Marley – allein im All?

Foto: Sabine Stuewer

Als er im Tierheim Viernheim ankam, da meinte er sich gegen alles und jeden verteidigen zu müssen. Außerdem schirmte er sehr kontrollierend seine Bezugsperson ab, so dass sich keiner nähern durfte. Er bemerkte sofort, wenn man Schwächen und Unsicherheiten zeigte – dann ging er umso mehr nach vorne und tut das natürlich auch heute noch, wenn man ihn gewähren lässt.
Beim Beobachten verschiedener Situationen fiel auf, dass er sehr ausdauernd im Verfolgen seiner Ziele ist. Und wenn er diese nicht erreicht, dann gerät er schnell in Frust – kein Wunder.
Marley ist außenorientiert und reagiert auf Bewegungsreize.

Glücklich ist er mit diesem Verhalten, sich um alles zu kümmern, sicherlich selbst nicht.
Das Ergebnis ist ein angestrengter Rüde mit schwachem Nervenkostüm, der häufig cooler tut, als er eigentlich ist.

Marley, der tief im Herzen instabil ist, ist auf der Suche nach seinem Helden. Nach Jemandem, der ihn „an die Hand nimmt“ und ihm vor allem Entscheidungen und Verantwortung abnimmt.
Denn Marley hat vermutlich sein Aggressionsverhalten etabliert, weil es für ihn erfolgreich war, denn dadurch konnte er sich Raum schaffen.
Das Gute ist: Er will durchaus gefallen und es richtig machen. Marley lernt schnell und hat Ideen, wie er Situationen auch anders lösen kann. Und das werden wir jetzt hervorkitzeln, so dass der Rüde erfährt, dass es auch anders gehen kann, statt nach vorne zu marschieren.

Wir freuen uns auf das Training mit dem wachen Kerlchen.