundlich sein, der Hund weiß, dass er, wenn es hart auf hart kommt, zufrieden gelassen wird. So gestaltet sich in diesen Fällen bei genauerer Betrachtung das Miteinander meist im Sinne eines: „Tu du mir nichts, tu ich dir nichts“.
Zumindest so lange, bis man wirklich wirklich etwas will, zum Beispiel Pfoten genau untersuchen, weil der Hund humpelt oder zu Boden gefallene Leckerli aufheben, welche der Hund inzwischen jedoch schon längst für sich in Anspruch nimmt. Dann wird es spannend…

Ihr erinnert Euch an den Rüden Marley, der insbesondere beim Anfassen so explosiv sein kann? Wir üben fleißig weiter, zum Beispiel Pfoten abtrocknen, und Marley übt sich im Aushalten. Mal gelingt das besser, mal ist sein Nervenkostüm schwächer und er kann solche Situationen schwerer hinnehmen. Tendentiell geht es bergauf.

Euer SinL-Team

21.06.2017


Foto: Angelika Nordmann

Maulkorbgewöhnung

Ab und an werden wir gefragt, wie wir unseren „Spezial-Kandidaten“, welche hohes Aggressionspotential an den Tag legen, Maulkörbe aufziehen können. Hier im Bild seht Ihr Frau Zimt, welche mittels Wurst an den Maulkorb gewöhnt wird. Leberwurst kann man schön vorne rein schmieren, so dass der Hund etwas zum Auslecken hat. Anfangs bleibt der Maulkorb-Verschluss offen. Der Hund steckt die Schnauze rein und das war es schon. Wenn das gut klappt, wird späterhin das Band hinter den Ohren verschlossen.
Bei Frau Zimt ist die Gewöhung notwendig, da eine Blutuntersuchung ansteht und sie sich zwar grundsätzlich anfassen lässt, beim Tierarzt aber ausflippt und um sich schnappt. Ebenso unangenehm empfindet sie es, wenn ein Maulkorb einfach so angezogen werden soll. Da ist also dieser Weg der Maulkorb-Gewöhnung mittels Futter der ideale.
Allerdings haben wir einige Kandidaten, bei denen diese Aktion schief gehen würde, weil sie z.B. futteraggressiv sind.
Wenn Trainingshunde neu bei uns einziehen, dann hat in einigen Fällen vorher eine vertraute Person den Maulkorb aufgesetzt, der dann ein paar Tage drauf bleibt, bis wir den Hund kennen gelernt haben und er uns.
In wieder anderen Fällen wird ein Hund, an den keiner heran kommt, mittels Blasrohr narkotisiert und dann der Maulkorb aufgesetzt. Das musste bei unseren Hunden bislang allerdings nur 2x gemacht werden.
Der Maulkorb sollte so sitzen, dass der Hund ihn nicht abstreifen kann. Und andererseits so, dass er hecheln, saufen und fressen kann. Teilweise ist der Maulkorb anfangs ein paar Tage drauf. Wir üben dann u.a. einen zweiten größeren Maulkorb darüber zu ziehen, damit das Aufsetzen auch klappt, wenn der erste abgezogen wird. Denn letztendlich sollten die Hunde ihn natürlich nur zeitweise tragen. Wenn der Maulkorb längere Zeit drauf bleibt, sollte der jeweilige Hund im Blick behalten werden. Bei einem Hundetrainer-Kollegen wäre es beinahe passiert, dass ein Hund am Erbrochenen erstickt wäre…

Euer SinL-Team

20.06.2017


Frau Zimt

… ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir die Vergangenheit ruhen lassen sollten.
Ja, die Hündin kommt aus der Tötung. Ja, sie hat zeitweise nichts zu fressen und zu trinken bekommen. Ja, die Vergangenheit gehört mit zum Leben und beeinflusst die Entwicklung eines Individuums.

Wenn Ihr Frau Zimt hier erlebt, dann ist allerdings herzlich wenig von dem zu merken, was für uns oft so dramatisch klingt und natürlich ernst zu nehmend ist.
Frau Zimt ist eine Persönlichkeit. Sie kennt das Leben und weiß wie der Hase läuft. Eine alte Seele, die viel zu erzählen hat. Man muss schon klug sein, um mit ihr zu leben, denn einfach kann jeder und sie braucht ein intelligentes Gegenüber, mit dem sie sich messen kann, und niemanden, der mit Mitleid kommt und sie mit Liebe überschütten möchte. Im Umgang mit den anderen Hunden spielt sie Fräulein Rottenmeier und gibt die Regeln vor. Sie weiß, was sie will oder nicht.
Was sie will, das ist ernst genommen werden – nicht mehr und nicht weniger. Die vierbeinigen Kumpels aus der Tagesgruppe tun das.

In der Hinsicht können wir mal wieder Einiges von Hunden lernen.

Euer SinL-Team

18.06.2017


Eins drunter bleiben

Was passiert, wenn wir im Umgang mit Hunden bei der Einwirkung immer eins drunter bleiben, statt „an die Naht zu gehen?“ Richtig, die Hunde werden härter und härter, weil sie irgendwann wissen, dass wir eher androhen, statt ernst zu machen.

Der, der oftmals einen drunter bleibt, lässt die Hunde außerdem klüger werden, ihre Grenzen weiter stecken und ausloten. Nein, wir rechtfertigen nicht allgemein Härte, aber lieber zweimal mit ner 8 (auf einer Skala von 0-10) einwirken (wenns ein „7er“ Hund ist) und dann hat er mit der daraus resultierenden 16 gelernt, was der, der ständig eine 3 bekommt in 100 Jahren nicht lernt. Vor allem ist in der Summe der vermeintlich Nette, der „Wattebausch-Werfer“ mit 10 Einwirkungen auf Stufe 3 zig mal härter.
Ebenfalls „nervt“ diese Menge der Einwirkung verständlicherweise oft den dadurch „gegängelten“ Hund, denn auch 3er sind Einwirkungen.

Wir haben hier Hunde, die direkt angreifen, wenn sie eine Schwachstelle finden. Sie kommen teilweise scheinbar! aus dem Nichts angeflogen. Hunde haben unglaublich feine Antennen und checken schnell, wer schwach ist. Da sind sie uns mal wieder voraus. Wenn wir bei diesen Kandidaten zögerlich sind, dann kann das ungut ausgehen.

Nun kommt eventuell als Nächstes die Frage auf, was wir als Einwirkung meinen und einsetzen: Das ist vor allem unsere Körpersprache, die z.B. Druck machen oder weich werden kann.
Probates Mittel sind auch körpersprachliche Einschränkungen durch Weg abschneiden bzw. in den Weg stellen (s. Foto: Bubbles, der Huskymix, gegenüber Marley).

Das Ergebnis sollte sein: Ein vorrangig positiver und wohlwollender Umgang und nur situativ konkrete Einwirkung und Setzen von Grenzen.

Euer SinL-Team

16.06.2017

Foto: Perdita Lübbe-Scheuermann

Sie können beißen wie hulle. Gerade Marwin und seine SinL-Kumpels.

Bei oberflächlicher Betrachtung könnten wir uns auf diese Tatsache konzentrieren und die Hunde darauf reduzieren.

Was ist mit unseren Privathunden? Wieviel meckern wir über sie? 
Manchmal wundern wir uns, denn wenn man Hundehalter reden hört, könnte man meinen, dass es im Grunde genommen nur anstrengend mit ihren Vierbeinern ist:
Frisst vom Boden, kommt nicht schnell oder zuverlässig genug auf Rückrufkommando – wenn überhaupt. Liegt im Weg, ist zu langsam, macht sich dreckig, hat Zecken, schüttelt sich nach Regen im Wohnzimmer und so weiter.
Echt jetzt?
Wir schaffen sie uns an, um Freude zu haben und dann klagen wir? Wo bleiben die fröhlichen Gesichter eines Hunde“halters“? Selbst Welpenbesitzer sind, wenn nicht gerade völlig verliebt, teilweise sehr angestrengt.

Manchmal fragen wir uns: Weshalb haben manche Menschen Hunde, wenn das so viel Negatives mit sich zu bringen scheint? Vor allem: Ist es wirklich so, dass die Schwierigkeiten dermaßen überwiegen?

Schnell ändert sich meist die Einstellung bei dieser Überlegung: Stellt euch vor, er oder sie wäre nicht mehr da. Dann würden wir uns über jedes einzelne Haar freuen in dieser fiesen Zeit des Haarens. Dann würden wir uns auch über ein Bellen nicht mehr aufregen, wenns klingelt.

Fazit: Lasst uns die schönen Seiten betrachten!
Im Umgang wird vieles angenehmer, wenn wir unsere Einstellung ändern. Der Hund ist nämlich nicht alleine verantwortlich. Nein, im Grunde genommen macht der Mensch den Hund .

Übirgens sind auch diese Überlegungen mal wieder nicht pauschal gemeint und betreffen einen Teil der Hundehalter, aber natürlich nicht alle.

Euer SinL-Team, welches Euch heute ganz besonders viel schöne Erlebnisse mit Euren Hunden wünscht.

15.06.2017


Inwieweit darf ein Hund gehalten werden, wenn er das nicht möchte?

An einige Hunde trauen Menschen sich nicht so recht heran, ganz gleich ob Privathund oder ein Hund, der ein neues Zuhause sucht. Das können Hunde sein, die geschnappt/gebissen haben, wenn etwas gemacht werden sollte, was dem Hund nicht genehm war, z.B. Pfoten abtrocknen.
Wird ab dem Zeitpunkt „rumgeeiert“, mal ein wenig probiert und versucht, so irritiert das unsere Vierbeiner mehr, als wir denken. Schnell misstraut jeder dem anderen.
Die Idee von Menschen dabei ist meist, dass Menschen es sich nicht verscherzen und gemocht werden wollen. Dabei ist das Ende vom Lied, dass der Umgang dadurch meist schwieriger und verkrampfter wird.

Wie ist es, wenn man ständig/regelmäßig/häufig in homöopathischen Dosen auf einen Hund „einwirkt“? Nehmen wir Hunde wie Timm, Anton, Marley, die nur vereinzelt Menschen an sich heran lassen – wie soll das weiterführende Training in Kleinstschritten aussehen? Meist haben die Hunde, die bei uns landen, immer wieder Situationen erlebt, in denen Menschen vor ihnen zurück wichen. Irgendwann traute sich keiner/ kaum einer mehr oder nur bedingt einer an sie heran. Diesen Teufelskreislauf wollen wir durchbrechen und so gehen wir auch an die unangenehmen Situationen dran, weil rumwabern unserer Erfahrung nach wenig bringt. Früher oder später kann es vor allem zu Unfällen führen, wenn sich der Hund beim Gassi gehen beispielsweise in der Leine verheddert und der Ausführer unbedarft hingreift, um die Läufe zu befreien.
Zumal die SinL-Hunde allesamt auf ein Zuhause warten und wer will schon einen Hund übernehmen, den man nur zu dessen Bedingungen anfassen darf?

Die Frage ist ja auch, ob man damit tatsächlich netter wäre? Kein „Zwang“, aber stattdessen geliebt werden? Nein, so funktioniert das mit diesen Kandidaten bestimmt nicht, denn sie haben eine Mauer um sich gezogen und da heißt es, intensiv dran zu gehen, um diese zu überwinden und zusammen auch schwierige Hürden zu nehmen. Damit ist gemeint, auch einmal über den Punkt hinweg zu gehen, an dem ein Hund ein: „Bis hierhin und nicht weiter“ signalisiert.
Aus „Lalapanzie“ kann ein wohlwollendes in den Arm nehmen werden. Das Bild mit Perdita und Makulu (ehemals Astor) zeigt das anschaulich. Makulu, einer der ersten beiden SinL-Hunde, hätte zu Beginn im Leben nicht so viel anfassen gestattet, wie hier zu sehen, hätten wir ihn nicht auch einmal davon überzeugt, dass Nähe mal sein muss und letztendlich gar nichts Dramatisches passiert bzw. sogar schön sein kann .

Euer SinL-Team

14.06.2017

Wo man geht und steht: unsichere Hunde!

Ist das so? Unsicher? Ängstlich? Angsthund – das Unwort des Jahres 2017.

Nun müsste man definieren, aber darum geht es hier gar nicht. Es geht mal wieder ums Pauschalisieren.
Meist bleiben verschiedene Fragestellungen völlig außen vor:
In Bezug auf was genau ist der unsichere Hund unsicher? In Bezug auf Menschen, Hunde, optische/akustische Reize? Situativ? Er läuft doch sicher nicht per se unsicher durchs Leben.
Klar gibt es den Hund mit mehr oder wenig Urvertrauen, aber auch der mit weniger ist manchmal, in einigen Situationen, stabil.
Der Kontext macht doch vieles aus, nicht wahr?

Ich halte das für nachdenkenswert, denn Pauschalaussagen nützen weder Mensch noch Tier …
Wie schnell bleibt ein Hund in einer Schublade, wenn er mal einen Stempel aufgedrückt bekommen hat. Hunde, die Artgenossen gegenüber instabil sind, können Menschen gegenüber sehr taff sein – und umgekehrt. Das wird manchmal völlig übersehen und macht den Umgang nicht gerade einfacher, weil es den Blick begrenzt.

Den Hunden zuliebe: Betrachtet sie jeden Tag, jede Stunde, jede Minute wieder aufs neue und schaut genau hin. Dann wird sich Manches relativieren, was vorher in Stein gemeißelt schien. Und lässt viele neue Facetten der einzelnen Hunde-Charaktere zum Vorschein kommen.

Euer SinL-Team

12.06.2017


Foto: Frauke Burkhardt

Ja, die Sache mit dem: „Was ist ihm nur widerfahren, dem armen Timm (hier ganz rechts)“.
„Was muss Jimmi nur erlebt haben, dass er so geworden ist (weiß/braun)“?
„Der arme Purzel …“ (2. von links)
und so weiter und so weiter.

Es gibt viele Gründe für das Verhalten von Hunden (und auch von Menschen). Auch, wenn Timmi das Halsband eingewachsen war, so ist er nicht pauschal ängstlich – „der Arme“. Ja, er lässt sich von Fremden nicht gerne anfassen. Aber er ist ja nicht futteraggressiv wegen der Halsbandsache. Er ist ja nicht abschirmend wegen der Halsbandsache. Er hetzt auch nicht wegen der Halsbandsache. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
Das gehört auseinander dividiert und unterschiedlich „gearbeitet“.
Wir sollten uns vor Pauschalisierungen hüten, denn das macht „eng“.

Ja, manche wurden verwöhnt, manch einer falsch verstanden und womöglich auch falsch „gehändelt“, ja, es gab auch schon gequälte Hunde und auch Hunde, wo sich Besitzer die allergrößte Mühe gaben, die kompetent waren und es einfach nicht passte. Es gibt „Angekarrte“, die womöglich lieber nicht hier in der Zivilisation gelandet wären und so weiter.
Es gibt keine Schuld und für uns auch nicht wirklich eine Vergangenheit. Die lassen wir weitestgehend ruhen, damit unsere Schützlinge unvoreingenommen von uns „gehandhabt“ werden (können).
Hundeverhalten ist doch so sehr vom Menschen abhängig.
Und deshalb ist alles so wie es ist und wir machen das Beste draus.

Und ja, die Podenca links im Bild (Nicoles Privathund, ex TH-Hund) wird gefüttert (einige GNTModels auch) und nicht misshandelt. So sieht sie aus, so läuft sie rum. In Gegenwart von Hunden manchmal sogar etwas stabiler, denn mit denen kann sie (aufgrund ihrer Straßenvergangenheit, wo sie sicher gerne weiter gelebt hätte), sehr gut.
Fakt ist, dass es aus unserer Sicht wichtig ist, genau hinzusehen. Manchmal ist es anders als es scheint 😉.

Euer SinL-Team

09.06.2017


Sie sind Fluch und Segen zugleich – Workaholics …

Hier ist CANIPURs Sosha, unser erster (nein, neuer, also zweiter) Hund für Afrika. Er ist ein Junkie, durch und durch.

In Tierheimen landen immer mehr dieser Hunde, weil sie auf dem Gas sind, weil sie es an den Nerven zu haben scheinen, weil sie zerstören und beißen, weil sie mehr als schlecht NEINs akzeptieren, weil sie unter- oder auch überfordert sind.
Meist, weil man sie ganz einfach zum Junkie machen kann.
Ja, das alles kann Sosha auch.
Bewegt sich etwas, dann will er hinterher. Jacke in seiner Nähe aus- oder anziehen, fast unmöglich – die muss ins Maul. Dafür kann er „Befehle“ empfangen wie ein kleiner Soldat.

Für eine „normale“ Vermittlung undenkbar, denn solche massiven „Beutefanghunde“ kann man nicht aussitzen, gar mit Keksen umlenken (die interessieren ihn nämlich einen Sch …). Hier gehört nach wie vor Wohlbehagen hin, aber auch Kontrolle und viel, viel, viel Arbeit für den Kopf.
Das alles wird er in Afrika haben. Freiraum, Arbeit, Abenteuer und viel Zuwendung – hier wird er gut aufgehoben sein, hier passt er hin.
Sosha ist im sozialen Bereich absolut klasse. Bis halt, ja, bis sich etwas bewegt.
Und deshalb appellieren wir hier nochmals an alle Menschen, die es einfach einfach(er) haben wollen. Überlegt Euch gut, wie wichtig Euch das Bälle werfen und die Reizangel ist. „Impulskontrolle“ hin oder her. Bei Hunden, die mäßig passioniert sind, kann das ja klappen, sogar Spaß machen. Zum Unterbrechen von Jagdverhalten halten wir es eher (meist und niemals pauschal) für kontraproduktiv.

So eine Veranlagung und zwei Wochen „Schnellmachen“ reichen, um sich massive Probleme zu schaffen.

Wir freuen uns, wenn diese Hundetypen in passenden Händen sind und wünschen den Tierheimen/Tierschutzvereinen ganz wenig dieser Hunde, denn sowohl für Mensch und Hund (im Tierheim) ist das sicher kein Spaß.

Gute Nacht zusammen,

Euer SinL-Team

04.06.2017


Foto: Sabine Stuewer

Wir werden immer wieder einmal darauf angesprochen, weshalb wir in verschiedenen Situationen nicht einwirken und weshalb wir es zum Beispiel auch einmal laufen lassen (s. Janosch vor ein paar Tagen), wenn ein Hund nach vorne geht.
Weil „verwaltet“/kontrolliert/gemanagt (nennt es, wie Ihr wollt) – siehe Video – fast alles geht!

Hier die Erklärungen:

– Wir machen das situativ zu Trainingszwecken, so dass der Hund merkt, das Gegenüber geht nicht weg und das Beißen hat keinen Erfolg.
– Der Hund findet im besten Falle andere/eigene Lösungen sich zu verhalten, statt nach vorne zu gehen. Die daraus entstehenden Verhaltensweisen prägen sich in der Regel besser ein, als das, was über Gehorsam trainiert wird. Zumal letzteres von der Ansage der Bezugsperson abhängig ist.
– Und wir suchen bewusst solche Situationen aus dem Grunde, weil kein Mensch wirklich IMMER aufmerksam ist. Es gäbe ansonsten z.B. sicherlich viel weniger Autounfälle…

Worum geht es uns? Dressur im Sinne von Sitz/Platz/Fuß-Training?

Nein, der Gehorsam spielt – für uns – nur eine untergeordnete Rolle. Bei vielen Hunden ist der Grundgehorsam nahezu perfekt. Auf dem eingezäunten Gelände und in gut konditionierten Situationen marschieren sie wie Lottchen.
Doch was ist mit dem ganz alltäglichen Miteinander? Klappen die „gängigen“ bzw. notwendigen Umgangsformen? Das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Nehmen wir das Video mit Anton, welches wir kürzlich eingestellt hatten. Dort bewegt sich Nicole durch eine Menschengruppe und Anton geht immer wieder einmal an die Füße der Komparsinnen. Es gab einen Mini-Aufschrei, weshalb er immernoch nicht weiter ist, der Anton – ist doch schon so lange bei uns und auf anderen Videos sah es doch auch schon vielversprechender aus.
Ja, diese Art von Video können wir Euch täglich einstellen. Sitz, Platz, Fuß haben die meisten schon von ihrem Ursprungstierheim mitgebracht, aber das ist leider nicht das Leben (nehmt Marley, der alles, aber auch alles kann – lässt sich nur nicht anfassen).

Was aber ist, wenn sie (oder zukünftige Besitzer) sich mal auf etwas Anderes konzentrieren? Und plötzlich kommt jemand ums Eck oder aus einem Haus heraus auf sie zu?
Dann geht er nach vorne. Und er meint es ernst. Daher halten wir es für notwendig im Training auch solche Situationen anzugucken. Nämlich genau die, in denen der Hund mal nicht unter ständiger Kontrolle ist. Viel Kontrolle führt häufig zum Suchen von Lücken.

Denkt an Janosch vor einigen Tagen. Klar lässt er sich verwalten. Darum geht es aber nicht nur. Wir gehen verschiedene Wege. Nehmen wir einen an Passanten hochspringenden Hund (und das lässt sich nur mit Komparsen üben!!!!)

Kontrolle – klaro, gehört dazu. Mein Hund bleibt hinter mir oder ich rufe meinen Hund ab oder ins Sitz, wenn Mensch mir entgegen kommt (bin ich der Miesmacher oder Kontrolletti oder Chef – passt)

Selber Erfahrungen sammeln lassen: Komparsen-Gegenüber sitzt das Verhalten aus (wenn Hund hochspringt. Somit erlahmt das Verhalten oftmals, weil es keinen Erfolg bringt. Blöd, wenn Komparse Kekse mit sich rumschleppt – deshalb müssen Komparsen klug sein). Geht draußen nur mit langer Leine, weil er alternativ auch jagen gehen könnte 😉 oder nicht-Komparsen rumlaufen. Ich rufe nicht, ich biedere mich nicht an, aber der Weg zu mir ist immer da und ich als Bezugsperson gebe beim Zurückkommen Nähe ohne mich wie verrückt zu freuen.

oder auch

Komparse schickt, wenn Hund nicht dicht bei seiner Bezugsperson ist, von sich weg. Bezugsperson ist nicht Dauerkontrolletti und Hund lernt, dass er von sich aus zu seinem Menschen gehen sollte, wo es ihm gut geht.

Im Grunde ists einfacher als man denkt. Natürlich gibt es Nuancen – ist ja klar. Aber grob gestrickt machen wir nix anderes. KEINER zaubert. Wir kochen alle nur mit Wasser – echt, ganz im Ernst 😉.

Gut, dass Ihr nachfragt, so haben wir zukünftig die Möglichkeit, genauer zu erklären.

Euer SinL-Team

30.05.2017


Gedanken zu Tierheimhunden,
ihren Interessenten/neuen Besitzern und manchmal auch Gassigängern …

– und auch das ist mal wieder nicht pauschal zu sehen!!!!, aber wird aus gegebenem Anlaß gepostet 🙂.

Sie begegnen Dir – als einem Fremden. Was tun wir Menschen oftmals? Entweder wir reagieren mit Respekt und lassen ihnen Zeit, uns ein wenig zu „beschnüffeln“ (die lassen wir außen vor, machens u.E. nach richtig) oder wir sind übergriffig, unterschreiten Individualdistanzen und wundern uns, dass wir unreflektiert (ist das so?) eher unverblümt, auf die Finger bekommen. Mensch würde womöglich einen Schritt zurück gehen – mental, körperlich. Würde sich mit einem Lächeln oder einem coolen Spruch entziehen.
Manch Hund macht das, was Hund kann. Er zeigt, dass das menschliche Verhalten einfach unangemessen und unpassend war, ggf. auch durch schnappen oder beißen. Zu viel Raum genommen – einfach so. Und dann wird sich gewundert ob des aggressiven Hundes.

Menschen wollen häufig etwas bewegen – andere Menschen und auch Tiere.
Da kommt der Interessent, der gleich erst mal schaut, ob Hund auch Sitz und Platz kann und ob er sich die Ohren untersuchen lässt. Wofür? Was soll das? Wir erwarten Respekt von anderen – geben wir ihn auch? Mensch und Tier?

Tierheimhunde haben meist ab 18.00 h „Feierabend“ und wollen nicht am Probetag oder ersten Tag des Einzugs ins neue Zuhause um 21.00 h nochmals raus geschleppt werden. Auch müssen sie nicht gleich dem kompletten Freundeskreis und dem Hundeverein vorgestellt werden, schon gar nicht gebadet, weil sie nach Hund stinken. Ein Bussi zum Abschied im neuen Körbchen (wie gerade bei einem befreundeten Tierheim geschehen) kann unschön enden.

Wie wäre es mit ankommen lassen, nichts erwarten, da sein, gewisse Grenzen setzen, Vertrauen aufbauen und sich erst einmal kennenlernen? Wir verhalten uns manchmal wie manch Dreijähriger, der ungehemmt in die Handtasche der fremden Frau schaut … Merkwürdig.

Und hier ist Teffany mit Marley. Die beiden mögen sich sehr. Sie kann mittlerweile vieles mit ihm machen, was Fremde nicht dürfen. Wie schon beim „Kleinen Prinzen“ geht es ums vertraut miteinander machen. Wer mag Marley ein neues Zuhause schenken, ihn ankommen lassen und nicht gleich zu sehr fordern?

Euer SinL-Team (01.04.2017)

Foto: Hannah Hoffmann

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Anaplasmose, Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose und Co.
Alles keine südländischen Krankheiten mehr, sondern mitten unter uns.

Und da wir aktuell einige Fälle haben – hier Marwin mit Babesiose, dort Jonny mit Anaplasmose, möchten wir nochmals dringend darum bitten, genau hinzuschauen, wenn sich Euer (Tierheim)hund verändert oder Ihr beim Blutcheck großzüigig abzuwinken gedenkt, weil es diese Krankheiten ja hier in Deutschland nicht gibt.
Pustekuchen … Dem ist leider nicht (mehr) so – es hat uns erwischt …

Dennoch keine Panik, aber bitte, bitte Augen auf.

Euer SinL-Team (01.04.2017)

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Was kann ein schwieriger Hund für den Menschen tun?

Was wir von „Granaten“ / „schwierigen“ Hunden lernen können
… resultiert aus einem Telefongespräch mit Kirstin Höfer (Rico Koblenz), Tierheim-Leitung Tierheim Koblenz

Wenn Hunde im Tierheim abgegeben werden – die sogenannten Problemhunde …

Was entgeht dem Menschen durch die Abgabe seines Hundes aufgrund von Problemen? Nimmt er sich womöglich die Chance zur Weiterentwicklung – da ist nichts mit Durchhalten und Verantwortung tragen. Was bleibt, ist meist ein schlechtes Gefühl/Gewissen und die Gewissheit, versagt zu haben – und das gilt es nicht pauschal zu betrachten, denn es gibt Umstände, die gehen einfach nicht – darüber sind wir uns alle einig.
Es geht um die Menschen, die es sich einfacher vorgestellt haben und merken, dass Hunde Arbeit machen und anstrengend sein können, was immer häufiger vorkommt.

Ein Hund ist ein strenger, aber fairer Lehrer, ein ehrlicher Kritiker,
der uns mag, wie wir sind – er zeigt uns unsere Defizite, unsere
Schatten, einfach UNS. Er schaut uns, nachdem wir ungerecht waren, in unsere Augen und lässt uns demütig werden. Er kann uns lehren hinzuschauen „was hat das mit mir zu tun“? Der Hund ist ein Spiegel unserer Seele durch und durch.
Ein (gefährlicher) Hund ist Dein härtester Lehrer und Dein bester Freund, er führt Dich durch tiefste Täler und zwingt Dich zur Besteigung höchster Berge. Dabei wird er Dich nie verlassen – egal, wie anstrengend es wird. Er wird Dir stetig Rückmeldung über Dein Verhalten geben. Er wird Dich beißen, Dich verletzen, Dich blamieren, Dich frustrieren, er wird Dich Geld und Nerven kosten. Er führt Dich in tiefste Verzweiflung und bleibt beständig am Problem – BIS Du es kannst. Er gibt nicht auf, er wird Dir
Deine Schwächen – und auch Stärken – schonungslos vor Deine Füße werfen.
Nicht gegen Dich, für sich! – und er meint es nicht persönlich.

Du kannst mit „solch“ einem Hund Dinge erreichen, die Du mit
keinem Menschen erreichen kannst. Er bringt Dich an den Punkt echter Stärke und tiefer Gelassenheit. Der „gefährliche“ Hund zeigt Dir den Weg der Selbstentwicklung und des Selbstbewusstseins, den Du alleine womöglich nie eingeschlagen hättest.

Im Grunde können die Menschen, die ihren Hund, weil er „plötzlich“
anfängt Probleme zu machen und im Tierheim abgeben, sogar leid tun. Sie fühlen sich schlecht, haben aus ihrer Sicht das zweite Level im Spiel des Lebens nicht erreicht – noch nicht einmal einen Hund können sie händeln …
Sie haben sich das Gefühl genommen, Stärke zu entwickeln. Das Gefühl von unendlichem Glück, ein Körpergefühl – unbeschreiblich. Das Selbstbewußtsein jauchzt – ein unkäuflicher Orden …

Habe ich ihn zum Problem werden lassen? Was habe ich versäumt? Wovor hatte ich Angst? Nicht mehr geliebt zu werden und deshalb keine Grenzen gesetzt? Keinen Respekt entgegengebracht zu bekommen und deshalb viele Grenzen gesetzt, ihn gar, weil ichs persönlich nahm, geschlagen?

Wir müssen doch nicht die Grundfeste als erschüttert sehen und den Hund gleich ins Tierheim bringen, nur weil es noch nicht rund läuft. Uns entgeht das tolle Gefühl am Ende – nach einiger, womöglich auch harter Arbeit mit schwerem Gepäck – ein großartiges Team zu sein – mit Verlässlichkeit, Freude, Vertrauen …

Euer SinL-Team in Kooperation mit Kirstin Höfer (31.03.2017)

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Irritiert

Da kommen sie ins Tierheim. Klar, manchmal ist etwas Unschönes passiert. Manchmal wurde bis zum Abwinken „dressiert“. Futter hinstellen, warten, freigeben. Vom Futter abrufen. Futter aus der Hand. Futter hier und Futter da. Vor allem: Futter wichtig gemacht. Dann findet Hund draußen etwas Freßbares und Mensch begegnet Hund nicht in der coolen, einstudierten Stimmung, sondern nähert sich aufgeregt oder instabil. Hund knurrt, schnappt, beißt. Das macht er zweimal, dann weiß Hund, dass Mensch nur in gewissen Situationen das Sagen hat. Als nächstes findet Hund Lücken. Findet Tempos, Aas und diverses Krams. Mensch wird unsicherer. Hund landet im Tierheim. Armer Hund.

Oder gerade passiert: Hund kennt Grenzen, hat eine gute Beziehung zu Frauchen, sie spielen, der Ball ist rund – aber Frauchen hält den Weg für nicht nett genug. Grenzen setzen ist etwas für Hardliner. Also ändert sie ihre Einstellung und lobt für gut. Aber nur noch dafür. Ein NEIN ist absolut verboten und verpönt. Hund kann Sitz, Platz, Fuß, Pfötchen, blablabla. Hund kommt auch, wenn er gerufen wird und das Leckerchen hohe Priorität hat. Kommt etwas für den Hund wichtigeres, dann kann Frauchen mit der Fleischwurst winken – Hund ist weg. Das allein ist noch nicht so schlimm. Tragisch ist, dass Frauchen mit ihrem Hund spielen wollte und er sie stehen ließ. Wohlbehagen auslösen, igitt. Das ist traurig, oder? Wie kann ein Hund sich nur vor der Nähe seines Menschen „gruseln“, wo er sie einst so genoß?

Und deshalb ist die Frage nach dem „was wurde dem Hund angetan“ sicher nicht verkehrt. Nur geht es nicht immer nur um Schläge oder Härte (was definitiv abzulehnen ist). Aber auch Grenzenlosigkeit und Orientierungslosigkeit kann für den Hund schädlich sein – wir wiederholen uns hier.

Hier sind Hunde, bei denen man immer „einen drunter“ geblieben ist – jahrelang im Tierheim und nie „an die Naht“ im Sinne von mal Maulkorb drauf und anfassen – ohne ihn dabei zu überfallen oder zu ängstigen. Und wir diskutieren hier über: muss man ihn denn anfassen. Wenn man ihn vermitteln möchte, dann wäre das sinnig oder? Sonst liegen sie die nächsten 10 Jahre auf Halde – die Hunde. Ist das ein Leben?

Und bitte keine Diskussionen hier über hart, weich etc. Es geht lediglich um die Beantwortung der in den letzten Tagen häufiger gestellten (auch per PM) Fragen.

Habt einen schönen Abend, „Futter“-Sunny-Yuma wartet auf ein neues Zuhause, würde aber echt herzhaft zubeißen, wenn sie etwas Fressbares findet. Sie lässt sich aber bei klarer Ansage davon abbringen. Und nein, sie wird nicht zu Kindern vermittelt, dafür ist sie nicht „einfach“ genug.

Euer SinL-Team (29.03.2017)

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Es treibt mich ein bisschen um …

Womöglich könnt Ihr mir helfen …
Seit mehr als zwei Jahren gibt es nun mein zweites Herzensprojekt „Start ins – neue – Leben“. Mir sind Dinge begegnet, von denen ich niemals gedacht hätte, dass es so etwas im Tierschutz gibt.
Klar, ich bin blond, sicher auch manchmal sehr naiv, dennoch hätte ich mir einiges wahrlich nicht träumen lassen.

Nun hat SinL einen gewissen Bekanntheitsgrad, der auch dazu beiträgt, dass wir angesprochen werden, wenn irgendwo etwas „unrund“ läuft. Das können und wollen wir gar nicht abfangen – und ganz im Ernst: Es geht uns auch nix an – außer, es handelt sich um unsere ehemaligen Schützlinge.
Dafür gibt es übergeordnete Organisationen, die sich um Missstände kümmern (können/sollten/müssten).

Nur: Wo beginnt ein Missstand?
Was ist gut gelebter Tierschutz?
Einzelhaltung, Vergesellschaftung? Wenn ja, wie?
Gassigänger, wenn ja, wie?
Vermittlung von bissigen Kandidaten? Wenn ja, wie?
Täglicher Auslauf nötig, wenn ja, wie?
Verhaltenstest bei Aufnahme, vor Abgabe? Wenn ja, wie?
Portraits der Hunde für Vermittlung erstellen? Wenn ja, wie?
Gesundheitschecks? Wenn ja, wie? Wie oft? Wie viel?
UND: über Geschirr oder Halsband möchte ich hier nicht anfangen zu sprechen!

Fragen über Fragen

Wer entscheidet, was richtig oder falsch ist?

Wir haben unsere Vorstellungen. Sie müssen nicht immer richtig sein, sie fühlen sich aktuell gut für uns an. Allerdings kann sich das jederzeit ändern, denn 100% gibt es nie.
Wir reflektieren uns ständig und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten, wenn es mal hakt. Wir wollen unseren Hunden das bestmögliche Übergangszuhause bieten.

Und deshalb nehmen wir keine Hunde, die nach dem Aufenthalt bei uns nicht weiterhin täglichen, individuellen Zuspruch haben, mindestens paarweise vergesellschaftet werden und bei Bedarf mit Maulkorb abgesichert sind. Dafür machen wir „Übergaben“ an die jeweiligen Bezugspersonen.
Eine Verschlechterung ist ein Rückschritt. Das tun wir keinem unserer Schützlinge an.

Dieser Text ist nicht von ungefähr entstanden, denn es geht um einen Hund, der nach Rückkehr wieder in „Einzelhaft“ gegangen wäre und deshalb ist er bei uns geblieben, was nicht immer möglich ist. Augen auf bei Menschenkontakten sag ich da nur.

Nur wie geht es weiter? Wir geben einen Hund nach Training zurück – er wird unabgesichert draußen geführt und beißt einen Menschen. Wer trägt die Verantwortung?
Oder Hund sitzt wieder allein und wird nicht weiter trainiert – was macht das mit dem Hund?
Jetzt kommt einer unserer Leser zu Besuch in genau das Tierheim und stellt fest, dass Hund X vor sich hin vegetiert. Was passiert? Der nächste Shitstorm fürs nächste Tierheim? Puh … Da kann man sich nur freuen, dass einige unserer Hunde nach dem Zurückgehen super tolle Pfleger/innen haben, die sich auch noch von kompetenten Trainern betreuen lassen, um die Lebensqualität zu erhalten und die Vermittlungschancen zu erhöhen. Danke an dieser Stelle dafür!

Im übrigen … mal kurz ein Einwurf am Rande, denn auch das hier sollte bedacht sein …
Im Tierheim arbeiten Menschen, die eine Mütz voll zu tun haben. Da klingelt ständig das Telefon, ein angefahrener Hund wird gebracht, die Zimmerchen müssen gesäubert, das Wasser in den Ausläufen nachgefüllt, Flohmarktartikel angenommen und Vermittlungsgespräche geführt werden etc.
Und dann kommen die „von außen“ – die sehen, dass ein Hund gerade schmutzig ist (der ist dann verwahrlost). Sie sehen, dass das Wasser alle ist (ja, bis vor 10 Minuten war der Napf noch voll – bis Gustav ihn umkippte). Sie sehen, dass die Hütte nicht mehr die Neueste ist und dass einer auf dem Boden statt auf der Decke liegt. Jeder hält sich für weisungsbefugt und reklamiert an den Pflegern rum. Was für ein harter, harter Job.

So, nun habe ich Euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ich werde noch weiter tüfteln, damit der Ball noch runder wird – für unsere Hunde!

Eure Perdita mit Dank für Euer Interesse und Engagement (27.03.2017)

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Oles Gedanken zum Abend:

Was muss Hund denn tun, um gesehen zu werden? Hoch hinaus wollen? Ich fange mal mit einem Baumstamm an. Gut so? Nun bin ich fast auf Augenhöhe mit euch .-).

Wo wir uns nun so gegenüber sitzen, könnt ihr mir da ein paar Fragen beantworten. So viele Besucher gehen an uns vorüber: Was muss Hund denn tun, um nicht nur gesehen zu werden, sondern um das Herz eines Menschen zu gewinnen? Um geliebt zu werden, und zwar für immer – in guten, wie auch in schweren Zeiten? Inklusive Zuhause, und zwar Fürimmerzuhause mit Wärme, Nähe, Geborgenheit für einen Ole, einen Janosch, einen Jack, einen Jim, einer Chica und wie sie alle heißen.

Na, ihr lieben Menschen, ihr wisst auf sooo vieles eine Antwort, aber ich glaube, da könnt ihr uns auf Anhieb auch nicht weiter helfen. Das macht nichts. Man muss nicht auf alle Fragen Antworten wissen. Manchmal reicht es, kurz inne zu halten und über das ein oder andere mal nachzudenken. Wir freuen uns, wenn ihr uns zuhört und ihr aus der Ferne unsere Geschichten verfolgt.

Euer Ole (03.03.2017)

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Was nützt die Rasse oder Farbe? Wir Reiter sagen: „auf der Farbe kann man nicht reiten“

Na klar weisen Hunde einer bestimmten Rasse meist! auch gewisse Rassemerkmale auf. Deshalb schafft (Achtung, es wird pauschal) sich die Familie mit viel Kinderbesuch auch den familienfreundlichen Golden Retriever an. Der Schäfer neigt zum Hütehund, der Jäger zum Jagdhund. Hat ja alles eine Logik.

Allerdings, und das wird oft vergessen, macht auch der Mensch ein Stückchen weit den Hund. Am Ende ist es ein Mix aus Genetik, Erfahrungen, Händling etc.

Uuuuuund: es gibt einzelne Individuen, die gar nicht dem Rassestandard entsprechen. Unser Purzel ist kein typischer Hütehund, unser Golden Tobi (mittlerweile super vermittelt) ist definitiv kein Kinderhund und kann massiv beißen.

Ich glaub, wir hängen uns manchmal etwas zu sehr an der Rasse auf. Wir sollten Hunde als Silhouette sehen und als Individuum für sich betrachten. Nicht alle Schwaben sind geizig, nicht alle Schweizer langsam, nicht alle Nordlichter herb ;-).

Wir haben eine Beaglekundin, der nur die Beagleklamotte trägt. Er verhält sich wie ein Golden: führig, gehorsam, wasserfreudig, apportiert gerne. Jagdliche Ambition gen Null. Wir haben einen scheinbar reinrassigen Rottweiler im Training, der ein Mix aus Labrador und Dalmatiner ist.

Und ja, unser Anton verhält sich appenzellerisch und ebenso Sebastian wie ein Rotti. Pasa, unser Kangal, nicht sehr kangalisch.

So ist das: hinsehen, reinfühlen und dementsprechend mit ihnen umgehen und sich nicht durch Äußerlichkeiten zu sehr irritieren lassen. Unser Kopfkino sollte den Umgang mit dem Hund nicht schon pauschal vorgeben.

Habt einen schönen Tag,

Euer SinL-Team

(01.03.2017)

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Texte aus dem Jahr 2016

Tobi wartet und wartet und wartet oder die Sache mit den ehrlichen Profilen

Tobi hatte schon 5 Fast-Interessenten, die schon fast da waren, aber dann doch lieber die Finger von ihm gelassen haben – nach dem Telefonat mit uns.

„Tja“, könnte man sagen, „Ihr machts einfach nicht richtig“.
„Tja“, könnten wir sagen, „womöglich machen wir es gerade richtig“.

Wir wollen keine Bumerang-Hunde vermitteln, wir wollen keine „Mogelpackungen“ unterjubeln, wir wollen „unsere“ Hunde nicht einfach loswerden.
Wir wollen, wie jeder verantwortungsvolle Züchter oder jedes verantwortungsvolle Tierheim/Tierschutzorganisation den passenden Menschen für unsere Hunde finden.
Deshalb sind unsere „Steckbriefe“ ehrlich, damit keiner einen unnützen Weg auf sich nehmen muss, um am Ende festzustellen, dass es nicht passt. Das macht was mit dem Hund und es macht auch was mit dem Menschen.

Ein vermittelter Hund, der zurück kommt, weil er sich beim neuen Besitzer (überraschend) verhaltensauffällig zeigte, ist wieder ein Stückchen erfahrener. Es macht ihn nicht besser. Und den Ruf des Tierheims auch nicht.

Nun kann man dem neuen Besitzer die Schuld zuschieben und ihn als inkompetent darstellen. Das kann alles sein. Fehler passieren, manchmal gehts halt schief – das kommt vor. Aber das sollte die Ausnahme bleiben.

Wichtig ist, dass wir ganz ehrlich alles sagen, was uns zu dem jeweiligen Hund einfällt. Wer dann bleibt, der hat es verdient, einen unserer Hunde mit nach Hause nehmen zu dürfen.

Und so lange freuen wir uns über neue Anfragen, aber auch über ehrliche Absagen, weil Tobis Hüfte nicht ganz in Ordnung ist, er schon alt ist, er Macken hat.

Tobi frönt derweil seinem neuen Hobby: apportieren

In diesem Sinne,

Euer SinL-Team

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Mick ist nun schon im 7. Monat bei uns

Keiner interessiert sich für ihn, er machts uns allen aber auch nicht leicht. Sein Äußeres ist einladend, nahezu bezaubernd, aber dann kommen seine – wie Menschen so „schön“ sagen Macken.

Er hat viel gelernt, viel Vertrauen gefasst, aber da ist noch immer dieses „womöglich ist hinter dem nächsten Baum doch ein Feind“. Die Vergangenheit hat ihn geprägt und so tief eingebranntes Verhalten lässt sich nicht innerhalb von Wochen ändern, umprogrammieren schon gar nicht.
Und wenn wir noch 20 Jahre trainieren, Mick bleibt schwierig. Kalkulierbar, aber nicht 100%ig zuverlässig – wie im Grunde kein Hund.
Das ist das Gute. Hier, bei Mick, weiß man, was man hat. Er ist in ganz bestimmten Situationen einfach spannig. Das zu wissen hat ja auch was.

Dennoch betrachten wir ihn jeden Tag aufs Neue, halten nicht an Mustern fest, z.B. beißt immer beim Bürsten. Nein, damit würden wir eine selbsterfüllende Prophezeiung herbei rufen.
Neuer Tag, neues Glück und gestern war so ein Tag. Wieder ein Stückchen mehr Richtung Stabilität, ein kleines Stückchen nur, denn das Gebürstetwerden ist für ihn mehr als unschön. Und ja, es wird auch wieder ein, zwei Schritte rückwärts gehen, dann wieder drei vor und so hangeln wir uns durch. Das macht nichts, das ist das Leben.
Wir geben ihm unser Vertrauen und er uns nach und nach auch seins.

Wichtig ist zu wissen, dass er dieses Verhalten nicht gegen uns (also, nicht persönlich nehmen), sondern für sich (zum Raum schaffen) zeigt.

Und eines Tages kommt auch hier der passende Anruf für diesen wunderbaren Hund.

Euer SinL – Team

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Die Sache mit dem Pauschalisieren …

Da schafft man sich einen Rassehund/oder speziellen Hundetypus an und wundert sich, dass der Hund so gar nicht dem „Standard“ entspricht.
Der Malteser jagt (jaaaa, das kommt vor), der Golden Retriever beißt, dafür der Catahoula nicht 😉, der Jagdterrier wiederum interessiert sich nicht im geringsten für Wild, dafür hütet der Ridgeback und der Hovawart wacht nicht.
Verdrehte Welt? Es gibt nichts, was es nicht gibt – das ist klar.

Alles, was man beim Profi gelernt hat, in Büchern oder Zeitschriften (ja, selbst ich schreibe für eine Hundezeitschrift seit Jahren monatlich einen „Rassesteckbrief“. Und glaubt mir, dass ist für mich die Quadratur des Kreises) gelesen hat, ist hinfällig.

Wieso ist das nur so, bzw. kann das vorkommen?
Das lässt sich leicht erklären: weil auch Hunde Individuen sind. Jeder für sich. Und meist ist es so, dass die Hunderassen natürlich, weil ewig züchterisch selektiert, sich auch häufig so verhalten, wie es in den Rassebeschreibungen steht.
Es ist eben nur kein Garant.

Für uns sind Hunde erst einmal „Silhouetten“ und beim ersten Kennenlernen, schauen wir, ob der Labrador sich wie ein Labrador im Buche verhält, oder eher wie ein Großpudel (wie er im Standard beschrieben ist).

Unser Quembo ist so ein Fall:
Er trägt zwar eine Labrador-„Klamotte“, verhält sich aber fast gar nicht so.
Will to please – kann man im Keller suchen gehen
Wasserfreude – der Blick übers Meer reicht
Gefräßig – nö, muss nich
Menschenbezogenheit – joooo, wenn er genau diesen gut findet, muss aber auch nicht. Geht ohne.
Apportierfreude – mmmh. „Wennde ihn wegwirfst, kannstn auch selber wieder holen“
Temperament – eine Kollegin hielt ihn vor zwei Jahren, fünfjährig, für uralt 😉.

Aaaaaaaber wehe, es taucht etwas auf, was ihm wichtig ist, zum Beispiel Menschen an unserem Grundstück. Dann ist unser Energiesparmodell (danke, Frauke) hellwach, blitzschnell und wachsam. Einbrecher müssen wir nicht fürchten. Nein, er ist nicht aggressiv (im Sinne von fremde Menschen beißen), aber ohne Begleitung durch einen von uns sollte man lieber nicht unser Grundstück betreten. Er ist eher eigenbrötlerisch, sehr territorial, möchte nicht groß bespaßt werden, wägt ab und ist sehr souverän und gelassen.
Naaaa, auf welchen Hundetyp trifft das wohl eher zu? 😉

Nein, unsere Züchter haben nichts falsch gemacht, ganz im Gegenteil. Quembo ist ein wunderbarer Hund und seine Geschwister sind sehr Labrador typisch – das war damals im übrigen schon bei der Welpen-„Istzustandsbeurteilung“ mit sieben Wochen zu erkennen.

Ich mag einfach keine Pauschalaussagen wie: alle Golden sind selbsterziehend, weiße Schäferhunde jagen nicht, der Schäferhund ansich ist Befehlsempfänger, alle Dackel sind erziehungsressistent, der Collie ist soooo klug, dass er erst prüft, ob das Signal/Kommando (nennt es, wie Ihr wollt) auch wirklich einen Sinn macht etc.

Wie oft treffen wir auf verzweifelte Menschen, die dachten, dass, wenn „Nutella“ drauf steht, auch „Nutella“ drin ist. Nein, nicht immer.
Und womöglich hilft es, seinen Hund vom Charakter her einzuschätzen, sein Verhalten zu beobachten und dann Frieden damit zu schließen, dass er zwar das „Kostüm“ eines Kangals trägt, aber im Verhalten durch und durch ein Boxer ist 😉.

In diesem Sinne,

habt einen schönen Tag,

Eure Perdita

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Heute ist Dankestag

SinL läuft sehr gut, unser Ball wird rund-er!

Wir geben die „Monats“-Hunde gut vorgearbeitet zurück. Sie bekommen einen neuen Platz im Herzen der Tierheime, wo sie einst die Problemfä/elle waren. Sie werden weiter gearbeitet und vergesellschaftet.
Wir haben schon einige geprüfte Trainer, die wir in Deutschland empfehlen, was viele Tierheime und Tierschutzorganisationen gerne annehmen.
Wir haben gute Gassigänger, die regelmäßig geschult werden, damit auch unsere schweren Jungs mal nur die Seele baumeln lassen können bei einem Ausflug.
Viele Tierpfleger aus anderen Tierheimen absolvieren den von uns angebotenen „Vier-halbe-Tage-Schulterblick“, um ihr Wissen zu erweitern, was ich als wichtige Basis sehe.
Wir haben tolle Komparsen, die sich zusammen“ballern“ lassen und sich immer wieder aufs Neue anbieten. Danke, Ihr Lieben, genau dafür!
Wir haben das große Glück, unsere Schützlinge in zwei super Pensionen untergebracht zu haben, nämlich Tierheim Darmstadt und Tierschutzverein Viernheim, wo sie sensationell betreut werden.
Und es gibt sogar zwei Pflegestellen. Danke dafür!
Wir haben Unterstützer, die gerne mal den einen oder anderen Euro „locker machen“, denn auch meine Trainer leben nicht von Blütenstaub allein (danke, Dorit, für diesen Satz).
Der ein oder andere unserer Schützlinge wurde bereits vermittelt. Zugegebenermaßen nicht so viele, wie wir uns wünschen, aber dafür bislang – toi toi toi – ohne Rücklauf.
Herz, was willst Du mehr?

Dies alles wäre nicht möglich ohne ein Team, das täglich mit Engagement, Kompetenz, Wohlwollen und Liebe mit unseren Hunden trainiert.
Und hier geht es nicht um Sitz, Platz, Fuß, sondern darum, wieder Vertrauen zu fassen zum Menschen, zum Beispiel, dass das Anfassen auch schön sein kann (s. Mick, der noch heute manchmal kritisch ist beim gebürstet werden). Zum Beispiel, dass wir Futter nicht (immer) streitig machen etc.
Die Hunde lernen auch zu vertrauen, dass Mensch gewisse Dinge für sie regelt, zum Beispiel, dass sie nicht verantwortlich sind für Begrüßungen. Zum Beispiel, dass wir für sie da sind, wenn etwas gruselig erscheint und und und.
Ebenso lernen sie bei vollem Respekt von uns Respekt. Nämlich, dass wir uns Dinge erlauben können, auch, wenn Herr Hund nicht will, zum Beispiel dem Balljunkie einen Ball weg zu nehmen. Oder wir hindern ihn daran, den Jogger „fressen zu wollen“ oder das Reh zu jagen. „Hinhören“, sich am Menschen zu orientieren, ist eine der größten Aufgaben.
Es braucht Ausflüge: Ab in eine andere Umgebung, in die Stadt, an den Bahnhof, zum Badesee. Tapetenwechsel ist wichtig, aber auch zeitaufwendig. Das geht nicht mal so schnell schnell nebenbei.
Hundekontakte sind wichtig. Immer wieder neue, immer wieder andere. Die wachsen aber nicht auf Bäumen, sondern müssen organisiert werden: Was braucht Mr. Testosteron für ein Gegenüber, wenn es so ziemlich mit allen klappt? Genau, ebenso einen Mr. Testosteron. Klappt es hier auch mit unpöbligen Begegnungen, dann sind wir einen großen Schritt weiter (was nicht heißt, dass der neue Besitzer es auch so umsetzen kann, aber wir wissen, dass es geht und können späterhin daran arbeiten mit dem Interessenten).
Es wird sich gekümmert, reingefühlt, die jeweilige Stimmung gesehen, zum Tierarzt gefahren etc.
Und natürlich werden Gehorsamskomponenten geübt, wie beispielsweise der Abruf.
Ja, das Programm ist bunt und vielfältig und sehr individuell zugeschustert auf unsere uns anvertrauten Hunde. Das bedeutet, flexibel zu sein, umzudenken und mitzudenken.

Und dann sind da ja auch noch die Emotionen. Wir hoffen auf einen, genau DEN Anruf, genau DIE Mail für unsere SinL-Hunde. Wir sorgen uns um sie. Sie wachsen uns ans Herz. Jeder einzelne.

Das, was mein Team, inkl. Nic leistet, ist ganz großes Kino! Und nicht nur jene, die vor Ort sind, sondern auch alle anderen, die dafür mehr Kunden trainieren und aushelfen – und das bei Wind und Wetter. Und auch Sams, die Du alles organisierst und ebenso mitfieberst und weinst.

Ohne Euch wäre das alles nicht möglich, ohne Euch wäre dieses Projekt nicht. Ich bin sehr ge- und berührt. DANKE!

Ich machs Euch sicher nicht immer leicht, wenn ich mal wieder darum bettel, noch ein Notfellchen aufzunehmen. Danke, dass Ihr „mitspielt“ – für unsere Hunde!

Euch allen da draußen wünsche ich einen schönen Tag,

Eure Perdita

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Auf der Suche nach einem Hund

Viele Menschen sind auf der Suche nach dem passenden Hund (Zweit-, Dritt-, Vierthund) und viele Hunde warten auf diese/n Menschen.
Die einen gehen zum Züchter, die anderen wollen einem „Abgelegten“ einen neuen Platz in einem Fürimmerzuhause geben.
Und einige, ganz Wenige, sagen sogar JA zu einem verhaltensauffälligen Hund. Verhaltensauffällig meist, weil er falsch verstanden wurde und dann, in einer nicht ganz einfachen Entwicklungsphase, meist um 1,5/2 Jahre herum „einfach nicht mehr zu händeln“ war.
Am Ende „macht der Mensch den Hund“ und auch diese Granaten können bei kompetentem Umgang meist sehr unauffällig durchs Leben gehen.

Wenn Ihr Muße habt, macht Euch doch mal auf und besucht verschiedene Tierheime.
Dort könnt Ihr sie kennen lernen, die Boumers, Rockys, Tobis und ihre Kollegen. Nicht alle Tierheimhunde sind ver-rückt. Das ist ein Ammenmärchen. Auch viele Rassehunde sind dort zu finden.

Tierheime freuen sich über Gassigänger, Spenden von leckeren Kauartikeln, benötigen immer wieder Leinen, Körbchen und vor allem Geld, um es den Tieren dort noch besser ergehen zu lassen. Fragt einfach, was benötigt wird.

Und: nichts gegen Züchter! Auch wir haben im Hunde-Akademie Team Hunde von Züchtern. Jeder hat das Recht auf sein Gefühl!

Die Hunde auf den Fotos findet Ihr – neben vielen anderen – in unseren beiden Stammtierheimen Tierschutzverein Viernheim und im Tierheim Darmstadt. Sie sind einige der Hunde, die wir aktuell in unserem Projekt “ Start ins – neue – Leben“ resozialisieren.

Eure HA-Team

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Hundetausch – Fluch oder Segen?

Viele Tierheime haben „Ladenhüter“, versehen mit einem besonderen Stempel, beispielsweise „unverträglich“, „bissig“, „(zu) alt“, „dickköpfig“ …

Ist es denn wirklich so oder ist das nur der individuelle Eindruck aus einer ganz speziellen Erfahrung heraus?
Womöglich ists auch so und das „Klientel“, das immer und immer wieder genau in diesem Tierheim nach dem richtigen Hund sucht, sieht immer nur die selben Gesichter. Da ist er, der Bruno – schon 9, der Franz – naja, der mag ja keine Artgenossen, die Lilly – zickt etc. etc.

Manchmal nützt ein Tapetenwechsel.
Der Manni beispielsweise ist umgezogen und wird im neuen Tierheim mit ganz anderen Augen gesehen, hat sogar schon Interessenten, wo im vorherigen Tierheim kaum noch jemand an ihn heran wollte.
Oder Kira, sie kam als super schwierig in unser Projekt. Wir haben intensiv mit ihr trainiert und natürlich ist sie keine „Waisenknabin“, aber, jetzt im Tierheim Köln-Dellbrück wird mit ihr weiterhin völlig unvoreingenommen umgegangen und sie zeigt sich bei weitem nicht mehr so kompliziert, wie einst. Ihre Chancen auf Vermittlung sind massiv erhöht.

Es gibt Tierheime, die sind super gut im Vermitteln von alten Hunden, z.B. Tierheim Koblenz, andere sind für die gute Vermittlung von Rottis, Hundecampus Tierschutz Lübeck, bekannt – und so weiter …

Netzwerke wären hier optimal. Gerade hat ein uns „nahes“ Tierheim eine lang sitzende Huskyhündin an ein anderes Tierheim gegeben und, schwupps, war sie vermittelt.

Na, womöglich ists doch was dran am „zum Wohle des Hundes“ …

Wir sind gerne bereit von Tierheimen Infos entgegen zu nehmen, welchen Hundetypus sie gut vermitteln können, um so den Start ins neue Leben für unsere Vierbeiner zu erleichtern.
Bitte seht von Anfragen ab, ob wir einen xyz nehmen können, denn wenn wir könnten, dann hätten wir das schon längst gepostet 😉.

In diesem Sinne …

Euer SinL-Team

Foto: Tierheim Köln-Dellbrück (Kira)

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Pssssst, schau mir in die Augen, schau mir in die Augen, gaaanz tief – Du bist ruhig und entspannt, jaaaaa, so iiiist guuhut, ganz tief …
Du suchst eine Aufgabe, jaaaaahaaa, gut soooo, eine groooße Herausforderung, denn Du weißt: einfach kann jeeeeeder.
Weiter sooooo, gaaaaanz ruuuuhig und entspannt …
Jaaaaa, Du möchtest einen Hund aus dem Tierheim adoptieren, jaaaaa, genau, vorzugsweise den weisen Boumi oder Bubbles, ja, immer ganz ruhig weiter atmen, oder Sparky oder Henry oder Ole oder Fiocco oder Kira oder Jack, Tobi, Mick, Charles, Chloe, Luna, Rocky, JoJo und – jaaaa, weiter eiiiiiinaaatmen, wie sie alle heißen.
Ruf uns an: 0190, ääääh, neeeee, 0171 4212969 – jaaaa, genau, deine Hand greift zum Hörer … Riiiiichtiiiiich, ja, jetzt die richtigen Tasten betätigen …

Genau so, guter Mensch, sehr guuuuhuuuter Mensch …

Boumi für alle SinL-Hunde und alle Hundekumpels, die auf einen eigenen Platz im Herzen warten

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S-ensationell
I-ndividuell
N-achhaltig
L-ehrreich

Auf Wunsch zahlreicher Tierheime bieten wir ab sofort einen viertägigen (halbe Tage) Schulterblick für Tierpfleger in „unserem“ Tierschutzverein Viernheim an.

Wer beruflich mit Hunden zu tun hat, wird auch um schwierige Hunde mit z.B. Aggressionsverhalten, nicht herum kommen. Es werden immer mehr.
Aber das Gute ist, dass es viele Trainingsmöglichkeiten gibt und in den meisten Fällen stellen sich durch entsprechendes Handling baldige Veränderungen und Erfolge ein – und vor allem erhöht sich die Lebensqualität der auf ein Zuhause wartenden Hunde.

Wir bieten bei unserem „Schulterblick“ ein intensives Hereinblicken in diese besondere Thematik des Verhaltenstrainings.

Du bist live dabei, wenn wir schwierige Hunde mittels Verhaltenstests einschätzen und/oder trainieren

Du kannst unterschiedliche Motivationslagen verschiedener Hunde beobachten und Dich hinein finden in deren Körpersprache und Ausdrucksverhalten

Und zu guter Letzt bist Du nicht nur dicht dabei, sondern auf Wunsch mitten drin und kannst unter Anleitung einbezogen werden (beispielsweise fühlen, wie es ist, sich einem aggressiven Hund in einer Begrüßungssituation zu nähern, selbst einen Hund führen u.ä.)

Die Kosten für vier halbe Tage, jeweils vormittags (in der Zeit von 10:00 Uhr bis ca. 13:00 / 13:30 Uhr) betragen 179,00 Euro für fest angestellte Tierheim-Mitarbeiter. Die Termine werden individuell vereinbart.

Anderweitig interessierte Personen dürfen selbstverständlich auch über die Schulter schauen, allerdings zu einem anderen Preis – diesen erhalten Sie auf Anfrage.

Euer SinL-Team

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Celine, Rehpinscher, 7 Jahre alt, weiblich, kastriert
… sucht neuen Wirkungskreis.
Sie wurde abgegeben, weil sie Besuch schnappte.

jaaaahaaaa, Verhalten entsteht. Hunde kommen nicht mit einer belegten Tastatur auf die Welt. Stempel: gut/böse.

Hunde haben gewisse Veranlagungen und die einen können (unser Verhalten/dass, was ihnen begegnet etc.) mehr oder besser kompensieren, die anderen nicht. Einige haben das Glück, bei Menschen „gelandet“ zu sein, die ganz gut „hündisch“ kommunizieren können, andere haben das Pech – wie unsere Celine – „stark“ geworden zu sein, zur Prinzessin gemacht worden zu sein, geliebt und verwöhnt worden zu sein, bis, ja, bis sie sich auch wie eine kleine Diva verhielt, die Spielregeln selber bestimmte. Nun ist sie abgeschoben, weil SIE böse ist. Nee, eben nicht, sie ist o.k. und hat einen Job durch ihre Menschen aufgedrückt bekommen, den sie hundemäßig super gewuppt hat, der sie aber auch überfordert hat.
Dr. Christiane Wergowski (Quandt) hat vor vielen, vielen Jahren mal sinngemäß gesagt: „Sie (die Hunde) sind so klasse – trotz uns Menschen“.

Gestern bekam ich einen SOS-Anruf: Dreijähriger Neufundländer beißt sich durch sein Frauchen und die Umgebung (Nachbarn).
Verhalten entsteht! Der ist (sicherlich) nicht plötzlich krank.
In diesem Alter (1,5/2/3) landen die meisten Hunde wegen Auffälligkeiten im Tierheim.

Letzte Woche hatte ich ein Welpenseminar für (angehende) Hundetrainer und interessierte Privatpersonen, weil häufig noch die Anfängerhundetrainer auf die Welpen los gelassen werden. Ein Irrtum? Ja, ein Irrtum, hier gehören die Erfahrensten hin.
Vier von zehn Welpen bis zur 14ten Woche zeigten (das ist nicht unüblich, sie suchen ihre Grenzen) in gewissen Bereichen aggressives Verhalten. Schön, dass diese Besitzer, die sich uns für das Seminar anvertrauten, bereit sind, etwas zu tun und lernen wollen, ihren Hund zu verstehen. Es gibt auch andere. In den letzten zwei Jahren wurden so viele Welpen wie noch nie in meiner Laufbahn – und die ist lang – wieder abgegeben.

Selbst in Afrika passiert ähnliches. Unser Fahrer erzählte uns zu Beginn unseres Urlaubs, wie toll sein Labrador mit der vierjährigen Tochter ist. Sie könne alles mit ihm machen …
Ich bat darum, mir das bitte nicht weiter zu erzählen, weil ich das für fahrlässig hielte.
4 Wochen später, als er uns wieder abholte, erzählte er, dass sein 2jähriger Stafford-Mischling nun wieder im Tierheim sei, er habe nach dem Kind gebissen.

Und ganz aktuell schrieb mir eine befreundete Hundetrainerin von einer Kundin, die einen Welpen hat, aber alles besser weiß. Ein Berner. Als er kam, war er sanft und super mit Hunden. Vier Wochen und viel Verwöhnaroma später, zerkaute er alles mögliche und zog an der Leine (wie gesagt, Leinenführigkeit war wohl nicht im Kaufpreis erhalten 😜😂). Nun, weitere vier Wochen und noch mehr Verwöhnaroma später und zudem Hundeschulenpause, weils alleine ja gut klappte, steht das Ehepaar kurz vor der Abgabe dieses „Biests“.

Jaja, so ist das. Und deshalb ist Celine im Tierschutzverein Viernheim, www.tierheim-viernheim.de und wartet, so häßlich sie sein kann (sie verspricht, auch sie achtet nicht auf Äußerlichkeiten), auf ein neues, kompetentes, sie liebendes, aber auch sie verstehendes Zuhause.

Eure Perdita fürs SinL-Team

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Time to say goodbye.

Sie ist uns ans Herz gewachsen, unsere Kira. Sie war einst ein Knaller, sie ist noch immer eine Rockerin, aber sie will lernen und braucht kompetente Unterstützung, bis sich die richtigen Menschen finden.
Kira zieht heute um ins Tierheim Köln-Dellbrück, wo sie von meinem guten Freund und hervorragenden Hundefachmann, Bernd Schinzel, bis zur endgültigen Vermittlung weiterhin hervorragend betreut wird.
Sie hätte nächsten Monat ihre Zeit hier um und ich hatte Bauchweh, sie zurück zu geben (Ihr wißt ja um mein Rückgabe-Problem). Allerdings können wir auch nicht alle schwierigen Hunde hier sammeln, denn es gibt ja noch andere Hunde, die „unsere“ Tierheime aufnehmen müssen und auch wollen.

Kira, wir werden Dich vermissen, aber Du bist ja nicht aus der Welt. Danke, Bernd, für Deine Freundschaft und dafür, dass Du mir dabei geholfen hast, aus dem Schreckenssumpf an besagtem Tage wieder heraus zu kommen. Danke, Tierheim Frankenberg fürs Loslassen. Danke an mein Team für Eure Liebe zu den Hunden!

Perdita fürs SinL-Team

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Wie muss Hund aussehen, damit er gesehen wird?
Sagts, wir verpacken sie Euch, kein Problem 😉.
Natürlich heißt das noch lange nicht, dass Sie Euch dann auch auswählen würden.
Einen Hund interessiert nämlich Deine Optik nicht. Du kannst groß sein, dick, sogar ungewaschene Haare kannst Du haben. Du kannst in Deiner ollsten Klamotte rumlaufen und Dein Geld für den Friseur kannste Dir für „Hund“ sparen.
Er schaut in Deine Seele, er weiß, ob Du es ehrlich meinst oder nicht, er sieht Dich – ob Dus willst oder nicht. Hier kannste Dir Maske (und damit ist keine Karnevalsmaske gemeint) sparen. Du bist durchschaut. Er wertet nicht, sucht nicht in Deiner Vergangenheit, versucht Dich zu dekodieren und gibt sich redlich Mühe, Dich zu verstehen.
Mensch, schaut doch mal hinter die Kulissen. Er – alle hier im Projekt – beißt nicht, weil er böse ist. Er ist meist vom Menschen „kaputt gemacht“. Zu streng, misshandelt? Selten. Zu sehr verwöhnt? oft. Falsch verstanden? Oh ja.
Na klar, da gibt es auch noch Veranlagung/Genetik, aber die allein macht es nicht.
Am Ende „macht der Mensch den Hund“. Wir sind für unsere „Brut“ verantwortlich und haben Sorge für sie zu tragen, sie zu respektieren, Grenzen zu setzen, Wohlwollen auszulösen, sie zu schützen … Ganz einfach: sie zu verstehen.

Und dann ist es egal, ob der Hund klein, niedlich und plüschig oder schwarz und manchmal bissig ist.
Man kann aus „gut veranlagten“ Hunden auch einen werden lassen, der sein Futter verteidigt oder echte „Granaten“ unauffällig durchs Leben führen.

Am Ende ist es das andere Ende der Leine, das maßgeblich am Gelingen einer guten Mensch-Hund-Beziehung beteiligt ist.

Es grüßen unsere niedlichen schweren Jungs, die super Freunde sein können, wenn sie erst wieder vertrauen.

Euer SinL-Team

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Und noch jemand hat gut Lachen:
Henry!

Wieso? Naja, weil wir halt in unserem Projekt so ein bißl rum-losen (von Loser).

Fortbildungen für Tierpfleger: klappt, Wochen-Intensivtraining: super, Hunde resozialisieren: besser als erwartet. Monatshunde: 6, setzen!
Nee, nicht die Arbeit, das Zurückgeben ist irgendwie – sagen wir mal – noch mehr als ausbaufähig.

Was solls, Henry bleibt als Vermittlungshund bei uns im Tierschutzverein Viernheim.
So, jetzt seid Ihr dran. Lasst uns bloß nicht hängen, denn sonst müssen wir bald wegen Überfüllung schließen.
Henry sucht jetzt von Viernheim aus ein super Zuhause – Ihr wißt: nicht an Anfänger, aber zu ganz tollen und besonderen Menschen würden wir ihn schon vermitteln.

Und ab morgen denken wir darüber nach, wie wir etwas ändern. Was auch immer 😆.

Danke, Tierheim Hildesheim, für Euer Vertrauen und fürs Loslassen. Henry freut sich (da sind wir uns sicher) über eine neue Chance und über Spaß mit seinen Hundekumpels.
Natürlich wird er bis zur Vermittlung von uns weiter trainiert!

Euer SinL – Team

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Die Sache mit der Unsicherheit

Immer und immer wieder sprechen uns Hundebesitzer und -trainer darauf an, dass der und der Hund unsicher sei.

In Bezug auf was ist doch die Frage.

Es gibt Hunde, die klettern ihrem eigenen Menschen auf den Schoß, sind mit anderen Hunden völlig gelassen und die Umwelt ist für sie ein großer Kinderspielplatz. Die Straßenbahn, ein Knall, das große Stofftier – alles absolut kein Problem.
Aber dann kommt da die Fremdperson und schon gruselt sich Hund.

Das geht auch anders herum: Ein Hund ist mit Menschen gelassen, egal ob der eigene oder fremde. Er lässt sich schmusen und streicheln. Optische und akustische Reize in jedweder Form sind o.k., aber dann sehen sie einen Artgenossen, ziehen die Rute ein und nehmen Reißaus. Manchmal sind es auch nur bestimmte Artgenossen, denn das Verhalten des Gegenübers spielt ja eine wesentliche Rolle.

Es kann auch der Heuballen mitten im Feld sein, der meinen Hund besorgt macht, das leise Pfeifen des Windes und Mensch und Hund sind Freund.

Ebenso kann er auch in optischen Belangen teilweise Unsicherheiten zeigen und zudem bei Mensch und/oder Hund.

Was wir hier sagen wollen, ist, dass es uns wichtig ist, genau hinzusehen und nicht pauschal einen Hund als unsicher abzustempeln.

Und einige Hunde, die in einem Bereich unsicher sind oder zu sein scheinen, sind im nächsten “stark”. Dann ist die Verwunderung noch größer. Ist er doch ne Bangebüx, wenn Menschen ihn direkt anfassen wollen, Menschenansammlungen hingegen scheinen ihn überhaupt nicht zu stören.

Oder: Er gruselt sich vor Menschen, die ihn berühren wollen, nähern sie sich aber einer seiner für ihn wichtigen Ressourcen, dann “marschiert er nach vorne” als gäbs kein Morgen.

Auch das ist alles nicht unnormal. Hier gehts um Prioritäten setzen. Dies alles ist natürlich sehr vereinfacht dargestellt, betrifft aber viele Hunde und Menschen.
Welcher Mensch würde freiwillig bei minus drei Grad im See schwimmen gehen? Nicht so viele, oder? Ist deren Hund oder Kind aber in “Seenot”, dann ändert sich bei den meisten das Verhalten und sie springen sogar mit voller Montur ins kalte Nass.

Sam präsentiert sich im übrigen vor seiner Bezugsperson, die ihn zwar sehr mag, aber ihm wenig bis keine Grenzen gesetzt hat bislang. Sam vertraut dieser Person dennoch bis zu einem gewissen Grat, fühlt sich allerdings dann zuständig, wenn fremde Personen auf “seinen” Menschen zukommen und “reitet eine Attacke”. Geht es um Futter, dann gibt es keine Freunde. Keine!
Optische und/oder akustische Reize sind für ihn nicht das Problem (jedenfalls nicht nach unserem derzeitigen Wissenstand, aber so etwas kristallierst sich auch manchmal erst später heraus).
Artgenossen, zumindest souveräne, sind für Sam absolut willkommen (auch hier schauen wir nach und nach mehr ins Detail, um ihn noch besser beschreiben zu können).

Das Thema “Unsicherheit” liegt uns sehr am Herzen, da wir offensichtlich pauschal viel weniger unsichere Hunde sehen, als viele andere. Und, wenn sie souverän und kompetent “geführt” werden, dem Menschen vertrauen, dann sind es noch weniger.

Habt eine gute Nacht, bis morgen,

Euer SinL-Team